Ausgabe 
11.8.1896
 
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Gießen, Dienstag, den 11. Angust

1896.

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Ausgabe

Gießen.

audeszeitung.

Erscheint täglich mit Ausnahme der

Preis der Anzeigen: 10 Pfg.

Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die Sspaltige Petitzeile.

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

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50 ö er er 1 or sshe * 0 Sopit 5 daß g N abel un ball 00. lletkt U t Ac. decherh 0 6 Redaktion: 7. 0 fn* Kreuzplatz Nr. 4. 8 11 fe 1 9 5 m, 1 Lokales und Provinzielles. 680 I. Gießen, 10. August. DieHoch saison i für Reisende neigt sich ihrem Ende zu; die Bäder Autor fangen an zu veröden, in den Kurhäusern nimmt die den f Zahl der Patienten bedenklich ab, Hotelbesitzer und Gast⸗ un lag wirte werden täglich liebenswürdiger und weisen nicht 0 sisge mehr den müden Wanderer wegen Platzmangel von ihrer en fraß Schwelle, und die Sommerwohnungen sinken so tief im Keses ge Preise, daß selbst mäßig begüterte Sterbliche mit Freuden zünehme zugreifen würden, wenn nicht ihr Urlaub meist gerade auch vorbei wäre. Glücklich, wer jetzt, in der Zeit derNach⸗ anz salson, sein Bündel schnüren kann! Er reist bedeutend össeh der 90 billiger und bequemer; die Rechnungen, die ihm von höf⸗

Acchen Oberkellnern präsentiert werden, zeichnen sich sehr vorteilhaft durch billige Ansprüche an seinen Geldbeutel

al, nac aus, überall, wohin sein Fuß ihn führt, vermag er sich

e eulschß unbelästigt an den Schönheiten der Natur zu erquicken, eigene dag da der Strom der Touristen, die im Juli den steilsten mchte 0 Gletscher und das fernste Thal unsicher machen, sich all⸗ gemach verlaufen hat. Wahre Naturfreunde werden daher,

n haben* wenn ihre Zeit und ihr Beruf es irgend gestatten, lieber 1 der stich im August als im Jult zum Wanderstabe greifen. Die Arbeit wum Sonne sendet schon milder ihre Strahlen herab, die Wege ommen, sind staubfreier, die Nächte nicht mehr so schwül und . drückend, ohne daß etwa der sommerliche Reiz der Land⸗ e schaft im geringsten geschwunden wäre. Noch spürt man, eat,, wenn auch die Tage schon kürzer werden, keinen Hauch gen, baht e vom Herannahen des Herbstes. Die Blätter der Bäume und Sträucher prangen in so saftiger Frische wie je, die

Blumen glühen in den leuchtendsten Farben, und nur das

leise wogende Korn, das in üppiger Reife steht, mahnt an 2 die kommende Periode der Ernte. Hier und da schmückt d8wärtiec es bereits, zu stattlichen Garben gebunden, die Felder Te und weckt im Gemüt die dämmernde Ahnung irdischer

Vergänglichkeit. Aber nicht lange halten die wehmütigen Gefühle vor. Glänzt doch die Welt noch so sonnig und heiter, ist doch der Himmel noch so wolkenlos blau und die Luft noch so süß und balsamisch von Düften! Springen doch noch vom Berge die Quellen so lustig und munter wie im Frühling, funkeln doch noch die Bäche und Flüsse so silbern im Mondesglanz! Wahrlich, der Relsende, der jetzt durch die Wälder und Fluren streift,

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schönen Gottesnatur. Gönnen wir Andern,

Gießen, 8. August.

ö en, denn der 18. Oktober ist ein Sonntag Richtig scheint dagegen eine Mainzer Mel dung zu sein.

Offenlegun

der Berge emporklimmt oder auf buntbewimpelten Schiffen stromabwärts gleitet, ist zu beneiden. Noch einmal ent⸗ hüllt sich ihm der Sommer in seiner ganzen Pracht und Fülle, noch einmal genießt er andächtigen Geistes, ohne durch die überlaute Schar stumpfsinniger Vergnügungs⸗ bummler gestört zu werden, alle Herrlichkeiten der wunder⸗ die wir's nicht so gut haben, ihm diese Freude von Herzen, und wünschen wir ihm für die wenigen Wochen, die der Sommer noch währt, ein recht ungetrübtes Reisewetter. l Die Landtags⸗ wahl, d. h. die Wahlmännerwahlen sollten nach einer Mitteilung, welche der Offenbacher Oberbürgermeister Brinck den Stadtverordneten 3 hat, am 18. Oktober d. J. stattfinden. Diese Mitteilung muß auf einem Irrtum be⸗

Danach setzt eine kreisamtliche f Bekanntmachung den Termin für die dreitägige Fuhrwerk seines Vaters gekommen 1 Urwähler⸗ und Wahlmänner⸗ dabei Listen auf Monlag, den 21. September fest. Die Wahlmännerwahlen finden am 5. Oktober statt. Für die Abgeordnetenwahl ist der 14. Oktober in Aussicht genommen. Da wir annehmen, daß

Gießen, 10. August. Das Jugendfest, welches vom Turnverein für gestern vor⸗ bereitet war, konnte des unaufhörlichen Regens wegen nicht abgehalten werden und mußte wenn das Wetter günstig auf heute verlegt werden. Die Wettermacher des Turnvereins haben also bei der Feier des 50 jährigen Jubi⸗ läums des Vereins an zwei Sonntagen ihre Schuldigkeit nicht gethan. Es war übrigens gestern ein trauriger Sonntag für uns Gießener, denn nirgends war etwas los und man hätte sich zu Tode gelangweilt, wenn man es nicht verstanden hätte, sich auf eigene Faust zu amü⸗ steren. Für den Nachmittag war die Bauersche Zivilkapelle schnell noch in die Bresche gesprungen und hatte in aller Eile in Steins Saalbau ein Konzert angesagt. Wegen der Sonntagsruhe konnte man allerdings keine Plakate gedruckt bekommen, aber man verstand sich vorzüglich zu helfen. Mit Blaustift wurde auf weißem Papier das Konzert angekündigt, und wir glauben, dieser Anschlag zog infolge seiner Eigenartigkeit mehr, als wenn er mit Drucklettern hergestellt gewesen wäre, denn im Bauerschen Konzert war es gestopft voll von Menschen. Auch in den Cafés, Hotels und den zahlreichen Restaurants herrschte flotter Betrieb. Leider war unsere Jugend nicht ganz zufrieden gestellt die Kinder hatten sich so sehr gefreut auf das ihnen versprochene Fest im Philosophenwald und nun war alles zu Wasser geworden. Nun hoffen wir, daß das Jugendfest heute, wo es stattfinden soll, vom Wetter besser begünstigt werde.

* Gießen, 10. August. Morgen soll, wie wir hören, ein interessanter Privatmatsch zum Austrag kommen. Es dreht sich um einen Wettkampf zwischen Pferd und Zweirad.

* Gießen, 10. August. Ein älterer Ar⸗ beiter geriet heute Vormittag an einem Neubau in der Löberstraße mit einem seiner jüngeren Kollegen in Streit und wurde hierbei von letz⸗ terem mit einem Backstein derart an den Kopf geworfen, daß seine Ueberführung in die chirur gische Klinik notwendig wurde.

* Gießen, 10. August. Billige Gurken. Von der Bergstraße wird gemeldet, daß die dortigen Gurken im Preise bis auf 20 Pfennige pro 105 Stück gesunken sind. Dabei können die Landwirte ihren überreichen Gurkensegen nicht einmal ganz verwerten, weil sich für denselben keine Käufer finden wollen. Ganze Ladungen werden von den wenigen Händlern zurückgewiesen. Auch in Horchheim und im Ried sind die Gurken für Spottpreise erhältlich. 85

5* Gießen, 10. August. In die hiesige [Klinik wurde der Sohn eines Landwirts von Pohlgöns geschafft. Derselbe war unter das und hatte einen Arm und ein Bein gebrochen. * Gießen, 10. August. Mit demfrüheren Eintritt der Dunkelheit mehren sich, wie alljährlich um diese Zeit, nun auch wieder die Klagen der Mieker über das zu späte

wiesen, das jeder Eigentümer eines Grundstücks bezw. dessen Verwalter verpflichtet ist, die Haus⸗ und Treppenflure angemessen zu erleuchten und zwar stets vor dem Eintreten völliger Dunkel⸗ heit. Auch hat sich die Beleuchtung nicht etwa, wie es häufig vorkommt, auf die untersten Stock⸗ werke oder abwechselnd auf einen um den andern Treppenflur, sondern auf sämtliche Treppen und Flure zu erstrecken, die für Jedermann zugänglich sind, also gleichsam dem öffentlichen Verkehr dienen. Als ausreichend aber ist nach den vom Poltzei-Präsidium erlafsenen Be⸗ stimmungen die Beleuchtung nur dann anzu sehen, wenn sie ein deutliches Erkennen der betreffenden Räume ermöglicht. Für die Nicht⸗ befolgung dieser Vorschriften sind die Hauswirte oder eventuell deren gesetzmäßige Stellvertreter nach jeder Richtung hin verantwortlich. Und namentlich sind sie für alle Unfälle, die sich Personen infolge unterlassener wie auch un⸗ zu reichender Beleuchtung auf den Fluren oder Treppen zuziehen, regreßpflichtig, eine Sache, die bei der außerordentlich strengen Hand⸗ habung des Haftpflichtgesetzes seitens der Gerichte den Schuldigen unter Umständen sehr teuer zu stehen kommen kann.

* Langsdorff, 10. August. Bergangene Nacht wurde in dem Neubau des hiesigen Ein⸗ wohners H. H. der Schwellstein zur Kellerthüre von mutwilligen Buben in Stücke zerschlagen. Wahrscheinlich ist der Thäter bei dieserArbeit gestört worden, denn er hatte das gebrauchte Werkzeug liegen lassen.

Butzbach, 9. August. Der letzte Schwein e⸗ markt war gut befahren und hatten sich wiederum viele Käufer und Verkäufer von Schweinen aus der Gegend von Friedberg, da dort gegenwärtig Viehmärkte bis auf weiteres nicht abgehalten werden dürfen, eingefunden. Rege Kauflust herrschte und hauptsächlich die Händler machten, da sie viele Schweine absetzen konnten, ein flottes Geschäft.

* Darmstadt, 7. August. Der Großherzog genehmigte eine zwischen dem hessischen Finanz⸗ ministerium und der 25. Division für den Aus- hebungsbezirk des Großherzogtums getroffene Vereinbarung über die Einstellung und Ausbildung von Forstwartaspiranten beim ersten Großherzogl. Infanterie-Regiment Nr. 115. DieDarmstädter Zeitung veröffentlicht die Vereinbarung mit dem Hinzufügen, daß sie am 1. Oktober d. J. in Kraft tritt und daß auch Nichtmilitärpersonen in die zu errichtende Forst⸗ wartschule eintreten können. Um der Ueber⸗ füllung der oberen Klassen des hiesigen Real⸗ gymnasiums zu begegnen, besteht die Absicht, die Realschule zu einer Oberrealschule durch Anweisung zweier Jahreskurse umzugestalten. Die Schulabteilung des Ministeriums ist, ob⸗ gleich eine Entschließung noch aussteht, diesem städtischen Projekt nicht abgeneigt.

* Darmstadt, 9. August. DieDarm⸗ städter Zeitung erfährt aus sicherster Quelle, der Besuch des russischen Kaiserpaares

* Mainz, 9. August. Bei den Uebungen des brandenburgischen Fuß-Artillerie-Regiments Nr. 3 in Wahn bei Köln kam es bei einer Schießübung mit Mörser zur Explosion eines Geschosses in den Mörser selbst. Zum Glück hatte in dem Moment, wo die Ex⸗ plosion erfolgte, die Mannschaft gedeckte Stellung eingenommen, sonst wäre ein entfetliches Unglück geschehen.

Worms, 9. August. Hier wurde auf Anzeige eines Fabrikanten aus der Nähe hiestger Stadt ein Fabrikant aus Altona ange⸗ halten, der es unternommen hat, den Werkmeister des ersteren Fabrikanten durch Versprechungen zu bestimmen, Einrichtungen und Fabri⸗ kationsgeheimnisse zum Zwecke Wettbe⸗ werbs ihm mitzuteilen. Der betreffende Fabrikant beabsichtigt, derWorms. Ztg. zu⸗ folge, eine Konkurrenzfabrik zu gründen und war jedenfalls eigens zu dem Zwecke hierhergereist, um von den Angestellten der hiesigen Fabrik die Geheimnisse über Fabrikationsart und Einrich⸗ tungen gegen Bezahlung zu erspähen. Der be⸗ treffende Werkmeister war jedoch schlau und vorsichtig genug und ging nicht auf den Leim, sondern machte seinem Prinzipale Mitteilung, worauf dieser die nötigen Schritte einleitete. Es ist dies hier der erste Fall eines Vergehens gegen das am 1. Juli d. J. in Kraft getretene Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Gegen den Altonaer Fabrikant ist Untersuchung eingeleitet.

Vermischtes.

Eine türkische Frauenzeitung. Es dürfte bereits Vielen bekannt sein, daß in den kürkischen Harems Büchen, insbesondere französische Romane, nicht mehr zu den Seltenheiten gehören. Und wenn auch heute noch die Frau in der Türkei keinerlei andere Pflichten, als die einzige: schön zu sein, zu erfüllen hat, so scheint eben in der Beschäftigung mit der Lektüre ein Beweis da⸗ für zu liegen, daß sie ihrer eintönigen, geistlosen Lebens⸗ weise bereits müde geworden ist. Dem Bedürfnis nach einer einheimischen Zeitung für die Frauen Rechnung tragend, hat der türkische Schriftsteller Abdul Hakki Ha⸗ mid Bey eine Frauen⸗Revue gegründet. Es ist dies die zwei Mal wöchentlich erscheinende RevueKhamma⸗Cora Makhsons, die sich bereits heute einer Auflage von 3500 Exemplaren erfreuen soll. Bemerkenswert ist, daß die meisten Artikel dieser Zeitung von Frauen geschrieben werden. Die Journalistin im Harem ist jedenfalls eine interessante Erscheinung.

Ein geisteskranker Unterofsizier. Wie dieTilsiter Allg. Ztg. berichtet, wurde kürzlich ein Unteroffizier der 7. Kompagnie des Infanterieregiments in Tilsit, als er von einer Festlichkeit in die Kaserne zurück⸗ kehrte, von Geisteskrankheit befallen. Er ging in eine Mannschaftsstube, befahl den im tiefsten Schlafe liegenden Soldaten aufzustehen und sich anzukleiden, was von den⸗ selben auch befolgt wurde. Dann mußten die Mann⸗ schaften die verschiedensten Exerzitien ausführen. Als diese aber kein Ende nehmen wollten, schien den Soldaten doch die Lust zu weitereu Uebungen zu vergehen, worauf der Unteroffizier ein in den Gewehrstützen stehendes Ge⸗ wehr ergriff und dasselbe unter der Androhung schußbereit machte, daß ein jeder wisse, was ihm bevorstände, wenn

diese Be i Ministerialverord⸗[Beleuchten der Haus⸗ u nd Treppen⸗ am hiesigen Hofe sei auf Anfang Oktober zuge⸗ er ihm den Gehorsam verweigere. In Folge dessen erer⸗ 1 e e daten die 91 auch für[flure seitens der Hauswirte oder deren Stell⸗ sagt, während Großfürst Sergius und Gemahlin zierten die Soldaten weiter. Als nach einer kleinen Weile die andtagswahl in unserer Stadt zutreffend sein.! vertreter. Es sei deshalb wieder darauf hinge- bereits Ende September eintreffen werden. der Unteroffizier das Gewehr neben sich hinstellte, be⸗

Das blaue Herz. Roman von Karl Ed. Klopfer. (Nachdruck verboten)

(Fortsetzung.)

r

e Tischkante stützend; mit der andern Han

0 machte er eine beschwörende Geberde.

sich dort am 11. und 12. Februar aufgehalte haben?

jedoch Worte zu finden. an err Graf! bemerkte Iguaz. im Reotfall meinen

können ich hab' seinen Aufenthalt

und einen Cylinderhut

Dingelmann Sie dann nicht augenblicklich wiede t, so soll man mich als einen elenden Eh abschneider verurtheilen!

Langsam trat er an den Tisch vor,

Stimme:

e was dann?

Effenberg erhob sich jetzt schwerfällig, sich auf

Geben Sie nun zu, Norbert, daß Sie mit Thekla einen Abstecher nach München gemacht und

Degenstein ließ den irren Blick im Zimmer berumgehen und öffnete mehrmals den Mund, ohne

Man würde ehemaligen Prinzipal herzitieren 0 5 erforscht. Erlauben Sie mir, mein Metier an Ihnen zu üben indem sch Ihnen Haar und Bart schwärze und

gelben Puder auflege! Nehmen Sie hierauf einen U und wenn Herr

De i bekamen jetzt wieder Leben. Deggensteins Augen beka jetz ug li le

zu dem Baron hinüber und sagte mit sehr deut⸗

und wenn ich zum Beispiel das Alles

Effenberg und Ignaz fuhren förmlich auf und wechselten einen langen Blick miteinander.

Herr Graf dann schreit gegen Sie ein Mord⸗Verdacht!

Diese überraschend markigen Worte des eben noch ganz gekuickten Freiherrn schienen eine Weile d durch das Zimmer zu schweben.

Mord, warum Mord? lallte der Graf; die Zunge mußte ihm am Gaumen kleben.Sprechen Sie, Baron, sprechen Sie Alles aus, was man an n sogenannten Indizien wider mich zusammengetragen hat! Ich möchte doch wissen, mit welchen Mitteln man mich verderben will.

Nun denn, Herr Graf, fuhr Effenberg im plötzlich errungenen Vollbesitze seiner väterlichen Würde fort,ich will die Anklage so formulieren, wie sie Ihnen der Vertreter des verletzten öffent⸗ lichen Rechtes vorhalten müßte. Freilich wird da Manches zu Ihren Ungunsten ausgedeutet werden müssen, was unter anderen Umständen als belang⸗ los angesehen worden wäre. Man wird Ihnen nachweisen, daß Sie trotz der reichen Mitgift r- Theklas bald nach der Hochzeit wieder in Schulden r⸗steckten, daß Sie der Schwiegervater dann zum zweiten Male rangierte und daß Sie durch Hazardspiel und wahnsinnige Wetten abermals in Schwierigkeiten geraten seien. Als Thekla beim Tode ihres Vaters dessen Millionen geerbt, hat Sie Ihnen einen bedeutenden Teil dieses Erbes überlassen. Sie haben damit weitgreisende Speku⸗

weitergeführt. Die Dienerschaft von Chlobonitz wird Ihnen von gewissen drastischen Auftritten er zählen, die man belauscht hat. Oefter als einmal sei aus dem Munde der beleidigten Gattin das Wort Scheidung gefallen, aber Sie hätten dann immer wieder Alles aufgeboten, ein leidliches Ein vernehmen mit der Gekränkten herzustellen. Diese

der Sie noch an sie fessle. Geldzuwendungen.

währenden Schulden

bei. Muffen

Degenstein unterbrach hier einem schneidenden Auflachen.

den Baron

ergiebiges Feld. Aber weiter, weiter!

gedämpfterer Stimme fort.

lationen eingeleitet meist ohne günstigen Erfolg;

dazwischen haben Sie Ihr ungeordnetes Leben

habe Ihnen eines Tages in's Gesicht gesagt, sie wisse nur zu gut, daß Sie keinen Funken von Liebe zu ihr hätten, und daß es nur ihr Reichtum sei, Um so unerbittlicher blieb sie dann bei der Verweigerung aller weiteren Aus ihren Mitteln bestritt sie den ganzen Haushalt, aber zur Tilgung ihrer fort⸗ und zur Unterstützung der Börsenoperation, in denen sich Ihre Spielerleiden⸗ schaft schließlich gefiel, ließ sie sich nicht mehr her⸗ So hatten Sie in letzter Zeit Ihre böhmischen Güter bis aufs Aeußerste mit Hypotheken belasten

mit

Za meine Jugendsünden, meine Jugend⸗ sünden! Die bieten nun meinen Widersachern ein

Effenberg schöpfte neuen Atem und fuhr mit

Man sagt, während der Krankheit der

hätten Sie ihr eine sehr überraschende Freundlich keit gezeigt (Fortsetzung folgt.)

Verlockendes Heiratsgesuch. Im An⸗ zeigenteile einer Kentuckyer Zeitung sucht ein Farmer eine Frau in folgender Weise:Allen Mädchen zwischen 16 und 21 Jahren, die es angehen mag, thue ich kund, daß ich, Jarvis Pinner zu Pigeon Roost, Grafschaft Clay, Ky., im vollen Besitze meiner geistigen Kräfte und dispo⸗ sitionsfähig, Eigentümer einer prachtvollen Farm von 150 Acres, mit einem Garten von 300 fruchttragenden Apfel⸗ bäumen und dem besten Rassenvieh, als Schweizer Kühen, chinesischen Schweinen und spanischen Hühnern, Besitzer aller Bequemlichkeiten des Lebens, nur nicht, gleich Adam im Paradiese, einer Gefährtin, andurch jedem jungen Mäd⸗ chen von vorerwähntem Alter, das mir eine Eva sein und die Freuden und Genüsse meines Heims teilen will, jene meine Habseligkeiten zur Verfügung stelle und ver⸗ spreche, ihr ein liebender Gatte zu sein. Mädchen, die den Namen Susanna tragen, brauchen sich nicht zu melden Um angenommen zu werden, muß das Mädchen von guter Familie, gutem Charakter, guter Gestalt und hüb⸗ schem Gesicht sein. Frauenspersonen mit Mopsnasen oder schielenden Augen werden nicht berücksichtigt. Man be⸗

ehrenwerte Jarvis Pinner die Richtige fand!

Ist ein Fahrrad pfändbar. Diese Frage wurde vor einigen Tagen in Wien entschieden. Einem Radfahrer wurde wegen einer Schuld das Rad gepfändet; derselbe verlangte die Herausgabe des Rades, das er als Agent zum Lebensunterhalt unbedingt nötig habe. Das

Gräfin scheine sich Ihr Verhältnis zu der Gattin gebessert zu haben, und während der Rekonvalescenz

Bezirksgericht schloß sich dieser Anschauung an und hoh die Pfändung des Fahrrades auf.

nutze die seltene Gelegenheit. Hoffen wir, daß der