Einzelbild herunterladen

Sonnabend, den 8. Januar 1927.

Evangelische Warte

Adolfs Jugenderzieher, der seinen geliebten König nach Schwe⸗ den zurückholen will, um ihn vor dem Verderben in Deutschland zu bewahren, mit Bezug auf das deutsche Volk und die deutschen Verhältnisse klagt:

Den Lügner selbst hast du gehött!

Dies Volk, es ist nicht rettenswert!

Ich sah deine Deutschen splitternackt,

und Grauen hat mir die Seele gepackt!

Deutsches Leid ist deutscher Streit,

und deutscher Streit ist deutscher Neid!

Neid ist am Werk hier, wie immer verkleidet, und jetzt witd in Glaubensgewändern geneidet!

Es gedeiht hier kein Herzog, kein Kutfürst, kein Kaiser, kein Heiliger, kein Künstler, kein Weiser;

der Mißgunst Meute ihn niederhält,

und wenn sie selbst vergebens bellt,

so tuft sie den fremden Beißer hinzu,

und solch ein Helfer bist jetzt du!

Du bist und bleibft der Schwede, wie du dich auch mengst in die Neidesfehde, bis dich verschluckt der trüg'rische Grund

Der Dichter läßt sein Drama mit dem Triumph Gustad Adolf's nach dem Siege bei Breitenfeld enden. Ein zweiter Teil Gustav Adolfs Tod soll noch folgen. Wir dürfen gespannt sein, was er uns in diesem zweiten Teil noch zu sagen haben wird. Aber schon dieser erste Teil als erschütternde Predigt allerbitterfter Wahrheiten, die die tiefsten Tiefen deutschen We⸗ sens berühren, ragt hoch über alle Gustav Adolf-Dramen empor. Wenn wir die flammende Zorn- und Bußpredigt dieses Werkes in rechtem Geiste aufnehmen und damit eine klare und umfas⸗ sende Selbsterkenntnis gewinnen, so dürfte der Weg beschritten sein, auch endlich zur Selbstüberwindung, zur Besiegung und Aus⸗ rottung uralter deutscher Schwächen und verhängnisvollster Fehler, zur endlichen Einheit und Harmonie mit Gott zu ge⸗ langen.

Das Werk, das bei Theodor Weicher erschienen ist, gehört in jedes deutsch⸗evangelische Haus. Gustav Hildebrant.

Leuchten müssen wir!

An einem wunderschönen Sommerabend machten drei Kna⸗ ben einen Spaziergang. Im Dahinschreiten unterhielten sie sich von ihren Zielen, Lieblingsgedanken und-Plänen. Der erste wollte einmal ein General werden, dem zweiten dünkte der Be⸗ ruf eines Baumeisters als der schönste. Als nun der dritte an die Reihe kam, blieb er stehen und schaute zum Himmel hinauf, wo die Sterne wie Edelsteine funkelten, einer immer heller als der andere. Dann deutete er auf einen ganz besonders prächtig strahlenden und sagte:Ich möchte gern ein so hell leuchtendes Sternlein sein!

Das war gewiß ein schöner Wunsch, wie ein Stern am dunk⸗ len Himmelszelt zu leuchten in einer Welt, in der die Sünde alles verfinstert hat. Ein Sprichwort sagt ganz richtig: Im Dunkeln stößt man leicht an. Darum ist es nötig, ein Licht zu haben, das die Finsternis erhellt.

Kürzlich erzählte eine Schwester in einer Kinderversamm⸗ lung, wie sie dies auch einmal erfahren hat: In einer rabenschwar⸗ zen Nacht hatte sie einen weiten Weg zu gehen. Eine Laterne war nicht zur Hand, und so machte sie sich denn ohne Licht auf den Weg. Sie kam auch richtig bis zum Kreuzweg. Doch da wußte sie nicht, wohin sie ihre Schritte lenken sollte. Welcher Weg war der rechte? In ihrer Not betete sie nun zum Heiland und wartete auf Antwort. Da wurde es einen Augenblick ganz dell um ste her vom Schein einer Rakete, die jenseits des Wal⸗ des abgefeuert wurde und in dem Augenblick erkannte ste den richtigen Pfad, auf dem sie dann wohlbehalten an ihr Ziel gelangte.

Ohne dieses Leuchten wäre sie sicher den verkehrten Weg gegangen oder hätte sich gar verirrt.

In später Abendstunde steht ein Mägdlein unter dem Tor⸗ bogen ihres Vaterhauses und leuchtet mit einer Laterne hinaus

in die Finsternis. Auf der Straße naht sich, gegen Sturm und

ieee

VN.

1 * . e

0

.

Sede.

vorm. Wilh. Keller

n

7

.

2

EE

3 NN.

Regen ankämpfend ein Wanderer. Zuerst saß das Kind in der warmen Stube beim fröhlichen Spiel mit den Geschwistern. Als es dann aber draußen dunkel wurde, der Sturmwind in den Aesten der Bäume rauschte und der Regen gegen die Fenster⸗ scheiben prasselte, zündete es sein Laternchen an und ging hinaus, um dem Vater, der um diese Zeit nach Hause kommen mußte, den Heimweg zu erleuchten. Nicht lange mehr wird's sein, und der Vater steigt die Stufen der Treppe empot und begrüßt dankbar sein liebes Töchterchen.

Leuchten müssen wir! Worten: Ihr seid das Licht der Welt! heißt es so schön:

Jesus heißt uns leuchten mit hellem Schein

Wie ein kleines Lämpchen, brennend klar und rein. Christen sollen leuchten in der dunklen Welt,

Jedes an dem Plätzchen, wohin Gott es stellt.

Es ist also unsere Aufgabe, was jener Knabe zu Anfang als Wunsch äußerte. Für den Heiland zu leuchten, wie herrlich ist diese Aufgabe, die auch schon Kinder erfüllen können! Ueber⸗ all, beim Spiel mit den Kameraden, in der Schule, unter den Geschwistern, habt ihr Gelegenheit, ein Licht zu sein. Zeigt den anderen im Reden und Tun, daß ihr etwas habt, was ihnen fehlt; dann ladet sie ein und bringt sie mit zur Sonntag⸗ schule oder zum Kinderbund, daß auch sie dort den Heiland finden, der sie heimführt in das ewige Vaterhaus! Darum laßt uns bedenken:

Der Heiland hat's gesagt mit den Und in dem Liedlein

Leuchten müssen wir! (AusSonnenstrahlen.)

Wo Abraham Isaak opfern wollte.

Veröffentlichungen der englischenDaily Exreß von der internationalen Archäologen⸗Expedition über Ausgrabungen in Nablus, dem alten Sichem, wo angeblich Abraham seinen Altar zur Opferung Isaaks aufgebaut haben sollte, fordern zu einer Nachprüfung heraus, die der Oberrabbiner von Jerusalem Dr. Horvicz angestellt hat. Er betont, daß die bisherigen Ergebnisse der modernen archäologischen Forschungen in vielen Fällen die Angaben des alten Schrifttums nicht nur nicht widerlegen, son⸗ dern sie durchaus als historische Dokumente bestätigen. Zwar haften dem Ort, wo das alte Sichem gestanden hat, vielerlei üble Ueberlieferungen an. Es war schon jeher als Unglücksort be⸗ kannt und wurde auch noch in späteren Jahrhunderten als eine Gegend bezeichnet, in der Mord und Totschlag nichts Seltenes waren. Sichem war, wie man weiß, auch die verhängnisvolle Stätte, wo Joseph von seinen Brüdern verraten wurde und wohin er nach seinem Tode in Aegyppten wieder zurückgebracht wurde. Was aber die Opferung Isaaks angeht, so kann der erwähnte Ort dafür nicht in Betracht kommen. Alle Geschichtsquellen stimmen darin überein, daß diese Tat fich auf der Moria⸗Höhe bei Jeru⸗ salem vollzog. Auf dem Gipfel des Moria⸗Berges findet sich noch heute der Kubbet-es⸗Sakra(harter Stein), auch heiliger Fels genannt, ein roher, 15 Meter langer und 12 Meter breiter Fels, von dem die arabische Sage berichtet, daß auf ihm Abraham sei⸗ nen Sohn Isaak habe opfern wollen. Auch heute noch werden Abrahams Fingerabdrücke den Gläubigen dort gezeigt. Uebri⸗ gens spielt derselbe Stein auch im mohammedanischen Mithos eine bedeutende Rolle und es heißt, daß der Prophet von diesem Fels aus gen Himmel gefahren sei. Diese und eine ganze Reihe ähnlicher Sagen zeugen immerhin dafür, daß die Stätte der Schauplatz bedeutender Dinge gewesen sein muß, die sich dort in vorgeschichtlichen Zeiten ereignet haben. Aus der Zeit Jakobs stammt die ausdrückliche Ueberlieferung derEingeweihten, daß der Moria⸗Berg eine heilige Stätte sei. Er hat in der Zeit bis zur Herrschaft König Davids mehrfach seine Besitzer gewech⸗ selt, bis ihn zuletzt David von dem König der Jerustter, Arnon, erwarb und auf ihm den Tempel von Jerusalem errichtete. Auch die Fundamente der Klagemauer von Jerusalem stammen noch aus der Zeit König Davids, dessen Sohn Salomo den Tempel vollendete. Nach der Zerstörung des salomonischen Tempels er⸗ hielten fich doch die Traditionen, die sich an den Moria⸗Berg knüpften und für den zweiten Tempelbau überlieferten die aus dem babylonischen Exil zurückkehrenden Propheten die alten Maße und Traditionen.

Die weitere Geschichte des heiligen Berges nach der Zer⸗ störung des zweiten Tempels ist bekannt. Kaiser Harian machte

sind jederzeit vorrätig in der

Formular⸗Großhandlung Albin Ulein, Gießen Südanlage 21. Fernpr. 1562

Ueber die technische Ausführung der in meiner Druckerei gedruckten und besonders gut eingebundenen Tauf-, Aonfirmations-, Trau⸗

und Sterbe-Register sind ungewollt

mir mehrere Dankschreiben von Pfarrämtern zugegangen.

Die Herren Pfarrer bitte ich, meine Formularhandlung, die mehr als 1000 verschiedene Formulare für alle Behörden, Dereine, Anstalten etc. umfaßt, auch den Herren Kirchenrechnern und anderen Organisationsmännern zu empfehlen.

NN N 7

1

.

Sämtliche Formulare für Pfarrümter, Bürgermeistereien, Standesümter, Ortsgerichte, Schulen elt.

c c

R Nr. 2.

den alten Tempelplatz zur römischen Kultstätte und errichtete auf ihm ein Kapital. Unter Kaiser Konstantin fand die nun zur Staatsreligion erhobene christliche Religion dort ihre Stätte, bis Jerusalem im Jahre 637 zum ersten Male von den Arabern er⸗ obert wurde. Nach der Zeit der Kreuzzüge blieb der heilige Berg dann endgültig in den Händen der Mohammedanet und seine Spitze wurde gekrönt von det zur achteckigen Moschee arabi⸗ sierten Kirche Justinians. Aus all diesen christlichen und jüdischen Ueberlieferungen geht also mit einiger Sicherheit hervor, daß der Moria⸗Berg es gewesen ist, wo Abraham seinen Altar zur Opferung aufbaute.

Verlängerung der Polizeistunde in Preußen.

Die 7 mageren Jahre sind vorbei. Die 7 fetten haben be⸗ gonnen. Wer es noch nicht weiß, dem tut es der neue Preuß. Minister des Innern kund. Am 16. Okt. brachten die Zeitungen die Meldung, daß nach einem Runderlaß des Preußischen Mini⸗ sters des Innern die Polizeistunde in Preußen folgendermaßen geregelt werden soll:

in Städten von 100 bis 300 000 Einwohnern auf 1 Uhr; in Städten von mehr als 300 000 Einwohnern auf 2 Uhr; in Berlin auf 3 Uhr.

Außerdem werden die örtlichen Polizeibehörden ermächtigt, bei nachgewiesenem Bedürfnis noch weitere Verlängerungen der Polizeistunde zuzulassen.

Die Auswirkungen dieses neuen Erlasses, der praktisch einer völligen Aufhebung der Polizeistunde ziemlich nahe kommt, wer⸗ den außerordentlich verhängnisvoll sein. Der Alkoholverbrauch wird stark steigen. Nach Jahresfrift wird sich aus den Berichten von Polizei, Trinkerfürsorgestellen, Krankenhäusern und Gerich⸗ ten ergeben, in welchem Umfang die Flut des Alkoholismus ge⸗ stiegen ist.

In den meisten Großstädten Europas ist die Schlußstunde 12, höchstens 1 Uhr, in London sogar 10 bezw. 11 Uhr. Selbst Paris macht um 2 Uhr Schluß. Also: Preußen voran. Wahrlich ein trauriger Ruhm!

Stehen wir eigentlich noch in den Zeiten des Aufbaues? Oder haben wir die Notjahre hinter uns, so daß wir wieder flott drauf los leben können? Auf der einen Seite ruft der Staat angesichts seiner traurigen Finanzlage zu größter Sparsamkeit und zum Handanlegen am Werke des Aufbaues auf. Auf der anderen aber öffnet er selbst den Mächten des Verfalls Tür und Tor. Derselbe Staat, der zu Gesundheitswochen aufruft, der die Gesolei unterstützte und der jährlich viele Millionen ausgibt zur Hebung der Volksgesundheit, leistet selbst, wie mit Scheuklap⸗ pen behaftet, Handlangerdienste für einen Würgengel der deut⸗ schen Volkskraft.

Bei einem Volksentscheid über die Verlängerung der Poli⸗ zeistunde würde nur ein kümmerliches Häuflein für eine solche eintreten. Selbst die Angestellten des Gasthausgewerbes wehren sich dagegen. Der Druck des allmächtigen Alkoholkapitals setzt sich über alle Vernunftgründe hinweg. Wenn darüber allen die Augen aufgingen, so hätte die traurige Verordnung wenigstens ein Gutes.

Die Verbände der Gasthausangestellten erhoben inzwschen lebhaften Widerspruch gegen die Verlängerung. Die Angestell⸗ ten der Straßenbahnen und sonstigen Verkehrsmittel werden ebensowenig beglückt sein von der ihnen winkenden längeren Nachtschicht. Vor allem aber stehen jetzt Millionen von Städtern vor der Frage, ob sie sich wegen einer geringen Zahl von solchen, die bis 12 Uhr die nötige Bettschwere nicht finden, sich durch das Gebimmel der Elektrischen und das Getute der Autos den Schlaf um die Mitternachtsstunde noch weiter verkümmern lassen wollen. Noch immer gilt das WortMorgenstunde hat Gold im Munde und nicht minder wahr ist, daß im Großstadt⸗ leben die Nachtstunde Gift im Munde hat. Die Verlängerung der Polizeistunde über die Mitternachtsstunde hinaus ist eine weitere Abkehr von der Natur. Wer die Rückkehr zu ihr will, muß sie ablehnen und auf hre Beseitigung hinwirken.

(AusDie Jugendherberge)

ricdsaeen vun, Alb Kei

EE

We

e

0

N

N

SSS

gegründet 1785

R

8

b die b Einm des Das volks ander dieses beißt, kenlo den, neu d Fesin her zu fte den,! velbe Hotte Nach

b beiter Klass pit e dem Raun einst Unter Bena einan drücke Käm um! un ist k. ande Ram Volke lamp und! bird Stänt

U ung, dlut, muenze et S und d in de m B

Nacht