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4.7.1896
 
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Gießen, Sonnabend, den 4. Juli

1896.

Ausgabe

Udes

Gießen.

bei 5 5 5 725 13225 000 Redaktion:* Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expeditivn: ee Kreuzplatz Nr. 4.. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. stitute 0 elegt hat

Von den Gründen, die für die Verlegung sprechen, bleibt also nur der nicht ausgesprochene Grund übrig: Die

Die Verlegung des Vieh

1.

marktes.

arlaunt run die, Kostenfrage. Es ist wei 0 Und. 2 75. möglich und wahrscheinlich, daß die Ausführung g. Pro, Gießen, 3. Juli. des Schlachthaus-Projektes infolge des Brücken⸗ ui an 6 1955 baues, der dann aber zum guten Teil der Bieber⸗

dunn Die Bedeutungslosigkeit großer Viehmärkte thalbahn zur Last zu legen wäre, sich wesentlich

hnamit⸗Afa teurer stellte, als die Verwirklichung des von der

Stadtverordnetenversammlung vorläufig geneh⸗ migten Planes. Wir halten aber eine solche Mehrausgabe für gut angelegt.

Denn wir zweifeln nicht daran, wie die Ant⸗ wort der Bürgerschaft ausfiele, wenn ihr die Frage zur Entscheidung vorgelegt würde, ob sie 60⸗ oder 70000 Mark für das Seltersberg- oder das Doppelte für das Schlachthaus-Projekt be⸗ willigen wolle. Und so wenig wir zweifeln, so wenig wird irgend einer unserer Leser um die Ankwort verlegen sein.

i If dem Seltersberg für die erwerbsthätige Be⸗ lkerung ist dargelegt worden; mit der Ver⸗ dung des Seltersbergprojektes zu dem Plane t Errichtung öffentlicher Lagerplätze und Lager⸗ zuser haben wir uns ebenfalls beschäftigt; es 1 der uebleibt als letzter der Gründe, die für die e 1 gastege, ferlegung sprechen sollen, die Versicherung, daß der Mine. ine Verlegung des Großviehmarktes demnächst gen panien lenso wegen seiner derzeit unzureichen⸗ Fekänderunge, en Verhältnisse wie mit Rücksicht auf schestagzssg se Lage der geplanten Kleinbahn aus 0 bid schrebe, em Bieberthal sich als unumgänglich nötig de Sache. da. sveisen wird. er im Intel, Daß auf dem jetzigen Marktplatz die Ver⸗ l Atnisse unzureichend sind, wird ernstlich nicht ge auf Kreit, itritten, wiewohl die Ausführungen des Herrn it den Ansche lirr in der Samstag⸗Versammlung zu beachten geordneten zn ud, wonach dort mit dem Raum unpraktisch en werden, us ind verschwenderisch umgegangen wird. Um das e botzubringe, g vermeiden, forderte Herr Pirr ganz richtig nicht mit dens in Erlaß einer Marktordnung, nach der sich . unn ein Jeder zu richten hätte. Judes es undelt sich ja garnicht um den jetzt verwendeten ö latz, den wir, weun's gefordert wird, gern auf⸗ u, 4. Jah al. ben wollen; es handelt sich vielmehr Die Beacigug] i die Frage, ob denn auch die Ver⸗ nachmitags 5 fältnisse, die hinter dem Schlachthause . üst noch zu schaffen wären, ebenfalls

englische! ga n ferl⸗Austndg

Aracechus. (Ein fünfter Artikel folgt.)

*

Lokales und Provinzielles.

W. Gießen, 3. Juli. Die Vereinigung der Gießener Sänger, unter Leitung des Musiklehrers Herrn Bauer, wird am 22. Juli in Steins Garten zum Besten des Glei⸗ bergs ein Konzert veranstalten. Man hofft hierdurch der Baukasse zur Renovierung der alten Burg einen bedeutenden Betrag zuführen zu können.

* Gießen, 3. Juli. Der am Riegelpfad belegene Neubau des Herrn Bauunternehmer Bremer ging für den Kaufpreis von 30000 ¼

nine Bangel, on vornhereinunzureichend sein in den Besitz des Herrn Bierbrauer Karl 1 5 1 mürden! Auf diese Frage, die Alles in sich[ Kinkel über. ier, Grün⸗

e greift, sind, soviel wir wissen, die Freunde der 115 Zune] ferlegung und ist auch die Bürgermeisterei die A h en, itwort, wenigstens die erschöpfende Ant⸗ sort, die allein uns frommen kann, schuldig blieben. Als eineunzureichende Antwort soll sicher⸗ ch der Hinweis auf die Bieberthalbahn gesehen werden. Wir treten demgegenüber n Aeußerungen des Stadtverordneten Grüne⸗ ald bei, der in der Einmündung der Bieber⸗ albahn für die Abhaltung des Viehmarktes suter dem Schlachthause ein Hindernis nicht blicken konnte. Er führte nach unserem Dafür⸗ alten ganz zutreffend aus, daß für die Ueber⸗ hrung des Schienengeleises eine Verbreiterung er Lahnbrücke sowieso notwendig sein werde, id daß es daher nichts oder wenig ausmache, enn anstatt der Verbreiterung der bestehenden he neue Brücke errichtet werde. Technische zchwierigkeiten, auf solchem Wege den Platz ter dem Schlachthause durch ein Geleise mit een Güterbahnhofe zu verbinden, lägen also 0 icht vor. Wir unterschreiben diese Ausicht und ätten gewünscht, daß sie in der Stadtverordneten⸗ Ersammlung durchgedrungen wäre.

* Gießen, 3. Juli. In der Privatbelei⸗ digungsklage Matthiessen gegen Land⸗ gerichtsdirektor i. P. Hofmann sollte heute vor der Strafkammer in der Berufs-Instanz verhandelt werden. Der Termin wurde jedoch nicht abgehalten, weil die Angelegenheit außer⸗ gerichtlich erledigt wurde. Herx Direktor Hof mann hat die vor den Schöffen verweigerte Erklärung jedenfalls abgegeben.

* Gießen, 3. Juli. Die Handelsleute Hermann, Bernhard und Seligmann Stern von Nieder-Ohmen, sämtlich Groß⸗ viehhändler, verfolgten vor der Strafkammer Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Grünberg. Sie waren je mit 20. Geldstrafe belegt, weil sie ungeachtet der erhöhten Seuchen⸗ gefahr und entgegen der kreisamtlichen Verord⸗ nung Vieh aus ihrem Stalle ohne vorherige tierärztliche Untersuchung verkauft hatten. Nach ihrer Ansicht hatte ein Zeugnis des Bürger meisters genügt. Ein Verkauf von Vieh im Stalle bedeute kein öffentliches Zur⸗Schaustellen, denn nur in diesem Falle verlange die Verord nung für die erhöhte Seuchengefahr die Unter suchung seitens des Tierarztes. Die Strafkammer

te und

antieren u.

dazu

bestätigte aber das Urteil des Schöffengerichts. Besser kam der Viehhändler Jonas Roth von Nieder-Ohmen weg, der wegen eines ähnlichen Vergehens vom Schöffengericht zu 10 ,. Geldstrafe verurteilt war und hiergegen Berufung verfolgte. Roth handelt, wie er nachwies, nur mit Kälbern, und zwar ist er auch nur Makler in diesem Artikel. Er hat während der erhöhten Seuchengefahr im Dezember v. J. eine Kuh, welche er wochenlang vorher für seine eigenen wirtschaftlichen Zwecke benutzt, nach einer anderen Gemeinde verkauft, ohne die für Händler be⸗ nötigte tierärztliche Untersuchung des Stück Viehs vornehmen zu lassen. Der Gerichtshof hob das Urteil des Schöffeugerichts auf und sprach den Angeklagten frei, weil die kreisamtliche Verord⸗ nung auf Makler und Kleinviehhändler nicht anzuwenden sei. Der Angeklagte sei bei dem vorgenommenen Kuhhandel den Landwirten gleich zu achten, bei deren Viehverkäufen die bürger⸗ meisterliche Gesundheitsbescheinigung genüge, und diese habe der Angeklagte besessen.

* Gießen, 3. Juli. Vor kurzem haben sich mehrere Herren vereinigt, um in unserer Stadt einen Verein zur Züchtung reiner Hunde⸗ rassen zu gründen. Dem Vernehmen nach hat der Gedanke in den Kreisen der Hundeliebhaber Auklang gefunden, so daß sich schon jetzt zahl⸗ reiche Mitglieder für den Verein gemeldet haben, obgleich derselbe erst heute Abend definitiv kon stituiert wird.

Gießen, 3. Juli. Der Unteroffizier, welcher sich gestern erschoß, ist von der 8. Kom⸗ pagnie und heißt Recker. Derselbe war bis vor kurzem in Darmstadt beim Bezirks-Kommando abkommandiert. Das Motiv der That ist noch nicht festgestellt, angeblich soll R. verschuldet ge wesen sein.

* Aus dem Kreise Schotten, 2. Juli. Der Nestor der Lehrerschaft unseres Kreises und wohl auch der ganzen Provinz Oberhessen ist Herr Lehrer Magnus zu Rupperts⸗ burg. Im Frühjahre 1887 feierte der allseits sich großer Beliebtheit erfreuende alte Herr sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum; trotz seinem hohen Alter versieht er immer noch mit bewundernswerter körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische sein mühevolles Amt, Und es ist zu hoffen, daß er im nächsten Frühjahr in gleichem Wohlsein das sechzigjährige Amts⸗ jubiläum begehen kann.

* Darmstadt, 2. Juli. Der Großherzog und die Großherzogin kehren nächsten Montag aus Rußland hierher zurück.

* Mainz, 1. Juli. Feldwebel Rupp⸗ ling vom hessischen Inf.⸗Reg. Nr. 117 wurde heute nach 34⸗jähriger Dienst zeit in den Ruhestand versetzt. Das 2. Bataillon, sämt⸗ liche Offiziere und die Musik waren in Parade⸗ anzug um halb 12 Uhr zum Appell auf dem Schloßplatz versammelt. Oberst von Hering hielt eine Ausprache und überreichte dem Schei

denden die ihm vom Großherzog verliehene Krone zum silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Später fand zu Ehren Rupplings ein Festessen im Offtziers⸗ kasino statt.

* Mainz, 2. Juli. Das Detailreisen der Bekleidungsindustrie betr. ist seitens 55 Inhaber hiesiger Bekleidungsgeschäfte, worunter sich die ältesten und größten Firmen befinden, eine Petition behufs Ausnahme von dem Ver⸗ bot des Detailreisens an den Bundesrat abge gangen. Gleichzeitig wandte man sich an die Handelskammer um Befürwortung. Wie derMainz. Anz. aus der Petition ersieht, ist gerade für die Schneidermeister das Verbot des Detailreisens von größtem Nachteil und werden auch die Arbeiter sehr in Mitleidenschaft gezogen, da solche in der stillen Zeit nicht mehr so be schäftigt werden können, als seither. Der Verein Mainzer Kaufleute beschloß in einer gestern stattgehabten Versammlung, die Bürger⸗ meisterei zu ersuchen, Alles aufzubieten, daß bei der bevorstehenden einheitlichen Regelung der Sonntags ruhe der Vorschlag der Handels⸗ kammer, die Verkaufsstunden an Sonntagen in die Zeit von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nach⸗ mittags zu verlegen, für ganz Rheinhessen zur Durchführung gelangt. Ferner kam die Frage des Achtuhrladenschlusses zur Beratung. Vor mehr als Jahresfrist hatte der Verein durch seine Vertreter Feine und Heim bei der Enquete in Berlin sich entschieden für den Achtuhr⸗ ladenschluß ausgesprochen. Die Versammlung beschloß dagegen, in einer Resolution, die Handels⸗ kammer zu ersuchen, dahin zu wirken, daß ein gesetzlicher Zwang für den Ladenschluß nicht eingeführt wird.

Vermischtes.

Absturz vom Turmseil. Ein aufregender Vorgang spielte sich in einem Vergnügungsetablissement in Breslau ab. Dort produziren sich gegenwärtig zwei Brüder auf einem quer durch den Garteu in einer Höhe von 20 Metern aufgespannten Turmseil und zwar der Eine als Matrose, der Andere als Känguruh verkleidet, in der Nummerdas boxende Känguruh. Die Pro⸗ duktion besteht darin, daß der Matrose rückwärts auf dem Turmseil schreitend, von dem Känguruh verfolgt wird. Bis zur Mitte des Seiles ging die Vorführung auch glücklich von Statten. Hier sollte nun der sogenaunte Trick stattfinden. Das verfolgende Känguruh versetzt nämlich hierbet dem rückwärts schreitenden Matrosen einige Boxerstöße und hängt sich dann plötzlich an seinem lan gen, am Ende mit einem Haken versehenen Schweif auf, an diesem hoch am Seil baumelnd. Bei dieser Gelegenheit riß nun der Schweif, und der Unglückliche stürzte von der Höhe, das untergespannte Schutznetz durchschlagend, zwi⸗ schen die Stühle eines zum Glück unbesetzten Tisches nieder, wo er mit zerschlagenen Glied ern bewußtlos liegen blieb.

Die letzten Mohikaner spielten in Erfurt eine Zeit lang größere Schulknaben. Sie hatten sich in dem alten Kämpfer⸗Wallgraben nach Indianerart Wing⸗

mal die Ränder der Oeffnung streifen, aus derselben hervorragen und bei windigem Wetter ein merk würdiges Geräusch in der Höhle verursachen. Zu⸗ weilen liegen diese unterirdischen Haine aber auch weit unter der Oberfläche der Rotunden, die von oben ganz unzugänglich sind; Tauben bauen ihre Nester auf Felsvorsprüngen in der Nähe der Licht⸗ öffnung, und kleinere Tiere finden Schlupfwinkel unter den Felshaufen. Erreichen auch manchmal die inneren Anhäufungen einer solchen Höhle fast den Rand der Oeffnung, so daß man hinabspringen und an dem Abhang des Hügels in die Höhle

Kleines Feuilleton.

Höhlen mit unterirdischen Hainen sind segerdings von dem amerikanischen Altertumsforscher (., Mercer, Kurator des Museums für Archäologie in der Universität von Pennsylvanien, zusammen at John White Convith auf der Halbinsel Pukatan deckt worden. DerGlobus giebt aus dem biben erschienenen, von Mercer verfaßten Reisewerk ten läugeren Auszug. Die Eingänge dieser Höhlen r Bleiche 0 ale in der Regel einen senkrechten Schacht,

zu ig,% Ibalich einem Brunnen, oder große unterirdische hinabklettern kann, so bleibt doch in der Regel eine J buten dl küppelräume. Da in diesem Teile Pukatans be-] Kluft von mehreren Metern, die man entweder mit 1 1 extende Flüsse und Ströme nicht vorkommen, die Stricken überbrücken muß, um an den Boden zu . wie che Hohlräume hätten auswühlen können, so er⸗ gelangen, oder man benutzt wie die Eingeborenen fal Salbe% lert Mercer ihre Entstehung damit, daß sich auf die vielfach bis zum Boden der Höhle hinabreichen junge, u er Felsoberfläche zunächst irgendwo atmosphärisches den Wurzeln der Alamobäume, welche am Rande el Gasser ansammelte, das die Felsfläche allmälig zer- der meisten dieser Oeffnungen stehen. Mercer und

ade 17 ezte, bis ein Loch entstand. Auf dem Boden dieser Convith fanden eine ganze Anzahl solcher Höhlen 1 1(echer fraß das Wasser das Gestein in die Tiefe auf, von denen manche auch Wasser enthielten, 5 Gt ufd Breite aus, und so enistand eine sehr auffällige andere aus mehreren neben einander liegenden bnenan e At unterirdischer, kuppelförmiger Kammern von] Kammern und Gängen bestanden. Stellenweise war geren, 1100 Meter Durchmesser und 520 Meter der Boden mit Asche und roten und grauen Topf- a0 eff, die durch eine oder mehrere runde Oeffnungen scherben bedeckt, die mit farbigen Ornamenten ver⸗

ziert woren. Eine Menge/ bis 1 Meter im Durchmesser haltender Steinblöcke, die bis/ Meter tief ausgehöhlt waren, von denen einzelne als Korn quetscher, die meisten aber zum Auffangen von Wasser gedient haben mögen, deuteten au, daß ehe mals diese Höhlen von Menschen bewohnt gewesen waren. In manchen Höhlen fanden sich in den Felsen eingeschnittene Kreise und Gruppen von

i der Decke(von 315 Meter Durchmesser) mehr der weniger hell erleuchtet wurden. Die Natur n sich nun diese merkwürdigen Höhlen gewisser⸗ nußen als unterirdische Treibhäuser mit Oberlicht asersehen. Durch die Lichtöffnungen stürzten Stücke de ursprünglichen Decke hinab und bildeten Haufen ler Steine auf dem Boden der Höhle. Wo der gnufen hoch genug und allmälig mit Humus bedeckt

Nachgrabungen, die verschiedenen Schichten erkennen ließen, förderten aus der Asche neben Topfscherben, Tierknochen, auch aufgeschlagene Menschenknochen zu Tage, was Mercer zu der Annahme veranlaßt, daß die Höhlenbewohner Kannibalen gewesen sein müßten.

Die Nachtseite der Sterne. Auf der Manora-Sternwarte in Lussinpiccolo, die sich eines bedeutenden Anseheus bei den Astronomeu erfreut, wurde am 29. Mai eine neue merkwürdige Wahr nehmung gemacht. Direktor Leo Brenner sah zu seinem Erstaunen die Nachtseite des Planeten Merkur, der dunkler als der Himmel war und von einer Aureole umgeben erschien. Die Beobachtung wurde vormittags gemacht, und auch an den folgen⸗ den Tagen von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr naͤch mittags waren die Phänomene sichtbar. Au dieser Beobachtung ist das Merkwürdige, daß sie bisher noch niemals gemacht wurde, das Wichtige aber, daß sie die Flammarion'sche Erklärung derlumiere cendrèe der Venus bestätigt. Die Nachricht wurde sofort denjenigen Astronomen mitgeteilt, die in der Lage waren, gleiche Beobachtungen zu machen. Seit 1739 hat man manchmal die Nachtseite der Venus ge⸗ sehen, aber für eine äußerst selteue unerklärliche Erscheinung gehalten. Klein imHandbuch der Himmelsbeschreibung(1872) kaunte erst elf solche Beobachtungen. Als er deshalb vernahm, daß an der Manora-Steruwarte im abgelaufenen Jahre mehrere Monate laug fast täglich derlet beobachtet worden war, änderte er seine Ansicht über die Seltenheit dieser Erscheinungen und meinte, daß zu deren Wahrnehmung wahrscheinlich nur ganz besouders

rechtwinkligen Umrissen und in derHirschhöhle

zurde, siedelten sich Banauen und tropische immer 1 n unt 5 chhö auf den Wänden die Zeichnung eines Hirsches.

slüne Gewächse an, die mit ihren Kronen manch

gute Luft erforderlich sei. Der Umstaud, daß nun in Lussinpiccolo ganz gleiche Wahrnehmungen be

züglich der Sichtbarkeit des unbeleuchteten Teiles des Merkur grmacht wurden, scheint allerdings da für zu sprechen. Weshalb aber haben die hochge legenen Sternwarten in Sizilien, den Seealpen, Cordilleren, Arizona und am Mount Hamilton davon ichts wahrgenommen? Jetzt werden sie es vielleicht auch sehen. Was nun die Erklärung jener rätsel haften Wahrnehmungen betrifft, so scheint Flammarton das Richtige getroffen zu haben, als er auf Grund der Breuner'schen Beobachtungen zu dem Schlusse kam, die Nachtseite der Venus erscheine deshalb sichtbar, und zwar dunkler, als der Himmel, weil sie sich von dem Zodiakallicht abhebe und dieses vermutlich von der Sonne beleuchteter kosmischer Staub sich bis gegen die Marsbahn erstrecke. Der Mars wird auf der Manora-Sternwarte bereits seit 14. April regelmäßig von 6 bis 10 Uhr vormittags beobachtet. Hat es schon Staunen er⸗ regt, daß die Flagstaff-Sternwarte vor zwei Jahren im Stande war, Mars Monate vor der Opposition zu beobachten, so wird jetzt die Ver blüffung in der astronomischen Welt noch größer sein, wenn sie erfährt, daß eine österreichische Stern warte gar acht Monate vor der Opposition mit Tagesbeobachtungen begann, und zwar mit gutem Erfolge. Denn Direktor Brenner hat bereits ein Dutzend Zeichnungen angefertigt, auf welchen die Abnahme der Schueezone um den Südpol herum und deren exzentrische Lage deutlich ersichtlich ist. Diese lassen Länder und Meere in dunklen Umrissen erkennen.

Zweierlei Standpunkt. 1. Lehrjunge: Na, wie geht's in der Lehre, Ede? 2. Lehrjunge: Weeste, de Meestern habe ich bald satt gekriegt, sie mir aber noch nie.