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Jour nalisten den„Konrad Bolz“.
Gießen, Donnerstag, den 5. November
1896.
Pofiztg. Nr. 3239 Telephon⸗Nr. 112.
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Gießen.
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Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion: 6 Kreuzplatz Nr. 4. 8
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn? und Feiertagen.
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Expedition:
ö Lokales und Provinzielles.
Gießen, 4. November. Von hessischen
Behörden werden steckbrieflich verfolgt:
Heinrich Bröning Witwe, Margaretha geborene Schäfer, aus Ober⸗Olm, Dienstmagd in Leid⸗ hecken, vom Amtsgericht Friedberg wegen Dieb⸗ stahls; Fuhrknecht, auch Fabrikarbeiter Ludwig erdt III. aus Sickenhofen, zuletzt in ießen, bezw. Offenbach, vom Amtsanwalt in Gießen wegen Unterschlagung. Gießen, 4. November. Der Großherzog hat zum 27. Oktober dem Formermeister bei der Firma Buderus in Lollar, Konrad Wolf u Lollar und dem Arbeiter in der Schirmer— 115 Tabakfabrik zu Gießen, Heinrich Rodenhäuser II aus Wieseck das All⸗ gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit“ verliehen. Gießen, 4. November.(Stadttheater.) Herr Oskar Bohne e vom Kölner Stadt— theater kann hier nur an zwei Abenden auf⸗ 1 5 5 Donnerstag spielt der Künstler den Uriel Acosta“, am Freitag in 1. ags eber „Bolz“ des Herrn Bohnée liegt uns olgende Kritik aus Magdeburg vor: Herr kar Bohnse setzte sein Gastspiel als Konrad Bolz in„Die Journalisten“ vor dicht besetztem Hause fort. Selbstverständlich erwarb sich der geniale Gast auch in der Rolle des Bolz den Uneingeschränkt freudigsten Beifall des Hauses, der sich in wiederholtem stürmischen Hervorruf aussprach. Herr Bohnse spielte den liebens⸗ würdigen Journalisten schneidig und humorvoll, wahr und treu; er war in jeder Szene der geist⸗ keiche, hochgebildete, feinfühlende Weltmann, wie er im Geiste des Dichters gezeichnet ist, und erregte 5 sein treffliches Spiel das wärmste In⸗ e. Herr Direktor Grünberg hat den be⸗ en Gast bestimmt, während seines Gastspiels Halle von dort aus noch einmal und zwar 0 8 in„Die Weise von Lowood“ auf⸗ eten. Gießen, 4. November. Der geschäfts⸗ rende Ausschuß der freien Vereinigung der Krankenkassen im Großherzogtum ben Vorsitzender Ed. Münch in Worms) at dem Reichstage eine Petition unterbreitet, worin er ausführt, daß die im Entwurfe der betreffenden Novelle zum Invaliditäts- und Alters⸗ bersicherungsgesetz enthaltenen Bestimmungen in 5 12, 18, 109, 112 a und 112 b geeignet wären, e Interessen der Krankenkassen zu schädigen, weshalb um entsprechenden Schutz gebeten wird. Gießen, 4. November.(Gartenbau- da Nur noch einige Tage trennen uus, von der Eröffnung der in den Steinschen Sälen stattfindenden Gartenbau-Ausstellung. Trotz der für das Unternehmen ungünstigen Witterungs⸗Verhältnisse haben die Unternehmer s verstanden, dem, was die Natur zur Ent⸗ vicklung der Pflanzen fehlen ließ, durch die ktunst nachzuhelfen. So kann Schreiber dieses dem Publikum mitteilen, daß nur vorzügliches
geleistet werden wird, die Saisonpflanzen be⸗ finden sich in vollster Blültenpracht De Lose sind größtenteils abgesetzt, und ist zu hoffen, daß auch der Besuch zur Ausstellung ein zufrieden⸗ stellender sein wird, umsomehr, als die Aussteller alles aufbieten werden, um etwas wirklich groß⸗ artiges zu leisten, und auch für fernerhin derartige Ausstellungen unserer Stadt gesichert bleiben.
Gießen 4. Nov.(Strafkam mer.) Der Student Th. Burghardt, 23 Jahre alt, aus Karlsruhe, war zum Besuch nach Gießen gekommen und fand bei einem seiner Komilitonen gastfreundliche Aufnahme, für die er sich aber schlecht revanchierte. Er bestahl seinen Freund, verpfändete die gestohlenen Sachen beim Dienst⸗ mann Ferber gegen ein Darlehen von 10 KA; er stellte zum übrigen noch dem Dienstmaun einen Ehrenschein aus, den er aber nicht mit seinem eigenen, sondern mit dem Namen seines Gastfreund s unterschrieb. Dieser Gauner war seither noch unbestraft und wäre ins Zuchthaus gekommen, wenn die Strafkammer ihm nicht mildernde Umstände zugebilligt hätte. Er wurde wegen Diebstahls, Betrugs und Ur⸗ ku udenfälschung zu 6 Monate und 2 Wochen Gefängnis, unter Anrechnung von 1 Monat der erlittenen Untersuchungshaft verurteilt.— Die 20 Jahre alte Dienstmagd Katharine Philipp von Burggemünden, zuletzt in Heinbach, kaufte von einem Reisenden, Namens Vorbach, ein Kleid, wofür sie dessen Haus den Betrag von 16 Kl. 50& schuldig wurde. Nach drei Monaten erhielt das Mädchen eine Rechnung. Der Reisende Vorbach wechselte inzwischen seine Stellung und dessen Nachfolger kam zur An⸗ geklagten, um den Betrag einzuziehen. Das Mädchen legte Quittung vor und behauptete, an Vorbach die Rechnung bezahlt zu haben. Im gestrigen Verhandlungstermin blieb die Angeklagte Philipp dabei, Vorbach habe die Quittung ge⸗ schrieben. Vorbach erklärte, weder den Betrag erhalten, noch die Quittung vollzogen zu haben. Der Schreibsachverständige erklärte, es sei außer Zweifel, daß die Angeklagte selbst die Quittung unterschrieben habe. Der Gerichtshof verurteilte die Augeklagte wegen fälschlicher Anfertigung einer Urkunde zu 6 Monate Gefängnis.— Der 72 Jahre alte Korbmacher Karl Haßler von Ilbenstadt ist des Verbrechens aus§ 176, begangen in mehreren Handlungen mit Mädchen im Alter von 5 bis 9 Jahren, beschuldigt. Die Sache stand vor einigen Monaten schon einmal zur Verhandlung. Man trug jedoch damals Bedenken, ob man den Angeklagten für eine solche That strafrechtlich verantwortlich machen könne und wurde derselbe zur Beobachtung der psychiatrischen Klinik überwiesen. Nach dem Gutachten der Sachverständigen wurde jedoch die geistige Gesundheit des Angeklagten stark in Zweifel gezogen und dieser dem Antrage des Staatsanwalts 1 15 freigesprochen.
* Gießen, 3. Nov. Im 7. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen wurde an Stelle des Abg. Pfannstiel der nat.⸗lib. Mühlenbesitzer Heinrich
Brauer⸗Oberofleiden zum Landtagsabgeordneten gewählt. Vorausgesetzt, daß im 16. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg der Sozialdemokrat Wirt Rauch in Mülheim gewählt wird, ver⸗ fügen die Nationalliberalen in der demnächst zu⸗ sammentretenden 2. Kammer über 25 Stimmen, denen 25 Stimmen der Opposition gegenüber⸗ stehen.
Alsfeld, 2. Nov. Mit dem heutigen Tage hat die hiesige Landwirtschaftliche Winter⸗ schule ihren diesjäh igen Kursus begonnen. Die Aufnahme der Schüler fand um 11 Uhr nach einer kurzen Eröffnungsrede des Schulvor⸗ stehers im Schullokale statt. Der regelmäßige Unterricht beginnt morgen früh und dauert, 105 gesehen von einer kurzen Unterbrechung zu Weih⸗ nachten, bis gegen Ende März. Die Schule wird diesen Winter von 41 Schülern besucht; eine besonders große Zahl derselben stammt aus dem Kreis Gießen; während nämlich früher immer höchstens 3—4 von dort waren, schickte der Kreis Gießen dieses Jahr 9 junge Leute zum Besuch der Schule. Das diesjährige 25. Wintersemester zeigt mit 41 Schülern die höchste Schülerzahl seit Bestehen der Schule.
Lauterbach, 3. November. Dieser Tage brachte ein hiesiger Einwohner von einem Spa⸗ ziergang einen Strauß prachtvoller Wal derd⸗ beeren mit nach Hause. Die Beeren waren ausgezeichnet süß und aromatisch und außerdem befanden sich an den Sträuchern eine große Zahl noch halbreifer und unreifer Beeren, woraus hervorgeht, daß die Erdbeeren nicht etwa Ueberbleibsel aus der Sommerblüte sind, sondern daß wir Früchte aus dem zweiten Trieb in einem Jahr vor uns haben.
Neu⸗Ulrichstein, 3. November. In der Arbeiterkolonie befinden sich zum heutigen Termine 47 Mann, gegen 34 im Vormonate, bei 130 etatsmäßigen Plätzen. Aus dem Großherzogtum, aus den Reg. Bezirken Kassel und Wiesbaden waren je 7, aus Rhein⸗ land 9, aus der preußischen Provinz Sachsen und Baden je 3, aus Schlesien und Posen je 2, aus den Provinzen Hannover und Branden— burg, aus Bayern, Königreich Sachsen, Württem⸗
berg, Thüringen, sowie der Schweiz je 1. Dem Berufe nach waren es 26 Arbeiter, 4 Bäcker, je 3 Kaufleute und Schneider, je 2 Anstreicher und Schuhmacher, je 1 Postbeamter a. D., Buch⸗ drucker, Former, Installateur, Oekonom, Schlosser, Schmied. Die Mehrzahl, 12, war zwischen 50 und 60 Jahre alt, 10 zwischen 40 und 50 usw. Auf eigenen Wunsch wurden 4 entlassen, zum Militär 1; gestorben ist 1. Die Kolonie hatte im Oktober 1071 Arbeitstage und hat seit ihrer Eröffnung 3116 Mann aufgenommen.
Bad Nauheim, 3. November. Mit dem 31. Oktober wurden die Badehäuser geschlossen und hat die Saison von 1896 damit ihren Abschluß gefunden. Seit dem Jahre 1883 ist ein stets steigender Besuch unseres Bades zu verzeichnen. Die Personenfrequenz ist seitdem von 4491 auf 15 230, sowie die Bäderzahl von 58589 auf 200000 gestiegen. Nicht weniger
Kreuzplatz Nr. 4.
als 24 Aerzte standen den Kurfremden beratend zur Seite.— In hiesiger Stadt herrscht immer noch große Baulust. Es werden zur Zeit wieder eine Anzahl Neubauten, besonders in der Rich⸗ tung Nieder-Mörlen, in Angriff genommen. In letzterer Gemarkung wurden einige Parzellen als Bauplätze das Q.-M. zu 5 Mark angekauft. Nieder⸗Mörlen wird dann in nicht allzu ferner Zeit die Vorstadt()) von Bad Nauheim geben.
Nidda, 3. Nov. Am Freitag geschah die feierliche Uebergabe unseres neuen Wasserwerks von der ausführenden Firma Gebrüder Becker zu Darmstadt an unsere Stadt. Zu bemerken ist, daß bei dem ganzen schwierigen Werk kein Unfall zu verzeichnen war und daß das Verhältnis zwischen Herrn Becker, seinen Aufsehern und seinen Arbeitern nie getrübt wurde.
* Darmstadt, 2. November. Das Amts⸗ blatt Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, Nr. 17, enthält Ausschreiben an sämtliche Justiz⸗ behörden, betreffend das Reglement für die Gefängnisse. ö
*Seligenstadt, 2. November. Aufsehen erregt hier und in der Umgegend die Verhaf⸗ tung des aus Schlesien stammenden Direktors des hiesigen Braunkohlenbergwerks, Karl Giehl. Die Festnahme erfolgte auf der Grube„Amalie“, als der Direktor aus Frankfurt zurückkehrte. Der Verhaftete ist een und geständig, zum Nachteile des Bergwerksbesitzers, des Frei⸗ herrn Pelser von Berensberg aus Herzogenrath, einen verhältnismäßig geringen Geldbetrag, näm⸗ lich 450, veruntreut zu haben. Bei einer plötzlich vollzogenen Kassenreviston wurde dieses Manko entdeckt. Giehl stand erst fünf Monate im Dienste des Werkes und bezog als„Di—
rektor“ des Bergwerkes ein Monats-
gehalt von— 110 Mark. Er war mit einer Dame aus Zwickau verlobt und wollte in aller Kürze in den Ehestand treten.
*Bobstadt, 2. November. Fortbildungsschüler wurde wegen Beleidigung seines Lehrers vom S höffengericht Lorsch zu 4 Wochen Gefäng⸗ nis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein, wurde aber von der Straf— kammer abgewiesen. Unterdessen erlaubte stch der Schüler wieder neuerdings Beleidigungen geg den Lehrer und erhielt er hierfür weitere
Wochen.
* Hirschhorn, 2. November. Zur Zeit be⸗ reisen fremde Ob sthändler unsere nähere Um⸗ gegend, wo es heuer vieles Obst gab, um noch Brechobst zu kaufen. Es werden jetzt sehr hohe Preise, 12 bis 15* für den einfachen Zentner, geboten. Die Reue der Bauersleute uber ihre voreilige Fabrikation von Obstwein wird täglich allgemeiner, denn der Ob st wein stellt sich bei den hohen Obstpreisen fast dreimal so hoch als der diesjährige Traubenwein.
* Klein⸗Krotzenburg, 2. November. Dem Landwirt Ferdinand Fuchs aus unsrer Nachbar- gemeinde Kahl wurde während verwichener Nacht aus seinen Stallungen eine wertvolle trächtige
Ein hiesiger
Zwischen Liebe und Pflicht. 0 Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Sie sah mich an mit einem müden Lächeln. „Schicksalswege, mein Freund!“ sagte sie. Uebrigens ist es erdrückend heiß heute. Wollen
Vir uns nicht auf die Veranda setzen?“
Das hieß in der Gedankensprache:„Forschen Sie nicht nach Dingen, die Sie, den Fremden, den geine Gnade so hoch erhoben, nichts angehen.“ Ich verneigte mich stumm und folgte ihr nach er kühleren Veranda.. Sie wünschte etwas von meiner Vergangenheit u wissen, und dazu war sie wohl in gewissem
une berechtigt. Ich sagte ihr davon, was ich für gut befand. Dem Anschein nach hörte sie mehr auf das Spiel ihrer Tochter— die Fenster des Saales anden offen— als auf meine Worte. Ganz unerwartet und in gar keinem Zusammen⸗ ang mit dem, was ich sagte, fragte sie mich: „Sagen Sie doch, glauben Sie an eine Wieder⸗ ehr nach dem Tode? Glauben Sie an Gespenster?“ Sie sagte das in demselben halb belustigten, alb spöttischen Tone, in welchem vor wenigen 5 171 4 55 Sergeant die gleiche Frage an mich stellt hatte. i In ihren herrlichen Augen aber lag eine gewisse, östliche Spannung, welche den lächelnden Mund
age aus dem Stegreif elektrisierte mich.
War hier ein Zusamenhang?.
Lagen ihrer Frage dieselben oder ähnliche Vor⸗ gänge zu Grunde, welche den Sergeanten zu dieser Aeußerung bestimmt hatten? 5
„Nein“, erwiderte ich zögernd,„ich glaube nicht an Gespenster. Das Grab giebt seine Toten nicht wieder. Ich glaube aber, daß starke Konzen⸗ tration der Gedanken auf einen abwesenden Gegen⸗ stand oder auf eine abgeschiedene Person, was in diesem Falle dasselbe ist, in Verbindung mit einer gewissen Erregung der Nerven unter Umständen, zum Beispiel bei tiefstem Alleinsein oder in der Stille der Nacht, wohl eine dem Leben ent⸗ sprechende Sinnes-Täuschung hervorrufen können.“
„Nicht wahr“, rief sie lebhaft,„weiter ist es nichts, Erregung der Nerven, Sinnes⸗Täuschung, Schreckgestalten, die der Mondschein an die Wand malt und die man im Sonnenschein verlacht! Sehen Sie diesen verwilderten Garten, denken Sie sich den Mondschein darüber hingegossen und die Welt wie in einem Traum so still. Ein Nebelstreif steigt irgendwo aus sumpfigen Grunde und zieht, vom Nachtwind getragen, durch den mondhellen Wald, und da sehen wir— eine Gestalt—“.
Sie verstummte, nur ihre Lippen bewegten sich noch, als wenn sie spreche und ihre Augen, diese eben noch so schönen, flammenden Augen starrten glanzlos in's Leere.
Ihre Züge erschienen alt und welk. 8
Sie spiegelten das Grauen, welches mit diesem Hinweis auf etwas nächtlich Fernes ihre Seele be— schlichen hatte. 5 Ich schwieg betroffen.
Mit derselben verzweifelten Anstrengung, mit der man wohl im Traum einen die Brust be⸗ engenden Alp von sich abschüttelt, wurde sie auch dieser Anwandlung Herr, und dann lächelte sie wieder, als wäre das Alles nicht gewesen.
Ihr Gesicht erhielt die frühere Frische wieder.
Nur in ihren Augen lag ein fieberhafter Glanz, der über ihren wahren Seelen-Zustand nicht täuschen konnte.
„Ja, ja, Thorheit ist Alles“, sagte sie halb für sich.„Nicht wahr, sie spielt schön?“ fuhr sie, auf einen anderen Gegenstand überspringend, fort.„Sie hat Ausdruck, Gefühl, Sie als Deutscher müssen ihr das noch lebhafter nachempfinden können. Wollen Sie nicht einmal vierhändig zusammen spielen?“
Ich erklärte mich sofort dazu bereit, und so kehrten wir nach dem Salon zurück.
Mir wollte es allerdings scheinen, als wenn nur das, was sie da eben im Geist erschaut hatte, sie von der Veranda so rasch wieder vertrieb, als wenn es ihr hier unheimlich geworden wäre.
War es die Gestalt des gespenstischen Gold— gräbers, die ihr da vorgeschwebt hatte?
Daun war sie sicher nicht die Verbündete oder Mitschuldige dieses Mannes, wohl aber stand sie in irgend welchen geheimen Beziehungen mit ihm, die mir zwar völlig rätselhaft, doch ganz im Ein— klang mit seiner Gespensterrolle waren.
Doch das waren Fragen, auf die nur sie mir Antwort hätte geben können, und das, davon war ich überzeugt, würde sie niemals thun.
über dem Zusammenspiel mit Fräulein Eugenie, zu deren Lob ihre Mutter nicht zu viel gesagt hatte.
Ich spielte auf Wunsch der Damen denn auch etwas allein und fand Anerkenuung.
So verging die Zeit bis zum Mittag.
Am Nachmittag forderte mich Fräulein Eugenie zu einem gemeinsamen Spazierritt auf.
Nun mußte es sich zeigen, ob sie mich wiederer— kannt hatte, oder ob sie durch mein verändertes Aussehen getäuscht worden war, denn vordem hatte sie mich nur in Uniform gesehen.
Ich sollte nicht lange im Unklaren bleiben.
Kaum ritten wir Seite an Seite allein unter den Bäumen dahin, da begann sie: 1 „Sie scheinen mir eine Erklärung nicht geben zu wollen, mein Herr, die ich von Ihnen zu fordern wohl berechtigt wäre. Ich weiß, wer Sie sind, und ich muß Ihnen offen gestehen, ich begreife es nicht, wie ein Mann von Ihren Kenntnissen und Talenten sich dazu erniedrigen konnte, den Polizei— spion zu machen.“
„O mein Fräulein, wandte ich beleidigt ein.
„Was sind Sie denn weiter!“ entgegnete sie in jenem wegwerfenden Ton, der einem das Blut der Scham in's Gesicht treibt.„Sie sind in einer Verkleidung hierher gekommen, um unter irgend einem Vorwande hierzubleiben. Das ist Ihnen gelungen, weil ich meine gute Mutter nicht aufge— klärt habe, um sie nicht zu beunruhigen. Ich sagte mir, er sucht etwas hier und er sucht es bei uns, denn er wandte sich nach dem Herrenhause und
dieses harte Wort—“
Ich vergaß diese ernsten Erwägungen wieder
nicht nach dem Oekonomie⸗Gebäude.(Forts. f.)


