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19.2.1896
 
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Nr. 42

Gießen, Mittwoch, den 19. Februar

1896.

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Ausgabe

Gießen.

adeszeikung.

Ungen Hessische Landeszeitung

tehmen unsere sämmtlichen Träger sowie die Expedition Kreuzplatz 4 ju jeder Zeit entgegen. Kein anderes hiesiges oder auswärti ges Blatt bietet annähernd die Vor teile derHessischen Landeszeitung, die der Einwohnerschaft von Gießen und Machbarorten in

zwei Ausgaben

an jedem Werktag ausgehändigt wird.

Preis nur 60 Pfg. monatlich

einschließlich Tragerlohn.

Lokales und Provinzielles.

Giesten, 18. Februar. Am heutigen Tage wird gelacht und geschwelgt bei vollen Gläsern und Schüsseln. Munter wird auch das

Tanzbein geschwungen und nach Herzenslust aus⸗ getollt morgen aber sollen wir allem Ueber⸗

kuut eutsagen, fasten und Buße thun, den bunten Ff littertand ablegen und im einsamen Kämmer lein ernster Betrachtung uns hingeben. Wechsel ist etwas jäh und durchaus nicht nach jedermanns Geschmack.

Der

Man bestreut sich nicht gern das Haupt mit Asche und läßt den Kopf hängen, sondern zieht lieber die Schellenkappe recht tief übers Ohr und ist Narr unter Narren. Das liegt einmal so in der menschlichen Natur, die sämtliche Bußpredigten fanatischer Schwärmer

und weiser Philosophen nicht ändern werden. Grade der Karneval straft das schöne WortGöthes eügen, der da behauptet, daß nichts in der Welt

schwerer zu ertragen sei als eine Reihe glücklicher Tage. Hand aufs Herz, lieber Leser und erst du, schöne Leserin, die ihr euch beide in der diesjährigen Faschingszeit so trefflich amüsiert habt: ihr würdet flott weitertanzen und Mummen⸗ sschanz treiben, nicht wahr, wenn nicht höhere Gewalt euch einen fatalen Strich durch die Rechnung machte? Denn ach, mit der Polizei ist kein ewiger Bund zu flechten, und drückt sie auch während der Karnevalswochen lächelnd ein Auge zu, so nimmt sie euch, wenn der Tag gekommen ist, der sich Aschermittwoch nennt, desto schärfer auf's Korn und schiebt unbarmherzig euern närrischen Gelüsten einen Riegel vor. Und das

geht, euern Beutel schon über Gebühr in An spruch genommen hat. Maucher Hausvater schüttelt sorgenvoll den Kopf, wenn er nach rechnet, was die schönen Tage des Frohsinns ihm bar gekostet haben; manche Mutter blickt seufzend auf ihre Töchter, die auch diesmal, trotz aller glänzenden Maskenkostüme und Balltriumphe, wieder nicht unter die Haube gekommen sind. Schwarze Aschermittwochsgedanken stellen sich ganz von selber ein, und dem fröhlichen Fast nachtsschlaf folgt ein klägliches Erwachen. Schmalhanz wird Küchenmeister im Hause und ordnet ein unfreiwilliges Fasten an für alle, die gar zu leichtsinnig aus dem vollen heraus ge wirtschaftet haben. Er ist ein böser, hartherziger Bursche, der kein Erbarmen kennt und euch bitter für jede Stunde büßen läßt, die ihr im Freu⸗ denrausche des Karnevals begangen habt. Wir wünschen aber aufrichtig, daß unsrer gesamten Leserschaft eine solche Lektion in Gnaden erspart bleibe. Möchte sie die frohe Faschingszeit so verlebt haben, daß sie in Ruhe und ohne Reue dem Aschermittwoch ins prüfende Auge blicken kaun!

* Gießen, 18. Februar. Die Pläne und Berechnungen für unsere Kanalisation sind fix und fertig. Es bedarf nur noch der Prüfung durch die Baudepudation und der Geldbewilligung durch die Stadtverordneten-Versammlung und die Buddelei kann losgehen.

* Gießen, 18. Februar. Die Hessen und Starkenburger haben gestern nach langem Verhandeln mit der Brauerei Friedel und Asprion Frieden geschlossen. Heute Vormittag machten die Korps in ihren kleidsamen Kueip⸗ jacken wieder den ersten Frühschoppen bei Lotz. Ueber die Friedensbedingungen konnten wir bis jetzt nichts erfahren.

* Gießen, 18. Febr. Der am Sonntag Abend im Gießener Festsaal von der Konkordia veranstaltete Maskenball war so stark besucht, daß kein Plätzchen mehr zu erobern war. Die vielen Masken, darunter recht schöne, bereiteten den Zuschauern einen recht vergnügten Abend, wozu noch die Gruppen-Aufführungen, ganz be⸗ sonders aber die Odenwälder Spinnstube nicht wenig beitrugen. Vor der Demaskierung wurden von einer Kommission die schönsten Masken 2 Damen und 2 Herren prämiiert.

* Gießen, 18. Febr. Am nächsten Sonntag findet ein Konzert des Gießener Kon⸗ zertvereins statt, das eine besondere An⸗ ziehungskraft durch das Mitwirken des hol⸗ ländischen Terzetts ausüben dürfte. Die Künstlerinnen sind im letzten akademischen Konzert zu Marburg im Januar d. J. aufgetreten, und da⸗ mals schrieb der Konzertreferent derHess. Ldsztg. folgendes über ihre Leistungen und ihren Erfolg: Von allen Konzerten des akademischen Konzert

wahrhaft erfreut, wie das gestrige. Das war nicht nur die mühsame Andacht der guten, aber unmusikalischen Gesellschaft, das war das hellr Entzücken des vollen Verständnisses, und hiee zeigte sich eine seltene Geschmacksgemeinschaft auch die musikalische Begehrlichkeit und Bildung teilte gern das Entzücken. Während sonst alles nach dem letzten Ton ermattet und abgespannt zur Garderobe drängt, verharrte gestern das ge samte Publikum nach dem offiziellen Schluß auf den Plätzen und klatschte lange, bis es noch mehr zu hören bekam. Diese Zauberwirkung hatte das aus den Damen de Jong, Corver und Suhders bestehende holländische Vokal-Terzett zu Wege gebracht. Schon die erste Nummer, ein Terzett mit Klavierbegleitung, nahm sofort für den Dreibund gefangen. Die Stimmen der drei Sängerinnen sind wie aneinander genietet und doch wieder jede von freiester, individueller Beweglichkeit. Ihre Treffsicherheit erreicht die absolute Sicherheit der Stimmgabel. Ihre Aus⸗ sprache ist von wunderbarer Klarheit, jeder Laut gedeiht zu voll vernehmbarem Ausdruck. Dazu kommt eine fabelhafte Beherrschung der ganzen dynamischen Skala. Ihre Stimmen klingen ebenso duftig und glockenrein im resoluten Forte wie im verwehenden Hauch des Pianissimo. Ein eigenartiges, feines Aroma durchdringt all ihre Vorträge, die mit reifster Kunst und reichster Empfindung ziselirt sind. Am meisten traten diese unschätzbaren Vorzüge in den à capella Vorträgen hervor, lauter volksmäßige Weisen, jedem Verständnis leicht erschließbar. Bezau bernd klang namentlich das tönende Flüstern eines kaum glaublichen Pianissimo, innerhalb dessen sie noch eine Fülle feinster und schärfster Nuancen zu finden verstanden. Wie aus fernen Tiefen und phantastischen Höhen klang es, wie Echo und Windharfe. Den Vortrag des hol ländischen Liedes:Kleene Waterdropplen wird man nicht so bald vergessen:

Kleine Wassertropfen

Kleine Körnchen Sand

Bilden das große Meer

Und das schöne Land.

Kleine Liebesthaten,

Wörtchen zart und sacht

Haben oft dem kleinsten Haus

Das größte Glück gebracht.

Einen Liedvortrag von gleicher Innigkeit und Süße zu hören, ist ein seltener Glücksfall. Wie unvergleichlich war der Ausdruck in dem er⸗ sterbenden Schluß des von Brahms appretierten VolksliedesDa unten im Thale:

Und i wünsch', daß dir's anderswo Besser mag geh'n.

Auch ein religtöses Lied von naivem Reiz

sang das Terzett. Als Kirchenchor würden

Redaktion: 7 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. D Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die S5spaltige Petitzeile. 21 Kreuzplatz Nr. 4. ist gut so, da die Periode der öffentlichen Masken⸗ Vereins, denen wir bisher beigewohnt haben,] diese Holländerinnen selbst in dem gottlo sen bälle und ähnlicher Schwänke, die heut zu Ende hat keines so das gesamte Publikum ehrlich und Berlin die Kirchen füllen. In einem Madrigal

von Fabricius zeigten sie ihren Reichtum an charakteristischen Klangwirkungen, und in einem munteren französischen Lied bewiesen sie be⸗ schwingte, täudelnde Grazie. Seltsam, selbst die oft so rissig scheinende Akustik des Saales schien diesmal ihren Kampf gegen die Tonkunst aufgegeben zu haben und stellte sich den Sänge⸗ rinnen mit all ihren Hilfsmitteln zur Verfügung. Man konnte gestern recht auffällig die Relasvität aller ästhetischen Empfindungen beobachten. Nach dem Vortrag der Holläuderinnen mit ihrem be⸗ strickenden Wohlklang schien selbst der Tonreiz der Geige Prof. Herrmauns eingebüßt zu haben: Die menschliche Stimme hatte die Königin der

Instrumente besiegt.

Gießen, 18. Febr. Wie erinnerlich, hat unsere Stadt verordneten-Versammlung in einer der letzten Sitzungen für die Straßen⸗ beleuchtung teilweise Gasglühlicht einzuführen beschlossen und sollen vorerst 150 Flammen hierzu eingerichtet werden. Diese Laternen werden mittelst der Himmelschen Zündvorrichtung abends entzündet. Diese Vorrichtung, welche in einem ununterbrochen brennenden Zündflämmchen besteht, ermöglicht das Anzünden der Laternen, ohne daß der Glühstrumpf durch Berührung beschädigt werden kann; es bedarf nur des Aufziehens eines Hebels. Der Hauptvorteil der Zündvorrichtung ist die ungewöhnlich lange Dauerhaftigkeit der Glühstrümpfe, da die stets brennende Zünd⸗ flamme im Innern derselben das Anziehen der Feuchtigkeit vollständig verhindert. Auch in Frankfurt wird diese Einrichtung, welche sich durch Erproben bewährt hat, bei der Beleuchtung der Allerheiligenstraße als praktische Neuheit an⸗ gewendet.

Gießen, 18. Febr. Auf die in heutiger Nummer unseres Blattes enthaltene Bekannt⸗ machung des städtischen Gas- und Wasser werks, Gaspreisermäßigung betr., machen wir die Gaskonsumenten und solche, die es zu werden beabsichtigen, hiermit besonders aufmerksam.

Gießen, 18. Febr. Es giebt leider, so schreibt mau derD. Ztg., noch eine Menge von Landwirten, welche die Rentabilität der Geflügelzucht bezweifeln. Welch ungeheure Summen alljährlich ins Ausland für Einfuhr von Eiern wandern, dürften folgende Zahlen beweisen, die wir einer eingehenden Statistik ent⸗ nehmen. Im Jahre 1893 betrug in Deutschland die Einfuhr von Eiern 663 143 Doppelzentner und steigerte sich in 1894 auf 796 091 Doppel⸗ zentner mit einem Werte von 68,46 Millionen Mark. Die landwirtschaftlichen Vereine geben sich alle Mühe, die Geflügelzucht durch Verbesse rung des einheimischen Schlages, indem sie Zucht⸗ stationen errichten, zu heben, aber die Beteiligten müßten sich in dieser Sache noch eifriger erweisen.

Der Treffer. Von Rudolf Herzog.(Frankfurt a. M.) (Nachdruck verboten)

Die Freunde hatten ihn allein gelassen. Auf der Treppe noch disputierten sie lebhaft über das Gespräch, daß sie vorhin in seinem Zimmer geführt hatten, um immer zu demselben Endergebnis zu kommen:Er ist ein Narr. Er will wissentlich nicht verstehen. Wem nicht zu raten ist, dem ist nicht zu helfen.

Wie konnte auch ein Mensch zu Ende des neunzehnten Jahrhunderts sich noch auf den Ge danken kaprizieren, ein historisches Trauerspiel in Jamben schreiben zu wollen. Ein Trauerspiel? Mehrere sogar. Noch dazu dieser Fritz Lasser, dieser Teufelskerl, der während seiner Universitäts zeit die tollsten Sachen ausgefressen hatte, der als witziger Gesellschafter beliebt war wie kein Zweiter!

Wenn einer, so hatte er das Zeug dazu, ein Possenfabrikant par excellence zu werden. Bei solchem Talent! Aber so gehts' nun einmal den Herren Dichteru. Nur im Drama, nur im edlen Pathos glauben sie zum Volke sprechen zu dürfen. Als wenn's unter den Musen nicht auch eine leicht geschürzte gegeben hätte, die darum eben so gut zu den Musen zählte. Er wird's schon noch einsehen. Paßt auf! Das Wasser geht ihm jetzt schon bis an den Hals.

Unterdes stand Lasser am Fenster seiner Woh nung, das er aufgerissen hatte, um die kalte er⸗ frischende Winterluft über die erhitzte Stirne wehen zu lassen. Endlich waren sie gegangen, die guten Freunde, endlich hatten sie gemerkt, daß er allein sein wollte. Was wollten sie überhaupt von ihm? Weshalb quälten sie ihn mit ihren ewigen Jere miaden? Veisten sollte er etwas! Daß er etwas leisten konnte, wußte er selber. Dazu brauchte die ganze Gesellschaft sich nicht die Mühe zu nehmen,

sagen, daß er im Grunde genommen kein Dumm kopf sei. Sollten die Leute Augst haben wegen ihres Geldes? Er war in ihrer Schuld hier hundert Mark, dort hundert Mark die Scham röte stieg ihm in die Wangen. Deshalb also, des halb sollte er sich von jedwedem Banausen den Weg zum Tempel der Kunst vorschreiben lassen, weil er zu abhängig war, um sie geradeswegs aus seinem eigenen Tempel hinauswerfen zu können?

Er preßte die Lippen zusammen und schloß, den Atem tief durch die Nase ziehend, die Augen.

Wenn es so wäre?

Nein, nein, schrie es in ihm,so darf es nicht

sein. Ich bin ein freier Mensch. Das ertrüg' ich nicht.

Possenfabrikant Tempel der Kunst und nun lachte er schallend auf, bis ihm die Augen feucht wurden von der Anstrengung.

Er kehrte sich um und ging au den Schreib tisch. Dort kramte er ein paar Briefe heraus und setzte sich nieder, um sie noch einmal zu lesen, bevor er sie beantwortete. Er entfaltete den ersten Brief; gestern hatte er ihn von seiner Braut er halten. Klagen, nichts als versteckte Klagen, daß er noch nicht weiter war. Durch das ganze Schreiben dasselbe Grundmetiv:Erreiche doch was, erreiche doch bald etwas!

Liegts denn au mir? rief er mit qualvollem Hohne.Arbeite ich, weiß Gott, nicht wie ein Kuli bis in die Nacht hinein? Kann ich denn dafür, daß meine Seele nur die Schönheit will, nur das Erhabene dem Volke von der Bühne herab predigen will, wo es im Leben schlüpfriges und gemeines die Hülle und Fülle hat? Auch Du ver stehst mich nicht, wenn auch die Liebe aus Dir spricht. Das thut weh.

die Stiege! zu ihm emporzukletteru, um ihm zu

Er strich den zweiten Brief glatt und las. Er war von der Mutter daheim: im Stile des andern. Die Nachbarn fragen täglich, die Bekannten und Verwandten erkundigen sich bei jeder Gelegenheit, ob Du noch immer keinen Erfolg gehabt hättest. Du glaubst nicht, wie peinlich mir das ist. Ich hoffe, es bedarf nur dieses Hinweises Deiner Mutter, um Dich recht anzuspornen.

Nein, Mutter, sagte er traurig,dessen bedarf es nicht. Der Nachbarn wegen, der braven Be kannten und Verwandten halber. O. Mutter, Mutter. Du kenust die Kunst nicht. Wie kannst Du mir so etwas schreiben.

In sich versunken blieb er im Sessel sitzen und starrte ins Ungewisse. Dann erhob er sich laugsam und holte aus einer Schublade einige Bäude hervor. Er schlug den ersteu auf, und ohne daß er es wollte, begann er zu lesen. Erst flüchtig, ganze Sätze überspringend, daun genauer, inter'ssierter, und endlich vertiefte er sich ganz hinein. Seine Augen strahlten, um seine Lippen flog ein glückliches Lächeln, halblaut stieß er Worte hervor da fiel ihm beim Umwenden ein loses Blatt in die Hände, er warf einen Blick darauf, stutzte und zog finster die Brauen zusammen. Es war ein Absagebrief einer Theaterdirektion.Wer will heutzutage noch solche Dinge sehen. Anbei das Manuskript Ihres Dramas mit bestem Danke zurück.

(Schluß folgt.)

Vermischtes.

Ueber die Gefährlichkeit der giftlosen Riesenschlangen und ihre Fähigkeit, große Thiere zu verschlingen, sind im Publikum im Allgemeinen noch sehr übertriebene Vorstellungen im Schwange. Brehm tritt in seinem bekannten Werke diesen Vorstellungen, die ihren Ursprung vielfach in abenteuerlichen Reiseschilderungen haben mögen, entgegen, indem er einen Truthahn ungefähr als

das größte Objekt bezeichnet, welches eine Riesenschlange zu bewältigen vermag. Aber auch die Fähigkeit der Schlangen, andere Thiere im Akte der Nothwehr zu um⸗ ringeln und zu erdrücken, scheint im Allgemeinen nicht eben groß zu sein. Vor zwei Jahren so schreibt der T. R. ein Leser hatte ich Gelegenheit, während des Aufenthalts an einer abgelegenen Stelle der brasilischen Küste die Folgen eines Renkontres zwischen einer Riesenschlange und einem kleinen Köter von der Größe eines mäßigen Spitzes zu sehen, die meinem ohne⸗ hin nicht sehr großen Respekt vor giftlosen Schlangen noch einen gewaltigen Stoß versetzen sollte. Während des Badens unserer Schiffsmannschaft am Strande wurden einige Leute auf ein lange anhaltendes Gekla ffe eines Hundes aufmerksam. Wie sie dem Gebelle nachgingen, trafen sie im nahen Dickicht auf einen kleinen struppigen Hund, der bei ihrer Annäherung von einer großen Schlange abließ und sich hinkend seit⸗ wärts in die Büsche schlug. Die lang ausgestreckt da⸗ liegende Schlange, die eine Länge von mehr als drei Meter haben mochte, lebte noch; sie krümmte und wand sich, war aber augenscheinlich nicht mehr in der Lage zu entfliehen. Nachdem ihr mit einigen Steinwürfen völlig der Garaus gemacht worden, fanden die Leute, daß der Hund der Schlange dem Kopf nahezu völlig zermalmt hatte. Jedenfalls hatte der Hund seinen Gegner bei Be⸗ ginn des Kampfes kluger Weise sofort beim Kopfe gepackt und ihn so verhindert, ihn zu umringeln. Immerhin bleibt der Ausgang dieses Kampfes erstaunlich, da er alle landläufigen Anschauungen über die Fähigkeit der Schlangen, ihre Opfer in blitzähnlicher Geschwindigkeit zu umschlingen, entgegentritt. Die Schlange wurde von den Leuten abgehäutet und das schön gezeichnete Fell mit an Bord gebracht. Die Schlange hatte eine frisch verschluckte Ratte im Leibe gehabt, und vielleicht war diese letzte Mahlzeit an der auffallenden Unbeholfenheit des Tieres schuld gewesen.

Leiser Vorwurf. Braut(zu ihrem Bräutigam, einem Professor):Aber, Oskar, ich weiß nicht, Du wirfst immer nur so gelehrte Blicke auf mich!