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Lokales und Provinzielles.

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Formalitäten und nach Bildung der Geschworenenbank

1 geklagte den Mitknechten voran und war beinah an das

fein Mitknecht Müller

und ein Mädchen waren die Letzten.

in unserer Mitte. Soll ich seinen Zustand be⸗

Ni. 127

Gießen, Dienstag, den 2. Juni

1896.

Ausgabe

Hessische Landeszeilun

Gießen.

Redaktion: A Kreuzplatz Nr. 4. 2

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die özspaltige Petitzeile.

5 2.

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

W. Gießen, 1. Juni. Schwurgerichtssitzung. Landgerichtsrath Kullmann eröffnet um 9 Uhr Vormittag die erste Sitzung der 2. Session des Schwurgerichts für die Provinz Oberhessen. Nach Erledigung der gesetzlichen

wird in die Verhandlung gegen Georg Ernst Löffler von Gelnhaar wegen Körperverletzung mit tödt⸗ lichem Erfolg eingetreten. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Als Vertheidiger ist er⸗ schienen Rechtsanwald Grünewald. Ludwig Becker, der als Geschworener ordnungsmäßig geladen, aber nicht er⸗ schienen ist, wird zu einer Geldstrafe von 50 Mark ver⸗ urteilt. In die Verhandlung eintretend, erklärt der An⸗

gte, am 21. November 1873 geboren zuletzt auf dem 25 Konradsdorf als Dienstknecht beschäftigt gewesen zu sein. Am 19. April d. J. sei er mit seinen Mitknechten in Effolderbach/ Stündchen vom Hofe Konradsdorf ent⸗ fernt, im Wirtshause gewesen, darunter auch der von ihm Verletzte und dann verstorbene Hrch. Rühl. Man hat im Wirtshause getrunken und kehrte gegen Abend, um zu essen nach dem Hofe zurück, um sich gleich darauf wieder nach dem vorgenannten Dorfe zum Tanz zu begeben. Auf dem Heimwege gegen/ 11 Abends ging der An-

Thor von Konradsdorf angekommen, da erfuhr er, daß von Rühl geworfen sein soll. Er wartete bis der Letztere herankam, packte denselben und warf ihn mit dem Kopf an die Hofmauer, so daß er liegen blieb, ohne einen Laut von sich zu geben. Darauf bearbeitete der Angeklagte den wehrlos am Boden liegenden Rühl mit einem Knüppel, ließ dann von seinem Opfer al, und ging in den Hof, wo er erfuhr, daß sein Lands⸗ mann Müller im Stall in Krämpfen liege. Hier im Stall, so erzählt der Angeklagte, packte ihn die Wut auf's neue, er ergriff eine Mistgabel, stürmte damit wieder zum Hofthor hinaus und will den dort sich inzwischen wieder aufgerichtet habenden Gegner nur mit dem Mistgabelstiel einige Male nicht sehr kräftig geschlagen haben, so daß dieser hinfiel. Löffler bestreitet entschieden mit dem Zinken der Gabel gestochen zu haben, obwohl ihm vorgehalten wird, daß der Körper des Verstorbenen Stichwunden auf⸗ wies. Der Angeklagte erklärt, daß er sowohl wie seine Mitknechte betrunken gewesen, als die That passirt ist. Es sind 5 Zeugen und ein med. Sachverständiger zu vernehmen. Zeuge Wilhelm Völker schildert den Hergang wie folgt. Nachdem der Tanz an dem Abend zu Ende, gingen die Knechte und die Mädchen, die auch in Effolderbach ge⸗ wesen, nach dem Hof zurück. Er, der verstorbene Rühl, Vor ihnen ging der Knecht Müller mit einem Mädchen. Rühl stieß Drohungen aus, wie:wer mir heute in den Weg kommt, der muß dran glanben. Kurz darauf warf er

nach Müller mit einem Stein, traf diesen auch an den

Kopf, so daß dieser stark blutete. Er, der Zeuge, nahm sich des Verletzten an, während Rühl sich nicht um den- selben kümmerte. Der Zeuge erklärte, daß er nur gesehen habe und dazu gekommen wäre, wie der Angeklagte mit einem Knüppel, es könne auch der Mistgabelstiel gewesen sei, auf Rühl eingeschlagen habe. Er habe den Löffler beruhigt und ihn bewogen, vom Schlagen abzulassen. Rühl habe sich später aufgerichtet und in gebückter Stellung dagehockt, so hat ihn der Zeuge mit einem anderen Ge nossen ins Bett gebracht, man habe nicht geglaubt, daß die Verletzungen so gefährlich wären. So hat der Verletzte die Nacht über ohne Hilfe gelegen, um 5, um 6, um 8 und um ½10 Uhr morgens war der Zeuge bei Rühl, um sich zu überzeugen, wie es ihm gehe. Die ersten drei Mal war der Verletzte bei Besinnung, klagte über Schmerzen am Magen u. s. w., um ½10 Uhr fand der Zeuge den Rühl außerhalb des Bettes tot vor. Völker schildert den Verstorbenen als einen leicht zum Zorn ge reizten Menschen, hauptsächlich wenn er getrunken hatte. Ueber den Angeklagten kann er nichts sagen. Stark angetrunken ist Löffler wohl wie Rühl an dem Abend gewesen. Der Zeuge Dienstknecht Julius Müller weiß nichts aus eigner Wahrnehmung anzugeben. Der weitere Zeuge Dienstknecht Schmidt war beim Vorfall nicht zu⸗ gegen. Am Morgen gegen 5 Uhr hat ihm Rühl auf seine Frage erklärt, der Roth habe ihn so zugerichtet. Der Verwalter Adolf Grieber von Hof Konraddorf bezeugt, daß Rühl an dem Abend vor dem Abendbrot schon stark angetrunken gewesen. Der Angeklagte hat sich ihm gegen⸗ über als denjenigen, bezeichnet der den Rühl so zugerichtet. Der Zeuge hat den Verletzten am Morgen untersucht, derselbe hat über Schmerzen am Kopf und vor der Brust geklagt aber nicht gewünscht, daß ein Arzt genommen werden soll. Der Vorsitzende stellt aus den vorliegenden Akten fest, daß der Dienstknecht Rühl vorbestraft war wegen Körperverletzung und zwar mit 2 Monat Gefängnis. Medizinalrat Dr. Hauser-Büdingen erklärt, daß Rühl außer einer Wunde am Arm eine solche an der linken Schläfe und eine im Rücken in der Nähe der Wirbelsäule erhalten hat. Die ersten beiden Wunden rühren nach dem Befund von einem spitzen Instrument her. Keine der Verwundungen, so schwer sie auch an sich sind, war als solche unbedingt tödtlich, aber in der

Summe der Verletzungen ergab der Befund der Leiche, daß der Tod durch Verblutung herbeigeführt ist. Der Sachverständige hält es nicht für möglich, daß

eine der vorgefundenen Wunden von einem Hinfallen des Rühl gegen eine Mauer herrühre. Dem Gutachten gegenüber erklärte der Angeklagte, nicht zu wissen, ob er gestochen hat. Er war sehr aufgeregt, möglich kann es aber sein, daß er mit den Zinken der Gabel gestochen hat. Hiermit ist die Beweisaufnahme erschöpft.

(Schluß folgt.)

* Gießen, 1. Juni. Nach dem Jahresbericht des Octroi⸗Inspektors pro 1895/96 beträgt

A. Das Octroieinkommen der 1894/95 1895/96 Stadt Gießen 14. 0 1 5 1. für Schlachtvieh.. 30.667 65 31.491 99 2. für Fleisch und Wildpret 4.894 61 4.789 59 3. für Mehl und Früchte 28.749 18 31.602 56 4. für Brennmaterial 28.245 90 29.298 54 5. für Getränke ee e eee zusammen 119.439 05 126.310 51 119.439 05 daher in 1895/96 mehr 6.871 46

B. Die Rückvergütungen betragen 1. für Schlachtvieh u. Fleisch ee. 612 99 645 08 2. für Brennmaterial 670 19 743 94 3. für Mehl und Früchte. 14.576 97 17.782 38 4. für Getränke 4.188 15 4.886 31 5. an das Militär 2.834 65 3.063 67 zusammen 22.882 95 27.121 38 22.882 95 daher in 1895/96 mehr 4.238 43

C. Abschluß.

Von dem Einkommen 119.439 05 126.310 51 die Rückvergütung ab 22.882 95 27.121 38 bleibt 96.556 10 99.189 13 96.556 10 daher in 1895/96 mehr 2.633 03

Gießen, 1. Juni. Am Freitag voriger Woche feierte Peter Weigand von Garben⸗ teich sein 30jähriges Jubiläum als Arbeiter an der hiesigen Gasanstalt. Seine Kollegen, der Direktor der Anstalt und die Ingenieure über⸗ brachten dem Jubilar ihre Gratulationen.

* Gießen, 1. Juni. Der Schützen⸗ verein hielt gestern sein erstes Prämien- schießen ab. Zahlreich waren die Schützen mit ihren Familien gekommen, um neben dem Schießen, in der schattigen Parkanlage den Nach- mittag über bei dem veranstalteten Gartenkonzert zu verweilen. Auch Nichtmitglieder des Schützen⸗ vereins war gegen ein geringes Entgeld der Zutritt zum Etablissement Schützenhaus gestattet.

* Gießen, 1. Juni. Die Saison der Sommerfeste hat gestern der Metzgergehülfen VereinBrüderlichkeit auf der Pulvermühle eröffnet. Man feierte das 11jährige Stiftungs⸗ fest des Vereins und waren die Kollegen aus Frankfurt a. M., Marburg und Wetzlar zahl⸗ reich hierher gekommen. Das Fest verlief, wie nur ein Volksfest verlaufen kann, denn alle Theilnehmer amüsierten sich bis spät in die Nacht hinein auf das Prächtigste.

* Gießen, 1. Juni. Wie derKl. Pr. gemeldet wird, fand am Mittwoch am Elisabeth⸗

Erste Liebe.

Humoreske von E. Duncker. (Nachdrucd verboten.) (Schluß.)

Sie ist eine Stadt wert zu sehen, verteidigte sich Tom,sie ist gesagt zu haben große Merk würdigkeiten.

Und die größte darunter das Zigarrengeschäft des Herrn Biermann! Jetzt geht mir ein Licht auf. Aber da möchte ich doch erst an Ihren Vater schreiben,

Ich habe schon an mein Alter geschreibt, daß ich wunsche zu visitieren meine Flamme, und er hat mich schon die reisende Geld berappt mit die Wörter:Onlyfdo not make a fool of yourself.

Nun, dann reisen Sie mit Gott, sagte Onkel Winkler resigniert,dann bin ich wenigstens aller Verantwortlichkeit enthoben.

Tante Josepha zeterte freilich über die unver zeihliche Sorglosigkeit englischer Väter Herzensan⸗ gelegenheiten gegenüber, aber ihr Bruder meinte trocken:

Der alte Woodland wird wohl seinen Spröß ling richtig beurteilen. Ich selbst weiß aus Er⸗ fahrung daß gerade das Unerreichbare für ihn Reiz hat. Diese Reise gibt seiner Leidenschaft den Rest, dessen bin ich sicher.

Daß wir Jungen uns über Toms Reisepläne totlachen wollten, bedarf kaum der Erwähnung.

Tom, altes Haus, wenn es erst Biermann und Sohn heißt, kriegen wir doch alle Vierteljahr ein Kistchen erster Güte? oder:Die Ahnen der Woodlands müssen doch sämtlich in ihren Särgen herumkollern ob dieser Mesalliauce! Durch solche und ähnliche geistreiche Scherze suchten wir ihn von seinemdämlichen Vorhaben abzubringen, aber alle Spöttereien prallten von ihm ab. 5

Wenn ich frage Euer Rat, Ihr konnt es mich geben; bis dahin haltet gefalligst Eure Maul! UndKommen Sie, Hulda, rief er der Teckel⸗ hündin meines Oukels, seiner steten Begleiterin, zu und verschwand pfeifend mit der Miene eines Welteroberers.

Die Ferien waren vorüber; Tom weilte wieder

schreiben? Unmöglich, weder Schrift noch Wort sind dazu im stande. Diese Reise hatte ihn nicht geheilt, das bemerkten mit Ergötzen wir gottlosen Buben, mit stiller Betrübnis Onkel und Tante.

Eine Woche will ich es noch so ansehen, be merkte ersterer gedrückt,ist er dann nicht anders, so muß ich Vater Woodland ersuchen, den trägen Schlingel wegzunehmen. Diese letzten drei Tage ist kein Auskommen mehr mit ihm. Ich sehe, ich habe mich doch in ihm geirrt.

Ueber seinen Aufenthalt in Lübeck äußerte Tom sich nur mir, seinem Intimus, gegenüber:

Ich treffte, bei Zufall, mein sweetheart auf die Straße, und sie war sehr lieblich zu mir und nahm mir zu ihr Vater, wer ist einen ganzen netten, hübschen Mann quite a gentlema. Sie sagt, ich bin ein Freund zu Frau Rosie, und ich möge nicht zu sprechen wider. Dann er auch war sehr hold und kindlich zu mir, und ich bin gewesen jedes Tag in sein Haus und habe gekauft à lot of cigars von mein zukunftig Schwiegeralter.

Vater Biermann mußte demnach die Sache recht harmlos aufgefaßt und mit großer Menschen kenntnis die Unschädlichkeit des Freundes seiner Tochter und der FrauRosie herausgefunden haben. Erstere jedoch hatte geschworen, dem Erben von Woodland treu zu bleiben bis zum Tode, wenigstens bis zum Examen.

Wann ich werde sein durch, ich werde ihr nehmen nach Woodland Hall zu mein pater und ihr verloben öffentlich! schloß Tom begeistert.

Ich hatte andächtig zugehört, bemerkte dann aber weise:Wenn das nur nicht ein Reinfall wird, Tom, worauf mein Freund mir mit einem hohnvollen:Bosh! wunscht die Ei zu sein kluger als das Huhn? den Rücken kehrte.

Eine Woche war seit Toms Ausflug verstrichen. Onkel Winkler hatte bereits den angedrohten Brief aufgesetzt, aber noch nicht abgesandt da brachte am Sonntag⸗Morgen, als wir alle beim Frühstück saßen, der Briefträger ein stark parfümiertes, an Tom adressiertes Briefchen von hochroter Farbe.

Habe ich die zukunftige Mrs. Woodlaud of Woodland gestiftet, flüsterte Tom mir zu, während er fiebernd vor Erwartung das Kouvert aufriß.

Aber, welche Veränderung ging mit dem glücklichen

Bräutigam vor! Enthielt der Brief Sprengstoff? Tom schoß in die Höhe, schleuderte mit dem Aus- ruf:o du falsches Meusch! sein eben angebissenes Brötchen über den Tisch, daß es in die Tasse meiner ahnungslosen Tante plumpste, und raste leichenblaß aus dem Zimmer. Wir alle saßen starr ob dieses inkommentmäßigen Benehmens, vergebens hoffend, daß Tom zurückkommen und uns das Rätsel lösen würde.

Er scheint eine sehr unangenehme Nachricht bekommen zu haben, bemerkte endlich meine Tante beklommen,soll sich Ernst nicht lieber mal nach ihm umsehen?

Mein Onkel nickte, und ich, hocherfreut über meine Mission ließ mein Frühstück unbeendet und machte mich auf die Suche nach dem Flüchtigen, den ich endlich in einem entlegenen Teil des Gartens fand. Er rannte dort wie ein gereizter Tiger auf und ab, hielt aber in seinen Sprüngen inne, als er mich sah:

Du bist mein großtes Freund, Ernst, rief er, und sollst sehen, was diese Schlanger schreibt.

DieSchlanger schrieb:

Lieber Mr. Woodland.

Behüt Sie Gott, es wär' zu schön gewesen, behüt Sie Gott, es hat nicht sollen sein! Lieber Mr. Woodland, zürnen Sie mir nicht, wenn ich Ihnen sage, daß ich seit drei Tagen die Braut eines Geschäftsfreundes meines Vaters bin, dem ich schon länger bestimmt war. Mußten doch auch Elsa und Lohengrin, Elisabeth und Tannhäuser scheiden sollten mir da mit dem Geschick hadern? Sie werden jetzt wohl nicht einsehen, daß ich zu Ihrem Besten gehandelt habe, da Sie noch so jung sind, aber in zehn Jahren denken Sie vielleicht anders.

Eingebildete Affe, unterbrach Tom mich in grimmig,jetzt ich denke schon anders; aber was meint sie mit Lohen Grimm und Tom Häuser? Waren das wohl frühere flirtalions von sie?

So leben Sie denn wohl, schloß Fräulein Biermann,und senden Sie, bitte, als Zeichen Ihrer Versöhnung die schon so lange versprochene Photographie

Ihrer schwesterlichen Freundin Elisabeth Biermann.

Das ist ein Hauptjux, Tom! rief ich.Siehst

Du nun ein, was an den Frauenzimmern ist? Uns

stieg im Taunus, in der Nähe des Dorfes Alten⸗ hain ein Pistolenduell zwischen einem Reserve⸗ Premierlieutenant aus Wiesbaden und einem Assessor aus Gießen statt, wobei der letztere leicht verwundet wurde. Die Bedingungen waren: 10 Schritte Distanz und zweimaliger Kugelwechsel. * Gießen, 1. Juni. Die Stadt hat kürz⸗ lich das Baugelände im Gartfel d(Schwarze Lach) der Säulingschen Konkursmasse gehörig, für 1 15000, erworben. Wir hören übrigens, daß unsere städtische Behörde weiteres Terrain in der dortigen Gegend angekauft hat. Gießen, 1. Juni. Gutachten wirkt das Singen der tieferen oder höheren Töne bei sechs- und siebenjährigen Kindern schädlich auf die F ie Erfahrungen der Lehrer bestätigen diese That⸗ sache. Die Schulbehörden dringen darum neuer⸗ dings darauf, daß zur Verhütung der schädlichen Ueberanstrengungen der Stimmbänder die Gesangs⸗ übungen bei den Kindern der angegebenen Alters⸗ stufen uicht unter oder über der Mittellage der Stimme ausgedehnt werden. Auch weitere Elternkreise, die ihre kleinen Kinder gar gerne zum Absingen aller möglichen Liedchen, unbe⸗ kümmert um die Tonlage, anhalten, möchten aus obigen Andeutungen einige Belehrung schöpfen. Durch fortgesetzte eee durch zu hohes oder zu tiefes Singen wird leicht der Grund zu Krankheiten des Kehlkopfes gelegt.(D. Z.) Mainz, 31. Mai. Die vor Monaten an⸗ gekündigte Maßregel, die Militärverwal⸗ tung werde den seitherigen Modus der Lie fe⸗ rung des Fleischbedarfes an die Truppen der Garnison umändern, tritt nun in Kraft. Sämtlichen Metzgermeistern wurden die Liefe⸗ rungsverträge mit den einzelnen Bataillonen zum 1. Juli gekündigt, weil von da ab die Fleischlieferung nur an die ganze Garnison erfolgen soll. Der neue Modus soll probeweise bis zum Schluß des Jahres 1896 beibehalten bleiben; die Gesamtlieferung im Ge⸗ wicht von über 150000 Kilo für die Zeit vom 1. Juli bis Ende des Jahres soll nur an Fach⸗ leute(Metzgermeister) und nicht an sonstige Liefe⸗ ranten vergeben werden; auch ist bestimmt, daß diese Metzgermeister nur in 17 oder der nächsten Umgebung der Stadt Mainz ihren Wohnsitz haben dürfen. Am Samstag Nach⸗ mittag wurde ein Arbeiter verhaftet, der in die Wohnung seiner Mietsleute eingedrungen war

wolltest Du nie glauben, wenn wir sagten, daß sie eine leichtsinnige Fliege wäre.

So sie ist, und ich werde ihr vergessen, no fear. Aber wenn sie hatte wenigstens ein paar Wochen gewartet, ehe sie mit der andere pussierte, O, ich nie hatte gedenkt, die deutsche Weibern sind so falsch!

Sind auch nicht alle so, versicherte ich aus dem Schatz meiner fast siebzehnjährigen Erfahrung.

Und jetzt ich werde sie schreiben, daß sie ist ein ein leichter Flieger und ein falsches Mensch und

Unsinn, das würde ihr nur schmeicheln. Nein, Du schreibst ich helfe Dir dabei, daß Du Dich über ihr Glück herzlichst freuest ꝛc., und bittest sie zum Schluß um das Bild ihres Bräutigams. Darüber ärgert sie sich, daß kannst Du glauben.

All right, rief Tom, jetzt schon wieder ganz vergnügt,By Jove, ich habe mir wenigstens gut amusiert! Aber ich sage Dir, setzte er mit einem plötzlichen Entschluß hinzu,jetzt wo ich habe gesäet mein wildes Weizen, ich werde wenden um ein neues Blatt ja, ich werde ochsen, ochsen, wie wie ein Ochse!

Und Tom hielt Wort. Er legte sich wirklich ins Zeug und bewies binnen kurzem, daß er nicht, wie wir alle gemeint, ein höheres Schaf, sondern nur ein Tagedieb erster Sorte gewesen. Nachdem er noch sechs Monate unter der Leitung meines Onkels stramm gearbeitet, reiste er zu unser aller Bedauern nach England zurück, ins Examen hinein. Bald darauf meldete uns ein weitschweifendes Tele⸗ gramm das glückliche Bestehen desselben und be reitete zugleich meinen Onkel auf die Ankunft einer Kiste vino secco vor, damit er auf das Wohl seines dankbaren früheren Schülers ein Glas leeren möge. 5

Sieh, sieh, sagte Oukel Winkler vergnügt zu seiner Schwester,nun ist das Experiment, gegen das Du so wettertest, doch zu Toms Besten ge wesen. Uebrigens alle Achtung vor Fräulein Bier⸗ mann! Was die Ermahnungen sämtlicher Väter und Lehrer der Welt nicht durchgesetzt hätten, das hat sie durch ein paar Zeilen zu stande gebracht. Da⸗

rum vivat, erescat, floreat das fesche Skelett! Das ersie Glas ihrem Andenken!

Nach fachmännischem