Ausgabe 
13.2.1896
 
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rlaubnis zu hesttaße. rechten Winkel aße.

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täume. beanten; hier; chalt. bett. Entnahme

ien von einer breite. hule, hier Ge⸗

f dem heutigen 080, Hühner⸗ 8, Käsematte 3, Tauben per Paas nen 1.301,70, 4654, Ochsen⸗ 68, Schweine⸗ melfleisch 60 70 ein per Zentue fg.

Verantw. Re⸗ on E. Ottuau,

zu baben.

Berathung. um Beschleunigung der nothwendigen Ermittelungen und

Fragen gewünscht hätte.

rf, Mane

das Landwirthschafts- und Gewerbewesen erfordern inten⸗

Gießen, Donnerstag, den 13. Febrnar

1896.

Ausgabe

Gießen.

adeszeikung.

Redaktion: 8. Kreuzplatz Nr. 4.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

N Expedition: 50 Kreuzplatz Nr. 4.

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Hessischer Landtag.

Zweite Kammer. Darmstadt, 11. Februar. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer standen die bekannten Anträge auf Erbauung von Neben- bahnen von der Oppenheimer Fahrt nach Darmstadt, resp. von der Oppenheimer Fahrt nach Groß-Gerau zur Der Finanzausschuß beantragt, die Regierung

um Schritte bei der Gemeinde zur Förderung des Bahn bau's(Geländeverwerthung) zu ersuchen. Hechler, Bergsträßer und Dr. Schröder empfehlen die Linien, ersterer unter besonderer Hervorhebung der leichten Aus führbarkeit und Billigkeit des Baues gegenüber anderen

bereits bewilligten und unrentablen Bahnlinien.

Römer konstatiert das große Interesse, das in der

Mitte Rheinhessens für eine gute Verbindung mit der Provinz Starkenburg und namentlich mit der Residenz

besteht. Er sowohl wie Osann und Wolfskehl em pfehlen den Ausschußantrag, ebenso Metz(Darmstadt), obgleich er ein langsameres Tempo in den Nebenbahn Politische Gründe und die Lage Darmstadts sind für ihn gleichfalls maßgebend. Haas (Offenbach) empfiehlt, noch Projekte für beide Linien vor zulegen, worauf der Antrag des Finanzausschusses ein stimmig angenommen wird. Der Bürgermeister von Oppenheim hat ein Gesuch um Herstellung einer Nebenbahn von Nierstein, Oppenheim über Dorn-Dürkheim nach Odernheim eingereicht. Die Mehrheit des Finanz-Aus⸗ schusses empfiehlt Ablehnung, Schröder empfahl Vorer hebungen. Es handelte sich um den Anschluß eines kleinen, aber sehr wohlhabenden und steuerkräftigen Bezirkes an den Bahnverkehr. Der Ausschußantrag wird angenommen.

e Das Gesuch der hessischen Mitglieder des deutschen

Kriegs- und Frieden-Invalidenverbandes um Steuerbefreiung und Pensions-Erhöhung wurde inn ersten Punkt für erledigt erklärt, im zweiten der Re gierung zur Berücksichtigung empfohlen. Die Rechnungs

beamten der ober hessischen Bahnen erstreben durch ein Gesuch Gleichstellung mit den übrigen Rechnungs⸗

beamten des Landes Nach dem Ausschußantrag beschließt die Kammer Befürwortung des Gesuches. Auf Antrag der Abgg. Haas(Offenbach) und Metz(Darmstadt) wegen Abänderung des Art. 14 des Dammbaugesetzes vom 14. Juni 1887 wurde Aufhebung des Artikels beschlossen. Bei der Berathung des Antrages Osann auf Reor ganisation der höheren Staatsbehörden gab der Antragsteller einen geschichtlichen Rückblick über die heutige Organisation. Inzwischen hat sich eine vollstän⸗ dige Umwälzung vollzogen. Die Versumpfung, in der sich umser Bauwesen befand, ist gehoben. Seit Anfang der 8er Jahre hat sich das Eisenbahnwesen enorm entwickelt, m Steuerwesen vollziehen sich gewaltige Reformen und

suere Berücksichtigung als früher. Es würde den Ver-

hlaltnissen Hessens entsprechen, nur einen verantwortlichen

Minister an der Spitze zu haben, der durch Abtrennung

des Bau⸗, Steuer⸗ und Eisenbahnwesens ꝛc. durch einen,

Ministerialdirektor entlastet würde. Staatsminister Finger: der Antrag sei der Regierung sympathisch und erwünscht, g sich die Arbeiten seit 12 Jahren bedeutend vermehrten

umd die Thätigkeit einzelner Zweige der Verwaltung eine so intensive geworden sei, daß eine Vermehrung der ver alitwortlichen Kräfte durchaus nöthig ist. Die Regierung

htte nur das Bedenken, ob der richtige Augenblick der

Organisation bereits gekommen sei.

Verschiedene Dinge then unterwegs, es werde sich in aller Kürze enticheiden, ob das bürgerliche Gesetzbuch zu Stande komme oder

nicht; komme es zu Stande, so werde die Gesetzgebungs⸗

maschine in den einzelnen Staaten in ganz außerordent iche Thätigkeit gesetzt werden müssen.

Die Debatte schloß mit der einstimmigen Annahme des Antrages des Finanzausschusses, welcher, dem Antrag

Osann Folge gebend, das Staatsministerium ersucht, die Frage der Neuorganisation der höheren Staatsbehörden zu erwägen und eine Kommission zur Berathung darüber zu berufen.

7 2 0 4 1 15 Lokales und Provinzielles. *Gleßen, 12. Februar. Von der hiesigen Staatsauwaltschaft werden steckbrieflich ver folgt: Schlosser Heinrich Christ aus Ober⸗ Zwehren wegen Diebstahls und Kaufmann Karl Lamm aus Homberg a. d. Ohm wegen betrügerischen Bankerotts.

* Gießen, 12. Febr. Die Firma Kauf⸗ maun und Comp. beabsichtigt ihr Fabrik-Eta⸗ blissement nach dem Schiffenbergerweg zu ver legen. Die Firma wird dort ein der Neuzeit entsprechendes Fabrikgebäude erbauen, und sind die Pläne hierzu bereits der bezüglichen Behörde eingerreicht.

* Gießen, 12. Februar. Gießen wird um eine Sehenswürdigkeit ärmer. Wir hören, daß der Schwan'sche Tierpark hinter der Pulver mühle verkauft werden soll und daß mehrere Reflektanten von außerhalb dafür da sind.

Gießen, 12. Februar.(Strafkammer.) Die gestrige Verhandlung gegen den am 6. April 1878 geborenen Hausburschen Ludwig Koch von Lich, zuletzt in Gießen, wegen Verbrechens aus § 176, Abs. III d. R.⸗St.⸗G. endete mit der Freisprechung des Angeklagten, trotzdem der Staatsanwalt für schuldig plaidiert hatte, mil⸗ dernde Umstände für vorliegend annahm und 9 Monate Gefängnis beantragt hatte. Der Freigesprochene hat lange Zeit in Unter⸗ suchungshaft gesessen. Die Verhandlung war nicht öffentlich.

* Gießen, 11. Februar. Die ordentliche Geueralversammlung des Krieger⸗ Vereins Gießen am 11. d. M. abends im Vereinslokal, Restaurant Feidel, war sehr zahlreich besucht und nahm einen recht kamerad schaftlichen Verlauf. Der seitherige 1. Vor⸗ sitzende, Präsident Mayer, eröffnete um 9 Uhr die Generalversammlung, gedachte des vergangenen Jahres, auf welches der Kriegerverein mit Stolz zurückblicken könne, brachte dann ein Hurra Sr. Majestät dem deutschen Kaiser, sowie Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog, wozu die Anwesenden kräftig einstimmten. Nachdem der Schriftführer und Kassierer ihre Jahresberichte vorgelesen und diese nicht beanstandet wurden, schritt man zur Vorstandswahl. Es wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Postsekretär i. P. Mayer als 1. Vorsitzender, Wilh. Grüneberg, Werk meister, als 2. Vorsitzender, weiter die Herren Eberh. Dort, K. Möbus, J. Ochs, H. Förtsch, J. Heß, H. Bommersheim, J. Klein, Joh. Schäfer, G. Merkel, J. Schad, J. Klingelhöfer, E. Pistor, P. Geisel, L. W. Treber. Die Ge wählten nahmen sämtlich die auf sie gefallene Wahl an. Der wiedergewählte 1. Vorsitzende brachte auf den Verein, demselben ein weiteres Blühen und Gedeihen wünschend, ein Hoch aus. Später trennten sich die Kameraden mit dem Bewußtsein, ihre Pflicht voll und ganz heute gethan zu haben. Auch wir wünschen dem Kriegerverein Gießen ein weiteres Blühen und Gedelßen.

Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

Gießen, 12. Februar. Das Wörtchen Sport ist dem deutschen Volke noch immer nicht recht geläufig, ja, viele von uns verbinden damit ganz falsche Begriffe. Ist ein waghalsiger Bergfex bei irgend einer tollkühnen Kletterpartie abgestürzt und hat seinen Frevelmut mit dem Tode gebüßt, so ist natürlich nur der böseSport daran schuld; derSport verleitet brave Fa milienväter, ihr bischen Hab und Gut auf der Rennbahn zu verwetten, er verführt leichtsinnige Jünglinge, sei es hoch zu Roß oder Rad, als Ruderkünstler oder Schnellläufer, zu Kraft⸗ leistungen, die sie auf ein frühzeitiges Kranken bett werfen und in der Blüte der Jahre dahin siechen lassen. In Wahrheit hat der Sport mit solchen Extravaganzen nichts zu thun. Er kräf tigt, wenn er mit Maß und Vernunft geübt wird, Körper und Geist, und seine Pflege sollte daher von allen verständigen Pädagogen aufs eifrigste gefördert werden. Die Gesundheit, Er ziehung und Ausbildung der deutschen Jugend würde nur gewinnen, wenn Eltern und Lehrer so früh wie möglich die Lust und Liebe zum Sport in ihr weckten. Turnen, Fechten, Schwim⸗ men, Rudern, Reiten und Eislaufen stählen den Leib, machen ihn geschmeidig und schützen ihn besser gegen Krankheit als alle kostspieligen Arzeneien sämtlicher Apotheken der Welt. Auch die Freude am Segeln und Wandern, an Jagd und Fischerei, am Ballspiel und ähnlichen schönen Dingen hat noch niemandem Schaden gebracht. Nur muß nicht der Ehrgeiz, es allen übrigen an Schnelle, Kraft und Gewandtheit zuvorzuthun, die ausschließliche Triebfeder der Sportübung sein. Auch thut man nicht gut, sich lediglich einem bestimmten Sport zu widmen, sondern man strebe danach, auf mehreren Gebieten heimisch zu werden. Man sei nicht nur Reiter oder Rad⸗ fahrer, Schwimmer oder Ruderer, Turner oder Schütze, man versuche vielmehr, in allen diesen Sportzweigen eine gewisse Fertigkeit zu erlangen. Wie langsam hat sich bei uns zu Lande die zukunftsreichste aller modernen Sportarten, die Radfahrkunst, eingebürgert! Welche Hindernisse haben kleinliche Geister, ja sogar die hochwohl weisen Behörden, dem fröhlichen Radler bereitet, bis er endlich siegreich aus tausend Aufechtungen hervorging!

* Köddingen,(Vogelsberg), 11. Februar. Der hiesige Schweinehändler Rühl begab sich in der vorigen Woche mit seinem Wagen, auf dem sich außer ihm noch sein erwachsener Sohn befand, auf den Weg nach Zeilbach. In der Nähe dieses Dorfes scheute plötzlich das Pferd und ging durch. Während der Sohn auf dem Wagen blieb, versuchte der Vater hinten abzu springen. Hierbei stürzte er mit dem Kopfe zu Boden und erlitt eine Gehirnerschütte rung. In einer Chaise wurde der Schwer ver letzte nach Hause gebracht. Das durchgegangene Pferd rannte mit dem Wagen in eine Hofreite zu Zeilbach, wo mau es bändigte. Weder das Pferd, noch der auf dem Wagen gebliebene Sohn hatten Schaden genommen.

D. Z. Bensheim, 11. Febr. Ein aber⸗ maliger Fleischabschlag wurde heute hier be kannt gemacht. Danach kostet nun das Pfund Schweinefleisch 46 Pfg., Leber- und Bratwurst

Schwartemagen und Fleischwurst 60 und Nieren- fett gar 30 Pfg. Trotzdem bringen die Land⸗ wirte ihre Tiere zu gleichen Preisen zum Aushieb.

i. Mainz, 11. Febr. Eine kleine Gas⸗ explosion fand im städt. Gaswerk dadurch statt, daß ein schweres Gegengewicht auf den Deckel eines sog. Umlaufregulators fiel und diesen eindrückte. Dadurch entströmte Gas, welches durch die an dem Motor brennende Gas flamme entzündet wurde. Von der Explosion zersprang eine Anzahl Glasscheiben im Maschinen⸗ raum. Unfall. Gestern Abend kurz nach 6 Uhr wollte der nach Karlsruhe versetzte Schaff⸗ ner der Dampfstraßenbahn Weber während der Vorbeifahrt an der Wagenhalle in der Rähe des Friedhofs von seinen dort beschäftigten Kame⸗ raden Abschied nehmen und lief eine Strecke neben dem Zuge her. Beim Wiederaufspringen glitt er ab, kam zu Fall und erlitt durch den nachfolgenden Wagen schwere Beschädigungen am rechten Fuß, der rechten Hand und am Kopfe. Der nach dem Spital verbrachte Verletzte ist Familienvater. Herr Leopold Müller, der frühere Kapellmeister der 87er, ist schwer erkrankt. Müller war s. Z. der beliebteste Ka⸗ pellmeister in Mainz.

Mainz, 11. Februar. Auf Einladung des Finanzministers Weber hatte Oberbürger⸗ meister Dr. Gaßner gestern in Darmstadt eine Audienz, deren Gegenstand das vielbe sprochene Schreiben des Ministeriums in Sachen des hiesigen Hafens bildete. Der Minister versicherte den Oberbürgermeister seines Interesses für das Wohl und Gedeihen der Stadt Mainz. Er ersuchte ihn, den Stadtverordneten gegenüber in seinem Namen diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, und ermächtigte ihn, in der nächsten Stadtverordnetensitzung, die am 20. Februar stattfindet, in der besagten Angelegenheit eine befriedigende und abschließende Erklärung ab⸗ zugeben.

h. Aus Hessen, 11. Febr. Der Pferde⸗ zuchtverein für das Großherzogtum Hessen verbindet mit den in diesem Jahre stattfindenden Stutenkörungen eine Prämiierung der Hengste und Stutfohlen, die 1894/95 aus gekörten Stuten gefallen sind. An Preisen sind vorgesehen: 30 Preise für Dreijährige im Betrage von 2000 Mark und 45 Preise mit 1800 Mark; auch erhält der Besitzer für jedes aus seiner ge körten Stute von einem bestimmten Hengst ge fallene lebende Fohlen von dem genannten Verein nach Vorlage der beglaubigten Abschrift des Geburtsscheines ein Augebinde von 20 Mark als sogen. Fohlengeld ausbezahlt.

Vermischtes.

W. Wetzlar, 11. Febr. Ein Großfeuer zerstörte die Gerberei von F. Rübsamen mit allen Maschinen. Mehr als 1000 Felle sind verbrannt. Der Schaden ist bedeutend, aber durch Versicherungen gedeckt.

Humor vor Gericht.Wie is et blos menschenmöglich, uf so'ne Art zu eene Kriminalanklage zu kommen! Det is ja himmel⸗ ringend, is et ja! Wo derf ick denn meine soje⸗ nannten Ansichten auseenandersetzen, wenn ick et

48 Pfg., Dörrfleisch, Schmalz, Bratwurst,

Kathi. Humoreske von Theo Seelmann. (Fortsetzung.) Ist das Dein letztes Wort? fragte Franz ernst. In dieser Angelegenheit: Ja.

Nun, dann werde ich überhaupt heirateu.

So wirst Du eben der Letzte Deines edeln Stammes sein. Und Du wirst dafür nie das Glück haben,

niemals

enkel auf Deinen Knieen schaukeln zu können.

Mit diesen Worten erhob sich Franz, ergriff sän Gewehr und den Rucksack und verließ das Wohnzimmer.

Ein Jahr war seit dieser Unterredung verflossen, Franz, der sonst ein lebeuslustiger und gern gesehener eilnehmer aller Bälle, Landpartien und anderer sellschaftlicher Vergnügungen gewesen war, hatte sch von allem Verkehr mit dem schönen Geschlecht un nicht geringen Verdruß seines Vaters zurück zogen. Denn diesem war es bisher eine will Mnmene Annehmlichkeit gewesen, in der Gefolg aft seines Sohnes in der Gesellschaft jugendlicher Vädchengestalten verweilen zu können und sich von

In Schönen als dem etwaigen zukünftigen Schwieger

papa allerlei zarte Aufmerksamkeiten erweisen zu

den. Das war nun alles anders geworden und

de gewisse Eintönigkeit hatte sich in das tagtäg⸗

liche Leben eingeschlichen. Dieser Mangel an Ab wechselung war nicht zum Wenigsten der Grund, daß der Fabrikant, als der Beginn deszehnten mitteldeutschen Bundesschießen genaht war, das dieses Mal in Fraukfurt gefeiert wurde, sich ent schloß, dem Feste auf einige Tage beizuwohnen. Fröhlichen Muts nahm er von seinem Sohne Abschied.

So mußte denn in diesem Jahr Röhrig junior notgedrungen haushalten. Er war nur mit schwerem Herzen dem Frankfurter Feste fern geblieben, denn er hatte ganz im Geheimen gehofft, dort den Gegen stand seiner Liebe wieder zu treffen, von dem er in der letzten Zeit nichts wieder gehört hatte. Nach der entscheidenden Unterredung hatte er sofort einen Brief abgesandt, in dem er den Verlauf derselben berichtete, die Unmöglichkeit einer Vereinigung schilderte, aber zugleich die bestimmteste Versicherung gab, nie einem anderen Weibe angehören zu wollen.

Die Gedanken an diese Vorkommnisse waren es, die Franz beschäftigten, während er in dem Wohn zimmer seines Vaeers, der bereits seit fünf Tagen in Frankfurt weilte, das Abendbrot einnahm. Aus seinen Träumereien wurde Frauz erst durch das Rollen eines Wagens aufgescheucht, der unten vor demHause vorfuhr. Wenige Minuten später stand der Fabrikant vor seinem Sohne.

Nachdem sich der Heimgekehrte durch Speise

und Trank gestärkt hatte, machte er es sich auf dem

Sofa bequem, so daß sich nun Franz nach seinen Erlebnissen erkundigen konnte.

Nun, Vater, begann er,wie hast Du denn eigentlich geschossen?

Keinen einzigen Schuß habe ich abgegeben, entgegnete der Gefragte heiter.

Trotz der fünf Tage?

Und habe mich doch königlich amüsiert.

Was du sagst!

Franz, erwiderte der Alte verlegen, indem er unruhig auf dem Sofa hin und her rückte,ich möchte gleich jetzt mit Dir ein paar Worte sprechen. Schnell gethan, ist halbe Arbeit.

Das wäre?

Ich bin zwar Dein Vater und kann eigentlich thun und lassen, was ich will, aber in meinem Falle ist es doch besser, wenn man sich miteinander bespricht.

Du machst mich neugierig, versetzte Franz gespannt.

Mit Fug und Recht, denn ich will mich wieder verheiraten.

Du? platzte der Sohn heraus.

Ja, entgegnete der Fabrikant bestimmt.

Aber wie kamst Du plötzlich auf diesen Ge danken? forschte Franz erstaunt.

Ich habe auf dem Bundesschießen ein Mädchen kennen gelernt, das....

Ein wahrer Ausbund, fuhr der Sohn fort, von Schönheit und Tugend ist.

Richtig. Aber die Geschichte hat einen Haken. Ich meine die gesellschaftliche Stellung meiner Aus erwählten.

Ist sie vielleicht Kunstreiterin, die auf dem Pferderücken herumhüpft? konnte Franz sich nicht verhalten zu spotten.

Mein Sohn laß den Scherz beiseite, sagte der Fabrikant ernst.

Gut, also was ist sie.

Hm, räusperte sich Röhrig senior,Kas sirerin.

So! Das ist aber doch gar nicht zu außer⸗ gewöhnlich.

Eigentlich nicht, antwortete der Alte bedächtig. Aber sie ist Kassirerin in einer Bierhalle. Brrr! stieß Franz hervor, der sich plötzlich

von einem Gefühl der Schadenfreude ergriffen fühlte.Also Kellnerin! Das kennt man. Jede

Kellnerin legt sich selbst den EhrentitelBuffet⸗ mamsell oderKassirerin bei. Erinnerst Du Dich noch Deiner Worte vor Jahresfrist? Mein Sohn! warnte der Vater ärgerlich. Kellnerin ist Kellnerin! eiferte Franz weiter. Du hast es ja früher selbst gesagt. Nun und trotzdem werde ich sie heiraten. An demselben Tage verlasse ich Dein Ha us. (Schluß folgt.)