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Gießen, Dienstag, den 17. November
1896.
Posiztg. Nr. 3239 a Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ische Landeszeilung.
Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion:
. Kreuzplatz Nr. 4. 8
Erscheint täglich mit Ausnahme der
Preis der Anzeigen: 10 Pfg.
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5 2.
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
Zur Reichstagsstichwahl.
Gießen, 16. November.
Der Tag der Reichs tagsstich wahl rückt näher und näher. Von den bei der Hauptwahl ausgefallenen Parteien hat sich die eine nach längerem Zaudern getreu ihrem politischen Charakter entschlossen; ie Nationalliberalen werden für die deutschsoztalen Reformer eintreten. Verwunderlich finden wir dabei nur, daß es so lange gedauert hat, bis sie den mannhaften Entschluß gefaßt haben. Nachdem von oben her, vom Parteivorstand und der Reichstagsfraktion, die Nationalliberalen aufgefordert worden sind und der Aufforderung auch Folge geleistet haben, in Mainz für einen gehaßten ahleriune trotz Kulturkampf und andtagswahlerinnerungen gegen einen Sozial⸗ demokraten zu stimmen und diesem dadurch mit ganzen 194 Stimmen Mehrheit das Mandat entreißen zu helfen,— nachdem das eschehen, ist die Selbstentmannung der Nationa iberalen an der letzten Grenze angelangt. Das ist das Höchste, was die Mannen um Bennigsen⸗Eynern lis jetzt geleistet haben, und bietet wieder
nette Ausblicke in die nächsten allgemeinen Wahlen. Mit dem Mainzer Vorgehen verglichen ist
der Entschluß der hiesigen Nationalliberalen der Gipfel der Selbstverständlichkeit. Zwar war 25 Köhler vor der Hauptwahl, als die
einertianer noch naiv genug glaubten, sie würden mit ihm in der Stichwahl die Kräfte zu messen haben, ebenso„verhetzend“, ebenso „unterwühlend“ und ebenso verabscheuenswert wie der sozialdemokratische Kandidat; es fehlte damals wahrlich nicht an schmeichelhaften Aus⸗ drücken, die Köhler in die Ohren geblasen wurden. Aber nach der Hauptwahl und nach der furchtbaren Schlappe— je nun, da ist das Alles nicht so bös gemeint, da erinnert man sich schleunigst, daß Köhler auch Agrarier ist und daß es einer Partei, die einen Paasche, einen Graf Oriola zu Mitgliedern zählt, wohl an⸗ steht, einen Anhänger des Antrags Kanitz, einen Freund indirekter Steuern mehr in den Reichs⸗ tag zu senden. Gleich und gleich gesellt sich ern; der Reaktionäre hat eine feine Witterung für gleiche Interessenvertretung folg⸗ lich gehören Nationalliberale und Deutschsoziale zusammen; es wäre ein 1 wollte man den Lebensbund zer—
ren.
Anders steht es schon mit den Freisin⸗ nigen. Diese haben auf rein politischem Ge⸗ biete die alten bürgerlichen Ideale noch nicht
Es will uns aus diesen rein politischen Gründen unmöglich erscheinen, daß ein Frei⸗ sinniger für die deutsch⸗soziale Reformpartei, sowie sie in den letzten zwei Jahren geworden ist, eintreten könnte.
Aber auf der anderen Seite steht ein——— Sozialdemokrat, ein„Umstürzler“, der Alles „verungeniren“ will, wie die landläufige Ansicht bei polstischen Kindsköpfen lautet, die die Phrasen des Bismarckschen Regimes geduldig bis auf diesen Tag wiederkauen. Ja, das ist richtig; ein Sozialdemokrat ist der Zweite. Richtig sist auch, daß die Fur cht vor den„Rothen“ mälig tiefer und tiefer in die freisinnigen Reihen übergreift. Wäre es anders, dann hätten nicht vier Fünftel der Freistunigen in Westhavelland vorvorige Woche für den konservativ⸗agrarischen Landrathgegen den sozialdemokratischen Schrift⸗ steller ihr Votum abgegeben. Aber wir haben bislang angenommen, daß wir hier in Gießen uns noch nicht soweit rückwärts konzentrirt hätten. Wir haben sogar angenommen, daß die Freisinnigen sich schlankweg, ohne jedes Besinnen für den Sozialdemokraten entscheiden würden. Das ist bislang nicht geschehen, und so greift die Befürchtung Platz, daß auch Gießens frei⸗ sinnige Bevölkerung, die sich auf ihre fortschritt⸗ lichen Gesinnungen so viel zu gut gethan hat, nach und nach vom„roten Schrecken“ ergriffen wird. Das wäre aus dem Grunde sehr be⸗ dauerlich, weil dann auch lokal ein, weiterer Merkstein für den Niedergang des Bürgertums in politischer Hinsicht gegeben wäre und weil dann die Sozialdemokratie mit ihrem Ausspruch auch bei uns mehr und mehr Recht bekäme, daß alle bürgerlichen Parteien ihr gegenüber nur eine reaktionäre Masse darstellen. Wir glauben in der Annahme nicht fehl zu gehen, daß der Sozialdemokratie mit einem reaktionären Ver⸗ halten nur gedient wäre; je weiter die bürgerlichen Parteien nach rechts rücken, um so zahlreicher und aufopferungsvoller werden sich alle gedrückten Existenzen, alle Sorgenbe⸗ ladenen und geschäftlich Zurückgedrängten der einen Partei anschließen, auf die sie sich unter allen Umständen verlassen können. Die Frei⸗ sinnigen graben daher ihr eigenes Grab, wenn sie nicht Farbe bekennen können oder wollen.
Uebrigens erinnern wir uns, daß die Frei⸗ siunigen nicht so ängstlich sind, wenn sie in der Rolle der Empfangenden auftreten. Es war in der Stengelschen Versammlung in Steins Saal⸗ bau, am Vorabend der Landtags w ahl, als der Vertreter der Gießener Sozialdemokraten er⸗ klärte, daß sie für den Freisinnigen gegen den Nationalliberalen stimmen würden. Der kurzen
ganz verloren, aber ihr bisheriges Verhalten anläßlich der Stichwahl giebt den betrübenden Beweis, das sie sich von der ehemaligen Demo⸗ kratie weiter und weiter entfernen und wider⸗ willig wohl, aber mit gutem Erfolge hinter den verlästerten Nationalliberalen ins gelobte Land des Opportunismus hinterdreinrutschen. Oder wie ist es anders zu erklären, daß die Frei⸗ sinnigen noch immer nicht zu einer
Entscheidung darüber gekommen sind, wie 15 l in der bevorstehenden Stichwahl verhalten ollen
Kann es für sie denn überhaupt einen Zweifel eben? Ein solcher wäre denkbar, wenn die hessschen Reformer etwa eine eigene, wenn auch noch so kleine Gruppe im Reichstag bildeten, die in Böckels politischen Bahnen fortarbeitete und in Uebereinstimmung mit dem Grundchargkter des hessischen Volkes die demokratischen Züge nicht vermissen ließe. So liegen die Dinge aber nicht mehr in der sog. deutsch⸗sozialen Reformpartei. Seitdem diese sich vor zwei Jahren unter die Führung und Oberhoheit Jiebermann von Sonnenbergs, eines erzkonservativen preußischen Junkers, und Oswald Zimmermanns, eines kenntnißlosen konservativ⸗ spießbürgerlichen Schwadroneurs, gestellt hat, sind wohl die volcksthümlichen Reden noch geblieben, haben aber die Thaten nur das Eine bewiesen, daß die hessische Volksbewegung durch ihre Führer den preußischen Junkern und Großgrundbesitzern mit
mit Zopf und Stiefel ausge liefert worden ist.
Die reformerischen Wähler merken das noch nicht; auf dem Lande ist der politische Horizont aus ein recht beschränkter. daß die Führer selbst, U, von ihrer Fahnenflucht ins konservative Lager noch nicht so ganz durch⸗ aber das hindert nicht, daß dem Der hinnfälligste Beweis dafür ist ja das Schutz- und Trutzbuͤndniß mit dem Bund
Wir natürlichen Ursachen ir glauben sogar, Köhler und Hirsche
drungen sind, doch so ist.
Haut und Haar,
Erklärung folgte allgemeines Bravo und am Tage darauf hatte Herr Metz sein Landtagsmandat aus den Händen der Sozialdemokraten empfangen. Merkwürdig, damals haben wir nichts von dem„roten Schrecken“ gemerkt; es wurde als ganz natürlich angesehen, daß die Sozialdemokratie Helfers⸗ dienste leistete. Nun die Sache bei der Reichs- tagswahl umgekehrt liegt, scheinen die Führer vom Alpdrücken befallen zu sein. 5
Und noch eine Erinnerung. Es war 1895 im Februar. Da forderte Prof. Dr. Stengel seine Wähler in Eschwege⸗ Schmalkalden auf, in der Stichwahl für den Sozialdemokraten Huhn gegen den Deutschsozialen Iskraut zu stimmen. Anno 1896 im November scheinen die Gießener Freisinnigen nicht zu wissen, was sie bei derselben Konstellation thun sollen. Sic transit.. 22
Wir meinen noch einmal, daß es ein Be⸗ denken gar nicht geben dürfte. Oder wollen die Freisinnigen mit ihren 25 Reichstagsabgeordneten den Kampf gegen Junkertum und Militarismus, gegen Agrariertum und Marinismus und gegen
manche anderen Dinge, die den modernen Menschen mit Zentnerlast bedrücken, etwa allein führen?
Sie sind doch in den unvergleichlich viel günstigeren Konfliktsjahren schließlich zu Kreuz gekrochen. Hülfe müssen sie jetzt also in weit verstärktem Maße haben. Wo bietet sie sich ihnen? Doch wohl links, und nicht rechts. Und deshalb gehören die Freisinnigen, wenn nicht ihr Freisinn durch die wirtschaft⸗ lichen Bestrebungen weggeblasen oder ertötet ist, in Stichwahlen auf die linke Seite, deshalb müssen sie sogar den„roten“ Sozial⸗ demokraten wählen. Das fordern gebieterisch von ihnen politische Einsicht und politische Be⸗
wird. Wenn nicht, nun so ist der hessische Freisinn um nichts besser als der dreimal ge⸗ stebte preußische in den letzten Jahren geworden ist. Dann mögen sich aber die Führer gefälligst nicht wundern, wenn sie im Volke all und jede Geltung verlieren. In ernsten Zeiten wie die heutigen werden die Lauen und Halben von den Wählern über Bord geworfen. Aegier aber, der Gott der Fluten giebt seine Opfer nicht wieder heraus.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 16. Nov.(Stadttheater.) Die zwar schon alte, aber stets gern gesehene Posse„Robert und Bertram“ ging gestern Abend vor nahezu ausverkauftem Hause in Scene. Die Streiche der zwei„lustigen Vagabonden“ sind hinlänglich bekannt. Daß unser bel iebter Komiker, Herr Direktor Helm, den„berühmten Bertram“ spielte, versteht sich von selbst, ebenso, daß bei dem stets köstlichen Humor des Herrn Helm die Lacher auf seiner Seite waren. Die Posse ist gespickt mit Scenen der tollsten Art, die, wenn sie so wie gestern Abend aufgetischt werden, die Lachmuskeln des Publikums in steter Bewegung halten, weiter hats ja auch keinen Zweck, wie„Bertram“ meinte.— Alle übrigen Mitwirkenden thaten neben„den beiden Helden“ ihre Schuldigkeit, sodaß das Stück seine Wirkung nicht verfehlte.— Morgen, Dienstag Abend gelangt für Gießen zum ersten Male die Lust⸗ spiel⸗ovität„Comtesse Guckerl“ von Schön⸗ than und Koppel⸗Ellfeld zur Aufführung, worauf besonders hinzuweisen wir nicht unterlassen wollen.
* Gießen, 16. Nov. Gestern ist der Ge⸗ werbebankdiener Karl Währum, nachdem er schon längere Zeit kränkelte, aber noch am Samstag Mittag seinen Dienst versah, gestorben. Der Verblichene war ca. 20 Jahre als Kassen⸗ bote bei der Gewerbebank thätig und bei den Mitgliedern der Bank eine populäre Persönlich⸗ keit. Er erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Ehre seinem Andenken.
* Gießen, 13. Nov. Es wird uns mit⸗ geteilt, daß der Stadtverordnete Jean Kirch im Nationalliberalen Verein den Vor⸗ sitz e hat.
* Gießen, 13. Nov. Gießen wird Großstadt. In der Altstadt wird der Raum immer enger, und so hat denn der Architekt Kocker beck im Auftrage eines Grundstückbesitzers einen Plan zu einem Neubau entworfen, in welchem zu ebener Erde Stallung für Schweine, eine Treppe hoch stallung für Pferde(h, zwei Treppen hoch Raum für Heu und Stro geschaffen werden soll. Der Aufgang nach dem Gäulsstall geschieht mittelst einer Rampe.(Uns solls Recht sein, sofern man unserem Gewährs⸗ mann keinen Bären aufgebunden hat. Die Red.).
* Gießen, 16. Nov. Mit Rücksicht des nun bald zu erwartenden Frostes dürfte unsere La denbesitzer folgendes Rezept interessieren, dessen Anwendung das Gefrieren der Schau⸗ fenster verhindert, Man mischt 50 Gramm Glycerin mit 1 Liter Spiritus und schüttelt die Mischung tüchtig durch. Hat sich die Flüssigkeit vollständig geklärt, so reibt man mit einem großen Schwamme den man mit Glycerin⸗ Spiritusmischung vollständig tränkt, die innere Fläche des Schaufensters ab. Auf diese einfache Weise wird nicht nur das Gefrieren, sondern auch das Schwitzen und Beschlagen der Fenster vermieden. Ein Versuch dürfte sich empfehlen.
* Gießen, 14. November. Das Gesamt⸗ resultat der Reichstagsstichwahl in Mainz ist folgendes: Dr. Schmitt(Zentrum) 10,296, Dr. David(Soz.) 10,102 Stimmen. Der Kreis Oppenheim war für Dr. Schmitt ausschlaggebend.
* Gießen, 16. Nov. Der Landgerichtsrat bei dem hiesigen Landgericht, Maximilian Scriba wurde zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht zu Darmstadt und der Amts⸗ richter bei dem hiesigen Amtsgericht, Amtsgerichts⸗ rat Karl Dornseiff wurde zum Landge⸗ richtsrat bei dem hiesigen Landgericht er⸗
nannt. Beide mit Wirkung vom 1. Dezember d. J. an.
* Gießen, 16. November. Wie aus dem Juserateil ersichtlich, weilt gegenwärtig die kleinste Dame der Welt, Prinzeß Pieco⸗ lomini, in unserer Stadt und wird sich während der nächsten Tage auf Oswalds Garten in einem eleganten Zelt produzieren. Dieselbe
rechnung. Wir werden sehen, ob hier nicht noch in
der Landwirte.
letzter Stunde die Aengstlichkeit überwunden
ist die Tochter des bekannten Zwerges„Admiral Piccolomint“ und wurde im Jahre 1868 zu
Geburt 1¼ Kilo schwer und mißt heute in ihrem 27. Lebensjahre 80 Zentimeter. Im Jahre 1892, verheirathete sich die geistreiche interessante Dame mit ihrem Impresario F. Dörfler und gebar diesem in der Frauenklinik zu Zürich ein Mädchen, welches nach der Geburt eine Größe von 40 Zentimeter und ein Gewicht von 2 Pfund hatte. Von allen Aerzten und Professoren wurde dieser Fall am 28. Januar 1893 auf dem Züricher⸗Aerzte⸗Kongreß als das lebende Rätsel des 19. Jahrhundert bezeichnet. Wie aus den uns vorliegenden Berichten zahlreicher Zeitungen des In⸗ und Auslandes zu ersehen ist, hat sich die Zwergin mit ihrem reizenden Zwergkindlein überall der größten Sympathien Seitens des Publikums namentlich der medizinischen Kapazitäten— zu erfreuen gehabt, weshalb wir dieselben auch hier der Gunst des Publikums empfehlen möchten, zumal es die Dame versteht, durch gutgewählte Gesänge, Deklamationen und ihre heitere und ungezwungene familiäre Unter⸗ haltung ihre Besucher zu fesseln.
* Gießen, 16. Nov. In überaus zahlreicher Weise hatten sich gestern in Steins Etablissement die Handelsgärkner des Großherzogtums und der Provinz Hessen⸗Nassau eingefunden, um an den Beratungen der Gruppe teilzu⸗ nehmen. Um 4 Uhr Nachmittags eröffnete der Vorsitzende Gärtnereibesitzer Sinai von Hausen bei Frankfurt die Versammlung in der u. a. Vertreter aus Frankfurt a. M., Wiesbaden, Mainz, Darmstadk, Nauheim, Butzbach, Marburg, Wetzlar ꝛc. erschienen waren. Louis Becker⸗ Gießen begrüßte die Versammlung Namens seiner Kollegen. Er gab der Freude Ausdruck, daß man der Einladung der Gruppe nach Gießen zu kommen, so zahlreich gefolgt sei und sprach den Erschienenen seinen Dank aus. Was die Aus⸗ stellung anbeträfe, so bitte er die Gäste, nach⸗ sichtig zu beurteilen, denn bei unseren räumlich beengten Verhältnissen und in der kurzen Zeit, während welcher das Werk gefördert worden sei, habe sich Größeres nicht schaffen lassen. Hierauf referierte Rothmüller⸗Mainz über die letzte Hauptversammlung des Verbandes der Handels⸗ gärtner Deutschlands in Stettin. Der Vorstand des Verbandes hatte in Stettin einen Antrag betreffend die Zwangsorganisatton des Hand⸗ werks eingebracht, der von der Mehrheit der 9 Delegierten einer kräftigen abfälligen Kritik unterzogen worden sei. Man vertrat die Meinung, daß die freiwillige Organisation erstens einmal viel weniger koste und außerdem wollte man sich behördlich nicht bevormunden lassen, wie es mit Einführung des Zwanges geschehen würde.
h Der Antrag des Vorstandes betreffend die
Zwangsorganisation sei zwar von der Hauptver⸗ sammlung vertagt und nicht abgelehnt worden, aber trotzdem sei man sich allgemein klar, daß man die Hand nie und nimmer zur Zwangs⸗ organisation bieten dürfe. Der Antrag einer eigenen Krankenkassen⸗Bildung wurde ebenfalls abgelehnt, weil sich die Sache zu teuer stelle und ein Bedürfnis hierfür nicht anzuerkennen sei. Louis Becke r-Gießen erkannte an, daß die Organisation des Verbandes der Handelsgärtner noch lange kein idealer Zustand sei, aber die Verhältnisse seien doch immer noch besser als die beabsichtigte Zwangsorganisation. Zum 2. Punkt der Tagesordnung, Besprechung einer Einladung des Reichs-Kommissars zur Beteiligung an der Pariser Weltausstellung 1890 nimmt das Wort Zacharias⸗ Frankfurt a. M. Obwohl man mit großem Erfolg in Amerika ausgestellt gehabt, solle man eine Teilnahme an einer Aus⸗ stellung in Paris nicht so leicht nehmen, die Kön⸗ kurrenz sei dort bedeutend schärfer als jenseits des Meeres. Mit hervorragend schönen Pflanzen, wie sie einzelne Mitglieder der Gruppe leisten, könne man ja in Paris wohl erfolgreich para⸗ dieren und man solle daher— es seien ja noch 4 Jahre— der Sache sein Augenmerk schenken. Auch von anderer Seite wurde diese Ansicht unterstützt. Als Ort für die nächste Gruppen⸗ Versammlung wurde Frankfurt g. M. be⸗ stimmt. Hohm⸗Geluhausen sprach im Namen der auswärtigen Kollegen den Gießener Handels⸗
gärtnern seine Anerkennung aus über das was sie in ihrer Ausstellung geleistet. Der Vorsitzende Sinai dankte den Gießener
Kollegen für den überaus liebenswürdigen Em⸗ pfang, den sie den Mitgliedern der Gruppe, welche zur heutigen Versammlung erschienen, be⸗ reitet hatten. Louis Becker-Gießen dankte Namens seiner Kollegen für die freundliche An⸗ erkennung, welche ihre Ausstellung hier gefunden. Die Versammlung wurde hiermit vom Vor⸗ sitzenden geschlossen, aber recht vergnüglich fanden
Plesche in Pommern geboren und war bei ihrer
sich die Kollegen nachher noch beim schäumenden


