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Gießen, Donnerstag, den 7. Mai
1896.
Ausgabe
Gießen.
ssche Landeszeitung
Redaktion:
605 Kreuzplatz Nr. 4. 1
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.
Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.
S 2
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
7 Der Gesetz⸗Entwurf, die Bildung und Zuständigkeit des obersten Verwaltungsgerichts betreffend
hat folgeeden Wortlaut: Artikel 1.
Zu Mitgliedern des obersten Verwaltungs⸗ gerichts(Verwaltungsgerichtshof) können außer den in Artikel 1 des Gesetzes vom 16. April 1879, betreffend die Bildung und Zuständigkeit des obersten Verwaltungsgerichts, bezeichneten Per⸗ sonen ernannt werden: 5
1. Mitglieder der Landgerichte oder solche Personen, welche Mitglieder des Oberlandes⸗ gerichts oder eines Landgerichts gewesen ind,
2. bent, welche ein höheres Ver⸗ waltungsamt bekleiden, oder solche Personen, welche ein derartiges Amt bekleidet haben, auch wenn jenes Amt juristische Bildung nicht voraussetzt.
Artikel 2.
Die Berufung der in Artikel 1 benannten Personen kann auch im Hauptamt erfolgen. Im übrigen finden auf deren Ernennung und Er⸗ tellung die Vorschriften des Artikel 1 des Ge⸗ setzes bom 16. April 1879 Anwendung.
Artikel 3.
In Streitigkeiten zwischen den Gerichten und den Verwaltungsbehörden oder Verwaltungs⸗ gerichten in Betreff der Zulässigkeit des Rechts⸗ wegs, ferner in Disziplinarangelegenheiten, in welchen das oberste Verwaltungsgericht(Ver⸗ waltungsgerichtshof) gemäß dem Gesetze vom 21. April 1880, die Disziplinarverhältnisse der nicht richterlichen Beamten betreffend, als Dis⸗ iplinarhof zu entscheiden hat, endlich bei Re⸗ 95 gegen Entscheidungen der Provinzialaus⸗ be e im Falle des Artikels 111 des Gesetzes, le innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, sind ausschließ⸗ lich die in Artikel 1 des Gesetzes vom 16. April 1879 genannten Mitglieder des Verwaltungs⸗ gerichtshofs zur Entscheidung berufen.
Urkundlich ꝛc.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 6. Mai. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen erläßt folgende für unsere Landwirte nicht unwichtige Bekanntmachung betr. Versicherung gegen Hagelschaden: Indem wir bei dem Heranwachsen der Feldfrüchte die Land⸗ wirte unseres Kreises zur Versicherung gegen Hagelschäden auffordern und darauf hinweisen, daß das Klollektieren wegen Hagelschäden nicht
einer Anzahl von Hagelversicherungsgesellschaften besonders im Interesse der mittleren und kleineren Besitzer eingeführte Kollektiv und Gemeindever⸗ sicherung aufmerksam. Die getroffene Einrich⸗ tung besteht darin, daß die Landwirte einer Ge— meinde einen gemeinsamen Versicherungsantrag unterschreiben und daß für dieselben sodann seitens der Gesellschaft eine gemeinsame Police ausgestellt wird. Einzelne Gesellschaften erlassen in diesem Falle die Police⸗Kosten ganz, jedenfalls tritt aber auch eine Ersparnis an Tapations⸗ kosten ein.
Gießen, 6. Mai. Es wird uns mitge— teilt, daß gestern 2 Frauen in Gonsenheim bei Mainz in Haft genommen sind, welche in dem Verdacht stehen, den gestern von uns gemeldeten Kindesmord begangen zu haben. Die vom Kreisarzt Dr. Haberkorn vorgenommene Ope— ration der Leiche soll ergeben haben, daß der kleine Körper schon länger in der Senkgrube gelegen haben müsse und daß die schnittartige Verletzung am Halse nicht etwa von einem Messer, sondern höchst wahrscheinlich von dem eisernen Hacken herrühre, mit dem die Arbeiter den In⸗ halt der Senkgrube vor der Entleerung um⸗ rührten.
Gießen, 6. Mai. Peter Die ita 19 die Strafkammer wegen Brand⸗ fell Dietz bestreitet, das ihm zur Last gelegte Verbrechen mit aller Entschiedenheit. Durch die Zeugenvernehmung wird festgestellt, daß derselbe als kleiner Knabe schon versucht hat, am hellen Tage eine Scheuer anzuzünden. Ferner ist Dietz vor Jahren schon bei einem Nachbar zum offenstehenden Fenster eingestiegen, um ein Zwanzigmarkstück zu stehlen. Das Gold⸗ stück hat er damals vergraben. Ein weiterer Gelddiebstahl wird im ebenfalls zur Last gelegt. — In Altenhain hat er im März vergangenen Jahres zwei Mal unter verdächtigen Um⸗ ständen gebrannt, ohne den Berdacht der Thäter— schaft auf den Angeklagten lenken zu können. Im September 1895 wurden gegen Abend in der Scheuer des Heinrich Hoffmann mehrere Bund Stroh angezündet, jedoch konnte das Feuer noch rechtzeitig gelöscht werden. Der Verdacht, diesen Brand angelegt zu haben, fiel auf den Ange⸗ klagten, der 110 vor Ausbruch des Feuers an der Scheuer vorbeigegangen war. Bei der so⸗ fortigen Durchsuchung der Taschen des Buben fand man ein Streichholz. Er bestritt bei dem Bürgermeister, an der Scheuer vorbeigegangen zu sein, trotzdem ihm diese Thatsache durch den Ortsdiener bewiesen werden konnte. Der Ge— richtshof verurteilte den Angeklagten wegen ver⸗ suchter Brandstiftung aus§ 306 und wegen Brandstiftung aus§ 308 zu 4 Monat und 14
Gegen den 13jährigen von Altenhain bei Laubach ver⸗
statthaft ist, machen wir speziell auf die seitens
Tagen Gefängnis. Dem Antrage des Staats⸗
anwalts gemäß wurden mildernde Umstände für vorliegend erachtet.
Gießen, 6. Mai. Die Kunst zu essen ist keine Kunst, zu der man geboren sein muß, wie zum Dichten oder Malen; man kann sie er⸗ lernen, wie der Wilde die Zivilisation— obwohl ein kundiger Thebaner irgendwo einmal behauptet hat:„Die Tiere fressen, der Mensch ißt, aber nur der Mann von Geist versteht geschmackvoll zu essen.“ Das hört sich recht nett und über⸗ zeugend an; doch kennen wir geistreiche Männer, die im Umgang mit Messer und Gabel hilflosen Säuglingen gleichen, und schlichte Männer aus dem Volk, die kaum ihren Namen richtig zu schreiben wissen, aber beim Tafeln so viel na⸗ türlichen Takt entwickeln, daß mancher gewandte Höfling sie um ihre Eßlust beneiden könnte. Man glaubt kaum, wie häufig oft gerade Leute von Bildung beim Essen gegen die einfachsten Regeln des Anstands und der guten Sitte ver⸗ stoßen, besonders, wenn sie als selbstherrliche Junggesellen gewohnt sind, im Gasthaus zu speisen, wo vorbildliche Eßkünstler in der Regel sehr rar sind. Da geschieht es denn wohl, daß elegante Herren, bevor sie zum Löffel greifen, erst umständlich Toilette machen und zum Ent⸗ setzen feinfühliger Tischgäste mit Kamm und Bürste ihren wallenden Haarwuchs bearbeiten; mit denselben Fingern, die eben den pomadisterten Schnurrbart von lästigen Suppentropfen gereinigt haben, fassen sie ins Salzfaß; sie schwatzen hör⸗ bar, wenn ein Gericht ihnen ausnehmend mundet; sie reißen beim Zähnestochern den Rachen weit auf, ohne Rücksicht auf die widrigen Gefühle, die der Anblick hohler Backenzähne bei ästhetisch veranlagten Naturen hervorrufen muß, ja sie stecken wohl gar in souveräner Zerstreutheit den Zahnstocher in die Büchse zurück, die, bis zum Rande mit gleich nützlichen Instrumenten gefüllt, auf der Tafel prangt.... Wer zählt und nennt die Unarten alle, die von mangelhaften Eßkünstlern tagtäglich im Gasthaus begangen werden? Das Thema ist unerschöpflich und wir müßten, statt eiuer kurzen Plauderei, ein dick⸗ leibiges Buch schreiben, wenn wir nach jeder Richtung hin ihm gerecht werden wollten. Wir hüten uns aber klüglicherweise, denn ein solches Werk würde uns sicher viel Feindschaft zuziehen, mehr vielleicht, als der schneidigste Leitartikel oder die schärfste Theaterkritik. Es genügt uns durchaus, wohlwollende Leserinnen und Leser zum Nachdenken anzuregen und bei Vätern und Müttern die heilsame Erkenntnis zu fördern, daß das Essen eine Kunst ist, die gelernt werden kann und die um so schneller sich herrlich entfalten wird, je früher man die heranwachsende Jugend mit ihren Finessen vertraut macht.„Sage mir, wie Du ißt, und ich sage Dir, wer Du bist“— dieser Spruch sollte als Mene tekel in großen
Lettern an der Sonnenwand jedes häuslichen Eßzimmers leuchten, den„Kanibalen“ zur War⸗ nung, die sich nicht überwinden können, den Fisch mit der Gabel zu verspeiseu und beim Gemüse, wenn es zum Munde geführt wird, auf die Hilfe des Messers zu verzichten. Wilde erlernen oft leichter die Zivilisation, als gebildete Europäer die schwierige Kunst zu essen, die von der Wiege bis zum Grabe unaufhörlich durch strenge Selbst⸗ zucht geübt und vor schnöden Rückfällen ins Un⸗ schickliche bewahrt werden muß.
* Gießen, 5. Mai. Die Sterblichkeit im Groß⸗ herzogtum Hessen im Monat Märrz 1896 betrug in den 15 größten Gememeinden:
Prozent pro Jahr
Gemeinde Einwohner. Sterbefälleen. 1000 Lebenden.
Mainz 77,500 112 17,34 Darmstadt 64,600 125 23,23 Offenbach 40,000 52 15,60 Worms 29,000 49 20,38 Gießen 23,000 55 28,45 Bingen 8,052 9 13,09 Kastel 7,750 13 20,13 Lampertheim 7,300 13 21,37 Bensheim 6,700 16 28,66 Viernheim 6,650 11 19,85 Alzey 6,550 13 23,82 Neu⸗Isenburg 6,400 7 1313 Friedberg 6,050 13 25,79 Pfungstadt 5,900 41 22,37 Heppenheim 5,000 8 19,20 (inkl. Irrenanst.)
Im Ganzen 507 Todesfälle und 20,23 Proz. durch⸗ schnittlich pro Jahr und 1000 Lebenden.
* Butzbach, 5. Mai. Bei schönem Wetter und unter lebhafter Beteiligung fand gestern auf dem Festplatz am Bahnthor ein Radfahrer⸗ fest statt. Die Stadt hatte zu Ehren des Festes reichen Flaggenschmuck angelegt. Am Vorabend des Festes wurde eine Fackelzug unter Musik⸗ begleitung durch die Stadt nach dem Festplatz veranstaltet. Konzert, das in schönster Weise verlief, ebenso auch das am Festtage abgehaltene Frühkonzert. Vom Weisler Thore aus bewegte sich gegen 4 Uhr nachmittags unter den Klängen der Musik der Festzug nach dem Festplatze, dessen Teilnehmer, darunter auch Damen, ihre„Stahl⸗ rosse“ zum Teil mit Blumen geschmückt hatten. Fast durchgängig gut, häufig sogar ausgezeichnet, waren die bei dem Konkurrenz-, Kunst⸗ und Reigenfahren(für Hoch- und Niederräder) auf dem großen Podium in der Festhalle zu Tage getretenen Leistungen. Am Abend fand die Preisverteilung statt.
* Bad Nauheim, 5. Mai. Ein am Sonn⸗ tag in Ober-Mörlen gefeiertes fröhliches Hochzeitsfest sollte einen tieftragischen Abschluß finden. Nach einem ortsüblichen Brauche sollten während des Nachtessens der
Onkel Ebenso. Von Edgar Reinhold.
(Fortsetzung.)
Otto's ruchlose Kußverweigerung ließ das Ver⸗ hältniß zwischen Onkel und Nichte in ein neues Stadium treten: die Nichtachtung wurde gegenseitig. Else's weibliches Bewußtsein war bereits genügend entwickelt, daß sie das Kränkende in Otto's Be⸗ nehmen herausfand, und Onkel und Nichte gingen stumm aneinander vorüber.
Da wollte es der Zufall— Otto war bereits Student und Else ein angehender Backfisch von dreizehn Jahren— daß der Onkel einmal auf der Straße seine Nichte von einem Rudel anbetender Sekundaner befreite. Diese rettende That bewirkte wieder einen Umschwung. Otto wurde für Else das Ideal eines Retters. Sie stickte ihm ein Cervis, nähte die Landesvater in sämtlichen Mützen kunstgerecht aus und zählte mit Vorliebe die Schmisse in Otto's Gesicht. Das letztere war Otto nicht angenehm, ebensowenig wie der„Onkel Ebenso“, den er nun wieder öfter zu hören bekam, aber er duldete schweigend, in Aubetracht der sonst zu Tage tretenden Verehrung und mit Rücksicht auf die Familie und den häuslichen Frieden. Lange dauerte übrigens diese Periode nicht, Else kam in eine aus⸗ wärtige Pension und Otto trieb sich eine Weile auf auswärtigen Universitäten und sonstwo herum.
Nun hatte sein Beruf Otto wieder in die Heimatsstadt zurückgeführt, als einen äußerst ge⸗ setzten, vernünftigen Mann, wie er selbst mit Genug⸗ thuung feststellte. Hier hatte er Else wiedergefunden.
„Ein lieblich holdes Geschöpf“, hatte er sich im ersten Augenblick gesagt.
„Das alte naseweise Ding von früher“, dachte
er im zweiten, als Else ihn lachend als„Onkel
—
Ebenso“ begrüßte. Bei diesem zweiten Urteil blieb er stehen.
Else hatte allerhand au dem Onkel auszusetzen, und nicht genug, daß sie ihre Kritik ganz ungeniert übte, gab sie auch nicht eher Ruhe, als bis sie ihren Willen durchgesetzt hatte.
„Onkel Ebenso, Deine Sachen strömen einen eutsetzlichen Tabaksduft, das vermeidest Du am besten, wenn—“
Und nun folgte eine kleine Vorlesung, und das Ende vom Liede war, daß Otto sich bequemen mußte, nach dem Rezept seiner klugen Nichte den Tabaksgeruch aus seinen sämtlichen Sachen aus— zutreiben und allmählich sich gewöhnte, jeden Rock, den er anzog, auf seine Geruchlosigkeit hin sorg— fältig zu prüfen.—
„Onkel Ebenso, auf dem Kasinoball tanzest Du mit mir Walzer.“
„Aber Else, Du weißt doch—“
„Daß Du nicht kannst. Eben darum üben wir jetzt.“
„Aber Else—“
Aber Else ließ nicht locker, und der Onkel be— kam bei seiner Nichte Tanzlektion, bis er walzen konnte. Er tanzte freilich wie ein Bär, aber er blieb doch im Takt.—
So ging das immer weiter mit„Onkel Ebenso—“ und„Aber Else—“ und so energisch sich Otto auch mitunter sträubte, er unterlag doch stets, ein geplagtes Opfer der Launen seiner Nichte.
„Weiß der Teufel“, knurrte er oft,„weshalb sie mich nicht in Frieden lassen kann. Wenn ich ihr nicht gefalle, soll sie mich doch nicht ansehen. Aber sie sieht mich solange an, bis sie irgend etwas entdeckt hat, was ihr nicht in den Kram paßt und dann geht die Scheererei los.“
Jüngst hatte Otto bei irgend einer Gelegenheit sich mißliebig und verächtlich über die Mode des
Vielliebchenessens ausgesprochen. Die unmittelbore
Folge davon war, daß Else ihn zwang, mit ihr ein Vielliebchen zu essen. Die gesellschaftlichen Regeln erleichterten dem jungen Mädchen dieses Unter— nehmen bedeutend, denn vermöge dieser Regeln durfte Otto nicht ausschlagen. Er verlor natürlich. Sofort sann er darüber nach, durch was für ein Geschenk er Else den größten Possen spielen könnte, ob durch Mommsens Römische Geschichte, die die Nichte noch von der Pensionszeit her haßte, oder durch eine Marzipantorte, ein Gebäck, an welchem sie sich letzte Weihnachten gründlich den Magen ver— dorben hatte. Aber Else kam ihm zuvor; sie be⸗ hauptete, die Gewinner im Vielliebchen hätten das Wunschrecht, und sie würde dem lieben Onkel Ebenso ihren diesbezüglichen Wunschzettel demnächst über— reichen. Dieser Wunschzettel war das zierlich be— kritzelte Kärten, das Otto uervös in seiner Rock— tasche zerknitterte, das ihn so in Harnisch gebracht hatte, daß er ganz seine gute Erziehung vergaß und qualmte wie ein Wachstubenkorporal, das er kurz aber entschieden mit:„So'n Blödsinn!“ be- und verurteilte.
Else wünschte sich einen Laubfrosch.
Nun wird zwar niemand diesen Wunsch für einen unbescheidenen halten, aber Otto, mißtrauisch gegen alles, was von Else kam, witterte dahinter irgend eine kleine Bosheit, vielleicht eine ihm vor— läufig noch unklare Anspielung auf Gott weiß was. Auch war ihm völlig schleierhaft, wo er so ein Tier kaufen sollte. Doch das wußte vielleicht Frau Krüger, seine Wirtin. Er öffnete seine Stubenthür und rief hinaus:
„Frau Krüger, bitte kommen Sie einmal her.“
Frau Krüger, die behäbige Wirtin, präsentierte sich in ihrer weißen Haube und blauen Küchen—
schürze.
„Sagen Sie, beste Frau Krüger, wo kauft man einen Laubfrosch?“
Die Frage mußte der Frau unerwartet kommen, denn sie stand einen Moment sprachlos und riß Augen und Mund weit auf. Dann blickte sie ihren Mietsherrn besorgt an:
„Jesus Maria—“
Otto ließ die Frau nicht ausreden, sondern klappte die Thür zu und ließ sie draußen. Er sah es ihr an, sie hielt ihn für verrückt, und er wollte sich nicht auf Diskussionen einlassen. Seine Laune wurde durch das Intermezzo nicht verbessert, und brummend machte er sich zum Ausgehen fertig. Irgendwo mußte er doch so einen nichtsnutzigen Lurch auftreiben.
Zunächst lenkte Otto seine Schritte nach einer Tierhandlung. Daselbst gab es Papageien, Affen, junge Bären und Löwen, aber Laubfrösche bedauerte der Besitzer lächelnd nicht zu haben. Er konnte auch durchaus nicht angeben, in welchem Laden der Herr etwa das Gewünschte erhalten könnte. Miß⸗ mutig ging Otto fort, um sich weiter umzuthun. Es war nicht gerade angenehm, auf den Straßen zu promenieren, denn es war Juli und eine wahre Backofenhitze. Planlos irrte der junge Mann um⸗ her, blieb ab und zu vor einem Schaufenster stehen und starrte gedankenlos hinein; da sah er mit einem Male vor sich, was er suchte; einen Laubfrosch im Glase mit einer Leiter. Aber ach, ein genauerer Hinblick belehrte Otto, daß er vor einem Seifen— und Lichteladen stand, und daß der Laubfrosch im Schaufenster kein Natur- sondern ein Kunstprodnkt war, aus feinem Wachs kunstvoll geformt.
(Schluß folgt.)
„Was ist's denn, Herr Doktor?“
Hierauf folgte auf dem Festplatze


