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Fahrt wurden die physischen Begleiterscheinungen, wie der bender Blutumlauf, der Druck auf den Puls 1110 5 Atmungsorgane, die Störungen im Gehör, im Nerven⸗ ergunismus usw. beobachtet. Mit Rücksicht auf den Um⸗ tand, daß man in der Gondel ruhig sitzen bleiben muß um den Ballon nicht überflüssigerweise ins Schwanken zu bringen, vermochten die beiden Aerzte bei dieser ersten Fahrt nicht viel Material zu sammeln. Sie stiegen bis zu dreitausend Meter Höhe, also nicht hoch genug, um eine wirkliche Parallele zu den atmosphärischeu Differenzen zu finden, welche beim Austritt aus dem mit kompri⸗ mlerter Luft gefüllten Caisson in die gewohnte Luftschichte gegeben sind. Immerhin ergab aber schon diese erste Stu⸗ dienfahrt Details zum interessanten Vergleiche. Die Fahrten sollen nun systematisch fortgesetzt werden.
— Es ist verboten, den Fakir zu necken. Selbst ein schlafender Fakir braucht sich nicht Alles ge⸗ fallen zu lassen. Das ist jetzt gerichtlich entschieden und wird jedenfalls zu Manchester als Präzedenzfall gelten. Dort wurde in einem Varistétheater ein Fakir in hypno⸗ isschen Schlaf versenkt und laut Programm erst nach einer Woche wieder aufgeweckt; unterdessen aber staunte ihn die Menge an. Nun lud die Leitung der Veranstaltung das
Publikum ein, sich dadurch von der Echtheit des Schlafes zu überzeugen, daß aus seiner Mitte sich ein Ueber⸗ wachungsausschuß bildete, der den Fakir dauernd zu kon⸗ trolieren hatte. Wirklich fanden sich einige Herren, die sich bereit erklärten, eine Nacht beim Fakir zu durchwachen. Mit eiuer ordentlichen Batterie Bierflaschen versehen, stellten sie sich Abends ein. Zuerst spielten sie Whist und Poker, aber wie die Stunden verstrichen, wurde ihnen das zu zahm, und so begannen sie denn, den Fakir etwas handgreiflich zu„kontrolieren“. Dem Kitzeln und Kneifen gegenüber hielt der indische Gottesmann wacker Stand;
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hielt, sprang er aus dem Sarge und versetzte dem Ver⸗
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wegenen einen wohlgezielten Faustschlag auf das linke Eine Viertelstunde lang ging es recht lebhaft zu, Und der Polizei⸗ tichter entschied, daß brennende Zigarren nicht zu den
legitimen Kontrolmitteln schlafender Faktre gehörten.
Humoristisches. — Aus der Schule. Ein Lehrer will den Be⸗ griff des Wunders demonstrieren. Es entspinnt sich
f zwischen ihm und einem seiner Schüler folgender Dialog:
Lehrer: Sage mir, wenn einer vom Turme herunter⸗ gestürzt und wird nicht beschädigt, was ist das?
Schüler: Zufall!
Lehrer: Hm, nun, das könnte man so auffassen, aber wenn er nun nochmals herunterfällt, ohne daß es ihm schadet, was ist dies?
Schüler: Glück!
Lehrer: Gut. Auch das will ich zugeben. Aber wenn er nun zum dritten Male, hörst du wohl, zum
dritten Male herunterfällt itten„ohne Schaden 7 Wie würdest du das nennen mien e Schüler: Uebung!
Standesamtliche Nachrichten. Geburten. 5 5 4. Oktober. Dem Hoboist Jakob Friedrich Mü ller 2 8 n.— 6. Dem Schlosser Ludwig Kreuter eine 5 hter.— 8. Dem Packmeister Heinrich Hof eine Tochter, 1 2 Pauline.— 9. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Henn 1 ohn, Heinrich Franz. Dem Schneider Kaspar olland eine Tochter. Dem Liqueurfabrikant Christian . eine Tochter.— 10. Dem Omnibusschaffner Karl Wagner eine Tochter, emma.— 12. Dem Kutscher Ludwig Christ ein Sohn, Heinrich Christian. Dem Kauf⸗ mann Oskar Freygang ein Sohn.— 14. Dem Kauf⸗ mann Emil Weißbäcker ein Sohn. Aufgebote.
Am 10. Oktober. Eduard Wilhelm Friedrich Bal⸗ thaser Hert, Vizefeldwebel dahier, mit Anna Marie Schuler zu Wetzlar.— 12. Andreas Jakob Segadelli, Cement⸗ arbeiter dahter, mit Marie Katharine Röddiger hierselbst. — 13. Wilhelm Weimar, Schlosser dahier, mit Katharine Saamer von Romsthal. Baruch Kaan, Liqueurfabrikant dahier, mit Mathilde Speier von Heldenbergen. Wilhelm Zierlein, Gärtner zu Nidda, mit Lina Lynker daselbst.— 14. Balthaser Philipp IV, Ackersmann zu Watzenborn, mit Katharina Elisabetha Hirz daselbst.— 15. Dr. Georg Otto Heinrich Pfeiffer, prakt. Arzt zu Kelsterbach, mit Agathe Mathilde Schmidt zu Hirschberg.— 16. Christian Gustav Karl Schmid, Gastwirt dahier, mit Sophie Weß hierselbst.
Eheschließungen. Am 10. Oktober. Georg Karl Ludwig Christian Haubach, Schreiner dahier, mit Katharine Auguste Büttner
hierselbst. Sterbefälle.
Am 11. Oktober. Friedrich Abel, 27 Jahre alt, Bäcker von Laufenselten, Amt Schwalbach. Katharine Flach, 18 Jahre alt, Dienstmagd von Bruchenbrücken.— 12. Katharine Albert, geb. Blößer, 41 Jahre alt, Ehe⸗ frau von Taglöhner Karl Albert dahier.— 13. Elisabeth Thomas, geb. Kehr, 66 Jahre alt, Ehefrau von Fuhr⸗ mann Johannes Thomas dahier.— 16. Elise Prell, geb. Henkelmann, 58 Jahre alt, Ehefrau von Gastwirt Konrad Peter Prell dahier.
Letzte Nachrichten.
* Gießen, 17. Oktober. In der nunmehr für die Stadt Gießen abgeschlossenen Wähler⸗ liste für den Reichstag sind 4485 Per⸗ sonen als wahlberechtigt eingetragen, darunter 37, welche erst auf Reklamation nachträglich in der Liste aufgeführt wurden.
* Gießen, 17. Oktober. Die„Wanderer“, Gießener Radfahrer-Gesellschaft, beabsichtigen nächsten Sonntag Vormittag ein Rennen und nachmittags eine Schnitzeljagd zu ver⸗ anstalten.
* Gießen, 17. Okt.(Schöffengericht.) Ueber eine interessante Frage entschied gestern das Schöffengericht. Der Handelsmann Sieg⸗ mund Löb von Hohensolms hatte am 9. Juli d. J. auf dem Grundstück der Witwe Lang, Rodheimer Chaussee 6, Kälber eingestellt, die ihm der Metzger Schreiner zur Lieferung bestellt hatte. Die Tiere waren in einem Latten⸗ verschlag unter der Treppe untergebracht, wäh⸗ rend sich der Händler zu Schreiner begab, um diesem die Ankunft der Ware zu melden. Der Besteller hatte aber inzwischen anderweit Kälber gekauft, sodaß er nur vier derselben abnehmen konnte. Die anderen zwei Tiere kaufte an Ort und Stelle der Hofmetzger Möhl. Durch diesen Handel soll der Angeklagte gegen eine kreisamt⸗ liche Verfügung vom 21. November 1895, welche das Einstellen der von auswärts eingebrachten Tiere ohne ärztlichen Gesundheitsschein in Stallungen mit Rücksicht auf die Maul⸗ und Klauenseuche verbietet, gefehlt haben. Außerdem ist der Hausierhandel mit Vieh zur damaligen Zeit verboten gewesen. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei, weil er den Lattenverschlag für keinen Stall ansah und der Handel mit Möhl kein Haustier⸗ handel sei, weil sich der Angeklagte in einer Zwangslage befunden, nachdem Schreiner von den bestellten sechs nur vier Kälber abgenommen.
* Grünberg, 17. Okt.(Marktbericht.) Auf dem heutigen Wochenmarkte wurde Weizen mit 15,2017%, Roggen mit 15. per Doppelzentner, Gerste mit 6,20 4, Hafer mit 6 K per Zentner bezahlt.
Neueste Telegramme.
Hd. Berlin, 17. Okt. Der Hanl⸗ delstag hat gestern die Beratungen über den Entwurf eines neuen Han⸗ delsgesetzbuches zu Ende geführt. Hierauf wurde der Handelstag ge⸗ schlossen.
Hd. Berlin, 17. Oktober. Die Re⸗ gierung beabsichtigt die Gründung
die erforderliche Zahl geschulter Kräfte für den
olonialdienst zu gewinnen.
Hd. Berlin, 17. Okt. Den„Berl. Neuest. Nachr.“ zufolge ist vor einiger Zeit eine Kabi⸗ nettsordre ergangen, in welcher denjenigen Offizieren, die auf Grund von Heirats⸗ Annoncen in Zeitungen eine Ehe ein⸗ gehen, mit der Verabschiedung gedroht
wird.
Hd. Charleroi, 17. Okt. Die Polizei ent⸗ deckte eine Falschmünzerei, in welcher zahlreiche Zwei-Franksstücke geprägt wurden. Mehrere Falschmünzer wurden ver⸗ haftet. Diese Entdeckung macht deshalb großes Aufsehen, weil die Münzen 6 Gunsten der Anarchisten-Propaganda verwendet wurden.
Hd. Rom, 17. Okt. Nach Meldungen aus Eritrea rückt Ras Man⸗ gascha mit großen Truppen massen gegen die Grenze vor. General Baldissera stellte des⸗ halb die Rückbeförderung der Truppen nach der Heimat ein.
Marktpreise.
Gießen, den 17. Oktober. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 951,05, Hühner⸗ eier 1 Stück 6—7, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 5-7, Käsematte 3, Erbsen per Liter 16, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 5060 Pfg., Hühner p. St. 90—1,00, Hahnen 50—80, Enten 1,60 2,00, Gänse per Pfund 4856, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch 64 bis 68, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln pro 100 Kilo 3,50 6,00, Zwiebeln per Zentner 4,00— 5,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Zwetschen 8,— 10,00 p. Ztr.
Sterbefälle. Am 16. Oktober. Elise Prell, geborene Henkel⸗ mann, Ehefrau von Gastwirt Peter Prell da⸗ hier. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18.
d. Mts., Nachmittags 5 Uhr vom Sterbehause, 1 Kreuzplatz 4 aus statt.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in
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Gießen, den 17. Oktober 1896.
l rd yreise— vom 18. Oktober bis 1. November 1896. Der hiesigen Bäcker.
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1 Kg.(2 Pfd.) Tafelbrod 20 Pfg. 8 5; 9 1 90 0 1% 1 5 22„ habe ich einen großen Posten in eee zu den g. 0 eißbro„ f 1 1 0 4 152 Ware. 55 1 N 5 8 N intel-Tanz- Kursen 2 85 4 318 ed e 44„ 8 2 2 5 15 i g 1 K.(2 Pfd.) Schlüchtern, Brod bei Karl Spamer 20„ 0 9 8 0 1 werden zu jeder Zeit entgegen⸗ 2 Kg.(4 Pfd.) Schlüchtern⸗Brod bei Karl Spamer a. a 2„. 0 genommen. 1185 2 Kg.(4 Pfd) Roggen⸗Schwarzbrod bei Ernst Muth und W. Amend 55 1 3 5 1 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod. 5 1 8 5 0 9 1 1 5 Möh 1 swärtigen Bäcker,„ 85 2 65( Pp Weteren he ld Mee rer nee, de, 1 für Herren und Knaben Sonn; Wilh. Fabel u. Aug. Deibel v Wiese 15 8887 f 24g.(a pfd) Sch warzbrob bei 5 Wee en, Seeler on zurückgesetzt, welche zu sehr billigen Preisen 3 Sees . eitzel un 1 0 und L. Schmidt von 15 kauft werden. medicinal- Gr.⸗Linden 5 N 8. 1 b Alten⸗Buseck und FCC Carl rensòdor Cognac 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod bei Gust. Jacoby von Alten ⸗Buseck und 5 von Schrapenbor g.(E Pfd.) 66 b 8 Ernst Christ von Wieseß„(Mainz) Brod verkäufer. 2 f 1 Dieselben Peel wie bel den hiesigen Böceern. Bahnhofstr. Gießen Ecke Neu tadt. pei 1227
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