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Sonnabend, den 3. Juli 1926.

ihrem Schutze die Stimme erhoben hat. Eine Berufung auf das Evangelium halten wir für bedenklich, da sich wohl heute schwer feststellen ließe, ob beim Erwerb all der fürstlichen Besitzungen stets die Grundsätze des Evan 105 geliums voll und ganz zur Anwendung gebracht worden os fi t

ü 2. Wir bestreiten der Kirche das Recht zu solcher ö et Stellungnahme, nachdem sie zu manchen viel brennen ehre deren Fragen von hoher sittlicher Bedeutung, wie zur

ben. rücksichtslosen Ausnützung der Inflation durch gewosse De Kreise unserer Industrie und Bankwelt, zum Gemeinde Sil, bestimmungsrecht, zur fortschreitenden Abbröckelung der Une Sonntagsruhe u. a. m. geschwiegen hat.

ii 3. Wir bedauern, daß die Kirche versäumt hat, wie gesüh das in England beim Bergarbeiterstreik geschehen ist,

ige rechtzeitig ihre Stimme zu erheben, um beide Parteien

tlic zu brüderlichem Entgegenkommen zu ermahnen: die jenigen Fürsten, die übertriebene Ansprüche aufrecht er halten, daß sie aus freien Stücken sich eines Teiles ihres 000 30% großen Besitzes zu Gunsten der Allgemeinheit entäußern, 550 4% und die Führer des Volkes, daß sie nicht die niedersten

020% Instinkte der Habgier und Mißgunst aufwühlen, son ali dern mit ehrlichem Willen sich zu einer billigen Verstän

5847 digung bereit finden ließen. 5 5 en ein 4. Wir haben mit Befriedigung vernommen, daß 0 Ju der Prälat unserer Hessischen Landeskirche im D. E. K. A. ambun gegen eine einseitige Kundgebung seine Stimme abge tigt geben hat, und sprechen ihm für sein mannhaftes Ver⸗ 55 Du halten unsere volle Zustimmung und unseren Dank aus. sseldoß 7 , Aus Polifik und Parlament. 1. Staat und Kirche. ama Am 18. Mai wurde vor dem Reichsgericht verhandelt über n fech die Besoldungsprozesse der braunschweigischen Landeskirche gegen schal den Staat. Wie früher mitgeteilt, handelt es sich darum, daß heftig, nach Landesgesetzen von 1902 und. 191¹ der Staat verpflichtet gend, ist, den Geistlichen diejenigen Beträge zu zahlen, um die ihr daß 10 Pfarreinkommen hinter dem Einkommen, das ihnen gesetzlich zu⸗ geht F. steht, zurückbleibt. Der Anlaß zu diesen Gesetzen war der, daß age en der Staat das kirchliche Vermögen der Klostergüter, aus dem in erster Linie kirchliche Zwecke zu befriedigen sind, in Besitz und Nutzung hat. Obwohl die Reichsverfassung ausdrücklich derartige

gesetzliche Verpflichtungen der Staaten aufrecht erhält, hatte der braunschweigische Staat mit der Inflation sämtliche Zahlungen eingestellt und behauptet, zu nichts mehr verpflichtet zu sein. Daher muß die Kirche zum Prozeß schreiten. Das Landgericht entschied zugunsten der Kirche. Das Oberlandesgericht Braun schweig änderte die Urteile des Landgerichts dahin ab, daß der Staat nur noch 25 Prozent der Beträge der Vorkriegszeit zu zah⸗ len habe. Gegen die Urteile des Oberlandsgerichts legten so wohl die Landeskirche, als auch der Staat, dem selbst die 25 Pro zent noch zuviel waren, Revision ein. Das Reichsgericht ent⸗ schied für die Zeit seit der Stabilisierung der Währung unter Aufhebung des Urteils des Oberlandesgerichts dahin, daß der Staat die Besoldungszuschüsse an die Geistlichen in der gleichen Höhe weiterzuzahlen hat, wie in der Vorkriegszeit. Der diese Frage betreffende Versuchsprozeß der Kirche ist sofort vom Reichsgericht in diesem Sinne endgültig entschieden. Der die Inflation betreffende Versuchsprozeß ist auf die Revision der Landeskirche an das Oberlandesgericht zurückverwiesen,

Alls unserer Bewegung.

Weisenau. Am Freitag, den 18. Juni, fand hier im dicht besetzten Saal des GasthausesZum schwarzen Bären ein Vor⸗ trag von Pfarrer Weidner-Ober⸗Lais über das ThemaBrau- chen wir eine evangelische Partei? statt. Der Redner legte in überzeugenden Worten dar, daß die evangelische Partei ein Be dürfnis geworden sei. Er zeigte, daß keine der bestehenden Par teien die evangelischen Belange vertrete. Reicher Beifall wurde seinem Vortrag zuteil. In der anschließenden Aussprache er⸗ erung griffen von den anwesenden Parteien nur die Vertreter der dirche sozialdemotratischen Partei das Wort, die mit starker Anhänger⸗ öé meren 2 e die Sul gewesen, die mit dem fremden Schustergesellen nur so viel Worte uuechselte, wie unumgänglich nötig waren.

es U Jetzt aber fragte sie ihn nach Herkunft und Heimat, nach ion dN Schicksal und Leben, nach Weg und Ziel. Ob er sich in Holz- ghausen ansässig machen wolle?

n e habe Goeth⸗

Stellan N inte/

herzige⸗Nun ja, fügte sie mit liebenswürdigem Lächeln hinzu, heim ein man hört ja, daß er hier ein Schätzlein gewonnen hat. Das nswün bird ihn wohl in Holzhausen festhalten. 1 1

Hola Hans Heeger gab auf alle Fragen offenen Bescheid. Ja,

et duft die Freundlichkeit der Frau gewann ihm das Herz ab.

Hupf 1 An irgend eine hinterhältige Absicht dachte er als grund 1 ehrlicher Mensch nicht. Darum kam ihm bei den letzten Worten der wie er meinte glückliche Gedanke, die Frau Amtmännin

unde 0 a Beistand zu bitten. Er erzählte also, wie seine Werbung

mme, W bgelehnt worden sei und bat in wohlgesetzten Worten, ob die am b hochwohlgeborene Frau Amtmännin nicht ihren Gemahl be⸗ timmen könne, beim Schultheißen ein gutes Wort einzulegen. O, nehme er eine Weile Platz, ich will den Herrn Amtmann dee herüberrufen, das wird er gerne tun! 8 1 Sie ging und kam nach einer Weile mit ihrem Gatten 0 g N. Hans Heeger erhob sich und grüßte bescheiden den Perücken Mig räger. 5 25 ebeBehalte er nur Platz, sagte der Amtmann leutselig,was 15 1 0 nir meine Frau erzählt hat, das läßt sich nicht so rasch im so. Stehen abmachen. 18 I Und der Herr Amtmann Stubenrauch begann nun seiner⸗ ug eits zu fragen. Er erkundigte sich vor allem nach dem Ver en nögensstand des jungen Mannes; das war ihm besonders 1 vissenswert. Da konnte ihm Hans Heeger nun klaren Bescheid Na, eben. Der Oheim in der Heimat habe das ganze Besitztum an

inen Mann verkauft, der an das niederländische Heer Schlacht

45 5 bieh geliefert habe. Der lege nun das Himmelgeldspiel, das Pas er verdient habe, in Land an und habe ihm zweitausendsieben du hundert Gulden bezahlt. Die wären in Frankfurt bei dem 600 Kaufmann Porsch jeden Tag greifbar. 6

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Evangelische Warte

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schaft vertreten waren. Ein plumper Angriff auf den anwesen den Ortspfarrer wurde von diesem mit Leichtigkeit zurückgewie⸗ sen. Auch die gegen die Ausführungen des Referenten gemachten Einwände konnten von diesem mit Leichtigkeit wiederlegt wer den. Die Schärfe der Diskussion trug wesentlich zur Klarstellung der gegenteiligen Ansichten bei. Um Mitternacht konnte die Versammlung von Studienrat Pröscher-Maing, der die Leitung übernommen hatte, geschlossen werden. In den nächsten Tagen ist mit der Bildung einer starken Ortsgruppe zu rechnen.

Alls Hossen.

Friedberg. Am Sonntag. den 13. Juni, fand dahier das 42. Landeskirchengesangsfest statt. 11 Kirchengesangvereine aus Oberhessen nahmen daran teil. Es wurde um 2% Uhr einge⸗ leitet durch einen Festgottesdienst. Mächtig erschallten in den hohen Gewölben unserer alten Stadtkirche die von ungefähr 500 Sängern gesungenen Massenchöre. Unter ihnen sprach am schönsten anDie Welt singt Gottes Preis von J. W. Franck in der Bearbeitung von Arnold Mendelsohn. Die Festpredigt hielt Herr Dekan Schäfer- Büdingen über 2. Kor. 6, 4. 9. 10. Er erinnerte an die Wiederkehr des 250. Todestages Paul Ger hardts, schilderte sein Leben und das, was uns dieser gottvolle Sänger in seinen Liedern geschenkt hat. Die Liturgie versah Herr Stadtpfarrer Gängnagel. um 4 Uhr begann dann die Nachfeier. Jeder der erschienenen Vereine kam nun beson ders zu Wort. Ein Wettsingen sollte diese Nachfeier gewiß nicht sein. Aber jeder Verein wollte doch zeigen, mit welchem Ernst bei ihm der mehrstimmige Gesang gepflegt wird. Die Leistungen waren denn auch durchgängig recht gut. Besonders erstaunte es, was die vier anwesenden Landchöre Altenstadt, Höchst, Oberau und Stammheim leisteten. Die Leitung dieser Nachfeier lag in den Händen des Herrn Pfarrer Gängnagel, welcher mit herzlichen Worten die Erschienenen begrüßte. Herr Prälat D. Dr. Diehl überbrachte die Grüße der Kirchenregierung und des Landeskirchenamtes. Er erinnerte an die Förderer des Gesanges in Friedberg und der Wetterau und bedauerte, daß gerade in den Landorten der Wetterau so wenig Kirchengesang⸗ vereine zu finden seien. Für den Landeskirchengesangverein überbrachte deren Vorsitzender Herr Superintendent Geheimer Oberkonsistorialrat D. Flöring Grüße. Er stellte die Frage: Warum singen wir? Darauf gab er drei Antworten: Wir sin⸗ gen, weil es uns gefällt, weil es uns erhebt, weil es Gott ge fällt. Mit herzlichen Dankworten des Herrn Pfarrer Gäng nagel schloß dann die wohlgelungene und erhebende Veranstal tung. Möge sich der Wunsch des Herrn Prälaten D. Dr. Diehl erfüllen, daß durch dieses Fest in recht vielen Gemeinden der Umgegend von Friedberg die Anregung geweckt worden ist, auch einen Kirchengesangverein zu gründen, der dann am nächsten Weihnachtsfest die Gemeinde zum ersten Male mit seinen Lie dern erhebt.

Die Ziele der EV. Von Werkmeister Mensinger-Mainz.

Was will die evangelische Partei,

Die heute noch für viele neu? Zusammenschluß ist erstes Ziel

Denn treu vereint vermag man viel. Zusammenschluß bringt Einigkeit,

Die bitter not ist unserer Zeit. N Drum säumt nicht lang und tretet bei Der deutsch-evangelischen Volkspartei!

Viel' alte Uebel will sie ersticken, Wo immer nur wir sie erblicken. Sei's in der Kirche, sei's im Staat: Die EV. ihre Berechtigung hat. Politik vereint mit frommen Streben Ergibt erst ein gesundes Leben. Drum säumt nicht lang und tretet bei Der deutsch-evangelischen Volkspartei!

Der Amtmann nickte jetzt doppelt so wohlwollend; der Ge selle stieg in seiner Achtung.

Ich habe, begann er und sah Hans Heeger bedeutsam an, mit dem Schultheißen Peter Michel schon einmal von ihm ge sprochen, es schien mir aber, als ob die Abweisung der Bewer bung einen andern Grund hätte als den, daß er hier in Holz hausen heimatfremd ist. Doch habe ich natürlich damals nicht näher nachgeforscht. Ich werde ihn heute oder morgen zu mir citieren'und für seine Sache ein gutes Wort einlegen. Dessen kann er gewiß sein. gegenüber ein Wort davon redet, daß ich meinen Einfluß als Amtsperson für seine Privataffäre einsetze. Das ist ansonsten nichts usus,(Gebrauch), und nur weil er in seinem Handwerk so tüchtig ist und wider die Zigeuner tapfer gestritten und hin lerher so jämmerlich gelitten hat, will ich eine Ausnahme von der Regel machen. Komme er also morgen, wenn die Abend⸗ glocke geläutet hat, wieder!

Mit herzlichen Dankesworten entfernte sich Hans Heeger; natürlich saß er am folgenden Tage zur angegebenen Zeit wieder auf dem nämlichen Stuhle.

Herr Stubenrauch empfing ihn mit großem Ernst, das Ant⸗ litz seiner Frau war lauter Traurigkeit. Nachdem der Amt⸗ mann mehrere Male voll Nachdruck und Bedenklichkeit mit dem Kopf genickt hatte, gleichsam um seine Rede im Voraus mit etlichen Ausrufezeichen zu versehen, sagte er mit dumpfer Stimme und schwerer Betonung:Seine Sache ist leider aus sichtslos, lieber junger Mann. Et weiß wohl, daß der Schult heiß in den Schoß der alleinseligmachenden Kirche zurückgekehrt

ist. Darum ist er voll Eifers für die heilige Mutter Kirche, die ihn, den verirrten Sohn, gnädig wieder aufgenommen hat. Es ist ihm ein hartes Herzeleid, nach der Konfession getrennt

zu sein von Frau und Tochter. Das ist seine Hoffnung und seine Bitte zu Gott bei Tag und Nacht, daß doch die beiden endlich werden, wie er selbst. Darum ist es für ihn ganz unmöglich, einen Eidam zu nehmen, der ein Protestant ist. Er will seine

Tochter mit dem Sohne des Gerichtsschöffen Feuerbach verehe⸗

Doch muß ich ihn bitten, daß er niemandem

0 Nr. 27.

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Allerlei. Neue Wege im Strafvollzug.

Seit längerer Zeit ist in den preußischen Gefange nenanstalten allgemein das sogenannte Progressiv system eingeführt, das den Gefangenen die Möglichkeit gibt, durch gute Führung allmählich eine beschränkte Milderung des Strafzwangs zu erreichen. Zu diesem Zweck sind drei Stufen eingerichtet worden. Durch eine Verfügung des Preußischen Justizministeriums ist nun weiterhin, zunächst versuchsweise für einzelne Gefäng nisse den Gefangenen der obersten Stufe ein gewisses Selbstverwaltungsrecht eingeräumt worden. Sie sol len z. B. während der Bewegung im Freien und in der arbeitsfreien Zeit, insbesondere Sonntags, eine größere Bewegungsfreiheit im Verkehr miteinander unter ein geschränkter Aussicht genießen. Die Bewegung im Freien findet in zwangloserer Form als bei den übrigen Ge fangenen statt; für die Sonntage wird ein gemeinsamer Zusammenkunftsraum zur Verfügung gestellt, in dem Bücher und Zeitungen ausliegen und geeignete Unter haltungsspiele, wie Schach, Halma und dergl. vorhanden sind. Selbstgewählte Obmänner haben für die Auf rechterhaltung der Ordnung zu sorgen. Die Einrichtung soll dazu dienen, die Gefangenen zur Selbstverantwor tung zu erziehen und sie für den Uebergang in die Frei⸗ heit vorzubereiten. 5

Eine kirchliche Geldvermittlungsstelle.

Um den dringenden Baubedürfnissen der Kirchengemeinden entgegenzukommen, hat der Württembergische Landeskirchentag eine Geldvermittlungsstelle beim dortigen Oberkirchenrat ins Leben gerufen. In diese Geldvermittlungsstelle zahlen die Kirchenpflegen ihre überflüssigen Gelder auf mindestens Monate ein. Gegen einen mäßigen Zinsfuß können von dort aus Darlehen gewährt werden. Außerdem ist der Oberkirchen rat ermächtigt worden, eine Anleihe von 12 Millionen Mark aufzunehmen.

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Liga für den christlichen Sonntag.

Die zunehmende Sonntagsentheiligung, die sich in fast allen Ländern, selbst in dem bisher durch seine streng-puritanische Sonntagsruhe bekannten England bemerkbar macht(s.E. D. 1926, 19), ruft jetzt auch die Schweizer Christenheit zu einer Gegenbewegung auf den Plan. Auf Anregung von Pfr. Samuel Bourquin-Porrentruy tritt jetzt im Berner Jura eineLiga für den christlichen Sonntag ins Leben, die sich die Erhaltung der christlichen Sonntagssitte zur Aufgabe macht. Die Mitgliedschaft wird abhängig gemacht von der Uebernahme gewisser Verpflich⸗ tungen, die in jedem Jahre neu gufgestellt werden sollen. Für das erste Jahr ist folgendes Gelöbnis in Vorschlag gebracht:

Ich verpflichte mich,

J. den Sonntag zu heiligen und ihn zu einem Tag der Ruhe und des Glücks zu machen, Gott und meiner Familie ge widmet;

2. regelmäßig teilzunehmen am öffentlichen Gottesdienst und den Eifer und die Gemeinschaft in meiner Gemeinde und Kirche zu fördern;

zuhalten von Kundgebungen, die ihn ausfüllen, und der Liga überzeugte Anhänger zuzuführen. DieSemeur Vaudois macht soeben den Vorschlag, einen ähnlichen Versuch auch in ihrem Kanton vorzunehmen. *

Sorgsam verkappte Klöster.

In derMärkischen Volkszeitung vom 3. Juni 1926 findet sich ein längerer Aufsatz, über die katholische Kirche in Frank⸗ reich. Dieser Aufsatz wirft ein sehr bezeichnendes Licht auf die römisch⸗katholische Moralität und Mentalität nicht nur in Frankreich, sondern vor allem bei derMärkischen Volkszeitung, die die geschilderten Vorgänge anscheinend durchaus billigt und ihren Lesern als völlig einwandfrei weitergibt. Es erhellt mit Deutlichkeit, wessen sich der moderne Staat gegbenenfalls von

lichen. Wider seine Person hat der Schultheiß nichts einzu⸗ wenden, vielmehr wäre ihm aus manchen Gründen er, Hans Heeger, lieber, weil er vermöglich ist, und weil die Sybille ihn gern hat, na ja, und einem einzigen Kinde tut man gerne den Willen. Aber weil er Protestant ist, darum ist die Affäre sine spe(ohne Hoffnung), ganz aussichtslos.

Ein schweres Schweigen folgte dieser Rede. In der Seele von Hans Heeger klang es wie eine Grabesglocke:Vorbei, vor⸗ bei! Mit keinem Gedanken kam er darauf zu, wohin man ihn haben wollte. Schon will er sich erheben und dem Amtmann Dank für seine Bemühung sagen, da mischt sich die Amtmännin ein. Mit dem harmlosesten Lächeln in dem rundlichen, rosigen Angesicht, fragt sie ganz verwundert:Ja, aber warum soll denn

diese Heirat unmöglich sein? Wenn doch der junge Geselle hier

seine Herzallerliebste wirklich von Herzen lieb hat, so braucht er

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doch nur dem Vater den Willen zu tun, dann kann er sofort mit ihr nach Obererlenbach gehen und sich kopulieren lassen.

Ihre Stimme klang so kindlich zuversichtlich, als handelte es sich um den einfachsten und selbstverständlichsten Spaziergang von der Welt.

Der Amtmann aber wehrte ernsthaft ab:Liebe Frau, ich glaube doch, daß du die Affäre etwas zu leicht nimmst. Und es muß mit ernstem Mut geprüft werden, von einer Kirche in die andre überzutreten.

Aber, lieber Mann, unsre Kirche ist doch viel ehrwürdiger. Sie ist nahezu siebzehnhundert Jahre alt, die neue noch keine zwei Jahrhunderte.

Nun ja, das ist ja wahr, und der Unterschied zwischen beiden ist nicht allzu groß. Wir haben einen Gott, einen Heiland, eine Taufe, einen Himml; der Hauptunterschied aber ist der, wir haben einen Papst den heiligen Vater, die Protestanten haben viele Päpste. Jeder Prediger ist ein Päpstlein. Darum ist bei ihnen immer Streit, denn die vielen Päpste sind immer wider

einander; bei uns aber ist Friede, weil der eine Papst, der Nach⸗

folger Petri, der Stellvertreter des Heilandes, alles anordnet, und die andern ihm gerne untertan sind.(JFortsetzung folgt.)

meinen ganzen Einfluß auszuüben, um den Sonntag frei⸗

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