Ausgabe 
18.4.1896
 
Einzelbild herunterladen

f don 6, Oi

Rorb⸗ und d reisen. ner, Korbmatg Acne g.

leck,

ale uplatz

preiswert: a Pfd. M.. ute Qualität),

A Pfd. Mb

0

A 1 7 bohnen, 200. 0 atwurst

4 Pfb.

relat⸗ a Pd.

1 7 N

sta e 0

1

hnitt zu glei

die bekannte OperetteDon Cesar in recht

Gießen, Sonnabend, den 18. April

1896.

morgen die Kompagniebesichtigung unseres Regiments vornehmen.

lapelle erfüllten unter der Leitung des Kapell⸗ Leider war das Theater nur schwach besucht. Heute Abend(Freitag) kommt zur Aufführung Der Mikado.

ngneten⸗Versammlung.

öffnet Oberbürgermeister Gnauth die Sitzung und macht der Versammlung vor Eintritt in

wird ausgesprochen. Ein Gesuch des C. Stiasny

Wittwe zur Errichtung einer Eishalle an der

9

Ausgabe

Gießen.

che Landeszeitung

755

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg.

Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die zspaltige Petitzeile.

N 2

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 17. April. Generalmajor von Hollwede⸗Darmstadt, Brigade-Kommandeur der 49. Infanterie⸗Brigade, ist seit gestern im Hotel Steins Garten abgestiegen und wird bis

* Gießen, 17. April. Der technische Bei⸗ rath der Polizei in Bausachen, Hauptlehrer Traber, erhielt gestern in der geheimen Sitzung der Stadtverordneten die von ihm nachgesuchte Enthebung von seinem Posten.

Gießen, 17. April. Das Baseler Operetten-Ensemble brachte gestern Abend

anerkennenswerther Weise zur Aufführung. Das Zusammenspiel war sehr gut. Besonderer Bei⸗ fall wurde den Damen berger und Durand, sowie den Herren Bömly(Archivar), Horwitz 917 und Siebert(Don Cesar) zu theil. Die Mitglieder der hiesigen Regiments⸗

meisters Herrn Reuther ihre Aufgabe glänzend.

Stadtverord

* Gießen, 16. April. 5

die Tagesordnung Mitteilung von einem Schreiben, worin die städtischen Beamten danken für die ihnen bei der Aenderung der Besoldungs⸗Satzungen bewilligte Erhöhung der Gehälter. Die nach⸗ trägliche Genehmigung für die Anbringung eines Briefkastens am Kreuzplatz(Zimmer'sches Haus)

wegen Belassung eines schon angebrachten Firmen⸗ schildes an seinem Geschäftslokal Asterweg 6 wird nach den Vorschlägen des Stadtbauamtes wider⸗ ruflich genehmigt. Von den Gesuchen des Brau⸗ ereibesitzer Georg Bichler um Erlaubnis zur Er⸗ bauung einer Waschküche, der Jakob Helfenbein

Marburgerstr., sowie des Heinrich Rinn V. wegen Herstellung eines Arbeiterhäuschens zum Unter⸗ treten von dessen Backsteinarbeitern im Neu⸗ städter Feld werden die beiden ersteren Ge⸗ suche ausnahmsweise, das des Rinn widerruflich bis 1. Oktober genehmigt. Georg Troß wünscht die Genehmigung zur Erbauung eines Arbeiter- häuschens am Krofdorferweg. An demselben sollen Feuerstellen angelegt werden. Das Stadt⸗ bauamt und die Baudeputation sind für Ab⸗ lehnung dieses Gesuchs, weil das nicht unter⸗ kellert vorgesehene Gebäude den Ansprüchen der Kreisbauordnung nicht entspricht. Beigeordneter Georgi tritt für die Errichtung dieses Bau⸗

werks ein, in der Voraussicht, daß dasselbe nur im Sommer zur Unterbringung der Backstein⸗ arbeiter zu dienen bestimmt sei und den Anfor⸗ derungen der Kreisbauordnung entsprechend her⸗ gestellt werde. Der Oberbürgermeister weist demgegenüber darauf hin, daß bei dem

geplanten Bau die Versuchung, in demselben im Winter Menschen einzuquartieren zu groß sei, und dann müsse man doch auch die Interessen der Feldbesitzer im Auge haben. Stadtverordneter Wallenfels würde auch für den Bau ein⸗ treten, wenn er nur eingerichtet würde zur Unter kunft der Arbeiter im Sommer, aber dazu be dürfe es nicht der Genehmigung der Feueran⸗ lagen in dem nachgesuchten Gebäude. Stadtv. Homberger weist darauf hin, welche bedenk lichen Konsequenzen die Genehmigung dieses Ge⸗ suchs bei ähnlichen Gesuchen nach sich zöge. Hierauf wird das Gesuch von der Versammlung beanstandet. Ein Baugesuch der Joh. Georg Weber Söhne für die Neuenbäue war früher wegen allzugroßer Ausnutzung der Bebauungs fläche bei dem damaligen Projekt vom Kollegium beanstandet. Der heute vorliegende Bauplan hat diesen Fehler vermieden und genügend Hof raum freigelassen, aber die geplante Höhe des Hauses entspricht nicht den Vorschriften des Orts⸗ baustatuts, doch darum handelt es sich vorerst nicht. Das Bauprojekt hat aber 4 über die Flucht⸗ linie vorspringende Balkone vorgesehen und diese werden von der Versammlung genehmigt. Dem Bleicher W. Schmall werden statt der von ihm nachgesuchten 5 unr 3 Waschstege mit Treppen⸗ anlage unter Benutzung der Böschung und des neuen Wieseckbettes unter folgenden Bedingungen genehmigt. Gesuchsteller zahlt eine Anerkeunungs gebühr von pro Treppe Mk. 1 pro Jahr und ist betreffs der Konstruktion der Einrichtung gehalten, den Anordnungen des Stadtbauamts Folge zu leisten. Er haftet für alle Beschädigungen der Böschungsanlagen ꝛc. und leistet hierfür Sicherheit in Höhe von Mk. 1000. durch Hinterlegung von Kaution oder durch Bürg⸗ schaft in dieser Höhe Dem Gabelsberger Stenographenverein wird für 2 Abende in der Woche gegen eine Vergütung für Reinigung und Heizung an den Ratsdiener, sowie für Be⸗ leuchtung an das Gaswerk ein Saal im alten Rathause zur Benutzung überlassen. Vom Turnfest her sind noch für ca. 400. Fahnen vorhanden, die bei der Landwirt⸗ schaftlichen Ausstellung Verwendung gefunden. Die Stadtv. genehmigen, daß diese Fahnen in das Eigentum der Stadt übergehen. Als Miete für die Benutzung der Fahnen und für das Ab⸗ handenkommen einer solchen sollen ca., 80 zu Lasten des Turnfestes bezahlt werden. Wegen der Errichtung eines Rettungshauses für verwahrloste Knaben im Lehrlingsalter berichtet Beigeordneter Wolff. Es soll in Dillenburg für das Großherzogtum Hessen und die Provinz Hessen-Nassau ein solches In⸗ stitut in gemieteten Räumen errichtet und am 1. Mai d. J. eröffnet werden. Die Armen⸗ Deputation begrüßt diese Einrichtung in unserer Nähe um deßwillen mit Freude, weil bisher die Unterbringung von sogenannten Zwangszöglingen mit Schwierigkeiten aller Art verknüpft gewesen, auch die Kontrolle der nur in weiterer Ent⸗ fernung unterzubringenden Zöglinge unausführ⸗ bar oder mit großen Kosten verknüpft war. Mit

der Eröffnung der Anstalt wird auch die Stadt Gießen einen Zwangszögling gegen ein Entgeld von, 360 pro Jahr in Dillenburg unterbringen. Die Armendeputation schlägt vor, dieses Rettungs haus durch eine einmalige Gabe von, 100 zu unterstützen und außerdem pro Jahr einen Bei trag von /. 10 zu leisten. Demgemäß wird auch beschlossen. Der Versammlung liegen Pläne und Voranschlag zur Erbauung eines Schul⸗ dienerwohnhauses für die Stadtmädchen⸗ schule vor, welche sich in dem Rahmen der im Etat dafür eingestellten Summe von ι 6500 halten und daher Genehmigung finden. Ein Baugesuch der Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins zur Er⸗ bauung von 4 Zwillingswohnhäusern an der Ostseite der Landmannstraße findet Genehmigung; ebenso wird gestattet, daß die Giebel dieser Häuser in Fachwerk ausgeführt werden können. Der Oberbürgermeister teilt mit, daß auf der schon bebauten Seite der Landmannstraße bei der Neubebauung im vergangenen Jahre von einer sehr gewichtigen Vorschrift unserer Bauordnung nämlich dem Artikel 45 derselben abgewichen sei. Die errichteten Arbeiterwohnhäuser stehen weniger als 3 Meter von einander entfernt und hat man von der Errichtung von Brandmauern dabei ab⸗ gesehen. Der technische Beirat der Polizei für Bausachen vertritt zwar den Standpunkt, der Artikel 45 treffe auf den vorliegenden Fall nicht zu, weil in der Landmannstraße sämtliche Häuser nur einen Bauherrn, die Baugenossenschaft, haben, jedoch weist der Oberbürgermeister durch Ver⸗ lesung des bezüglichen Passus der Bauordnung nach, daß der betreffende Beamte sich im Irr⸗ tum befindet. Die Nachholung des Versäumten durch den Bauherrn ist unthunlich, weil dieser auf Grund eines giltigen erlassenen Baubescheides gehandelt hat. Deßhalb giebt die Versammlung zu der hier vorliegenden Abweichung von der Bauordnung nachträglich ihre Genehmigung, damit der Dispens vom Ministerium nachgesucht werden kann. Dem Kaufmännischen Verein war be kanntlichg an der Nordanlage ein Bauplatz zur Erbauung eines Vereinshauses von der Stadt zum Geschenk gemacht worden, unter der Bedingung, daß der Verein bis zum 1. April den Nachweis zu erbringen habe, daß er über die nötigen Mittel zum Bauen verfüge. Unter dem 31. März zeigte der Vorstand des Kaufmännischen Vereins der Bürgermeisterei an, daß er zu diesem Zweck über ein Kapital von ca./ 14,000 verfüge, wozu noch ein Vereinsvermögen von* 2000 komme. Für den Bau sei die Summe von 1 32,000 veranschlagt wozu noch der Wert des Platzes mit, 8000 komme, so daß man für den be⸗ nötigten Rest der Bausumme und zur Deckung der Kosten der inneren Einrichtung gegen hypothekarische Sicherheit ein Darlehn auf nehmen wolle. Die Stadt hat aber an die Hergabe des Bauplatzes für den Fall des Verkaufs oder Vertausches des zu errichtenden Hauses die Bedingung der Zahlung des Wertes des Geländes geknüpft und dafür Sicherheit durch Eintragung verlangt. Der Kaufmännische Verein

bittet nun zu genehmigen, daß diese 8000. hinter die aufzunehmende Hypothek, also an 2. Stelle eingetragen werden. Oberbürgermeister Gnauth teilt mit, daß die Zeit zu kurz gewesen, um in dieser Angelegenheit die Finanz-Deputation noch zu hören, doch glaube er, daß die Versamm⸗ lung im Plenum wohl darüber entscheiden könne. Stadtv. Vogt beantragt, diesen Punkt von der Tagesordnung heute abzusetzen und erst der Finanz⸗ Deputation zur Beratung zu überweisen. Bei⸗ geordneter Georgi tritt diesem Antrag bei. Er habe gehört, daß die Jury, der 3 Vertreter der städtischen Behörde angehört haben, in der Be⸗ urteilung des Bauplanes einig gewesen sei. Dieser Beurteilungs⸗Kommission habe außer dem Ober⸗ bürgermeister und den Stadtv. Scheel und Hey⸗ ligenstädt auch der Stadtbaumeister Schmandt angehört. Einzelne Vorstandsmitglieder des Kaufmännischen Vereins und später die General⸗ versammlung desselben haben beschlossen, den Beschluß der von dem Vorstand selbst gewählten Jury nicht anzuerkennen, und da sei doch die Frage zu prüfen, ob die Stadt nicht ein Interesse habe, mitzusprechen, was für ein Gebäude der Kaufmännische Verein auf dem von ihm von der Stadt unentgeltlich überlassenen Platz hinstelle. Stadt. Heichelheim tritt dafür ein, daß den Wünschen des Vereins heute im Plenum der Versammlung willfahren werden möchte. Die Differenz des Vereins mit der Beurteilungs⸗ Kommission gehöre hier nicht zur Sache, man habe nur in Erwägung zu ziehen, ob die 8000 Al, au 2. Stelle eingetragen, bei einer Beleihung von 5060 Prozent des Wertes an erster Stelle sicher stehen, und diese Frage müsse wohl allseitig bejaht werden. Der Oberbürgermeister erklärt, da man seiner Person als Mitglied der Beurteilungs⸗ Kommission erwähnt habe, könne er nicht umhin, sich in der Sache zu äußern: er habe seine Misston in der Angelegenheit der Jury mit der Abgabe seines Votums für erledigt angesehen. Er wolle auch erklären, daß er sich weiter mit dieser Sache nicht befassen würde. Die gleiche Absicht habe ihm der Stadtbaumeister Schmandt bekundet, ebenso denke Stadtv. Scheel. Die gleiche Ansicht scheine auch der Kollege Heyligenstädt zu haben, der zustimmend nickte. Oberbürgermeister Gnauth wundert sich, wie ein solcher Beschluß in der Generalversammlung des K. V. gefaßt werden konnte. Die Stadtv. Schmall, Grünewald und Heyligenstädt und Beigeordneter Grüneberg sind aus den gleichen Gründen wie ihr Kollege Heichel⸗ heim der Meinung, den Wünschen des Kauf⸗ männischen Vereins heute im Plenum zuzu⸗ stimmen. Stadtv. Dr. Gutfleisch fragt an, ob der Kaufmännische Verein Korporationsrechte habe. Stadtverordneter Heichelheim erklärt, daß der Verein beim Ministerium darum nach⸗ gesucht habe und daß das Gesuch von der Handelskammer befürwortet sei. Stadtv. Dr. Gutfleisch stellt den Antrag, in der vorliegenden Frage heute von der Beschlußfassung abzusehen und die Sache nicht nur der Finanz-Deputation, sondern auch der juristischen Kommission zur Prüfung zu überweisen. Er müsse bekennen, daß

Eine fixe Idee? Von Martin Böttcher. (Fortsetzung.)

Seit die Mutter starb, wurde der Vater, der erste Kaufherr der Stadt, nach und nach, was er jetzt völlig ist eine Rechenmaschine, ein Zähl⸗ apparat, der nur eine Passion keunt: die Vorliebe für die toten, trockenen Zahlen und das klingende Gold. Früher aber es ist lange her war es anders. Es war nicht Berechnung, sondern Barmherzigkeit,

die ihn einst bewog, ein armes Kind, den Sohn

eines verstorbenen Jugendfreundes, ins Haus zu nehmen. Und die Sorgfalt, welche er aufbot, um aus dem begabten Knaben etwas Tüchtiges zu

machen, hatte anfangs vielleicht ausschließlich seine

Wurzel in väterlicher Güte und in der pietätvollen Erinnerung an einen lieben Verstorbenen. Aber es war lange her. Später, als die fortwährende

und ausschließliche Beschäftigung mit den trockenen

Zahlen und mit dem kalten Golde nach und nach seine Seele ausgedörrt und sein Herz abgekühlt hatte, später mußten die edleren Motive wie überall den Platz räumen vor den kleinlich be⸗ rechnenden Beweggründen eines alles verschlingenden Egoismus. Es zeigte sich nämlich immer deutlicher, daß der ausgestreute Same in dankbaren Boden gefallen war. Aus dem Knaben wurde mit der Zeit ein junger Mann, der durch seine Umsicht und seine Klugheit, durch seinmerkantilisches Genie wohlgeeignet war, dem Prinzipal bedeutende Vor⸗ teile zuzuwenden. Dies, aber auch nur dies, war der Grund, warum derselbe andauernd in höherem

Grade dem Pflegesohn sein Interesse zuwandte als irgend einem sonstigen Mitgliede des zahlreichen Geschäftspersonals in so hohem Grade etwa, wie der Fabrikherr einer besonders guten Maschine oder der Landmann einem ungewöhnlich brauchbaren Arbeitspferde sein Interesse zuwendet. Der junge Mann blieb deswegen nach wie vor im Hause des Prinzipals wohnen und empfing, so lange er in seinem Dienst stand, eine verhältnismäßig bedeutende Gage. So waren sie quitt: besondere Anhänglich keit wurde nicht verlangt, und besonderes Wohl wollen durfte nicht verlangt werden. Das Ver⸗ hältnis war ein reines Kontraktverhältnis geworden. Und ähnlich war das Verhältnis zur Tochter, dem einzigen Kinde. Sie hatte einevollendete Erziehung genossen, und nun empfing sie ein sehr zahlreiches Nadelgeld. Als Gegenleistung hatte sie die Pflicht, den Glanz des Hauses durch ihr Auf treten alsvollendete Dame zu erhöhen. Das verstand sie, und das war etwas, worauf der Vater großes Gewicht legte. So waren auch sie quitt. Ein hartes Wort aus seinem Munde hörte sie nie, ein freundliches Wort selten, und ein freundliches, geschweige denn ein liebreiches Wort verlangte er auch nicht von ihr.

Kein Wunder, daß die beiden jungen Herzen unter solchen Umständen früh gelernt hatten, sich an einander anzuschließen, und daß der gegenseitige Anschluß mit den Jahren, wie die Vaterliebe mehr und mehr erkaltete, immer deutlicher den Cha⸗ rakter eines innigen, unauflöslichen Liebesbundes

Der Alte hatte es nicht bemerkt. Er war ja immer so sehr in Anspruch genommen von seinen eigenen materiellen Angelegenheiten und Interessen. Er war auch nicht zornig geworden, als der Pflegesohn ihm endlich durch die freimütige Er klärung, daß er seine Tochter liebe, die Augen ge öffnet. Zornig? Eine Rechenmaschine wird nie zornig; eine ausgedörrte Seele weiß nichts von starken Affekten. Aber sein Staunen war gren zenlos gewesen.Kupfer für Gold einen Pfennig für einen Dukaten ist das ein Geschäft! hatte er gesagt, und die Worte waren von einem Blick begleitet gewesen, der den kühnen Werber vom Scheitel bis zur Sohle gestreift hatte. Die geschäftsmäßige Antwort hatte denselben jedoch keineswegs verwirrt oder eingeschüchtert; denn sie war nicht unerwartet gekommen. Er hatte ja nur die unzweideutige Bestätigung der lange ge hegten Befürchtung erhalten: daß es nur einen Weg oder Umweg gebe, auf welchem es ihm mög lich wäre, das so heiß ersehnte Ziel endlich zu erreichen den Weg zum Reichtum. Daher hatte auch er, obwohl widerstrebend und mit schwerem Herzen die Sache geschäftsmäßig aufgefaßt. Wenn sich das Kupfer mit edlem Metalle ver⸗ bindet, wenn der Heller als Goldmünze wieder⸗ kommt, wenn auch vielleicht nur als eine der klei⸗ neren...? hatte er gefragt.Eine Gold münze ist immer willkommen, und eine, von der man weiß, daß sie ursprünglich aus Kupfer war, aber aus einer Sorte Kupfer, welche die Kunst

angenommen hatte.

verstand, sich mit edlein Metalle zu verbinden, ist

es in doppeltem Maße, selbst wenn sie zu den kleineren gehören sollte! war mit einem Lächeln geantwortet worden, das freilich viel ungläub igen Spott ausdrückte, aber auch eine gewisse merkan⸗ tilische Wertschätzung verriet. Der reiche Kaufherr war ja selbst eine Scheidemünze in der angedeuteten Eigenschaft gewesen.

Hier hätte es mit der Verwandlung des Kupfers in Gold zu lange gedauert, und aus diesem Grunde war der junge Kaufmann nach der neuen Welt gezogen, wo sich eine derartige Metamorphose ja viel schneller vollziehen sollte. Dieser und jener man kannte Beispiele genug? war drüben in verhältnismäßig kurzer Zeit ein kleiner Krösus geworden. Ein so hohes Ziel brauchte er ja glücklicher Weise nicht zu erstreben. Warum sollte es ihm nicht gelingen, ein Ziel zu erreichen, das weit bescheidener war? Warum nicht? Er reiste ja nicht aufs Geratewohl; er hatte Be⸗ ziehungen drüben.Ein merkantilisches Genie hatte man ihn so oft genannt, daß er schließlich selbst glauben mußte, es zu sein; die englische Sprache beherrschte er vollkommen, die spanische so ungefähr. Wollte es also in Nordamerika nicht schnell genug vorwärts gehen, so konnte man es in Südamerika versuchen. Ja, es mußte gelingen! Zeit würde es freilich erfordern, hier wie dort; aber sie würde ihm treu bleiben und etwas Glück mußte man auch haben; aber aber er war jung, und die Jugend glaubt ans Glück.

(Fortsetzung folgt.)