Ausgabe 
7.7.1896
 
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1896.

Gießen, Dienstag, den 7. Juli

Ausgabe

Gießen.

N. Redaktion: 7 * Kreuzplatz Nr. 4..

Erscheint täglich mit Ausnahme der

Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.

8 Expedition: 2

Kreuzplatz Nr. 4.

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Lokales und Provinzielles. Gießen, 6. Juli. Das Konzert des gängerchors des Wetzlarer Lehrer- ereins in Steins Garten, welches am amstag Abend stattgefunden, war nur mäßig sucht. Besonders stark waren unter den besuchern der Veranstaltung die Mitglieder un⸗ Mit dem 23. salm von Bernh. Klein wurde das Konzert

onisten anreihten. Man war wohl im Allge⸗ einen mit zu großen Erwartungen in das bonzert gekommen. Der erste Tenor war in Ir 45 Mann starken Sängerschaar leider nur genügend vertreten. Der zweite Tenor und e Bässe wirkten brillant. Die Herren aus etzlar würden fraglos Vorzügliches leisten, enn sie sich bei ihrem öffentlichen Auftreten Arch Solisten verstärkten, welche die Führung übernehmen hätten. Trotzdem die Sänger

sörer nicht mit Beifall, der besonders für zwei m Dirigenten der Säuger, Herrn W. Schmidt, rangierte VolksliederVon der oberen Lahn tspendet wurde. Ebenso wurdeJ weiß a ins Tröpfle, von Geller, lebhaft applaudiert, zohl des Componisten wegen, welcher, ein ge r Gießener, augenblicklich unser Kronbauer

Quartett leitet.

Gießen, 6. Juli. Das Sommerfest es kaufmännischen Vereins, welches tern in Bad Nauheim abgehalten wurde, t vorzüglich verlaufen. Mit dem Zuge 2 Uhr 8 Minuten Mittags fuhren die Mitglieder mit hren Damen nach dort. Im Hotel Restaurant 1 n wurde gemeinsam Kaffee ge⸗ unken.

0 Nach herrlichen Spaziergängen fand sch um 7 Uhr Abends die Gesellschaft wieder

. Nachdem man gut zu Abend gespeist, wurde chtig getanzt. Die Rückfahrt erfolgte, für die ilnehmer viel zu früh, mit dem Zuge 10 Uhr Minuten. Die jungen Leute haben sich bei sesem Ausfluge so gut amüsirt, daß allgemein er Wunsch laut wurde, ein solches Vergnügen göge in diesem Jahre noch einmal arrangiert verden.

* Gießen, 6. Juli. Der gestern vom Ge⸗ angvereinHeiterkeit unternommene Aus⸗ lug nach Cassel und Wilhelmshöhe muß als ein gach jeder Hinsicht wohlgelungener bezeichnet werden. Im Ganzen beteiligten sich 35 Personen. Während die Vormittagsstunden zur Besichtigung her Sehenswürdigkeiten Cassels ausgenutzt wurden, erbrachte man den ganzen Nachmittag auf der e Wilhelmshöhe, woselbst auch die

Zänger Gelegenheit fanden, bei manchem Glas ges guten Casseler Gerstensaftes ihre Lieder zum Besten zu geben. Wie sehr man sich allerseits amüsiert hatte, bewies am besten die fröhliche heimfahrt.

W. Gießen, 6. Juli. Einen geradezu glänzenden Erfolg errangen bei dem gestern in Dillenburg stattgefundenen Mannschafts⸗ rennen des Nordbezirks des 9. Gaues vom deutschen Radfahrerbund die hiesigen Vertreter des RadfahrersportsDie Wanderer G. R. G. und der Radfahrer-Verein. Fast alle Bezirks⸗ Vereine hatten ihre besten Fahrer am gestrigen Tage nach Dillenburg entsandt, um im heißen Ringen um die Siegespalme zu kämpfen. Das Resultat des Rennens ist das Folgende. I. Preis Die Wanderer G. R. G. 2. Preis Gießener Radfahrer-Verein. 3. Preis Biedenkopfer Rad⸗ fahrer-Verein. Ein Anerkennungs-Diplom erhtelt der Dillenburger Radfahrer-Verein. Die Mann⸗ schaft der Wanderer bestand aus Karl Duill, Willi Hilgardt, Wilh. Hamel, Hrch. Hamel, Ludw. Hamel, Hrch. Nikolaus, Adolph Noll und Fritz Marx. Die Mannschaft des Gießener Rad fahrer⸗-Vereins bestand aus Fritz Jung, Georg Kirch, C. Schmidt, W. Weigel, Konrad Hamel, Gustav Röder, H. Krämer und W. Helfritz. Die zu nehmende Strecke war 25 Kilometer lang. Die Wanderer fuhren dieselbe durchschnittlich in 50 Min. 31 Sek., der Gießener Radfahrer-Verein in 52 Min. 55 Sek. Die drei besten Fahrer waren Karl Duill(Wanderer) mit 48,15, Ludwig Hamel(Wanderer) 48,19 und Fritz Jung(G. R.⸗V.) 48,45 Minuten. Die in Dillenburg bewährten Leistungen legen Zeugnis ab, daß sich die Fahrer des Nordbezirks betreffs ihrer Leistungen den besten Fahrern des ganzen Gaues ebenbürtig erweisen. Unsere beiden Gießener Radfahrer-Vereine werden heute Abend die mit dem Zuge 7 Uhr 26 Minuten von der Feststadt hier wieder eintreffenden Sieger mit Musik einholen und nach Steins Garten geleiten, wo ein Bankett stattfinden wird, zu dem die Bürgerschaft freundlichst eingeladen ist. Der von denWanderern G. R. G. heimgebrachte 1. Preis ist im Schaufenster der Ferberschen Universitäts⸗Buchhandlung am Kirchenplatz aus gestellt.

* Gießen, 6. Juli. Ein fetter Prozeß. Einer unserer Rechtsanwälte hat den Auftrag von der Hess. Ludwigs-Bahn-Gesell⸗ schaft den Hessischen Staat wegen Uebernahme der Bahn eventuell 15 verklagen. Der Streit wert soll 260 Millionen betragen. Der Prozeß würde vor dem Landgericht Darm stadt anhängig zu machen sein.

Gießen, 6. Juli. Heute Morgen wurde auf unserem Güter bahnhofe auf eigenartige Weise selten vorkommendesGut ausgeladen. Am Samstag waren drei Wagenladungen Brieftauben aus dem Rheinland hier einge⸗ troffen, denen man schon gestern ihre Freiheit geben wollte. In der letzten Minute der

5 9 der Tiere war schon vorbereitet wurde derselbe jedoch telegraphisch des Sturmes wegen

inhibirt. Heute früh 6 Uhr 40 Minuten, nach⸗ dem die munteren Tierchen getränkt und gefüttert,

wurden die Käfige geöffnet. Nachdem der Schwarm es waren viele Hunderte von Tauben einige Mal gekreist, flogen sie in der Richtung nach Westen davon.

Gießen, 6. Juli. Der frühere Lehrer von Allendorf a. Lahn, Wilhelm Gottlieb Berg auer, wird jetzt von der hiesigen Staatsanwalt⸗ schaft steckbrieflich verfolgt. B. ist de⸗ kanntlich vor geraumer Zeit durchgebrannt, seine Familie zurücklassend.

* Bad Nauheim, 5. Juli. In der letzten Woche sind 778 Fremde hier angemeldet worden, gegen 783 in der Parallelwoche des Vorjahres. Die Gesamtfrequenz ist 7505; noch anwesend sind 3687 Personen. Die Zahl der bis zum 2. Juli angemeldeten Bäder beträgt 79093, gegen 69 535 am entsprechenden Tage des Vorjahres.

* Ober Ohmen, 3. Juli. Die Frau eines hiesigen, in Westfalen in Arbeit stehenden Mannes fuhr zu der in der Gemarkung befindlichen Lehm⸗ grube, um einen Wagen voll Lehm zu holen. Beim Loshacken des Lehms stürzte plötzlich die oben befindliche Erdmasse herab und verschüttete die Frau. Sie konnte zwar lebend von der Erdmasse befreit werden, erlitt aber hierbei innere Verletzungen, die sie ans Bett fesseln.

* Darmstadt, 5. Juli. Nachdem jüngst in verschiedenen hessischen Blättern der Freiherr v. Heyl als Nachfolger des amtsmüden Staatsministers des Großherzogthums, Finger, genannt wurde, wird jetzt Ministerial⸗ rat Dittmar als der zukünftiger Staatslenker Hessens genaunt.

* Darmstadt, 5. Juli. Wie dieD. Ztg. meldet, werden der Kaiser und die Kaiserin von Rußland nach den Besuchen in Kopen hagen, Berlin und Wien gegen Ende September nach Darmstadt kommen.

* Darmstadt, 5. Juli. Wie die neueste Nummer desHessischen Kirchenblatts meldet, hat sich der Vorsitzende des Evangelischen Pfarrvereins im Großherzogtum Hessen, Herr Pfarrer Schuster in Glauberg, aus Ge⸗ sundheitsrücksichten genötigt gesehen, den Vorsitz im Pfarrvereinsvorstande niederzulegen. An seiner Stelle ist Herr Pfarrer Schröder in Eichloch als stell vertretender Vorsitzender mit den Obliegenheiten des Vorsitzes betraut worden.

Bensheim, 4. Juli. Gestern Abend gegen 9 Uhr wütete in der Nähe unserer Stadt gegen Heppenheim zu eine furchtbare Windhose. Etwa 15 Obstbäume, darunter solche von 50 Centimeter Stammes-Durchmesser, wurden ent⸗ wurzelt, mächtige Aeste abgerissen und hoch in die Luft geschleudert. Eine auf dem Felde arbeitende Frau wurde von dem Sturme erfaßt und derart zu Boden geworfen, daß sie bewußtlos nach Hause getragen werden mußte. Der Schaden an den Fluren ist sehr beträchtlich.

* Lampertheim, 4. Jul. Der Bäcker E.

hier beauftragte im November v. J. den Bäcker

Walz im nahen Sandhofen mit Vermitte⸗ lung einer geeigneten Heiratspartie und versprach ihm als Provision 300. Auf diesen Betrag unterschrieb E. einen Wechsel, der aber, wie in einem Revers gewahrt war, erst nach der Hochzeit in Verkehr gesetzt werden durfte. Durch Vermittelung des genaunten Walz ver⸗ lobte sich E. mit einem Mädchen aus Sandhofen, welche Verlobung indes wieder in kurzer Zeit aufgehoben wurde. Obwohl dies Walz wußte, füllte er doch den Wechsel aus und gab ihn in Verkehr. Er wurde deswegen des Betrugs für schuldig erkannt und von der Strafkammer Mannheim zu einer Gefänguisstrafe von 6 Wochen verurteilt.

Mainz, 5. Juli. Vor kurzem wurde in unsrer Nachbarstadt Wiesbaden eine erheb⸗ liche Summe Geldes gestohlen und lenkte sich der Verdacht der Thäterschaft auf verschiedene junge Burschen, die in der Richtung nach Mainz entflohen waren. Unsre Polizei wurde von dem Vorfall alsbald benachrichtigt. Ein hiesiger Schutzmann hörte, daß in einer Wirtschaft ein junger Mann, der kürzlich von Wiesbaden herüber gekommen sei, außerordentlich viel Geld ausgebe. Der Schutzmann überzeugte sich thatsächlich davon, daß der junge Mann sehr splendid mit dem Gelde umging und nahm Veranlassung, den jungen Mann zu verhaften. Vor dem dienst⸗ thuenden Polizeikommissar geführt, wurde der Verdächtige alsbald ins Verhör genommen. Er gestand ein, daß er thatsächlich den Diebstahl verübt habe; er sei in das Zimmer des Herrn gekommen und als er dessen Kleidungsstücke auf einem Stuhl habe liegen sehen, habe er in die Taschen der Hosen gegriffen und daraus die Geldbörse mit 90. Inhalt entwendet, dann sei er mit dem Gelde auf und davon gegangen u. s. w. Wie erstaunte aber der Revierkommissar, als ihm da der Verhaftete eine Diebstahlsge⸗ schichte erzählte, von welcher er gar keine Ahnung hatte; er war der Meinung, er hätte einen jener Spitzbuben vor sich, die sich in Wiesbaden an dem andern Diebstahl beteiligt hatten. Der Dieb kam sofort in Haft.

Vermischtes.

Ein Riesenwerk der Brückenbaukunst. Aus Elberfeld wird den Zeitungen geschrieben: In ihr interessantestes Stadium treten im Juli oder August die Arbeiten an dem großen Wupperviadukt bei Müngsten, von dessen gigantischen Dimensionen in den Zeitungen wiederholt die Rede gewesen ist. Es beginnt um diese Zeit die Montage des großen Mittelbogens, die ohne jed⸗ wede Unterrüstung, nur mit Hülfe mächtiger Drahtseile bewerkstelligt wird, dabet handelt es sich um eine Spann⸗ weite von 170 Meter, bei einer Höhe von 107 Meter. Es finden zu der Arbeit 8 Taue Verwendung, auf jeder Seite 4, deren Enden in 30 Meter tiefen Ankerkammern befestigt sind. Die Bruchfestigkeit eines solchen Seiles ist auf 500 000 Kilogramm berechnet, die thatsächliche Bean⸗ spruchung soll aber nur den vierten Teil betragen. Das Eisengewicht der beiden Bogenträger einschließlich des

Das blaue Herz. Roman von Karl Ed. Klopfer. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Das Packet zum Baron Effenberg? Ja. Du wirst es der Tochter des Hauses überbringen.

Es war gänzlich überflüssig gewesen, daß er sich hurch den Bedienten daran hatteerinnern lassen vollen. Er hätte auch wissen können, daß er es acht vergessen würde, ebensowenig wie man einen Schmerz vergessen kann, der uns nicht eine Sekunde diläßt.

Er hatte gestern mit Adele von einem Skizzen⸗ che Vollwangs gesprochen, das er zur Erinnerung bt, jene gemeinsame Orientfahrt aufbewahrte; es ithielt Schilderungen der Reiseeindrücke, und der Professor hatte es ihm geschenkt. Die Baronesse hütte sich dafür interessiert und ihn gebeten, die Mätter sehen zu dürfen, und Fröden hatte ihr ver⸗ sirochen, ihr bei nächster Gelegenheit diesen Wunsch erfüllen. Da hatte er sich noch gefreut, damit kern Vorwand zur baldigen Wiederzusammenkunft funden zu haben. Beim Verlassen des Hauses

Pele nicht wieder begegnen zu wollen. Ehe der Attaché zu seinem Morgenspaziergang ansging, übergab er dem Diener das wohloerpackte 0 Glizzenbuch; auf einer darin liegenden Visitenkarte kreldete er der Empfängerin in einigen verbindlichen sihrasen, daß er sich die Gnade erbitte, ihr das uch als Andenken überreichen zu dürfen. Das zar der endgiltige Abschied von ihr. Ignaz sah sich im Vorzimmer Effenbergs einem bepetitlichen, schwarzäugigen Zöfchen gegenüber, bei

der war bei ihm der Entschluß fest gestanden,

sagte mir der Portier

Nein; es ist niemand von der Herrschaft zu Hause. Was wollen Sie von der Baronesse?

Ich hätte etwas an sie abzugeben.

Das Mädchen dieWetti, wie sie der Portier genannt hatte, als er den fremden Diener in's Stockwerk hinaufgewiesen streckte gelassen die mollige Hand aus, das Päckchen in Empfang zu nehmen. Aber Ignaz wollte die Aussicht auf eine längere Unterhaltung mit demreizenden Käfer nicht so leicht aufgeben.

Nein, sehr verehrte Fräulein Babette oder Wetti, das geht nicht so einfach. Ich habe den Auftrag, das Ding der Baronesse selbst oder nur einer direkten Vertrauensperson der Dame aus zuliefern.

Das bin ich, entgegnete die Kleine schnippisch. Das Fräulein hat kein Geheimnis von mir.

Ach! allen Respekt! Da kennen Sie sie also sehr genau?

Ich denke. Ich bin schon vier Jahre bei ihr.

Das Fräulein muß sehr interessant sein..

Zu gütig. Woraus schließen Sie das? Keunen Sie sie denn?

Noch nicht, aber mein Herr, der Gesandt schaftsattache Emmerich v. Fröden. Sehen Sie, bei dem nehme ich auch eine vollkommene Ver trauensstellung ein; ich war ihm schon zugethan, als ich noch Friseurgehilfe war und ihn in dieser Eigenschaft bedienen durfte. Dann, beim Militär, war er Offizier in meinem Regiment, ich trat als Bursche bei ihm ein, und als wir Beide unseren Abschied nahmen, folgte ich ihm auch auf der dip⸗ lomatischen Laufbahn.

sen Anblick sich sein Antlitz verklärte.

Jetzt hatte Fräulein Wetti die Gewogenheit,

Das gnädige Fräulein sei nicht zu sprechen,

Ton etwas freundlicher zu stimmen.

Der Attaché ist also ein angenehmer Herr?

Oh, ein lieber Kerl, sag' ich Ihnen! Für den ging' ich durch Feuer und Wasser! Und ich kann wahrhaftig auch sagen, daß er kein Geheimnis von mir hat.

Ei!

Meiner Treu! Denn was mir seine Miene und mein Spürsinn nicht verrät, das sagt er mir selber wenngleich auch ohne Bewußtsein.

Wieso?

Nun, er spricht im Schlafe, und besonders am Morgen, wie es scheint. Wenn ich leise eintrete, Feuer zu machen, höre ich gewöhnlich von ihm, was er am Abend zuvor erlebt hat.

Schlimm genug, für den Herrn Attache denn sie scheinen mir ein Schwätzer zu sein, Musjöb!

Ach, da müßt' ich bitten, Fräulein Barbara! Weun ich von dem, was ich von ihm höre, Ge brauch machen wollte, so geschähe es nur zu seinem Besten. Mein Herr ist nämlich in gewisser Hinsicht ein bischen schüchtern, wenn ich so sagen soll. Er hat sich, soweit ich ihn kenne, nie etwas Besonderes aus den Frauenzimmern gemacht. Ich glaube, er ist daher nicht imstande, mit der wünschenswerten Raschheit auf sein Ziel loszugehen, wenn sein Herz doch einmal eine Wahl getroffen hat.

Da hätten Sie ihn vielleicht unterrichten können, wie?

Fräulein Wetti, ich möchte von Ihnen nicht gerne verkannt sein. Ich bin kein Don Juan, wie man das nennt, aber an der nötigen Keckheit würde es mir wohl auch nicht mangeln, wenn ich einmal mit einer ernstlichen Herzentzündung umgehen

sollte.

Ja, das glaub' ich Ihnen. Und wer weiß, ob sich nicht wirklich einmal eine Gelegenheit fände, meinem Herrn in einer ähn lichen Sache zu Hilfe zu kommen.

Ignaz blickte das Mädchen dabei mit einem so schalkhaften Augenblinzeln an, daß die Kleine abermals lächelte.

Sie thun ja gerade so, als befänden Sie sich schon mitten in einer solchen Gelegenheit, Herr...

Ignaz heiß' ich oder wenn sie wollen: Nazi; das würde ich aus Ihrem kleinen Munde besonders gern hören.

Geh'n S' weiter, Sie Süßer! pikante Wienerin kokett ab.

Also hören Sie! Ich hätte wirklich Lust, Herrn v. Fröden zu zeigen, daß ich mich auf noch mehr verstehe als aufs Rasiren und Stiefelputzen. Ihre Gnädige, das muß ein wahrer Ausbund von Liebens würdigkeit sein, denn mein Herr scheint sie gestern noch zum ersten Male gesehen zu haben und schon ist er... Können Sie reinen Mund halten? mein Herr ist in ihre Baroneß bis über die Ohren verliebt auf Ehr' und Selig keit! Ich habs heute früh rausgekriegt und als er mir dies Album übergab, da war ich darüber völlig im Klaren. Wie wärs also, wenn Sie ihre Vertrauensstellung bei dem Fräulein dazu benützen würden...

Ihr das zu sagen? fragte Wetti entrüstet.

Gott bewahre! Aber auszukundschaften, ob mein Herr nicht Hoffnungen hätte.... Nein, Herr Ignaz, fiel die Zofe da schroff ein.Um es kurz zu sagen: mein Fräulein ist Braut.

Nazi prallte förmlich zurück.

wehrte die

(Fortsetzung folgt.)

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