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schleußen a5 dem kaualisierten Main werden dieselben auf behördliche Anordnung für den Schiffs⸗ und Floßverkehr vom 1. Dezember 1896 bis 1. April 1897 gesperrt. Im gün⸗ stigen Falle wird diese Sperre früher aufgehoben.
* Alzey, 9. Oktober. Die Vorberei- tungen zur allgemeinen rheinhes⸗ schteen Gewerbe ausstellung zu Alzey chreiten rüstig fort. Dieser Tage wurden die Ausstellungsbedingungen an alle rheinhessischen Gewerbevereine versandt, durch welche sie In⸗ teressenten erhalten können. Als Aussteller werden nach§ 4 der Statuten nur rheinhessische Handwerker und Fabrikanten zugelassen. Bei der vorzüglichen Lage Alzeys als Mittelpunkt einer dichten und wohlhabenden Landbevölkerung, sind wir überzeugt, daß man sich allseitig an dem Unternehmen beteiligen wird. Schon jetzt steht es fest, daß die Beschlckung durch die Fabrikanten landwirtschaftlicher Maschinen, Geräte und Werk⸗ euge sehr lebhaft wird. In diesen Kreisen ist ie Ausstellungsidee sofort sehr sympathisch auf⸗ genommen worden, und man beabsichtigt, der wirtschaftlichen Bedeutung des Gebietes ent⸗ sprechend, größere Anstrengungen zu machen. Wie wir hören, sind bereits vor Versendung der Formularien zahlreiche Anfragen, sogar etliche Anmeldungen erfolgt, aus denen das Komitee mit Befriedigung ersehen hat, daß auch das Kunstgewerbe der Nachbarstädte dem Unternehmen großes Interesse entgegenbringt.
* Bingen, 11. Oktober.(Unglücks fall.) Ein Realschüler hantierte in der Werkstätte eines Buchbindermeisters mit einem Revolver. Plötz⸗ lich ging, ohne daß es beabsichtigt war, ein Schuß los und traf einen Lehrling derart in den Kopf, daß der Unglückliche im Hospital alsbald verstarb. Der Schüler wußte nicht, daß der Revolver geladen war.
Schwurgericht. W. Gießen, 13. Oktober. (Fortsetzung.)
Die gestern vernommenen Zeugen haben im allge⸗ meinen nichts wesentliches bekundet.
Der Rechner der Vorschußkasse zu Crainfeld, Joh. Fritz, erklärt, dem Sommer die Spareinlage der Witwe Bär, als deren Generalbevollmächtigten, ausgezahlt zu haben. Der Zeuge kannte die zwischen den Beiden be⸗ standenen Abmachungen wegen der Einlage nicht. Sommer hat zuerst eine Teilzahlung von 300„ bekommen. Der Rest ist gegen ein Darlehen, welches die Kasse an Sommer gegeben, verrechnet worden.
Der Bürgermeister Schmalbach von Crainfeld deponlert, daß Sommer ein vermögender Mann sei, der sein Geschäft verstehe. Als er den Sommer zur Rede gestellt, daß er widerrechtlich die Spareinlage erhoben, hat dieser erklärt, er habe sich als Generalbevollmächtigter
dazu berechtigt gehalten; auch ihm gegenüber habe sich der Angeklagte auf Vergeßlichkeit berufen.
Durch die Vernehmung des späteren Mitbevollmäch⸗ tigten Markus Strauß wird festgestellt, daß der An⸗ geklagte die erhobenen Spareinlagen in drei Raten mit
4% Zinsen innerhalb eines halben Jahres zurück⸗ gezahlt hat. Der andere Bevollmächtigte Moses Meier(der
Bruder der Witwe Bär) deponiert dasselbe.
Der Bürgermeister Scha af-Altenschlirf hat mit dem Angeklagten persönlich Geschäfte gemacht, kaun aber nur sagen, er habe ihn immer reell behandelt. Die allgemeine Meinung bezeichne allerdings den Sommer dahin, daß da, wo jemand zugrunde ging, jener am Unglück mit schuld sei.
Bürgermeister Löffler-Ilbershausen weiß auch weiter nichts, als daß das Gerede der Leute den Sommer beschuldige, daß er in seinem Handel nicht ehrlich verfahre. Thatsachen, daß dieses Gerede wahr sei, sind dem Zeugen nicht bekannt. Der Bürgermeister erklärt, daß der ver⸗ nommene Zeuge Löffler VIII ein glaubwürdiger Mann ist, dem er einen falschen Eid nicht zutraue.
Gießen, 14. Oktober.
In der heutigen Verhandlung wird zunächst die Aus⸗ sage des kommissarisch vernommenen Zeugen Jakob von Lauterbach verlesen. Der Zeuge hat bekundet, daß er das Pferd für 9jährig aus der Weberschen Konkursmasse für 183/ gesteigert hat. Der Zeuge ist der Meinung, daß vom Alter des Tieres bei dem Handel mit Kraft nicht gesprochen, möglich sei jedoch, daß davon flüchtig die Rede war. Das Pferd sei 400& wert gewesen.
Balthasar Weisel⸗Grebenhain hat den Kriminal⸗ beamten gespielt,„Zeugen vernommen“ und die Anzeige gegen Sommer an die Staatsanwaltschaft gemacht. Der Zeuge giebt als Beweggrund seines Thuns an, daß er es für an der Zeit gehalten, das Treiben solcher Leute un⸗ schädlich zu machen. Auf Befragen erklärt der Zeuge, er habe mehr wie die drei Fälle, die hier zur Verhand⸗ lung stehen, zur Anzeige gebracht, er habe auch anderen jüdischen Handelsleuten auf die Finger gesehen und An⸗ zeige erstattet. Er sei nicht Antisemit und habe nur aus Gerechtigkeitsgefühl so gehandelt.
Der Sparkassenrechner und Konkursverwalter Georg Weitz⸗Herbstein bekundet, daß er den Angeklagten für einen gefährlichen Juden gehalten habe, und sei der Meinung, daß die Leute, die mit ihm handelten, verlorene Männer gewesen seien. Der Zeuge nennt etwa ein Dutzend Leute, die alle mit Sommer gehandelt und in ihren Verhältnissen zurückgekommen sind, muß allerdings zugeben, daß die ruinierten Leute schlecht gewirtschaftet und teilweise getrunken hätten.
Der Landwirt Hofmann⸗Wünschenmoos, der kürzlich wegen einfachen Bankerotts von den Geschworenen ver⸗ urteilt wurde, erklärt, förmlich unter dem Bann des Sommer gestanden zu haben. Er hat seine Schuldscheine nicht zurückerhalten, wenn dieselben getilgt waren. Auf Befragen der Staatsbehörde erklärt der Zeuge, Sommer habe ihm oft gedroht, daß er ihn von Haus und Hof bringen werde. Der Landwirtund Beigeordnete Eichen auer⸗ Altenschlirf erklärt, bei Viehhändeln mit Sommer von diesem ebenfalls um 70„ geprellt worden zu sein. Der
Zeuge Löffler III Ilbershausen war früher Besitzer
eines ansehnlichen Gutes, erklärt gezwungen gewesen zu sein, ausschließlich mit Sommer handeln zu müssen. Er ist der Meinung von Sommer übervorteilt zu sein. Sommer hatte eine Hypothek auf sein Gut, und wenn er nicht so gewollt, wie Sommer, so habe dieser gedroht, er werde den Hof aufstecken. Sebastian Löffler-Ilbers⸗ hausen hat dem Sommer einen Schuldschein in Höhe von 800& ausgestellt, wobei er übervorteilt sein will. Der Zeuge hat später noch mit Sommer Geschäfte gemacht, wobei er nur zu kurz gekommen, bei einem Kuhhandel hat Angeklagter eine Zahlung abgeleugnet.
Andreas Weitzel- Grebenhain erzählt, wie Sommer ihm einen Stier verkauft, er habe ihm dafür 171 4 ge⸗ boten und sie seien auch handelseins gewesen, später hat der Zeuge dem Angeklagten 2 Ochsen verkauft, von dem Kaufgeld dieser zog Sommer dem Zeugen statt 171 A4 40 6 198„ für den Stier ab. Der Zeuge will sich dies haben gefallen lassen, weil er mit Sommer einen Prozeß habe vermeiden wollen. Hannes Hansel⸗ Veitsheim hat vor 3 Jahren vom Angeklagten eine Kuh mit Kalb für 240 auf Ziele gekauft, später hat Sommer für das Heugeld gut gesagt und dann ist es zum Prozeß wegen des Grasgeldes und zur Versteigerung der Kuh gekommen; Sommer hat dann dieselbe für 170& gesteigert. Sein Haus und seine 2 Stück Acker, auf die Sommer eine III. Hypothek hatte, wurden später versteigert. Sommer erwarb das Grundstück und seitdem wohnt Zeuge bei Sommer zur Miete.
(Fortsetzung folgt.)
Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten—
Versammlung, Freitag, den 16. Oktober 1896, nachm. 3½ Uhr pünktlich. Abhör der Löber'schen Stiftsrechnung pro 1895/96. Voranschlag der Löber'schen Stiftung für 1896/97. Prüfung der Plock'schen Stiftsrechnung pro 1895/96.
4. Der Voranschlag der Plock'schen Stiftsrechnung pro 1897/98.
5. Kurse für erziehliche Handarbeit.
6. Der Kanal in der Lindengasse; hier: Arbeitsver⸗ gebung in eugerer Submission.
7. Die Handwerkerschule; hier: Kostendekratur.
8. Die Beleuchtung der Büreaulokalitäten des Großh. Polizeiamts.
9. Gesuch des Vereins„Sängerkranz“ um Ueberlassung eines Saales im Gebäude der höheren Mädchenschule zur Abhaltung vou Gesangproben.
10. Das Ausleeren der Gruben ꝛc. in den städtischen Gebäuden; hier: Uebertragung des Akkords von J. Stahl auf H. Selzer.
11. Gesuch des August Zöckler um Erteilung der Er⸗ laubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Westanlage 28.
Neueste Telegramme.
Hd. Berlin, 14. Okt. Die„Volksztg.“ er⸗ fährt, daß der Entwurf des neuen Lehrer⸗ besoldungsgesetzes bereits fertig gestellt ist und alsbald den Staatsministerium zugehen
n
wird, wo seine Annahme nicht 4 er⸗ scheint. Der Entwurf schließt sich an den vor⸗ jährigen an und soll den Wünschen und In⸗ teressen der großen Städte möglichst entgegen⸗ kommen. Die Vorlegung des Entwurfs wird sofort beim Zusammentrikt des Landtages er⸗ folgen, sodaß das Gesetz am 1. April 1897 in Kraft treten kann. 5
Hd. Berlin, 14. Okt. Gelegentlich der Rekruten⸗Einstellung kam es gestern am Kaiser Franz⸗Grenadier⸗Platz zu tumultug⸗ rischen Szenen, indem eine Rotte junger Burschen Ruhestörungen verursachte. Die Polizei sah sich genötigt einzuschreiten; da sie auf Wider⸗ stand stieß, zogen die Schutzleute blank, ohne je⸗ doch von der Waffe Gebrauch zu machen.
Hd. Homburg v. d. H., 14. Okt. Die feierliche Grundsteinlegung zur russischen Kirche findet in Gegenwart des russischen Kaiser⸗ paares und der Kaiserin Friedrich am nächsten Freitag, den 16. d. Mts., vormittags 10 Uhr, statt. Der Großherzog hat bis jetzt sein Erscheinen noch nicht zugesagt.
Hd. Mons, 14. Oktober. Die Zahl der ausständischen Bergarbeiter be⸗ läuft sich heute auf 1300. Dieselben sor⸗ dern eine Lohnerhöhung von 20 Prozent. Man befürchtet, daß der Aus⸗ stand weiter um sich greifen werde.
Hd. Nizza, 14. Oktober. Hier erschoß sich ein Belgier in seiner Villa, nachdem er in Monte Carlo sein ganzes Vermögen in Höhe von zwei Millionen verspielt hatte.
Hd, London, 14. Oktober. Seit drei Tagen herrscht an der englischen Küste ein furchtbares unwetter. Gestern wurden drei Handelsschiffe in der Nähe von Liverpool an die ufer ge⸗ schleudert. Nur ein Teil der Mannschaft konnte gerettet werden. Der Sturm war von Schneegestöber begleitet, welches den Gesichtskreis bis auf 10 Meter beschränkte.
Hd. Sosia, 14. Oktober. Die Gerichts⸗ verhandlung gegen die Mörder Stambulows wurde auf den 27. Oktober verschoben.
Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“
Hd. Darmstadt, 14. Oktober, 2 uhr 40 Min. nachm. Der hier eingetrossene Maler von Angeli porträtiert die russt⸗ sche Kaiserin. Wie verlautet, nimmt daz Zarenpaar an der am 24. ds. Mt. statt · findenden Vermählung des Erbgroßherzogs von Oldenburg mit der Herzogin von Meck⸗ lenburg teil.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.
Reichstagswahl. Wähler⸗Versammlung
am Sonntag, den 18. Oktober, vormittags 11 Uhr präcis, in
Alle Wähler sind eingeladen.
Steins Saalbau zu Gießen.
Vortrag de Hrn. Beichstagsa b
Wegen des beschränkten Raumes kann der Eintritt nur gegen Karten gestattet werden.
Kaufmann Carl Loos, am Kirchenplatz, in Gießen.— Auswärtige wollen sich bis zum Donnerstag,
den 15. Oktober
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cordn. Eugen Richter.
— Karten werden ausgegeben Freitag, den 16. Oktober bei Heren
bei dem unterzeichneten Komité melden.
Das freisinnige Wahl⸗Komité. 8
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Ziehung vom 3. bis 9. Dezember d. J. 1 Gewinn im Werte von Mark 50 000, 10 000 5000
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Städt. Schlachthaus
Heute und morgen 7 2 Rindfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg.
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nicht ladenrein, pro Pfund 48 Pfg.
Die Freibank bleibt bis Abeuds 10 Uhr geöffnet.
Freibank.
(gesalzen)
„ 1„„„ 1000 Gewinne im Werte von je Mark 500 300
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d zusammen 3 000 Gewinne im Werte
von Mark 150,000. Zose u 1 Al., 11 Stück 10 Juli.
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Nich. Guchacker
Neuen Bäue 11.
e Schellfisch und Cableau Im Rebstock.
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iessenef Stadttheater
Donnerstag, 15. Oktober 1896.
Thessa Klinkhammer:
Heimath.
von Hermann Sudermann.
Gastspiel
von 1211
Schauspiel in 4 Akten
Operationskittel für Mediziner.
Thessa Klinkhammer
als Gast. * 2
Den Empfang sämtlicher
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