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1 Dienstag, den 23. Februar 1932.
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Laubach und Flensungen.
In Steindorf: Kombination der Vereine Oberbiel, Steindorf und Burgsolms.
In Steinberg oder Leihgestern: Steinberg 1.— Leihgestern und Lollar komb.
In Daubringen: Daubringen und Wieseck komb.— 1900 und VfB Gießen Ligareserven komb.
In Krofdorf: 1900 Gießen 4.(Meister)⸗Mannschaft— Krofdorf.
In Geilshausen: Geilshausen— Großen⸗Buseck. 5
Weitere Spiele sind vorgesehen in Ehringshausen, Werdorf, Der Gaufußballsachbearbeiter nimmt
noch weitere Vorschläge entgegen.— Der verwaisten Leichtathle⸗ tik im Gau Gießen⸗Wetzlar hat sich der Gau-Vorstand angenom- men. Er läßt den Frühjahrswaldlauf in den Gruppen Ober⸗ lahn, Gießen-Wetzlar und Grünberg laufen. Vereine, die die Ausrichtung übernehmen wollen, sollen sich beim Gauvorsitzenden melden..
Gleichfalls amtlich, wenn auch von anderer Stelle, hören wir, daß am 1. März, vormittags 10.30 Uhr, vor'm Amtsgericht in Gießen die Verhandlungen gegen den mutmaßlichen Täter be⸗ ginnen, der vor einigen Wochen unbefugter Weise das Spiel 1900 Gießen— VfB Friedberg telephonisch absagte.
Aus dem Hinterland
Zwei unserer Bezirksklassenvertreter mußten auswärts ihre Kräfte messen. Breidenbach holte sich in Niedergirmes nur ein mageres 1:1 Ergebnis, während Wiesenbach mit demselben Re⸗ sultate aus Butzbach heimkehrte. In Butzbach erschien der an⸗ esetzte Schiri Speckhardt⸗Gießen nicht,(0 so daß ein einheimischer eiter, Spurk, die Leitung übernahm. Die Entscheidungen sollen jedenfalls nicht immer korrekt gewesen sein. f
ottenhorn dürfte vor dem Abstieg nun ziemlich in Sicher⸗ heit sein. Diesmal zeichnete es sich durch einen glatten 5:0⸗ Gewinn gegen Dillenburg aus.. 5 5
In den unteren Klassen kamen einige Freundschaftstreffen
zum Austrag:
Aus Biedenkopf
VfL Biedenkopf— Sarnau 7:0(2:0).
Das war nun also wieder mal die„andere Seite“, von der sich die Kreisstädter diesmal ihrem Publikum präsentierten. Bis zur Pause hielten die Gäste verhältnismäßig gut stand, zeit⸗ weise war sogar eine Ueberlegenheit festzustellen, aber der Sturm der Sarnauer tändelte zu viel und die Biedenköpfer Hintermannschaft deckte hervorragend. Mit zwei Toren durch gute Arbeit des Mittelstürmers wurden die Seiten gewechselt. Nachher kamen die Kreisstädter, durch die Sicherheit der Hinter⸗ mannschaft angespornt, erst ins richtige Fahrwasser. Mit noch weiteren fünf schönen Treffern wurde den Gästen eine glatte Abfuhr erteilt.
Aus Wallau
Wallau 2.— Buchenau 1. 4:0(2:0).
Von den sympathischen Gästen aus Buchenau hatte man eigentlich spielerisch mehr erwartet. Der Bezwinger Biedenkopfs muß jedenfalls ein anderes Gesicht gehabt haben. Doch gerade im Fußball erreicht man nicht jeden Sonntag gute Leistungen. Dazu kam noch, daß die Gäste Ersatz stellen mußten. Jedenfalls war zu sehen, daß die Buchenauer Einzelkönner haben, es fehlte aber diesmal ganz und gar an der Zusammenarbeit und Sicher⸗ 1 75 Bei einer vorgearbeiteten Chance wagten die Stürmer einen Schuß loszulassen! Anders dagegen die Wallauer zweite Garnitur! Sie machte ihrem Namen alle Ehre. Sichere flache Zusammenarbeit und eine besondere Schußfreudigkeit im Sturm lassen erkennen, daß die 1. Elf gute Nachfolger hat.— mit dem Wind spielend, wurde zunächst ein Elfer von Wallau vermasselt, doch konnten bis zur Pause zwei Treffer gebucht werden, wobei allerdings der Gästehüter etwas mithalf. Nachher glaubte man an ein„Sichfinden“ der Buchenauer, aber die Einheimischen behielten auch weiterhin die Oberhand. Die ruhige, sichere Hintermannschaft ließ noch nicht mal den Ehrenerfolg der 5 zu.„oh“
Biedenkopfs Jugend schüttelte die Wallauer deutlich mit 5:0 ab. In Feudingen siegten die Jungens gegen Banfe sogar
Aus Weidenhausen
Weidenhausen 1.— Eisemroth 1. 5:4(3:1).
Am vergangenen Sonntage standen sich obige Mannschaften zu einem Freundschaftsspiele gegenüber. Leider blieb der an⸗ gesetzte Schiedsrichter aus.(1) Beide Mannschaften einigten sich auf einen Schiri von Weidenhausen. Eisemroth hat Anstoß. Es entwickelte sich sofort ein flottes Spiel, das Weidenhausen, dank einer besseren Technik, leicht überlegen gestalten konnte. Die dauernden Angriffe des einheimischen Sturms führten vorerst zu keinem Erfolge, da die Verteidigung von Eisemroth, vor allem der linke Verteidiger, ganz vorzügliche Abwehrarbeit zeigten. In der 20. Minute gingen die Hiesigen durch den Links⸗ außen in Führung. Dieses Tor, das schönste des Tages, war für den sonst sehr vorzüglichen Gäste⸗Torhüter unhaltbar. Nach kurzer Zeit glichen die Gäste aus. Bis zur Halbzeit konnten die Einheimischen durch einen Elfmeter, plaziert geschossen vom Halblinken, und einer schön verwandelten Ecke des neuen Mittel⸗ stürmers mit 31 den Vorsprung halten. Nach Seitenwechsel wird das Spiel ausgeglichener, während dieser Zeit können die Gäste infolge einzelner Durchbrüche noch weitere drei Tore erzielen. Die Platzmannschaft wird wieder überlegen. Eisemroth vertei⸗ digt bis zum Schluß nur noch vielbeinig, kann aber nicht ver⸗ hindern, daß noch zwei weitere Tore geschossen wurden. Ecken⸗ verhältnis 14:2. Der Schiedsrichter hatte ein leichtes Amt, da beide Mannschaften ein ruhig faires Spiel zeigten. P. M. W.
Aus Mornshausen a. d. D.
Mornshausen 1.— Biedenkopf 2. 4:3 Nach Anstoß erfolgte sofort ein recht flottes Spiel, in dem
der Platzverein das Gästetor zunächst sehr bedrängte⸗ Nach zehn Minuten ging Mornshausen dann auch mit 1:0 in Führung. Von nun an entfaltete Biedenkopf sich besser und das Spiel wurde ausgeglichen. Halbzeit 271 für Mornshausen. Nach der Pause fanden sich die Gäste besser und wurden zeitweise über⸗ legen, konnten jedoch noch ein weiteres Tor der Platzmannschaft nicht verhindern, dem kurz vor Schluß durch Handspiel noch ein Elfmeter folgte, der auch noch verwandelt wurde. Beide Mannschaften gaben ihr Bestes und ein Unentschieden wäre verdient gewesen. Schiedsrichter Feußner, der das Spiel leitete, konnte gefallen..
Aus Holzhaufen bei Gladenbach
Holzhausen 1.— Steinperf 1. 3:3(0:2) Holzhausen 2.— Steinperf 2. 021
Am Sonntag weilte die erste und zweite Mannschaft von Steinperf in Holzhausen zu Freundschaftsspielen. Zunächst spiel⸗ ten die zweiten Mannschaften. Steinperfs zweite Mannschaft war leicht überlegen und kann bis zum Schluß das Resultat auf 10 stellen. Der Sturm von Holzhausen hatte verschiedene gute Chancen, verstand es aber nicht dieselben auszunutzen.
Nach diesem Spiel begann das mit großer Spannung er⸗ wartete Treffen der ersten Mannschaften. Es standen sich der A⸗Meister Steinperf und der B-Meister Holzhausen gegenüber. Eine stattliche Zahl Zuschauer hatte sich eingefunden, und sie wurden auch nicht enttäuscht. Das Spiel beginnt mit mörde⸗ rischem Tempo und man fürchtet, daß zwei ungleiche Gegner aufeinander gestoßen sind. Aber Holzhausen kann sich sehr schnell in die Spielweise der Steinperfer umstellen und nach ungefähr 15 Minuten Spielzeit wird das Spiel ausgeglichener. Stein⸗ perf kann jedoch im Anschluß an einige Durchbrüche das Spiel bis zur Halbzeit auf 2:0 stellen. Nach dem Wechsel kommt je⸗ doch Holzhausen mächtig auf und kann ausgleichen. Der Sturm wie überhaupt jeder Spieler, kam glänzend in Form, so daß das Resultat am Schluß 3·3 steht. In den letzten zehn Minuten setzt Holzhausen zum Endspurt ein und zeigt hervorragende i Schiedsrichter Schick⸗-Steinperf war ein 9 eiter. 8
Aus Wommelshausen
Wommelshausen 1.— Gladenbach 1. 1:5(1:2)
Die beiden Gruppensieger der zweiten Bezirksklasse im Gau Marburg standen sich am letzten Sonntag im Freundschaftsspiele auf dem Wommelshäuser Platze gegenüber. Man hatte sich im allgemeinen von diesem Spiele etwas mehr versprochen, wie gezeigt wurde. Allein nur die Gladenbacher Elf konnte restlos befriedigen. Wenn auch die Platzbesitzer in der ersten Hälfte ein gleichwertiges Spiel zeigten, so war es in der zweiten Spielhälfte jedoch mit der Herrlichkeit vorbei. Besonders die Stürmerreihe verstand es nicht, den Ball zu halten wodurch natürlich die Hintermannschaft stark überlastet wurde. Der rechte Verteidiger Dallwig, anfänglich recht gut, wurde härter und sehr unsicher; auch der Torhüter hat schon bedeutend bessere Spiele geliefert. Die Gladenbacher Elf war gleich gut besetzt. Ein recht schönes Spiel zeigte Heck und der kleine Weber, sowie auch die gesamte Läuferreihe. Der Spielverlauf war, abgesehen von einigen Kleinigkeiten, ein fairer. Zu Ehren der Gefal⸗ lenen würde das Spiel zwei Minuten unterbrochen.
Aus Sthönstadt
Schönstadt 1.— Cölbe 1. 5:1(1:1) Schönstadt 2.— Cölbe 2. 0:1(0:0)
Am Sonntag hatte sich Schönstadt die erste und zweite Mannschaft des Fußball⸗Vereins Cölbe zum Gesellschaftsspiel verpflichtet. Mit dem Anstoß von Cölbe beginnt gleich ein flot⸗ tes Spiel. Schönstadt geht in den ersten zehn Minuten durch den Linksaußen in Führung. Kurz vor Halbzeit gleicht Cölbe durch Elfmeter aus. Bei diesem Stande werden die Seiten ge⸗ wechfelt. Nach der Pause bringen die elf Schönstädter unge⸗ heuren Eifer mit, und können noch viermal erfolgreich sein. Vor dem Spiel der ersten Mannschaften hatten die zweiten Mannschaften beider Vereine ihre Kräfte gemessen, wobei Cölbe als technisch besser, verdient gewann. Beide Spiele hatten in Schiedsrichter Dersch einen gerechten Leiter.
Aus Allendorf
Allendorf— Neustadt 2:3.
Obige Mannschaften trafen sich in Allendorf(Krs. Kirch⸗ hain) zu einem Freundschaftsspiel. Die Gäste waren der Platz⸗ mannschaft zeitweise überlegen und zeigten einen ungeheuren Spieleifer. Neustadt gewann verdient, das Spiel stand beim Neft des Schiedsrichters Hahn(Schweinsberg) 273 für
eustadt.
Wieder einmal lagen die Franzosen im 9 05 Es sah gefahrdrohend aus für die Deutschen. Da lief Roland Lichti zurück, kämpfte mit einem Franzosen um den Ball, blieb Sieger, umspielte, zwei drei Mann
Gebannt erhoben sich Tausende von den Sitzen.
Elegant in der Kurve liegend, den Ball wie mit unsicht⸗ barem aden am Fuße haltend, flog der Mittelstürmer über das Spielfeld. Etwa dean Meter vor dem Tore stoppte er den Ball, eine blitzschnelle Wendung täuschte einen Angreifer, hart fegte der Ball über den Boden— zu spät warf sich der inter⸗ nationale Tormann Frankreichs—: Das Spiel stand 1·1 un⸗ entschieden.
wanzigtausend Franzosen waren bezaubert vom Spiel der Deutschen.
Irgendeine französische Sportzeitung hatte erwähnt, daß der blonde Mittelstürmer daheim„Rolli“ genannt werde. Jetzt brüllten diesen Namen zuerst die Landsleute aus der deutschen Kolonie, dann auch einige Pariser.
Hartnäckig kämpften die Franzosen um den Sieg. Aber man sah, daß ihre Kraft gebrochen, ihrem Spiel der Schwung genommen war.
„Rolli! Rolli!“
Immer lauter klang es über den Platz.
Der Botschaftsrat freute sich.
Wieder einmal zweckmäßige Propaganda für Deutschland.
Was waren die Sensationen eines Sechstagerennens gegen diesen heroischen Kampf?
Das war Sport, war lodernde Begeisterung! Zweiund⸗ zwanzig, die ihr alles für ihren Club, für ihre Stadt, für ihr
and daransetzten und Tausende mitrissen..
Die Minuten verstrichen. Dr. Karsten saß da, überwältigt von dem Erlebnis. Fabelhaft, diese Energie der elf Deutschen!
Für Maria Hedemann versanken die Vorgänge auf dem Spielfeld. Sie sah wie durch einen Schleier nur den einen: Roland Lichti.
Sie war jung, schön und frei. liche bunte Leben lockte und lachte.
Fortsetzung
Und das Leben, das herr⸗
folgt.
das Fahrrad als Erzieher. Von allen Sportgeräten besitzt keines die Vielseitigkeit des Fahrrades. Zu seiner 0 als Sport und Spielgenosse fügte es seine Eignung zum erkehrsmittel und man darf sagen, daß es gerade durch diese Eigenschaft seine höchste erzieherische Wirkung ausübt. In Nenne Zeit beteiligt sich bereits die jüngste Jugend am Sport, aber man hat die Beobachtung ge⸗ macht, daß radfahrende Kinder leichter sportlich leistungsfähig werden, als Kinder, denen die Grundbegriffe des Sports erst in dessen Ausübung beigebracht werden mußten.
Man braucht nicht weit zu gehen, um den Schlüssel zu diesem Geheimnis zu finden. Er liegt in der Erziehung des radelnden Kindes zur Selbständigkeit zur Kraftanwendung, zur Verant⸗ wortlichkeit, zum Pflichtgefühl und zu körperlicher und geistiger Gewandtheit. Diese Tugenden sind Grundlagen für den Kampf, den das Kind in der Ausübung des Sports aufzunehmen hat, aber sie sind auch Grundlagen für den Kampf um das Dasein.
Ein Knabe, der sein Rad im Straßenverkehr tummelt, er⸗ hält eine andere Lebensanschauung, wie der an den Bürgersteig gebundene Altersgenosse. Er weiß, was er sich, und seinem Rade schuldig ist, hütet sich vor der Berührung mit Gegenständen oder Personen, weil sie ihm und den anderen Schaden bringt und führt einen stummen Kampf mit allen den Gefahren der Straße, die ein Fußgänger meist erkennt, wenn er unter ihnen zu leiden hat. Er übt die Entschlußkraft, wenn er genbtigt, wird, mit Handbreiten von Boden zu rechnen, um zwischen den Wagen hindurchzukommen und er lernt Aufmerksamkeit. Er muß stets mit unvorhergesehenen Zwischenfällen rechnen. Aus der Seiten⸗ straße kann ein Wagen kommen, er muß ihm ausweichen, kurz vor ihm kann ein Wagen halten, er muß ein Auffahren verhüten. Kinder können auf dem Fahrdamm spielen, er muß sie ver⸗ meiden; alles, was ihm im Leben später begegnen wird, lernt er als Radler frühzeitig erkennen und nicht fürchten.
Zur Beherrschung des eigenen Ich kommt beim Radfahrer das Beherrschen der Maschine. Mit der Zeit verwächst er mit ihr. Sie ist ein Stück von ihm und er bewegt sich auf ihr, als hätten seine Füße Räder bekommen. Die Gewandtheit des
Nr. 8. Aus Watzenborn⸗Sleinberg Fc Teutonia W.⸗Steinberg— VfB Aßlar Liga 6:1(1:1). Am Sonntag hatte der A⸗Klassenmeister die Liga des VfB Aßlar zum Gesellschaftsrückspiel zu Gast. Aßlar trat in stärkster Aufstellung an. Die Platzbesitzer mußten die als sehr gut be⸗ kannten beiden Verteidiger ersetzen. Aßlar zeigte sich auch hier wieder als eine sehr starke Elf, die mit ihrer Schnelligkeit und technischem Können begeistern konnte. Die Teutonen hatten mit der Aufstellung ihrer Mannschaft keinen Mißgriff getan. A gab sein Bestes und kämpfte mit riesigem Eifer für seine Vereinsfarben. Pünktlich um 3 Uhr gab der Schieds⸗ richter den Ball frei und sofort legten beide Mannschaften ein äußerst scharfes Tempo vor. Mit Anstoß setzten sich die Teu⸗ tonen sofort durch. Es werden beiderseits bei ausgeglichenem Spiel recht schöne Leistungen gezeigt. Wieder ist Steinberg im Angriff. Der Linksaußen hat den Ball, gibt genaue Flanke vor's Tor und in prächtiger Manier sendet der Halbrechte mit
dem Kopfe ein. Mittelanstoß: Aßlar stürmt vor. Tor⸗ mann wehrt ab, Aßlars Mittelstürmer kann aber dann zum ersten und Ehrentor einsenden. 1:1 Beide Mann⸗
schaften setzen nun ihr ganzes Können ein, um die Führung zu erlangen. Beide Tore kommen oft in Gefahr, aber die Hinter⸗ mannschaften wehren immer wieder mit Geschick und Glück ab. Die recht zahlreichen Zuschauer sind von dem schönen Spiel be⸗ geistert. Das Resultat 1:1 in der Pause entsprach dem Spiel⸗ verlauf.
— In der zweiten Hälfte verstärkten die flinken Teutonen das Tempo. Wieder beiderseits gefährliche Durchbrüche. Bei einem solchen kann Steinbergs Mittelstürmer durch schönen Kopfball zum Führungstreffer einsenden. Kurz darauf pfeift der Schiri das Spiel ab, und feierlich wirkt es, wie die Spieler und die vielen Zuschauer 2 Minuten in größter Andacht der Gefallenen des Weltkrieges gedenken. Das Spiel geht weiter. Aßlar ver⸗ sucht aufzuholen, doch die Teutonen lassen nicht locker. Die Platzbesitzer werden im Spielaufbau und Zuspiel immer besser. Steinbergs Halblinker läßt einen Fernschuß los und unhaltbar hängt Nr. J im Netz. Aßlar ist deprimiert und läßt etwas nach. Die Teutonen nutzen dies geschickt aus und der Mittel⸗ stürmer kann das Ergebnis auf 471 stellen. Die Gäste raffen sich auf— es wird ihnen nun doch zu viel. Blitzschnell brechen sie durch, doch drei Meter vor dem Tor schießt ein Stürmer neben den Pfosten. Pech! Die Steinberger nun des Sieges sicher spielen mit Rieseneifer weiter. Die Gäste versuchen durch Um⸗ stellen der Mannschaft zu Erfolgen zu kommen. Doch sie können gegen die Teutonen nicht mehr aufkommen. Außer einigen Schwä⸗ chen klappt es in allen Mannschaftsteilen. Der Sturm setzt sich immer wieder durch. Der Halblinke kann zum 5. und der Links⸗ außen zum 6. Treffer einsenden. Beide Mannschaften verdienen ein Gesamtlob. Sie haben durch ihr schönes Spiel neue Freunde und Anhänger für unsere Sportbewegung geworben. Schieds⸗ richter H. Seitz⸗Gießen leitete gut. H.
Alls Lollar
VfB Wetter Liga— Lollar 1. 3:2(1:2). VfB Wetter 2.— Lollar 2. 2:2.
Lollar trug mit zwei Mannschaften gegen Wetter die Ge⸗ sellschaftsxückspiele in Wetter aus. Man war allgemein ge⸗ spannt, ob Lollar auch auf fremdem Gelände zu spielen versteht. Beide Mannschaften wurden ihrer Aufgabe gerecht und erzielten achtbare Erfolge. Die 1. Mannschaft mußte ihren Linksaußen ersetzen und es klappte auch nicht so wie sonst. Wetter war etwas schneller, Lollar aber technisch besser. Gleich zu Beginn legen beide Mannschaften mächtig los und beide Tore kommen in Ge⸗ fahr. Lollar kann nach 15 Minuten schon mit 1:0 in Führung gehen und wenige Minuten später heißt es schon 20. Wetter will aber auch nicht zu kurz kommen und holt bis zur Pause ein Tor auf. Nach der Pause ist Lollar immer mehr im Vorteil und gibt den Ton an, aber leider verstehen die Innenstürmer es nicht, weitere Tore zu schießen. Wetter hat hierbei mehr Glück und kann den Ausgleich herstellen. Kurz vor Schluß begeht der Torhüter Lollars den Fehler, zu spät zu starten und Wetter er⸗ zielt den Siegestreffer. Kritik: Lollar war heute in Läufer⸗ reihe und Verteidigung sehr gut, aber der Sturm verstand es nicht, Tore zu schießen. Bei Wetter konnte der Torhüter be⸗ sonders gefallen, auch war die gesamte Mannschaft wohl etwas schneller. Ein Unentschieden aber wäre dem Spielverlauf nach gerechter gewesen. Die zweite Mannschaft konnte ihren Sieg
vom Vorspiel nicht wiederholen und mußte ebenfalls durch un⸗ sicheres Stürmerspiel mit einem 2:2 vorlieb nehmen. Alles in
allem zwei schöne Spiele, und beide Vereine werden wohl engere Freundschaft genchlosen, haben. Die dritte Mannschaft hatte in Lollar die 1. von Krofdorf zu Gast und überfuhr den Neuling mit 9:0 ganz empfindlich. Aber die Krofdorfer brauchen des⸗ halb nicht mutlos zu werden, auch sie werden noch zu Erfolgen kommen. Alle Schiri leiteten gut. 5
Aus Sleinbath
Großen⸗Buseck 1.— Steinbach 1. 8:1(6:0).
Hierzu schreibt man uns:
Am vergangenen Sonntag weilte Steinbach zum fälligen Verbandsspiel in Großen⸗Buseck und verlor unverdient mit 8:1 Toren. Steinbach hat zunächst die Sonne im Rücken und kann auch die ersten Minuten überlegen spielen. Als darauf der Schiedsrichter innerhalb von 10 Minuten vier Elfmeter gegen Steinbach verhängt, ist die Steinbacher Mannschaft sichtlich Körpers hält gleichen Schritt mit der Gewandtheit des Geistes. Die Körperbewegung folgt blitzschnell auf den Gedanken und vieles vollzieht sich unbewußt. Die Schrecken des Verkehrs“ werden wirkungslos, wenn Rad und Radler ein Ganzes bilden und diese Erziehung für das Leben genießen nicht nur die Kna⸗ ben, sondern auch die Mädchen. Auf dem Rade haben die Mäd⸗ chen die Knaben an Geschicklichkeit erreicht. An Kraft sind die Knaben den Mädchen naturgemäß überlegen und so kommt es zu einem Kampf zwischen Geschicklichkeit und Kraft, der gleich⸗ falls erzieherische Wirkungen ausübt.
Wer den Sport nur als Spiel aufgefaßt haben will, ver⸗ kennt den Charakter der Natur. Alles in der Natur ist auf Kampf eingestellt, also auch der Mensch. Wer hätte als Knabe nicht einen anderen Knaben zu einem Sprung über den Graben aufgefordert, um zu sehen, wer besser springen könne, und wer hätte nicht als Knabe den Versuch gemacht, schneller zu laufen als der andere. Die Lust am Kampf liegt der Jugend im Blut und der Sport soll alle guten Eigenschaften für den Kampf im Leben erwecken. Der Radsport bietet für diese Vorbereitung die besten Bedingungen. In seiner Vielgestaltigkeit als Sport⸗ gerät und Verkehrsmittel kommt das Fahrrad allen Anforde- rungen entgegen und man soll daher nicht ängstlich vor der An⸗ schaffung eines Rades zurückschrecken, wenn es gilt, die Lebens⸗ geister zu wecken und das Kind auf den Sport vorzubereiten.
Sport ist Kampf, daran ist nicht zu deuteln und jeder Kampf bringt Anstrengungen. Die Ueberwindung der Gefahr durch geistige und körperliche Gewandtheit ist ein Hauptbestandteil dieses sportlichen Kampfes und kein Mittel fördert die Vorbe⸗ reitung besser, als die Ausübung des Radsports unter Aufsicht erfahrener Sportleute, wie sie der Bund deutscher Radfahrer als Jugendleiter in seinen Dienst gestellt hat. Eine Hauptauf⸗ gabe dieser Jugendleiter ist es neben der Erziehung der Knaben und Mädchen für den Sport, eine Erziehung zur Liebe, zur Natur und zum Vaterlande gehen zu lassen. Auf Wanderfahr⸗ ten wird die Jugend mit der Natur und mit der Geschichte Deutschlands vertraut gemacht und man darf wohl sagen, daß diese Eindrücke fester im Gedächtnis haften als das, was ihnen auf der Schulbank eingepaukt wird.


