Ausgabe 
2.12.1896
 
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Nachmittag fand eine öffentliche Versammlung der Bierbrauer und verw. Berufsgenossen im Lokale des Gastwirts Thoma hier statt. Als Referent trat Herr J. Brand aus Frankfurt a. M. auf. Redner wies speziell darauf hin, daß die Löhne der Brauereiarbeiter in Gießen gegenüber anderen Städten viel zu niedrig be⸗ messen seien, trotzdem die Arbeitszeit täglich 12 bis 14 Stunden betrage. Redner wies ferner noch darauf hin, daß die Nachlässigkeit in einigen hiesigen Brauereien in Bezug auf Schutzvorrich⸗ tungen zur Verhütung von Unfällen eine sehr große sei. Zum Schlusse seines Vortrages empfahl Redner den Anschluß an die Organi⸗ sation als einzige Möglichkeit zur Erlangung besserer Verhältnisse. Sodann fand eine Reso⸗ lution einstimmige Annahme, durch welche sich die Anwesenden mit den Ausführungen des Red⸗ ners einverstanden erklärten und zusicherten, für eine Verbesserung der bestehenden Mißlage der Brauerelarbeiter einzutreten und die noch nicht organisierten Brauereiarbeiter zur Organisation heranzuziehen.

Gießen, 1. Dezember. Anfang dieses Jahres erschien in derHess. Landesztg., sowie in vielen anderen Blättern folgender Artikel: Am schwarzen Brett unserer medizinischen Klinik befindet sich folgende Warnung für junge Aerzte angeschlagen: Wenn man versuchen wird, nach Marienberg(Westerwald) wieder einen zweiten Arzt hinzulocken, so mögen folgende An⸗ gaben als Warnung dienen. In Marienberg war immer nur ein Arzt. Die Gegend ist arm, das ärztliche Bedürfnis so gering, daß den größten Teil des Jahres schon ein Arzt wenig zu thun hat. Taxen: für Verordnung inkl. Untersuchung 30 Pfg., für einen Besuch 60 Pfg. Praxis ohne Fuhrwerk unmöglich. Sämmtliche Fixa in den Händen des Kreisphysikus. Wer vor bitterer Not sich bewahren will, möge sich bei dem Arzt Loer in Wintersberg, bisher in Marienberg, des Genaueren erkundigen. Dr. Roth, Kreisphysikus in Marienberg(Wester⸗ wald). Darauf nahm Dekan Johannes Eisel in Schönberg Veraulassung, diesen An⸗ griff auf den Westerwald abzuwehren. Er nannte in einem Artikel desNassauer Boten undSiegener Volksblatt das Gebahren des Dr. Roth eineunter gebildeten Leuten seltene

halten. Rücksichtsloser und offener sei der Brodneid und die Selbstsucht noch nicht doku⸗ mentiert worden. Der Zeitungskrieg dehnte sich noch eine Weile aus und wurde mit Heftigkeit geführt. Die weitere Folge war, daß dieser Tage sich zu verantworten hatten: 1. der Dekan Johannes Eisel aus Schönberg bei Höhn, 2. der Redakteur Paul Groll aus Siegen, welche der öffentlichen Beleidigung des Kreisphysikus Dr. Roth in Marienberg beschuldigt waren, 3. der Kreisphysikus Dr. Roth, dem öffentliche Be⸗ leidigung des Dekans Eisel zur Last gelegt wurde. Zu der Verhandlung, die fast sieben Stunden in Anspruch nahm, waren 14 Zeugen geladen. Nach 2½stündiger Beratung verkündete Amtsrichter Faber das Urteil. Es wurden ver⸗ urteilt Dekan Eisel zu 70, Redakteur Groll zu 50, und Dr. Roth zu 10 Xl, Geldstrafe und Publtkationsbefugnis. Dekan Eisel ist als Bewohner des Kreises der Schutz des§ 193 zu⸗ gebilligt worden, bei Redakteur Groll ist die Abschwächung der Artikel strafmildernd ins Ge⸗ wicht gefallen, bei Dr. Roth ist nur formelle Beleidigung angenommen worden.

* Grünberg, 1. Dez. Nicht etwa als ein Scherz, wohl aber als ein Bubenstreich ist ein Vorfall zu bezeichnen, der am vergangenen Sonnabend einem Fuhrmann aus Harbach passierte. Derselbe fuhr im Auftrage eines dortigen Händlers einen Wagen voll Gänse zum hiesigen Markt. Nachdem die Waare abgesetzt und der Heimweg angetreten war, kehrten beide, Händler und Fuhrmann, unterwegs in einem Wirtshause ein. Als die Männer das Wirts- haus verließen, machten sie die nicht gerade an⸗ genehme Entdeckung, daß Pferd und Wagen verschwunden waren. Da alle Nachforschungen erfolglos blieben, mußten die Leute ohne ihr Fuhrwerk nach Hause zurückkehren. Abends gegen 10 Uhr langte schließlich das Pferd allein zu Hause an und zwar vollständig ausgeschirrt. Den Wagen fand man am anderen Morgen im Felde. Daß es nur auf einen Schabernack ab gesehen wax, ergab sich aus dem Umstande, daß sich sowohl Pferdegeschirr, als auch die hierselbst gemachten Einkäufe unversehrt auf dem Wagen vorfanden.

Mainz, 30. November. Im Jahre 1834 wurde hier einVeteranenverein der französischen

Art und Weise, sich Kollegen vom Halse zu

Armee gegründet, der aus Männern bestand, .ĩ

die unter den Fahnen Napoleons J. ge⸗

denkmals zu vermachen.

gestern infolge des Mainstauwassers um sieben

e Hd. Bremen, 1. Dez. Gestern dient hatten. Der Zweck des Vereins war, die lehnten 900 Strefkende das unbemittelten Kameraden zu unterstützen. All⸗gebot der Lager jährlich kamen sie am sogen. Napoleonstag, am ab. Der Streik 15. August, zusammen, um bei gemeinsamem Hd. Prag, 1. Dezember. Infol Mahle einige fröhliche Stunden zu verleben. eises wurde die Verladun Dabei wurden die Namen derjenigen verlesen, Elb⸗Umschlagplätzen eingeste welche zurgroßen Armee abgegangen waren, Hd. Prag, und den Heimgegangenen ein stilles Glas ge- des Streiks in weiht. Bei der Gründung des Veteranenvereins der österreichische bestand derselbe aus 400 Mitgliedern, unter den⸗ Verein Schritte, um d e Schifff selben ehemalige Soldaten aller Waffengattungen, gesellschaft zu einer entsprech auch solche, die in den Eisfeldern Rußlands und Verlängerung der unter den Pyramiden Aegyptens gekämpft hatten, zeit zu veranlassen. und die ersten Männer der Stadt, z. B. der Hd. Wien, 1. Dez. Ue Bürgermeister Metz ꝛc. gehörten dem Verbande lungen der Mächte bezü an. Mit der Zeit lichteten sich die Reihen ge- berichtet dieNeue Freie Presse: waltig, bis endlich der letzte vor etwa 10 Jahren vor, dem Sultan eine vollständig hochbetagt starb. Nun bestand der Verein nur des Reform⸗Programms zu em noch aus Ehrenmitgliedern, zumeist Angehörigen über die Zwangsmaßregeln für der früheren aktiven Mitglieder. Davon leben lehnung durch den Sultan zu e heute noch neun, welche am Samstag beschlossen, gierungen in Berlin, Wien und Ro den Verein aufzulösen, der 62 Jahre be- den Vorschlag an. standen hat, und das 1800% betragende Ver⸗ Punkt zu, lehnte ab mögen der Stadt zur Erhaltung des Kriegers Hd. Warschau, 1. Dez.

d des Grafen Schuwal ow Bingen, 30. Nov. Der Rhein war säußerst kritisch.

haus⸗Gesellf dauert 10%%

1. Dezember. Hamburg unt

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ber die Verhay chder Türk England schl!) dechten ehleu und si⸗ all der N. e Die t m nahme Rußland stimmte den er die Zwangsmaßregeln a 0 inde ist neuerdisg

Zentimeter gestiegen, ist aber bis heute wieder

hier auf 7 Grad unter Null.

Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 1. Dezember. Heute findet die Verhandlung gegen die Mörder des Justiz⸗ rat Levy, Werner und Große, statt.

allen Parteien unterstützt, hat der Abgeordnete

Hause einen Antrag eingebracht, die Staats⸗ Regierung aufzufordern, dem Fortbildungs- schul⸗Wesen künftig eine größere Beach⸗ I

tung insbesondere durch vermehrte Staats-] Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in

mittel zuzuwenden.

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um 16 Zentimeter gefallen; das Wasser stand Gießen, den 28. 15 Auf dem h heute früh noch 1,7 Meter. Von Mainz wird Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 901,00, f 6 heute das erste Treibeis im Ahein gemeldet; eier 1 St. 78, Enteneier, Gänseeier, das Eis kommt vom Main. Die Nahe geht 5s, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 2 ebenfalls stark mit Treibeis; längs der Skadt Tauben per Paar 5060 Pfg., Hühner p. St. 90, ist der Fluß bis auf eige schmale Rinne blank Hahnen 60100, Enten 1,501,70, Gänse per zugefroren. Heute früh sank das Thermometer[4453, Ochsenfleisch 6674, Kuh⸗ und Mundsl

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