Ausgabe 
18.1.1896
 
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Gießen, Sonnabend, den 18. Jannar

1896.

4

Ausgabe

Gießen.

che Landeszeitung.

* Gießen, 17. Januar 1896. (Schluß.)

Da hallt der RufFreiheit von den Ost⸗ marken Deutschlands herüber, Blücher siegt an ber Katzbach, bei Leipzig wird der unüberwind liche Napoleon niedergeworfen und der greise NarschallVorwärts fliegt an den Rhein, Blücher, durch seine machtvolle Persönlichkeit dazu zusersehen, die Idee der Freiheit bis zur Be⸗ eisterung zu steigern. In seiner Heldengestalt felt sich das völlig Inkommensurable des Frei seitskämpfers dar. Der strenge Sittenrichter bird manches an ihm tadeln, aber er war faktisch die ganze Triebkraft des Krieges. Sein Vorsatz var Napoleons Vernichtung. Der Haß gegen den Tyrannen verschmolz sich bei ihm mit der um Instinkt gewordenen Ueberzeugung, daß er berufen sei, den Kaiser der Franzosen zu stürzen. Blücher war kein Mann der ehrgeizigen Reflexion und die Künste der Diplomatik waren ihm fremd. Er repräsentierte den kuxor teutonicus und sein Vorwärts war der Zaubersporn, der seine Soldaten mit Sturmgewalt in den Vernichtungs

dampf gegen Napoleon trieb. g Während der Freiheitskriege war die Frequenz der Gießener Universität auf ein Minimum zu⸗ rückgegangen. Der Studentenzuwachs im Winter⸗ semester 1813/14 erreichte nur die Zahl 32. sektor und Senat machten Blücher bei seinem Eintreffen ihre Aufwartung und erhielten von ähm die Versicherung, daß er die Stadt und hesonders die Universität in seinen Schutz nehmen werde. Blücher war in Gießen nicht müßig. bier reifte in ihm der Entschluß, mit der schle chen Armee den Rhein zu überschreiten, Holland und Brabant zu erobern und alsdann in Frank⸗ leich selbst einzufallen. Bei vollen Bechern genoß man die Vorfreude dieser kühnen Kriegsfahrt. Den thüringischen Dichter Adolf Bube(geboren 1802 in Gotha) hat dieses Trinkgelage zu einem schwungvollen GedichtBlücher in Gießen be I welches vom Redner zitiert wurde. om 4. November ist jener merkmürdige Brief Blüchers aus Gießen datiert, worin er seine Feldzugspläne eingehend auseinandersetzt. In 7 versuchk Gneisenau beim Großen eneralstab vergeblich Stimmung zu machen für Blüchers Projekt. Als man ihn mit tausend Bedenken hinhielt, brach Blücher am 7. November auf eigene Faust von Gießen auf. In Alten⸗ ürchen zurückberufen, marschierte Blücher am Mittelrhein mit seiner Armee auf und griff erst am 2. Dezember wieder zu seinem Schwerte, das

nacht ging er bekanntlich bei Caub über den Rhein, um bald darauf auf französischem Boden das preußische Banner zu entfalten. Auf die Bedeutung der bevorstehenden patriotischen Ge denkfeier übergehend, schloß der Redner: Bis in das Herz Frankreichs hinein war auch der Aka demiker und Freiheitskämpfer Henrik Steffens dem Siegeszuge Blüchers gefolgt. In Paris forderte er seinen Abschied und kehrte mit dem eisernen Kreuze geschmückt in den Schoß seiner Familie zurück. Aber nicht im überwallenden Stolzgefühl des kranzgeschmückten Siegers, son dern in der wehmütigen Stimmung des ent⸗ täuschten Patrioten schrieb er damals die Worte nieder:Ein anderes Deutschland, so mußte ein jeder glauben, nicht das frühere, welches ver schwunden war, sollte sich aus dem Kampf ent wickeln und gestalten. Die Jugend war nicht ohne höhere Aufforderung in den Kampf ge gangen, der Krieg war ein gemeinschaftlicher aller Deutschen! Wo ist nun, fragt man, das Deutschland, dem der gemeinsame Kampf galt? Dasjenige, wofür man sein Leben wagte, erfüllt uns eben durch eine positive Realität, wenn es auch früher mehr als ein Ersehntes, denn als ein Wirkliches da war, so tritt es doch und ganz notwendig nach dem Kampfe als eine Macht hervor, und zwar als eine politische, die sich nicht abweisen läßt. Alle jungen Krieger, darunter die Vorzüglichsten durch Geist und Kraft am meisten Auszeichneten wurden Politiker. Wo ist das Deutschland, fragten sie,für welches zu kämpfen wir aufgefordert wurden? Es lebt in unserem Innern, zeigt, wo wir es finden oder wir sind genötigt, es uns selbst zu suchen. Wir Nachfahren vermögen den Schmerz der heldenmütigen Streiter nachzufühlen, die auf der Wahlstatt für ein hohes Ideal, für Deutschlands Größe und Einheit ihr Leben eingesetzt hatten und in ein zerrissenes, von Partikularinteressen beherrschtes Vaterland zurückkehrten. Allein wir wissen auch, daß das Deutschland von 1813 noch nicht die politische Reife besaß, als einheitliches Ganzes in der europäischen Staatengruppe eine achtungsgebietende, geschweige denn eine domi nierende Stellung einzunehmen. Die Kriegs und Revolutionsstürme, die seit der Schlacht bei Waterloo über unser Vaterland gebraust sind, waren eine Notwendigkeit, dem Föhn vergleichbar, der, die Luft klärend, den Frühling verkündigt. Erst 1870 war die Zeit erfüllt, die der Dichtermund vor langer Frist geweissagt hatte.

Germaniens Söhne verspritzten, die deutschen Stämme zu unauflöslichem Bunde zusammen⸗ schweißen. So stehen wir heute groß und stark am Vorabende des denkwürden Tages, da vor 25 Jahren dem König von Preußen zu Versailles die deutsche Kaiserkrone aufs Haupt gesetzt wurde. Wir sind groß und stark, und vielleicht gerade darum giebt uns die erhebende Feier eine ernste Mahnung mit auf den Weg. Ueberspanntes Na⸗ tionalgefühl treibt allzu leicht in das Fahrwasser des Chauvinismus und verleitet, in Selbstherr lichkeit alles Fremdländische zu verachten. Wir denken dabei unwillkürlich an unsere westlichen Nachbaren. Wir aber wollen beherzigen, daß wir, an der Schwelle eines neuen Jahr- hunderts stehen mitten im Getriebe einer bielbewegten, merkwürdigen Zeit, unsere Hege monie am Würdigsten behaupten, wenn wir den tausend und abertausend Canälen, die ringsher in den fortschreitenden Strom unserer Entwicke lung münden, freie Bahn lassen. Wenn wir von dieser höheren Warte unsere Kultur⸗ mission erfassen, dürfen wir erhobenen Hauptes in die Zukunft blicken. Unter diesem Zeichen werden wir siegen.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 17. Jan. Personal-Na ch⸗ richten aus dem Bezirke der kaiserlichen Oberpostdirektion Darmstadt. Versetzt sind der Postkassierer Milkau von Gießen nach Magdeburg behufs Uebernahme einer Post⸗ inspektorstelle bei der Oberpostdirektion Magde⸗ burg und der Oberpostdirektionssekretär Mittel- städt von Berlin nach Gießen behufs Uleber nahme der Postkassiererstelle bei dem Postamte in Gieß en.

* Gießen, 17. Januar. Hermann Suder mannsGlück im Winkel wurde gestern Abend im ausverkauften Leib'schen Saale von Mitgliedern der vereinigten Frankfurter Stadt theater zur Aufführung gebracht. Das neue Werk Sudermanns wurde in Nr. 10 derHes⸗ sischen Landeszeitung bereits ausführlich be sprochen. Heute deshalb nur ein Wort über die hiesige Aufführung: Mustergiltig! Die Herren Bauer als Wiedemann, Roll als Kreisschul⸗ inspektor Barthel, als v. Röcknitz waren vor züglich. Die Elisabeth des Frl. Bock und die blinde Helene des Frl. Giesecke waren gleich⸗ falls hervorragende Leistungen. Frl. Landori

1 4 J. 4 4 1 j 1 Redaktion: 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition: 1 Kreuzplatz Nr. 4.. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die 5spaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. 1 N 8. a E 2 5 2 5 i i n er grollend in die Scheide gesteckt hatte. Am] Erst auf den Schlachtfeldern von Frankreich im] gab die fein charakterisierte Bettina in gan Blücher in Gieße 5 31. Dezember in jener denkwürdigen Neujahrs⸗ aufgezwungenen Kampfe sollte das Blut, das unübertrefflicher Weise. Auch die übrigen it

wirkenden leisteten nur Gutes. Das Publikum war für die prächtigen Leistungen der Frank⸗ furter Künstler sehr dankbar und zeichnete die⸗ selben nach jedem Aktschluß durch wiederholten Hervorruf aus. Dem Theater⸗Verein, dem wir diesen genußreichen Abend zu danken haben, unsern Glückwunsch zu dem gestrigen Erfolg.

Gießen, 17. Jau. Auf unsere Notiz in Nr. 9 betr. eines Anschlags am schwarzen Brett unserer medizinischen Klinik über die ärztlichen Verhältnisse in Marienberg im Westerwald, erhalten wir folgende Zuschrift: In Marienberg im Westerwalde sind zu Nassau's Zeiten immer zwei Aerzte gewesen. Die her⸗ zogliche Regierung erkannte also das Bedürfnis für einen zweiten Arzt an. Daß hier den größten Teil des Jahres wenig für einen Arzt zu thun sein soll, ist sicher ein gutes Zeichen für die sanitären Verhältnisse des Ortes und der Um⸗ gegend. Die Taxe mag ja verbesserungsfähig sein, jedoch sind die Herren Aerzte glücklicherweise nicht allein darauf angewiesen, sie erhalten auch nebenbei noch ein Fixum aus der Gemeindekasse, das sich nach der Einwohnerzahl der betr. Orte richtet. So waren dem bisherigen 2. Arzte, Herrn Loer 1500 Mark auf diese Weise als Fixum versprochen und meines Wissens ausbe⸗ zahlt worden. Für eine junge tüchtige Kraft bietet sich, vielleicht jetzt erst recht, eine schöne Gelegenheit, eine lohnende Prapis zu erhalten. Wir nehmen gern Notiz von der Einsendung. Die in Aussicht gestelltelohnende Praxis scheint uns aber dort recht fragwürdiger Natur zu sein. Im Uebrigen spricht auch diese Zuschrift für die Reformbedürftigkeit unseres Aerztewesens.

Gießen, 17. Jan. An Stelle des nach Breslau gehenden Professor Jörs wird pro 1896 Herr Professor Schmidt das Dekanat der ju⸗ ristischen Fakultät übernehmen.

Gießen, 17. Jan. Gestern gingen der Regiments⸗Kommandeur Oberst von Rosen⸗ berg, Premier-Lieutenant Brack und 2 Unter⸗ offiziere mit der Fahne des 1. Bataillons zur Teilnahme an der Morgen stattfindenden Feier nach Berlin.

Giesen, 16. Jan. Der in Vilbel in Haft genommene Gemeinderechner soll 810 000 Mark öffentliche Gelder unterschlagen haben. Der Inhaftierte ist bereits in das Provinzial⸗ Arresthaus hierselbst in Untersuchungshaft über⸗ führt. Die Anfang Dezember wegen mehr⸗ facher Brandstiftung in Haft genommene 16 Jahre alte Lina Siemon von Nieder-Florstadt ist

Mutloser und niedergeschlagener als je zuvor in seinem Leben langte Georg in seiner Heimat an. Die Liebe zu Dorette hatte diesmal tief in seinem Herzen Wurzel geschlagen, weder die Arbeit noch sein ernster, energischer Wille vermochten den Schmerz über die Enttäuschung zu übertönen.

Als der Sommer wieder kam, fühlte sich Doktor Rosen zum ersten Mal angegriffen und erholungs Nach einigem Ueberlegen entschied er einen mehrwöchentlichen Aufenthalt in Sylt.

Und hier, an der Rosenkrauthecke bei Keitum fand er Dorette wieder. Wie vom Schicksal aus dem Boden gezaubert, stand sie vor ihm.

Sie trug die Natinaltracht der friesischen Insu lanerinnen, die schwere, faltige Kleidung, den frausen besetzten Kopfputz und den massiven, silbernen Brust schmuck Sie gaben einander die Hände und standen eine Weile ohne Worte zu fin den. Das Sonnenlicht fiel breit und blendend über den Weg. Ein paar Libellen strichen mit traditioneller Grazie über das Rosenkraut und die Mücken summten müde in dem heißen Mittagsschein. Ein leiser Luftzug schwankte über die blüh en den Gräser hinaus.

Glauben Sie an Bestimmungen, Dorette? fragte Doktor Rosen nach einer Pause.Auf welschem Boden knüpfte vielleicht der Zufall unsere Bekanntschaft, aber es will mir nicht in den Sinn, daß eine andere als eine höhere Macht uns wieder an einem Orte zusammenführte, an dem ich Sie uletzt gesucht hätte. Und nun finde ich Sie ier wieder. Sie haben sich mir mit grausamer Be harrlichkeit entzogen, aber es nützt Ihnen nicht,

das Schicksal ist mir freundlich gesonnen und schenkt Sie mir gegen Ihren Willen immer vieder

Dorette schüttelte den Kopf. Ihre Augen richteten sich zu Boden, gleich als suchten sie in dem flim⸗

Ich glaube an nichts, sagte sieals an die Pflicht des Einzelnen, jene Mächte, die wir als Zufall oder Bestimmung bezeichnen, so auszunützen, daß sie uns zum Segen gereichen. Und dieser Pflicht folgte ich, als ich mich Ihnen entzog, wie Sie sagen.

Warum sind sie nicht offen gegen mich? fragte Georg schmerzlich,warum sagten Sie mir nicht schon in Marseille, daß meine Empfindungen kein Echo in Ihnen finden? Warum hüllen Sie sich in ein Geheimnis, mit dessen Lösung sich meine ganze Phantasie unaufhörlich beschäftigt warum haben Sie kein Vertrauen zu mir?

Ich schrieb Ihnen, daß etwas in meinem Leben sei, dem sich meine persönlichen Gefühle unterordnen müssen, erwiderte Dorette traurig, etwas, gegen das ich vergebens ankämpfe. Des wegen floh ich in Marseille wie im vorigen Jahre vor Ihnen und darum bitte ich Sie, wenn Ihnen meine Ruhe teuer ist, wenn ich Ihnen noch heute sympatisch bin, nicht weiter in mich zu dringen und mich nicht aufzusuchen. Ich bleibe noch 14 Tage auf Sylt es sind die letzten Wochen persönlicher Freiheit ich werde Kranken pflegerin, Diakonisse

Dorette! rief Georg entsetzt.

Sie lächelte trübe.Ich habe mein Vermögen beim X.schen Baukkrach verloren. Hervorragende Fähigkeiten, mir meine Existenz zu erwerben, besitze ich nicht. Und ich fühle Mut und Eatsagungs⸗ freudigkeit in mir, um den verautwortungsreichen Posten auszufüllen. Die Cholerazeit hat mich auf meinen künftigen Beruf gesalbt...,

Aber für das Leben, rief Georg.Sie sind noch jung, Dorette, und Sie sind prädestiniert zum Beglücken und zum Genießen Sie sind edel, großmütig, aufopferungsfähig, aber, seien Sie nicht böse über meine Offenheit: zur lebens langen Ausführung des von Ihnen gewählten Be

rufes gehört eine Geistesdemut, die ihrer stolzen,

unangenehm.

Ich will Ihnen Lebewohl sagen, sagte sie, es ist am besten, daß sich unsere Wege nun nicht mehr kreuzen. Ich werde den Gedanken an die mit Ihnen verlebten Stunden als das freundlichste Er innerungsblatt meines Lebens mit hinüber in meine Zukunft nehmen und vergessen Sie auch mich nicht ganz

In dem Ton Ihrer Stimme lag etwas, das jede Erwiderung abschnitt. Sie nickte mit einem traurigen Lächeln auf den Lippen, und auch Doktor Rosen fand keine Abschiedsworte. Mechanisch zog er den Hut.

Dann wandte Dorette sich ab und schritt langsam durch den Glanz des Mittagslichts den Weg abwärts.

Georg Rosen wohnte in Westerland.

Die Sonne war schon untergegangen und an die Stelle des herrlichen Augusttages war ein köst licher Abend getreten. Am Strande herrschte noch lautes, bewegtes Leben, und die Kurkapelle spielte ein großes, rauschendes, melodiöses Repräsentatious stück. Mit metallischem Getöse wuchteten die Wogen in grauer Unendlichkeit gegen und über das Ufer. Doktor Rosen schlenderte teilnahmlos an dem glitzernden Strom der Promenierenden vorüber. Mechanisch erwiderte er die Grüße und gelegentlichen Zurufe von Bekannten; seine Gedanken gingen über den Rahmen seiner Umgebung hinaus und zogen sich in immer engeren Kreisen um die Person seines geliebten Mädchens zusammen.

Er konnte es nicht fassen, daß er Dorette zum dritten Male wiedergefunden hatte, um sie für immer zu verlieren, und während er sich im Geiste abermals an die Lösung der sie umgebenden Rätsel machte, schlang seine Phantasie immer aufgeregter ihre Fäden um jenes geheimnisvolle Etwas ihres Lebens, welches sie für immer von ihm trennte.

ͥů Dünenzauber. mernden Sand eine Entgegnung auf Georgs Worte. temperamentvollen Natur, wenn ich nicht irre, den Einmal wollte er sie noch aufsuchen, auf die . i 7 Dann schüttelte sie den Kopf und blickte ihn klar noch abgeht... Gefahr hin, daß sie es ihm übel deute. Klarheit Eine Strandgeschichte von Ormänos Sandor Si g 9 b und groß an. Sie machte eine abwehrende Bewegung mit der wollte er haben, um jeden Preis. ortsetzung.) Hand, als sei ihr die Fortsetzung des Gesprächs

Ob sie in Westerland wohnte in Keitum?

Dorette von Uelzen

Georg zuckte zusammen und stutzte. Täuschte ihn seine Phantasie oder hatte er wirklich ihren Namen gehört? Aber doch da an jenem Tische war es gewesen. Da saßen zwei Herren, von denen ihm einer bekannt war, sein Nachbar an der table d'hote, ein Bremenser Rechtsanwalt, und war Bremen nicht auch Dorettens Vater stadt

Er ließ sich unweit der Beiden an einem Tische nieder und versuchte krampfhaft einen Bruchteil des leise geführten Gespräches zu erlauschen, aber er hörte trotz angestrengten Horchens nichts, das ihn an Dorette oder ihre Verhältnisse erinnerte.

Die Abendstunden schritten vor. Nach und nach zogen sich die Badegäste in ihre Wohnungen zurück; das Konzert war aus.

Auch Georg erhob sich, aber er lenkte seine Schritte noch nicht dem Hotel zu, sondern wanderte über den einsam gewordenen Strand weiter hinaus in die Dünen.

Hinter den Wolken schimmerte der Mond hervor und warf ein fahles, gespenstisches Licht über die phantastischen Sandgebilde der Sylter Gebirgswelt. Nichts regte sich ringsum, nur der Wind jagte vom Lande her über die Dünen, wirbelte den feinen weißen Saud auf und stürzte sich brausend in die aufgischtenden Meereswogen.

Georg stand lange still und starrte über das nächtliche, unruhige Wasser. Als er sich umwandte, zeichnete sich, kaum zwanzig Schritte vor ihm, die Silhouette einer hohen, schlanken Frauenerscheinung aus dem sanften Grau des Abends heraus.

(Fortsetzung folgt.)