Ausgabe 
7.1.1896
 
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Gießen, Dienstag, den 7. Jannar

1896.

Hessische

Ausgabe

Gießen.

sandegzeikung.

Redaktion: 4 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die öspaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4.

Zur Beachtung.

DieHessisehe Landes⸗Zeitung,

Ausgabe Gießen wird regelmäßig

sãmmtliche 5

Holzversteigerungen und Submissionen

der Provinz Oberhessen(Kreise Gießen, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lau- terbach und Schotten) und des Kreises Wetzlar veröffentlichen

Die Holzversteigerungen und Submissionen der Kreise Biedenkopf, Marburg, Kirchhain, Ziegenhain, Homberg und Frankenberg finden unsere Leser dagegen in der Marburger Ausgabe derHessischen Landes-Zeitung.

DieHessische Landes-Zeitung bringt diese wichtigen Bekanntmachungen also in einer Vollständigkeit, wie sie kein anderes hiesiges oder auswärtiges Blatt zu bieten vermag.

Die amtl. Bekanntmachungen der Stadt und des Kreisamts Gießen werden ebenfalls in derHessischen Landes Zeitung, Ausgabe Gießen,

regelmäßig

zu finden sein.

Gießener Neu⸗ und Umbauten im Jahre 1893. Spezialbericht derHess. Ldztg.

(Fortsetzung.)

Unser Spaziergang führt uns von der Land⸗ mannstraße die Grünbergerstraße bergausteigend nach dem im verflossenen Jahr errichteten Ka⸗ im welcher sich als Backsteinrohbau arstellt und welcher in den nächsten 4 Wochen übergeben werden soll. Die Lage dieses Gebäudes ist allerdings eine sehr schöne und gesunde. Für den Beschauer ist nach dem Aeußerlichen des Bauwerks es schwer er findlich, daß man hier vor einem zu militärischen Zwecken bestimmten Hause steht, und zwar um 1 weniger, wenn man einen Vergleich mit dem aneben stehenden Kasernement macht. Wir gehen die Grünbergerstraße zurück bis zur neu angelegten Moltkestraße, um uns in der letzteren den nach Plänen des Architekten Seuling er richteten Neubau des Fabrikanten Valentin Fießer anzusehen, welcher neben der Fabrik, von der Straße etwas zurückgesetzt, belegen ist. Hierdurch beherrscht allerdings der sehr einfach F Fabrikbau zum Schaden des in deutscher

enaissance angelegten herrschaftlichen Wohn⸗ hauses die Situation. Das Wohnhaus selbst, als Backsteinverblendbau mit reicher Sandstein⸗ Architektur durchgeführt, ist in der Durchbildung der Form als schöner Bau zu bezeichnen. Nur Außenfront angebrachten Terracotta Friese nicht zum Vorteil der Fagade, welche dadurch einen beunruhigenden Eindruck auf den Beschauer macht. Am Ende der Moltke straße, wo diese in die Ostanlage mündet, wird faz den Schreinermeister Schneider nach Plänen es Architekten Hamann ein Neubau errichtet, welcher bis jetzt unter Dach gekommen ist. Neben einem gewaltigen Giebel, zu dessen Abschluß in mäßiger Weise Sandstein verwendet ist, ist ein schlanker Turm errichtet, an den sich die mit schmiedeeisernem Gitter versehenen Balkone an⸗ lehnen. Wie dieses Gebäude, wenn es erst fertig gestellt, architektonisch wirken wird, läßt sich bis jetzt noch nicht sagen. Es wäre zu wünschen gewesen im Interesse der Harmonie der auf der anderen Seite der Moltkestraße schon errichteten Villenhäuschen, wenn dieser himmelanstrebende Schneidersche Neubau an dieser Straße unter⸗ blieben wäre. Allerdings konnte die Baubehörde bei der hier vorhandenen Straßenbreite den Bauherrn keineswegs zwingen, aber eine gütliche Vorstellung hätte wohl doch vermocht, denselben zu veranlassen, durch eine geeignetere Bauweise den störenden Eindruck seines Gebäudes in Hin⸗ sicht auf die Umgebung zu mildern. Betreten wir nun unsere selbst im Winter anmutige Ost⸗

seiner n a

anlage, in der das Liebigdenkmal geschützt gegen die Unbilden des Winters wohlverwahrt in dem allen Gießenern bekannten Schrein ist. Ver wundert schaut der nicht Ortskundige auf, wenn er hier vorüber kommt und fragt neugierig, welche Bedeutung diese Pyramide aus Holz denn hat. Lassen wir den neugierigen Frager hier stehen und schlagen unsern Weg längs des Schoorgrabens ein. Da an der Kleinkinderschule fällt uns die in diesem Jahre errichtete Spiel⸗ halle auf, welche aus Verblendstein mit einfacher, aber geschmackvoller Holzarchitektur errichtet ist. Vom Schulzimmer nach dem gartenartigen Schul platz hat man eine direkte Verbindung durch An⸗ lage einer bequemen Freitreppe geschaffen, ebenso den Spielplatz durch eine Verblendsteinmauer nach außen abgeschlossen. Wir wollen an dieser Stelle noch bemerken, daß die Stadtverwaltung in dankenswerter Weise längs des Schoorgrabens eiserne Schutzgitter hat anbringen lassen und dadurch auch das Passieren der Kinder auf dem Promenadenweg längst des Stadtgrabens ganz ungefährlich geworden ist.

In der Diezstraße ist im verflossenen Jahr die letzte Baustelle mit einem Wohnhaus bebaut worden. Biegen wir von hier in die Neuen Bäue wieder nach der Innenstadt zu ein, um uns nach dem Brandplatz zu begeben. Hier wird in den nächsten Jahren scharf eingesetzt werden, um alte, verwahrloste Gebäude, z. B. das alte Schloß, der Stadt Gießen gehörig, das Universitäts kanzleigebäude(Großh. Familieneigentum) u. a. m. baulich wieder in Stand zu setzen, damit sich diese alten Paläste vor dem schmucken Turmhaus am Brand nicht zu schämen brauchen. Neben der alten Kaserne hier am Brandplatz hat die Militärbehörde einen Neubau, wie man hört zu Inspektionszwecken errichtet, welcher in seiner Architektur dem alten Zeughausbau angepaßt ist und als roter Backsteinbau sich recht gut aus⸗ nimmt. Durch die Senkenbergstraße, einer Straße, an der direkt kein Haus steht und die Eigentümlichkeit besitzt, im Adreßbuch nicht ver zeichnet zu stehen, begeben wir uns wieder nach der Anlage und bewundern auf dem Wege dahin die rechts und links errichteten Mauern, die trotz der von Zeit zu Zeit eingefügten Gitter durchblicke, im Winter wenigstens mit den ent⸗ laubten Bäumen dahinter, einen recht eintönigen und langweiligen Eindruck machen. Der Volks- mund hat die Senkenbergstraße nicht mit Un⸗ recht Mauerstraße getauft. Das einzig hübsche an ihr ist die über den Schoorgrabeu führende Brücke mit ihrem kunstvollen schmiedeeisernen Gitter. Möge diese Art des Brückenbaues an geeigneter Stelle für die Zukunft Nachahmung finden.(Schluß folgt.)

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 5. Jan. Bei den Oberhes⸗ sischen Eisen bahnen Hauptbahnen) hat im November v. Is. gegen den Parallelmonat 1894 im Personen verkehr eine geringe Zunahme, dagegen im Güterverkehr ein Rück⸗ gang der beförderten Massen stattgefunden. Der Rückgang entfällt auf Zuckerrüben und Braunkohlen mit rund 5000 Tonnen und ist eine Folge der geringen Ernte an Zuckerrüben, wodurch die Kampagne bereits Ende November abgeschlossen war, während sich dieselbe im vorigen Jahre noch bis in den Monat Januar 1895 er streckte. Der Ausfall der erwähnten Transporte ist zum Teil durch Zunahme der Eisensteintrans⸗ porte um etwa 2300 Tonnen gedeckt worden. Ebenso müssen die Betriebsergebnisse der Nebenbahnen Stockheim Gedern und Hungen Laubach als ungünstige bezeichnet werden.

* Gießen, 5. Jan. Das 1. Bataillon des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 wird am Mittwoch den 8. Januar l. J. von vormittags 9 Uhr, bis 2 Uhr nachmittags eine Schießübung mit scharfen Patronen in dem Gelände zwischen Alten-Buseck, Beuern, Climbach, Treis a. Lda., Mainzlar und Dau⸗ bringen abhalten. Das Gelände wird durch Posten abgesperrt und ist das Betreten desselben verboten. Die Straßen Alten-Buseck, Beuern, Allertshausen, Treis a. Lda., Mainzlar, Dau⸗ bringen, Alten⸗Buseck sind ungefährdet. Die Schußrichtung läuft von der Straße Daubringen Alten⸗Buseck 1700 Meter südlich Daubringen in der Richtung Climbach und dem Entenpfuhl.

* Gießen, 5. Jan.(Die Verlobung der Stummen.) In der vergangenen Woche, da gabs in einer der neuen Straßen des Südens tagsüber unter den Passanten ein geheimnisvolles Gethue und Gezischel. Dieselben verschwanden

in eines der Häuser aus dem sie gar bald zu⸗ rückkamen, um mit neuen Ankömmlingen wieder in ihrer lautlosen Art sich zu unterhalten. Der Uneingeweihte, welcher tagsüber dies merkwürdige Treiben beobachtete, konnte auf den Gedanken kommen, daß es sich hier in unserem lieben Gießen um eine anarchistische Verbindung handle. Um eine Verbindung handelte es sich auch that⸗ sächlich, die allerdings Gott Amor zu Wege ge⸗ bracht hatte. Ein junges Menschenpaar, beide taubstumm, feierten nämlich ihre Verlobung in der Wohnung des Vaters der Braut, welcher ebenfalls taubstumm ist. Alle die Leidensgenossen des Brautpaares aus der Stadt und Umgegend kamen nun, um den jungen Leuten zwar ihre Glückwünsche nicht auszusprechen, aber doch in ihrer Weise nicht minder herzlich zum Ausdruck zu bringen.

Gießen, 5. Jan. Der neugegründete Gießener RadfahrervereinDie Wanderer hat schuell eine zahlreiche Mitgliederschaar, darunter unsere leistungsfähigsten Fahrer erhalten und beabsichtigt am 16. dss. Mts. im Hotel Einhorn einen Kommers zu veranstalten.

1 Gießen, 5. Dez. Die Gießener Ruder⸗ Gesellschaft wählte in der gestern Abend statt⸗ gefundenen Generalversammlung zum 1. Vor⸗ sitzenden Chr. Reiber, zum 2. Vorsitzenden Ernst Balser, zu Schriftführern Karl Gerbode und Robert Imhäuser, zum Verwalter Albert Scheel und Hausverwalter Anton Weigand, zum Kas⸗ sirer J. Sauer, zu Instruktoren Konrad Rüb samen und Georg Schminke, Ruderälteste Heinrich Fillmann und Louis Petri 3. Als Vertreter der passiven Mitglieder wurde Kom⸗ merzienrat Gail und Buchdruckereibesitzer Curt b. Münchow gewählt.

W. Gießen, 6. Dez. Das gestrige Militär⸗ konzert fand wieder vor ausverkauftem Hause statt. Das vom Musikdirektor Krauße persönlich dirigirte Orchester leistete aber auch Vorzügliches. Herr Querchfeld brachte wieder ein Konzert für Violine von de Beriot zum Vortrag und fesselte durch sein meisterhaftes Spiel die Hörer trotz der übergroßen Länge der Komposition bis zum Schluß. In seiner Klangwirkung eigenartig und doch melodiös waren die Klänge ausVer gangenen Zeiten. Historische Albumblätter nach Originalen aus dem 13.19. Jahrhundert von Böttge. Unsere Militärkapelle erzielte mit dieser Piece, ohne im Besitz von historischen Instru menten zu sein, eine großartige Wirkung und war das Publikum vollauf befriedigt, ob des so angenehm verlebten Abends.

. Lollar, 5. Jan. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag gegen ¼3 Uhr entstand in der Nähe des hiesigen Rathauses ein Ge schrei und Gejohle, daß die ganze Nachbar⸗ schaft aus dem Schlafe aufgeweckt wurde. Da die Betreffenden die Nähe des Nachtwächterlokals nicht scheuen, so dürfte es geboten sein, daß die hiesige Ortspolizei diesen Heißblütigen, welche sich derartige Ständchen schon öfters erlaubt haben, mal in Form einer Anzeige, wegen Ruhe- störung etwas Kühlung verschafft.

R. G. Grünberg, 5. Jan. Heute Nach⸗ mittag fand dahier im Saale des Gasthauses Zum Rappen eine von socialdemokratischer Seite einberufene öffentliche Volks ver sammlung statt. Herr Redakteur Scheide⸗ mann aus Gießen sprach in etwa 1½stündiger Rede über die gegenwärtige politische Lage. Die Versammlung war sehr gut besucht und zollte den Ausführungen des Redners häufig Beifall.

D. Z. Butzbach, 2. Jan. Im Jahre 1895 wurden in hiesiger Stadt getraut 22 Paare, gegen 14 im Vorjahre, geboren 56 Kinder, gegen 58 im Vorjahre; davon sind 38 männ⸗ lichen und 18 weiblichen Geschlechts: todtgeboren 1 Kind. Gestorben sind 37 Personen, gegen 54 im Vorjahre, darunter 12 Kinder im Alter bis zu 1 Jahr und 4 Personen im Alter von 18 bis 23 Jahren. Im allgemeinen kann der Gesundheitszustand als ein guter bezeichnet werden.

D. Z. Friedberg, 2. Jan. Der vor Jahres⸗ frist hier unter dem Vorsitze des Herrn Lehrer Knaup von Heldenbergen ins Leben getretene Geflügelzuchtverein Friedberg hat sich in seiner letzten Generalversammlung zu einemWet terauer Geflügelzuchtvere in umgestaltet. Präsident desselben ist nunmehr Herr Geh. Re⸗ gierungsrat, Dr. Braden, während Herr Lehrer Knaup als Sekretär die Geschäfte des Vereins leitet. Am 6., 7. und 8. März d. J. wird der Verein hier eine größere Au sstellung aller Arten von Zier- und Nutzgeflügel, als Hühner, Gänse, Enten, Tauben, Pfauen u. s. w. veran⸗

stalten, die nach den bis jetzt getroffenen Veran⸗ staltungen recht interessant zu werden verspricht.

D. Z. Lindheim, 5. Jan. Zur Aufnahme in die hiesige Landwirthschaftliche Haus⸗ haltungsschule haben sich bis jetzt 19 Schü⸗ lerinnen gemeldet. Die Zunahme der Anmel⸗ dungen ist ohne Zweifel auf die Ausstellung der Molkereiprodukte und der weiblichen Handarbeiten der Anstalt gelegentlich der landwirtschaft⸗ lichen Ausstellung zu Gießen im Vor⸗ jahre zurückzuführen, wo diese Arbeiten die all⸗ gemeine Aufmerksamkeit erregten und u. W. auch prämiiert wurden.

ch. Offenbach, 5. Jan. Nach einer amt⸗ lichen Notiz wurde bei der letzten Volkszählung die ortsanwesende Bevölkerung des Kreises Offenbach auf 101,956 Seelen festgestellt. Hier⸗ von entfallen auf die Stadt Offenbach 39,470 auf den Landbezirk des Kreises 62,486. Die Zunahme der Bevölkerung gegenüber der im Jahre 1890 stattgefundenen Volkszählung be⸗ trägt in der Stadt Offenbach 4316 im Landbe⸗ zirk des Kreises 4475 im Ganzen 8791 Köpfe.

Darmstadt, 5. Jan. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer befürwortet die Errichtung einer dritten Zivilkammer am Mainzer Landgericht.

h. Darmstadt, 5. Jan. Großes Pech mit ihren Beamten scheint eine hiesige Privatpost zu haben. In der jüngsten Schöffengerichtssitzung wurde gegen den früheren Briefträger der Privat⸗ post, Philipp Roß von hier, verhandelt. Er war wegen Betrug, Unterschlagung und Verletzung des Briefgeheimnisses unter Anklage gestellt. Roß hatte, wie in der Verhandlung festgestellt wurde, etwa 90 ihm zur Besorgung übergebene Briefe in seiner Wohnung versteckt, einen Teil davon geöffnet und verbrannt. Der An⸗ geklagte wurde wegen der verschiedenen Vergehen in eine Gesamtstrafe von fünf Wochen Gefängnis verurteilt. Ferner wurden vorgestern nach⸗ mittag in einem Sinkkasten in der Schustergasse und in einem solchen in der Rittergasse zu⸗ sammen 74 Neujahrsbriefe und Postkarten aufgefunden, die wohl ein Austräger um der Mühe des Herumtragens überhoben zu sein, hier versenkt hatte. f

D. Z. Worms, 5. Januar. Von gemeiner Bubenhand wurden die Kasten der hiesigen Privatpost wieder zum Gegenstand brutaler Zerstörungslust gemacht. Einen Kasten erbrach man gar und streute dessen Inhalt auf der Straße umher. Dem Thäter konnte man bis jetzt noch nicht auf die Spur kommen.

Z. Mainz, 3. Januar. Der Brand in der Roesener'schen Dachpappenfabrik hat den Betrieb nicht gestört. In dem benachbarten Engel⸗ stadt hat ein junger Landwirt bei dem Probieren eines Jagdgewehres ein noch nicht 17 jähriges Mädchen erschossen.

i. Mainz, 5. Jau. Die Frau eines hiesigen Privatbeamten, die nach der Erklärung der Aerzte von einer unheilbaren Krankheit befallen ist, wurde in Folge dieser Mitteilung irrsinnig. Ein auf dem Aliceplatz Wirtschaft betreiben⸗ der Mann, Herr M., vermißte vorgestern Abend gegen 9 Uhr seine Frau, die in ein be⸗ nachbartes Haus sich begab, wo die Familie ebenfalls eine Bierwirtschaft begonnen hatte. Alles Suchen war lange vergebens. Gegen 12 Uhr dachte auch jemand daran, einmal in dem Keller nachzusehen und hier fand man die arme Frau bewußtlos in ihrem Blute schwimmend liegen. Die Verunglückte wurde nach der Wohnung verbracht, sie gab aber kein Lebenszeichen mehr von sich und starb. Die Hirnschale war ihr zersprungen. Es hat den Anschein, daß die Frau sich in den Keller begeben wollte und, da die Kellertreppe noch nicht mit einem Geländer versehen war, in denselben hinabstürzte und den Tod fand.

H. Aus Hessen, 2. Jan. Ein bedauerns⸗ werter Unfall widerfuhr letzter Tage dem Land⸗ wirt Blank in Lampertheim, einem bejahrten Manne. Er wollte nach eingetretener Dunkel⸗ heit den Hof aufsuchen, that jedoch auf der be⸗ leuchteten Treppe einen Fehltritt und stürzte mehrere Stufen hinab. Als seine Angehörigen herbeieilten, fanden sie den Verunglückten nur noch als Leiche vor. In Offenbach wurde ein täuschend hergestelltesfalsches Zweimark⸗ stück ausgegeben. Es fühlt sich fettig an, trägt die Jahreszahl 1876, das Münzzeichen D und das Bildnis Ludwigs II., Königs von Bayern. Also Vorsicht!

D. Z. Aus dem Rodgau, 4. Jan. Eine

eigentümliche Erscheinung ist in diesem Jahre