Ausgabe 
12.2.1896
 
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1896.

Gießen, Mittwoch, den 12. Februar

5 c. 1 der l. 0 lieferung warten seh . 8 e Mell⸗ n Wunms Redaktion:= Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 0 Expedition: chere on Kreuzplatz Nr. 4. 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die ispaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. und haben 15 2.. 5 sich rüsse begehen g betrunken gewesen. Der Skribent Johann vwissenhaftigkeit f Sie i i hstarr li geben, en gewesen. a 8 haftigkeit fehlen. Sie wälzen die unbe-] und so blieb er erstarrt am Ufer liegen, wo man lan n Unter. Abonnementsbesteflun bl Schmidt bestätigt aber, daß der Angeklagte] queme Last der Erziehung auf die Schultern der ihn später als Leiche fand. Das jähe Ende 0 0 Valhgan 1 die ihm zur Last gelegte Aeußerung gethan hat Lehrer ab, und trösten sich uber die schnöde Vernach⸗ des Achtzigjährigen wird allgemein bedauert. 1 e, ech F 5. und zwar in einem Restaurant der Wallthorstraße, er lässigung ihrer Elternpflicht mit der vagen Hoffnung 1. Darmstadt, 10. Februar. Wie zuver⸗ sersuchung auf. le 5 6 habe Aergernis dar an genommen nnd die Sache hinweg, daß späterhin die Schule des Lebens ein lässig verlautet, wird der Landtag nicht vor r essische Landeszeitung zur Anzeige gebracht. Schelper sei damals nicht übriges thun werde, um ihren Kindern den nötigen] Juli geschlossen. Die Regierung hofft nämlich Mrandd. r 93 3 5 892 sinnlos betrunken gewesen. Der Handelsmann Schliff und die nötige Widerstandskraft im bis dahin mit Preußen wegen der Zukunft on E. Ottnang nehmen unsere sämmtlichen Träger und Agent Katz hat ebenfalls die Aeußerung Kampfe ums Dasein zu geben. Kein Wunder, der hessischen Ludwigsbahn einigermaßen E diti K 4 gehört, ist aber der Meinung, daß der An- daß bei solcher Methode die Zahl der verfehlten i 9 1 5 5 0 0 el 85 8 ö Kreuzplatz 5 e 5 75 der An⸗ 5 bei solcher Me 5 er verfehlten ins Reine zu kommen, um der Kammer eine Vor⸗ sowie die rpedition 1 5 geklagte stark angetrunken gewesen als er die Existenzen mehr und mehr überhand nimmt! lage machen zu können.

zu jeder Zeit entgegen.

Kein anderes hiesiges oder auswärti ges Blatt bietet annähernd die Vor teile derHessischen Landeszeitung, die

[der Einwohnerschaft von Gießen und Funnpen Nachbarorten in n

ernieten zwei Ausgaben

0 an jedem Werktag ausgehändigt wird. fal. b b e Preis nur 60 Pg. monatlich

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einschließlich Trägerlohn.

5* e Lokales und Provinzielles. U 1 8 Sießen, 10. Februar. Die Veröffent⸗ & Cie.,(chung des Anschlages des Kreisphystkus Pr. ay Roth am schwarzen Brett der medizinischen * Klinik hierselbst, um junge Aerzte davon zurück⸗

1828.

zuhalten, sich im Kreise Marienberg(Westerwald) niederzulassen, hat Wunder gewirkt. Die Bürger

kemburg auf Flache, t 8 ssog 1 j 8 7 8 meister des Kreises, über die Handlungsweise des

1 Dr. Roth empört, haben einstimmig beschlossen, a. M. mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß die

Aerztenot des Kreises, die Dr. Roth im Anschlag entschieden in Abrede stellte, durch Anstellung eines weiteren Arztes behoben wird, zu welchem Zwecke eine Teilung aller Fixra aus den Knappschafts⸗ kassen der nichtstaatlichen Gruben unter beide Aerzte vorzunehmen ist. In unserer medi⸗ zinischen Klinik befindet sich aber seit einigen Tagen folgender Anschlag am schwarzen Brett:

In Bezug auf die Verhältnisse in Marien⸗ berg ist mir von dort eine Zuschrift zugegangen, nach welcher entgegen der Angabe des dortigen Kreisphysikus die Niederlassung eines zweiten Arztes in Marienberg sehr erwünscht ist. Das diesbezügliche Schreiben liegt bei dem Unter⸗ zeichneten zur Kenntnisnahme offen.

N Prof. Riegel.

Gießen, 10. Februar. Am 26. d. M. bird Prof. Wiener im physikalischen Audi⸗ torium vor den Mitgliedern der Oberhessischen Gesellschaft für Natur⸗ und Heilkunde und deren Gäste einen Experimental⸗Vortrag über die Röntgenschen Strahlen halten. Gießen, 11. Febr. Der Prozeß Schelper hatte heute Vormittag in dem Gerichtssaal der Strafkammer, vor welcher die Sache verhandelt wurde, eine zahlreiche Zuhörerschaft versammelt. Der Angeklagte, 54 Jahr alt, verheiratet, ist un⸗ bestraft und erklärt, sich nicht erinnern zu können, vie ihm zur Last gelegte Gottes lästerung gethan zu haben. Er sei an dem Abend stark

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wie eine dewöbnsh eis 3 wal so dale f Preis den meisten nicht, liefern wir dich

Schlagen Kl.

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Gotteslästerung ausgestoßen, Bernhard Brück hat den ganzen Abend neben dem Angeklagten gesessen. Derselbe sei stark ange trunken gewesen und habe viel schlechtes Zeug geschwätzt. Die inkriminierte Aeußerung hat der Zeuge nicht gehört. Er kennt Schelper schon lange, derselbe gehe häufig in die Kirche und sei ein religibser Mann. Kriminalschutzmann Weiß giebt dem Angeklagten und dessen Familie das beste Leumundszeugnis. Schelper sei religiös gesinnt, gehöre dem evangelischen Arbeiterverein an und sei Mitglied des Kriegervereins. Ihm, dem Zeugen sei bekannt, daß, wenn der Mann getrunken habe, er ein sogenannter Schlechtschwätzer sei, auf dessen Rede nicht viel zu geben sei. Der Kaufmann Louis Walter hält den Angeklagten für einen harmlosen Menschen, dem er die That nicht zutraue. Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen. Staatsanwalt Zimmer⸗ mann hält eine Strafe von sechs Wochen Gefängnis für eine ausreichende Sühne. Der Verteidiger des Angeklagten Rechtsanwalt Dr. Jung plaidiert warm für eine mildere Verur⸗ teilung. Er gesteht zu, sein Klient habe sich schlimm vergangen, aber er war stark angetrunken und wußte nicht, was er that. Mildernd falle auch ins Gewicht, daß der Angeklagte in Ehren grau geworden sei und von seiner Hände Arbeit sich und seine Familie ernähre. Eine lauge Freiheitsstrafe, wie die Staatsbehörde gegen ihn beantragt habe, würde den Mann in seiner Existenz ruinieren. Der Gerichtshof erkannte dem Antrag des Staatsanwalts ge mäß.

* Gießen, 11. Februar. Die Zeit eilt unermüdlich vorwärts; die Tage dehnen sich zu Wochen, die Wochen wachsen zu Jahren heran, und aus Kindern werden im Handumdrehen Leute. Mit Wehmut sieht mancher Hausvater auf seine emporblühenden Sprößlinge, denkt mit Sorgen der Zukunft und fragt sich:Was wird aus ihnen werden? Denn bis Ostern ist's nicht mehr lange hin, und zu Ostern sollen der Karl und die Grete eingesegnet werden: da thut's not, an die Berufswahl zu denken, die den meisten Eltern so schweres Kopfzerbrechen verursacht. Soll der Junge noch weiter die Schule besuchen und später studieren, oder soll man ihn bei einem gewiegten Kaufmann, bei einem tüchtigen Hand werksmeister in die Lehre geben? Und das Mädel, soll es zu Haus oder bei fremden Leuten die Wirtschaft erlernen? Soll es Lehrerin, Gouvernante oder Buchhalterin werden? Diese Fragen sind leicht zu beantworten, weun man sich frühzeitig die kleine Mühe genommen hat, den Charakter und die besondere Veranlagung der Kinder zu prüfen. Aber eben hierin lassen es heutzutage die Eltern an der nötigen Ge

Daß einzelne Berufsarten, die schnellen Gewinn versprechen, auf Kosten anderer, die minder aussichtsvoll scheinen, bedenklich überfüllt sind! Denu jeder möchte natürlich seiner Nachkommen⸗ schaft eine Bahn eröffnen, die ihr ein rasches und glänzendes Fortkommen verbürgt, die ihr den Weg zu Luxus und Wohlleben weist. Ob die armen Opfer elterlicher Kursichtigkeit auch die Fähigkeiten besitzen, um auf dem eingeschlagenen Weg überhaupt zum Ziele zu kommen da⸗ nach fragen in unserer Zeit des Eigennutzes und der verblendeten Eitelkeit nur wenige. Immer mehr schwindet bei Eltern und Erziehern das Bewußtsein, daß nur die ernste, ehrliche Arbeit innere Befriedigung gewährt, daß nur das Ge⸗ fühl treuer Pflichterfüllung uns Lust zum Schaffen und Mut und Selbstvertrauen giebt. Karl, der auf der Schule nie ein großes Licht war, aber vielleicht das Zeug hat, ein ausgezeichneter Schuhmacher oder Zimmermann zu werden, soll sich nach glücklich erfolgter Einsegnung dem Bankfach widmen, um dermaleinst als Kuponschneider und Beherrscher der Börse zu enden; und Grete, die das Kochbuch der spannendsten Romanlektüre vor zieht, soll durchaus, um einen reichen Freier zu ergattern, in allen gesellschaftlichen Künsten der Konversation, des Malens und Klavierklimperns ausgebildet werden, obwohl sie ebensowenig Lust und Talent dazu zeigt, wie Karl zum Kurs⸗ zettel, der ihm ewig ein Buch mit sieben Siegeln bleiben wird. Die Zukunft beider, die den Eltern so rosig dünkt, sieht in Wahrheit recht trübe aus, und die Katastrophe wird eines Tages sicher und unabwendbar hereinbrechen. Dann wird es zu spät für die elterliche Reue und eine Umkehr auf dem verfehlten Wege nicht mehr möglich sein. Möchte das Jeder bedenken, der zu Ostern vor die bedeutungsvolle Frage der Be rufswahl seiner Kinder gestellt ist und möchte er wohl erwägen, welche Art menschlicher Thätig keit am besten für sie paßt. In der Sucht nach mühelosem Gewinn, liegt ein Fluch, der früher oder später schrecklich in Erfüllung geht; und der bescheidenste Wirkungskreis, in welchem der Ein⸗ zelne für den Fortschritt der Gesammtheit wirkt, führt eher zum Glück, als eine Beschäftigung, die widerwillig geübt wird und deren Erfolge nie sichtbar werden.

Ilbenstadt, 9. Februar. Einen jähen Tod fand der in der ganzen Wetterau als tüchtiger Musiker bekannte hiesige Einwohner J. Mahl. Er wollte von Bruchenbrücken, wo er Tanzunterricht erteilte, des Abends nach Hause gehen. In der Dunkelheit kam M. vom Wege ab und geriet bei Assenheim in die Nidda; es gelang ihm zwar, sich aus dem nassen Elemente

zu retten, allein seine Kräfte waren erschöpft

Offenbach, 10. Februar. Der Verband wirtschaftlicher Genossenschaften des Ermlandes zu Wormditt mit 57 ländlichen Darlehnskassen in Ost⸗ und Westpreußen und einer Zentral⸗ genossenschaftskasse ist dem Allgemeinen Verbande der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften zu Offenbach beigetreten.

ch. Offenbach, 9. Febr. Der städtisch e Vor⸗ anschlag für 1896/97 beläuft sich auf 1,578,382 Mark, gegen das Vorjahr 75,548 Mark mehr. Der bisherige Ausschlagscoeffizient von 25,8 7 70 gleichwohl für alle Steuerzahler beibehalten werden.

1. Mainz, 10. Febr. Geländet wurde gestern Vormittag im Zollhafen die Leiche des seit ca. 9 Wochen vermißten Rentners Georg Reitz. Uhr und Kette fand man bei derselben vor, jedoch fehlte die Geldbörse. Die heute statt⸗ findende Sektion wird die Todesart des Be⸗ dauernswerthen feststellen..

Mainz, 10. Februar. Die Meinungsver⸗ schiedenheit zwischen der Stadt Mainz und dem hessischen Finanz-Ministerium über die nötigen Baggerungen vor der Einfahrt des Zoll⸗ und Binnenhafens ist jetzt endgiltig gütlich beigelegt. Es kam nämlich von berufener Seite, wie wir gestern schon berichteten, eine schriftliche Erklärung hierher, wonach die Aeuße⸗ rung, es könne der Regierung gleichgiltig sein, ob die Zölle im Mainzer Hafen oder sonstwo erhoben würden, eine unabsichtliche gewesen sei und von der verantwortlichen Stelle bedauert würde. In Folge dessen unterbleibt auch die große Protest-Versammlung, die nach der Stadt⸗ halle berufen werden sollte. Am letzten Montag hat ein Radfahrer in der breiten, verkehrs⸗ armen Rheinallee einen städtischen Straßenkehrer überfahren. An den erlittenen Verletzungen am Kopf und Hals ist der alte Mann heute im Rochushospital verstorben. Bei Alsheim ereignete sich ein schwerer Unglücksfall in einer Steingrube. Der ledige 27 jährige Jean Jost war mit einem Mitarbeiter mit Steinbrechen beschäftigt, als sich plötzlich eine Masse loslöste und Jost verschüttete. Nach ungefähr einer halben Stunde wurde Jost hervorgezogen, aber alle Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.

* Mainz, 10. Februar. Heute Nachmittag stürzte ein Schaffner der Dampfbahn während der Fahrt von einem Trittbrett, wobei der Mann schwer am Kopfe verletzt in das Hospital ver⸗ bracht wurde. 5

i. Mainz, 10. Febr. Hessische Lud⸗ wigsbahn. Von urteilsfähiger Seite hört dieKölnische Zeitung., daß die Verhand⸗ lungen zwischen Preußen und Hessen über die Zukunft der Hessischen Ludwigsbahn

e in jeder 7 ich, gegen hoh 0 1 lach. Juhu

Etiasny, Bf

i Kathi.

Humoreske von Theo Seelmann. (Nachdruck verboten)

Der kleine Tricotagenfabrikant Röhrig saß in einem wohlhabend ausgestatteten Wohnzimmer, wiegte sich im Schaukelstuhl behaglich hin und her und studierte die Abendzeitung. Mit der größten Aufmerksamkeit verfolgte er den Bericht über das Zundesschießen, das in München abgehalten wurde. Sein Interesse für diese Festlichkeit hatte verschiedene Hründe. Nicht nur war der Fabrikant selbst ein äfriger Schütze, sondern es war auch sein Sohn, der Teilhaber der Fabrik war und ebenso leiden schaftlich wie der Vater die Büchse handhabte, nach Nünchen gefahren, um dort an dem Feste teilzunehmen.

Heute nun wurde er von seinem Ausflug zurück rwartet. Der Fabrikant wurde in seiner Lektüre urch den Einiritt einer bejahrten Frau, seiner baushälterin, die ihm seit dem Tode seiner Frau le Wirtschaft führte, unterbrochen.

Soeben ist der junge Herr angekommen, gte sie mit freudiger Erregung.

fGerade habe ich an ihn gedacht, antwortete ur Fabrikant lächelnd.Bitten Sie ihn doch so 1 gleich zu mir her! 2 5 5 gun fDa bin ich schon, rief eine frische Stimme e hellen uuns dem Vorzimmer, während noch die Alte in das rel 15 ae, ebengemach schritt, und gleich darauf schlug ein ding gb,(ausköpfiger, blühender junger Mann in der kleid le kau e suanen Schützentracht die Portiereu auseinander. al. Hrüß Gott, Vater!

Grüß Gott, Franz! antwortete der Fabrikant herzlich und drückte seinem Sohne die Hand.Na, das ist schön, daß Du gesund zurück bist, fuhr er befriedigt fort.Nun aber gleich zur Hauptsache! Wie steht's? Hast Du Dir einen Preis in München erschossen?

Freilich, antwortete der Angekommene heiter, stellte das Gewehr in die Ecke und griff in den grünen Rucksack.Schau her, fuhr er fort, der erste Prämienbecher von der Festscheibe!

Da gratuliere ich von Herzen, Franz, versetzte Röhrig senior, den dargereichten Becher schmunzelnd betrachtend.

Ja, sagte der glückliche Schütze, indem er neben dem Vater Platz nahm,ich habe leidlich geschossen, mich selbst aber hat's auch mitten hinein getroffen.

Dich? fragte der Angeredete erstaunt.

Mich. Erlaub', daß ich einmal zu Dir spreche, nicht wie der Sohn zum Vater, sondern wie ein Schützenbruder zum andern.

Thu's Franz! entgegnete der Fabrikant launig.

Meinst Du, daß ich im heiratsfähigen Alter bin?

Gewiß.

Was gehört vor allen Dingen zu einer glück lichen Heirat?

Geld.

Geld? kam es überrascht aus dem Munde des Sohnes.Nicht etwas Anderes?

Allenfalls noch ein wenig Liebe.

Ich denke, das Letztere hauptsächlich.

Das ist Geschmacksache.

Nun, über den Geschmack ist nicht zu streiten. Ich halte es mit der Liebe.

Gut, mein Sohn, nickte der Fabrikant.Wie ich sehe, fuhr er mit leichtem Spott fort,hast Du Dich also in München in irgend ein bezau berndes weibliches Wesen sterblich verliebt. Nun aber werde ich Dich einmal wie ein Schützenbruder den anderen fragen. Wo hast Du dennSie, die Einzige, Unvergleichliche kennen gelernt?

Auf dem Festplatz.

Aus was für einer Familie stammt sie denn? Was ist ihr Vater?

Sie hat keinen mehr.

Aber dann doch sicherlich noch eine Mutter?

Auch nicht.

Na, sie kann doch nicht ganz allein an dem Feste teilgenommen haben?

Doch, aber nicht gerade zum Vergnügen.

Nicht zum Vergnügen? klang es verwundert. Aber wozu sonst?

Sie sie hatte dort eine Anstellung, antwortete Franz stockend.

Ach! stieß der Fabrikant hervor.

Ihr Name war in aller Munde, fuhr Franz feurig fort.Jeder wollte sie sehen?

Du, sie trat doch nicht wohl als Riesendame auf? spöttelte Röhrig senior.

Jeder fühlte sich von ihr augezogen, der Sohn seine Lobeserhebungen fort.

setzte

Also ein magnetisches Wundermädchen! warf der Vater sarkastisch ein!

Das auch Dich elektrisirt hätte!

Nun, brach der Fabrikant das Geplänkel mit leisem Unwillen ab,so sprich es aus: Was that sie dort?

Bist Du vorurteilsfrei?

Bisweilen.

Nun sie war

Sie war?

Buffetmamsell!

Also Kellnerin! fuhr der Vater entrüstet auf.Jede Kellnerin verleiht sich selbst den Ehren⸗ titelBuffetmamsell. Das kennen wir.

Nein, Vater, Du irrst Dich, begütigte Franz den Erregten.Dieses Mal ist es nicht an dem. Es ist ein achtungswertes, liebreizendes Mädchen, dem man nicht....

Das Geringste nachsagen kann, unterbrach Röhrig die Verteidigung seines Sohnes.Kann sein. Deshalb bleibt das Mädchen immer Kell nerin. Und eine Kellnerin willst Du in mein Haus führen? Dazu gebe ich nie meine Einwilligung.

Aber Valer, so ereifere Dich doch nicht! lenkte Franz besänftigend ein.Wir können ja trotz aller Meinungsverschiedenheiten die Sache in aller Ruhe besprechen.

Da giebt's nichts mehr zu besßrechen, erklärte der Fabrikant bestimmt.Nun und nim ner wird eine Kellnerin Deine Frau.

(Fortsetzung folgt.)