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Gießen, Mittwoch, den 2. September
1896.
ische Landeszeitung,
Ausgabe
Gießen.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.
* 2
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
Lokales und Provinzielles.
Sießen, 31. August. Wir berichteten . 3. über eine wichtige Aenderung in der Or ganisation unserer obersten Staats⸗ behörde. Danach sind an Stelle des Ministe— riums des Innern und der Justiz mit seinen beiden Sektionen zwei besondere Ministerien, jedes unter einem besonderen verantwortlichen Vorstand getreten, so daß innerhalb des Staats⸗ ministeriums das Ministerium des Innern, daß Ministerium der Justiz und das Ministerium der Finanzen bestehen. Man wird sich erinnern, das bon verschiedenen Seiten in der Zweiten Stände⸗
kammer wiederholt eine anderweite Organisation
der obersten Staatsbehörde gefordert wurde, namentlich hat ein Antrag des freisinnigen Ab⸗ geordneten Metz⸗Gieß en die Schaffung eines ee Justizministeriums begehrt. Die Regierung hat sonach in der nun geschaffenen Neuorganisation den Wünschen der Kammer ent⸗ n woran dadurch nichts geändert wird, aß man offiziell erklärt, die für den 1. Januar 1900 beschlossene Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs werde eine sehr weitgehende Thätig⸗ keit der Justizverwaltung, insbesondere in Hin⸗ sicht auf die Gesetzgebung, in Anspruch nehmen. Diese Thätigkeit erfordere die Leitung durch einen besonderen verantwortlichen Vorstand. Die Organisarion der obersten Staatsbehörde ist mit Schaffung des Justizministeriums nicht abge⸗ schlossen, vielmehr stehen noch weitere Aende⸗ kungen in Aussicht. Dittmars Ernennung zum Justizminister war durch die Thatsache seiner ö n Teilnahme an den Arbeiten für das Bürgerliche Gesetzbuch gegeben, sie wird, wie . 1 können, allenthalben sympathisch begrüßt. Gießen, 1. September. Die Wahl⸗ kompagne in unserem Reichstagswahlkreise scheint allmählich in Fluß zu kommen. Am borigen Sonntag fanden seitens der Reform⸗ parteiler und der Sozialdemokraten mehrere Versammlungen statt. Der Kandidat der deutsch⸗sozialen Reformen, Herr Köhler⸗ Langsdorf, sprach unter Assisten; der Herren Fleischhauer und Reichstagsabgeordneten 0 bn in Londorf und Reiskirchen. Der 6 7 demokratische Reichstagskandidat, Herr Redakteur Ph. Scheidemann⸗Gießen, sprach in Nieder⸗Bessingen bei Lich. Alle Versamm⸗ lungen waren gut besucht.— Von einer Kandi⸗ datenaufstellung seitens der Frei sinnigen und nationalliberalen Partei verlautet immer noch nichts bestimmtes. In den letzten Tagen wurden uns wiederholt die Herren Professor Stengel⸗Greifswald ue in Marburg) und Bahnhofsrestaurateur Kirch als Reichstags⸗ kandidaten genannt. Ersterer ist freisinnig, letz⸗ terer nationalliberal. Wie weit diese Nachrichten
zutreffend sind, wissen wir leider nicht. Leicht scheint es allem Anschein nach den beiden Par⸗ teien nicht zu werden, geeignete Kandidaten zu finden.
Gießen, 1. September. Ueber die Fre⸗ quenz der Landes⸗Universität Gießen während des Sommersemesters 1896 veröffentlicht die Zentralstelle für die Landesstatistik folgende Zusammenstellung:
Zahl
der Studirenden Ge⸗ sammt ⸗ zahl.
Studienfächer. Nicht⸗
Hessen. Hessen.
59 155
68
16
Evangelische Theologie.. Rechtswissenschafte Medizin Tierheilkunde Zahnheilkunde— Kameralwissenschaft.. 33 Forstwissenschaft 9 Mathematik 18 Naturwissenschaft 7 Klassische Philologie.... 29 Neuere Philologie 32 Philosophie..— Geschichte 7 Pharmacie 5 Chemie 21 459
67 180 128 42 1 33 18 22 11 30 32 6 8 10
42
630
8
— Ge
14 198
Sl eee 8
Zusammen
Außerdem nicht immatrikulierte Hörer: 23. Unter den neu Immatrikulierten waren: mit Reifezeugnis eines Gymnasiums 114, eines Realgymnasiums 27, mit Reifezeugnis für das betreffende Fach 27.
* Gießen, 1. September. In unserer Stadt waren im Monat Juli d. J. 53 Sterbe⸗ fälle zu verzeichnen. Im Alter von weniger als 1 Jahr starben 7, zwischen 1—15 Jahren 12, zwischen 15 und 60 Jahren 22 und über 60 Jahre alt 12 Personen. Als Todesursache wird an⸗ gegeben in je 1 Fall Masern und Schlagfluß, in je 3 Fällen entzündliche Erkrankungen der Atmungsorgane, Darmkatarrh, Lebensschwäche und Altersschwäche, 4 Mal war Lungenschwind⸗ sucht, je 5 Mal Herzkrankheiten und Selbstmord resp. Unglücksfall und 6 Mal Krebs Todes⸗ ursache. 19 Todesfälle kamen auf verschiedene Krankheiten.
* Gießen, 1. September. Die nächste Tagung des Schwurgerichts beginnt am 28. September. Als Vorsitzender wird Land⸗ gerichtsrat Möbius fungieren. Es werden u. A. zwei Brandstiftungsfälle zur Verhandlun kommen und zwar gegen den Landwirt Freun und dessen Sohn von Alten⸗Buseck und gegen den Schäfer Andreas Merle von Althattendorf bei Alsfeld. Nach unseren Informationen ist anzunehmen, daß die Verhandlungen länger als 8 Tage dauern werden.
* Gießen, 1. September.(Strafkammer⸗ Verhandlung.) Der 20 Jahre alte unbe⸗
strafte Maurer Johann August Dietz von Vilbel ist beschuldigt in der Nacht vom 19. zum 20. Juli d. J. nach 3 Uhr dem Arbeiter Gal⸗ lop aus Oesterreich gebürtig auf der Dorfstraße zu Vilbel nach gehabtem Wortwechsel hinterrücks mit einem Messer gestochen zu haben, so daß demselben eine acht em. tiefe Fleischwunde bei⸗ gebracht wurde. Der Verletzte war infolge davon 14 Tage arbeitsunfähig.— Der Angeklagte be— hauptet, sein Gegner habe ihn zuerst angepackt. Dieser behauptet, daß er sich erst gewehrt habe, nachdem er den Stich weggehabt habe. Staats⸗ anwalt Koch hält den Angeklagten der That für überführt und wenn auch der Angeklagte noch unbestraft sei, so sei doch eine empfindliche Strafe hier am Platze. Ohne jeden Grund habe Dietz zum Messer gegriffen, und seinen Opfer von hinten einen Stich versetzt. Er beantrage eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monat. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis. Weinend wurde der Angeklagte in die Haft zurückgebracht.
* Gießen, 1. September.(Jagd vergehen Vetter.) Peter Vetter von Nieder-Dorfelden hatte sich heute das zweite Mal vor unserer Strafkammer wegen einer angeblich in Ge⸗ meinschaft mit dem Landwirt Gunderloch von Rendel am hellen Mittag des 4. Sept. auf fremdem Jagdgebiet ausgeübten Hasenjagd zu verantworten. Unsere Leser erinnern sich aus den früheren Verhandlungen, daß das Schöffengericht Vilbel den Vetter wegen einfachen Jagdvergehens zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt hatte, obschon Gunderloch damals, als Zeuge vernommen, be⸗ schworen hat, weder er noch Vetter hätten gejagt. Die Strafkammer, welche als Berufs-Instanz von der Staatsanwaltschaft sowohl, wie auch vom Angeklagten in dieser Sache angerufen wurde, verurteilte Vetter wegen gemeinsamen Jagdvergehens zu 6 Wochen Gefängnis. Hierauf wurde Gunderloch wegen des in Vilbel geleisteten Eides in Haft genommen, weil man annahm, dieser Eid sei falsch geleistet. Vorerst aber stellte man den Verhafteten ebenfalls vor die Straf⸗ kammer, und verurteilte diese auch den Gunder⸗ loch wegen gemeinsamen Jagdvergehens. Wegen des in Vilbel geleisteten Eides, der nach Ansicht der Staatsbehörde wissentlich falsch geschworen, erfolgte seitens des Schwurgerichts die Frei⸗ sprechung des Gunderloch.— Vetter hat gegen das Urteil der Strafkammer vom 28. Januar die Revision beim Oberlandesgericht in Darm⸗ stadt verfolgt und zwar mit Erfolg, und so ist denn diese Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer zurückverwiesen. Es sind heute 23 Zeugen, darunter auch der Landwirt Gunderloch von Rendel, zu vernehmen, und wird 9 Verhandlung jedenfalls erst spät zu Ende ommen.
steht uns ein früher und harter Winter bevor. Hiobs⸗ posten auf Hiobsposten kommen von auswärts in unser Redaktionsbureau geflattert und lassen unsere Hoffnung auf einen schönen, sonnigen Herbst bis zum Gefrierpunkt herabsinken. Von den Regengüssen, die unaufhörlich nicht nur bei uns zu Lande, sondern im ganzen großen Europa, erbarmungslos niederprasselten, wollen wir schon garnicht reden; der Regen kümmert sich bekanntlich um den präch⸗ tigsten Sommer nicht und beim Herannahen des Herbstes wird er wie etwas Unvermeidliches gelassen hingenommen. Daß aber bereits in den letzten Augustwochen Schneefälle gemeldet wurden, ist sehr bedenklich und kann selbst philo⸗ sophische Gemüter aus ihrer stoischen Ruhe schrecken. Im Harz und im Riesengebirge haben sich solche Schneefälle eingestellt, und wer momentan zur Erholung im Süden weilt, im vielgepriesenen Italien, wo der Himmel so wunderbar blau ist und aus dunklem Laube die Gold⸗ orange verführerisch lockt, der wird auch dort durch wid⸗ rige Schneeschauer unwirsch in seiner sommerlichen Behag⸗ lichkeit gestört worden sein. Seit Jahren— so klagt man im Norden und Süden— ist ein trübseliger Sommer, wie dieser, nicht dagewesen; es regnet, es schneit, der Wind bläst frostig zum Tanz auf, und das dürre Laub liegt fußhoch auf einsamen Waldwegen. Die Gastwirte jammern, denn die dauerhaftesten Touristen ergreifen schaarenweise die Flucht und eilen mit Kurirzugsgeschwin⸗ digkeit der fernen Heimat zu, die Landleute trachten Hals über Kopf die gefährdete Ernte in Sicherheit zu bringen, die Zugvögel rüsten sich früher als sonst zur Reise übers Meer. Schon sind die Störche, ohne Abschiedsvisite zu machen, auf und davon geflogen; ach, wie so Manch er flöge ihnen gerne nach, um Gegenden kennen zu lernen, in welchen die Blumen noch blühen, die Sonne noch freundlich lacht und der Sommer kein frommes Märchen für artige Kinder nur ist. Gar melancholische Gedanken läßt der heutige erste September in uns aufsteigen, wie der liebe Leser sich schwarz auf weiß überzeugen kann. Aber unmöglich vermag man die Welt in rosigen Farben zu schildern, wenn unter dem Einfluß der trüben Wit⸗ terung eine Gänsehaut eiskalt über den leicht gekleideten Körper läuft. Möge die nächste Stunde schon unste düstern Zukunftsprophezeihungen Lügen strafen und in liebenswürdigster Art uns belehren, daß man den Som⸗ mer nicht vor seinem Ende tadeln soll.
(Gro ßh.
* Darmstadt, 1. September. Technische Hochschule.) Vorlesungen und Uebungen über Elektrotechnik im Winter⸗ semester 1896—1897. Beginn des Winter⸗ semesters am 20. Oktober. Elemente der Elektro⸗ technik, Geheimer Hofrat Professor Dr. Kittler, 2 Stunden wöchentlich.— Theorie der elek⸗ trischen Maschinen und Umformer, Derselbe, 2 Stunden wöchentlich. Elektrotechnisches Semi⸗ nar, Geheimer Hofrat Professor Dr. Kittler in Gemeinschaft mit Professor Dr. Wirtz, Ingenieur Sengel und den Assistenten des elektrotechnischen Instituts, 1 Stunde wöchentlich. Elektrotech⸗ nisches Praktikum(Galvanische Arbeiten, Magne⸗ tische Untersuchungeu, Bestimmung der von Motoren auf elektrische Maschinen übertragenen Arbeit und photometrische Untersuchungen au Bogen- und Glühlichtlampen), Geheimer Hofrat
L. Gießen, 1. September. Allem Anschein nach
Professor Dr. Kittler in Gemeinschaft mit Pro⸗
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Marja, das Heldenmädchen
von Transvaal.
Zeitroman von Pieter Vry burg (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wir werden bei strenger Geheimhaltung unseres Planes und guter Organisierung des Aufstandes das 0 Transvaal völlig überrumpeln, und das ist meines Erachtens die erste Vorbedingung des Sieges. Denn an Zahl und Bewaffnung ist der Gegner uns über⸗ legen. Wir müfssen ihn zugleich von allen Seiten angreifen und ihn schlagen, ehe es ihm gelingt, seine bedeutenden Streitkräfte zusammenzuziehen. Ich selbst bin gegen das geplante Attentat
auf Paul Krüger, das uns die Sympathien von
Europa verscherzen und uns in das Licht von Frei⸗ beutern und Mördern stellen würde.“ Ohol“ rief Hambrock drohend.„Diese Be⸗ zeichnung verbitte ich mir! An der Spitze einer be⸗ waffneten Truppe ist es leicht, marschieren und Siege erfechten, aber als einzelner Mann sich mitten in Pretoria hineinwagen und den Präsidenten
an der Schwelle zum Volksraad niederzustoßen, das gegen eins, Was
daß ich nicht lebend davonkommen werde.
flümmert uns die Meinung von Europa! Wir sind
bier in Südafrika und wollen Transvaal erobern. Das aber wird uns nimmer gelingen, solange der Krüger lebt. Ich hatte eher Dank von Ihnen er⸗ warket, dafür, daß ich Ihnen den Weg zu dem er⸗ ledigten Präsidentenhause ebene.“ Hambrock trat grollend zurück und Jameson er⸗ kannte mit klugem Blick, daß sein Plan von vielen
eheißen wurde. 98 erstebt mich recht“, lenkte er ein.„Gewi 5 1 8 5 ambrock, und
wäre Eures eine Heldenthat, Jakob Hambr en hat es mir gelegen, Euch einen Mörder zu
nennen. Ich sagte nur, daß das Urteil Europa's so lauten würde.“
„Europa kümmert uns nichts!“ riefen im Ein⸗ verständnis mit Hambrock mehrere Stimmen.
„Doch, doch“, entgegnete Jameson,„denn wir nehmen ja Transvaal für England in Besitz, und wie wir das thun, kann dem Mutterlande nicht gleichgiltig sein.“
„Die Hauptsache ist, daß wir es haben“, be⸗ harrte der Vertreter von Leydsdorp.
„Sie vergessen noch einen, dessen Urteil hier, maßgebend ist und von dem wir allein die Mittel zur Kriegsführung erwarten können— Sir Cecil Rhodes, den man den ungekrönten König von Süd⸗Afrika nennt. Der Herr von Rhodesia ist auch Ministerpräsident der Kap⸗Kolonie. Es wird nicht unverdächtigt bleiben und die Ermordung Krügers müßte ihn meines Erachtens bestimmen, seine Hand von uns abzuziehen. Was aber sind wir ohne Cecil Rhodes? Sein Bruder, der Oberst, ist das Haupt der Reformpartei in Johannesburg.“
Diese Worte des Rhodes ganz ergebenen Jameson machten einen üblen Eindruck und Hambrock rüstete sich eben unter dem Murren der Anderen zu der haarscharfen Erwiderung aus:„Er giebt kein Häupter außer uns“, als plötzlich draußen ein wildes Geschrei entstand. Gleichzeitig fielen mehrere Schüsse.
Alles stürzte dem Ausgange zu.
Was war geschehen?
7. Kapitel. Verfolgt.
Dem Lauscher an der Wand war es im Ver⸗ laufe dieser Verhandlungen recht schwer zu Muthe geworden. Immer klarer wurde es dem Deutschen, was seiner harrte, wenn er jetzt hier entdeckt wurde. Mit seinem Tod war dem so arg bedrohten Lande
nicht gedient, vielmehr hing jetzt die Erhaltung des⸗
selben an seinem Weiterleben und an seinem glück⸗ lichen Entkommen aus der Nähe des Verschwörungs⸗ heerdes.
Der junge Mann war aber auch der Träger und alleinige Wisser eines ernsten Familiengeheim⸗ nisses, dessen Fäden sich über den Ozean von Deutschland nach Afrika hinüberspannen. Zur Lösung desselben und in Erfüllung eines heiligen Eides war er hier herübergekommen. Mit ihm sank das Geheimnis ins Grab. Hatte er nicht die Pflicht, sich für seine Aufgabe zu erhalten?
Wäbrend jene Verbrecher da drinnen über Leben und Tod eines unschuldigen, ehrenwerten und um sein Land hoch verdienten Mannes verhandelten, trat eine andere gleich ehrwürdige und gebietende Gestalt vor sein geistiges Auge. Eine Stimme, die er wohl kannte, drang wie aus Traumesferne mabnend und klagend zu seinem Ohr:„Erfüllst Du so Dein Versprechen?“
Diese edle Greisengestalt, die er da sah, trug genau dieselben Züge des Mannes, welchen Marja's Vater mit seinem geistigen Auge erschaut hatte, den er draußen auf wüster Steppe verschmachtend wähnte und dem er keine Hülfe hatte bringen wollen.
Seltsames, dunkles Verhängnis, in welches hier die ersten schwachen Lichtstrahlen fielen!
Dieselbe Erscheinung, welche den alten Boer erschreckt und so mit Haß erfüllt hatte, daß sein eigenes Kind entsetzt vor ihm zurückgewichen war, sie ließ das Auge des jungen Deutschen in Liebe aufleuchten und stillte den tobenden Kampf in seiner Brust. Im Nu schwiegen alle die bösen, feind— seligen Regungen, welche die Vorgänge auf der stillen Farm in ihm erweckt hatten; er dachte nur noch an die ihm auferlegte heilige Pflicht, in deren
—
fliehen mußte, so weit und so schnell er es ver— mochte.
Mit dieser Absicht erhob sich der Deutsche aus seiner kauernden Stellung.
Was kümmerte es ihn noch, was da weiter verhandelt und beschlossen wurde. Er wollte fort.
Von dem Gebüsch verdeckt, warf er einen spähenden Blick umher.
Die Gelegenheit zur Flucht war günstig.
Die Soldaten der Chartered-Kompagny hatten ihre Wachsamkeit vermindert. Es war auch gar zu langweilig, immer auf und ab zu gehen und in die stille Wildnis hinauszublicken, in welcher weder Mensch noch Tier auftauchen wollte. Ja, wenn es noch in der guten alten Zeit gewesen wäre, wo Transvaal eines der wildreichsten Länder war, wo Elefanten und Büffelheerden seine weiten Steppen durchzogen, wo Löwen und Leoparden um diese Zeit auf Raub ausgingen. Davon erzählte man heute noch, aber ein Stück Wild traf man selten mehr an, und ein Löwe wäre eine ganz ungewöhuliche Erscheinung gewesen.
Der Deutsche bemerkte, daß die Soldaten in ein gemeinsames Gespräch vertieft waren. Der Weg zu den Ställen stand offen.
Noch einen forschenden Blick sandte er hinüber, dann glitt er an der vom Monde hell beschienenen Hauswand entlang, langsam, leise horchend und spähend.
Der Zufall fügte es, daß in diesem Augenblick einer der Soldaten nach dem Hause hinsah. Seinem scharfen Blicke entging es nicht, daß die Art, wie der Unbekannte an der Wand hinschritt, etwas Verdächtiges hatte.
„Seht doch!“ rief er halblaut den Anderen zu.
Alle blickten hinüber.
(Fortsetzung folgt.)
Erfüllung er diesen gefährlichen Ort verlassen und


