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Nr. 26.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung
Seite 7.
*
Nase der Jungfrau und
Im Geiste sah Fritz immer noch die lange daran— o Graus!
kämen, da sei es jedenfalls besser, man sei im Himmel bei den seligen Engeln.
derselben Mei⸗s
kleidung eignet sich schaftlichen und praktischen Gründe dafür wurden
Wolle am besten; die wissen⸗
chon zu wiederholten Malen vortrefflich
— in zitternder Schwebe den braunen Tropfen Die Frau Doktor war ganz hängen. Es schüttelte ihn förmlich. nung und dann tranken sie noch eine Tasse] geschildert. Wer frellich den größten Teil Endlich bemerkte die Amtmännin, daß der extra süßen Kaffee, um den Schmerz über die] des Tages sich ruhig im Zimmer aufhält und Junge nicht aß, und sagte:„Fritz? geniere heutige gottlose Welt und besonders über die] von dem die Unterkleidung durchnässenden Sozialdemokraten hinwegzuschwemmen. Schwitzen, vom Staub und Schmutz fast gar
Dich nur nicht!“ Aber alles 0 toffeln wurden nicht weniger.
Amtmännin.
Fritz keinen anderen Ausweg mehr sehend, mag die Kartoffeln nicht!“ die Kartoffeln nicht es, wenn man 8 als Uudank Du würdest noch froh sein, Lebtag so gute geröstete Kar⸗ toffeln zu essen hättest! Ich werde mich hüten, en zu geben
den Schlingel ging die der Küche und Fritz schlich
zur Thür hinaus.
Amtmanns Wasser zu holen, und als er um die gewöhnliche Zeit, da immer noch zu Hause „Fritz, vergiß nicht,
Wasser,“ sagte der
stotterte:„Ich— ich
„Was, Du magst schrie die Amtmännin. armen Leuten Gutes thut, hat man davon! wenn Du Deiner
„So ist nicht
Dir wieder etwas zu ess Ganz empört über Amtmännin aus wie ein begossener Pudel Abends hatte er für
er dies zu thun pflegte,
war, sagte seine Mutter:
das Wasser zu holen.“ „Mutter, ich hole kein
—
endlich aus dem Jungen „Mutter, Alles will ich manns gehe ich nicht mehr; Hunger,“ schloß Fritz seinen Als' alles Zureden nichts Mutter selbst zu Herrn allein zu Hause. sie sagen, warum sie k denn mit dem ganzen Lungen dem Amtmann mit dem Tropfen ins Ohr. Der gute eine förmliche war außer sich rade die Frau so bekam sie eine Menge
Zum Schluß verbat er noch ganz energisch die Mi frau Thekla bei der 3
er hätte fernerhin keine Lust,
—
zu genießen.
Fritzens Mutter mußte nun der Amtmännin Niemanden den Vorfall zu erzählen, es sei schlimm genug, daß es ihr Mann erfahren habe. Ja, gewiß, wäre der f allein zu Hause
heilig versprechen,
Herr Amtmann nicht zufällig gewesen, er hätte nie erfahren Kartoffeln an diesem kräftiges Aroma hatten.
Fritz verlor sebstverständlich Platz, erstens nicht nachließ, so weit überwunden hatte, daß vierzig Mark jährlich— und auch so wie so mit
gewesen, denn die Amtmännin hatte einen förm⸗
lichen Haß auf den Fritz geworfen und konnte 8 2 8 5
ch seine Schuld
es ihm nie verzeihen, daß sie dur solch einen Streit bekommen ha Manne.
Dieser Haß geht ihr heute da schon eine eit jenem Vorfall verflossen sind, noch nach und wenn sie auf den Fritz zu sie der Frau Doktor besonders, daß sie damals schon Rechtes aus er sei schon so wider⸗ wundere sie gar nicht,
Reihe von Jahren f
sprechen kommt, so betont gegenüber gemerkt habe, daß nichts Jungen werden würde, spenstig gewesen, und es daß
Es sei sehr traurig,
weltentlegenen Städtchen dieser rote sie sei nur froh denn in der Zeit, da die Heft in die Hände be⸗
samen aufgegangen sei; ste schon so alt sei, Sozialdemokraten das
Zureden half nichts, die Kar⸗ 9 2„Ja, Fritz, warum ißt Du denn nicht?“ fragte wieder die
Fritz. Die Mutter, höchlich verwundert, daß ihr folgsamer Fritz nicht gehen wollte, brachte nun die Schauergeschichte von dem Tropfen und den Kartoffeln heraus. thun, nur zu Amt⸗ lieber leide ich Bericht. half, ging die Amtmauns und traf Wohl oder übel mußte omme, und so schrie sie Kraftaufwand ihrer die ekelhafte Geschichte
Mann, der schon für den Fritz Strafpredigt eiustudiert hatte, über das Gehörte, und da ge⸗ Amtmännin nach Hause kam, schmeichelhafter Dinge zu hören über das appetitliche Essen und so wester. sich für die Zukunft wirkung der Jung⸗ Zubereitung des Essens; austatt Maggi's Suppenwürze Schnupftabaksauce in seinem Essen
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Tag so ein besonders
deshalb weil der Herr Amtmann bis er den Geiz seiner Mathilde sie ein Dienst⸗ mädchen nahm und zwar für die Unsumme von dann wäre der Herrlichkeit zu
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er unter die Umstürzler gegangen ei. daß sogar in ihrem
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den
warum die
seinen guten
es
Ende
te mit ihrem
dem
sei.
Teufels⸗ „daß
beruhigten sich wieder mit christlicher
jetzt einer d stellung der
Das war ein
ugenden ihrer Kaffe
schwestern regelrecht kritisieren, bis endlich die Frau Doktor in seliger wanderte, um sich zu stärken für— der Pfarrerin.
Recht hat die Amtmännin. dem er seine Jugendjahre wacker vollends durch⸗ gehungert hatte, ein geschickter und zielbewußter Arbeiter geworden, wozu armselige Jugendzeit beigetragen hatte. er Ersten im Arbeiter und hofft, daß es gelingen
dur die
wird, der zukünftigen
probates Mittel. Allmählich ihre Gemüter und sie konnten
schaffen, als er sie genießen durfte in der Zeit, da er, ein Kind von zehn Jahren, der Frau Amtmännin beneidenswerter— Laufburs che war.
Nächstenliebe die Un⸗ e⸗ und sonstigen Mit⸗
Ermattung nach Hause ch einen gesunden Schlaf morgige Kaffeevisite bei
Fritz war, nach⸗
nicht wenig seine Er ist
Kampfe um die Besser⸗
Jugend bessere Tage zu
Gesundheitspfl
Sonnenschein und bleiben will. Der J viene il sole, Sonne nicht kommt,
Schattenseite der Str
das Nervensystem un ganz erheblicher W große Wohlthat beso Personen, Schwindsüchtige
wird, da
beherrscht Hoch
und deshalb
offen zu lass Schlaf ohne lästiges und Bleischwere ir Lohn sein!
In der Nahrung
terem sollte jetzt
Teller voll auf dem beste und angenehn mittel für
Gen
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zu verzehren“, sal Jahrhunderten der
und gesun
durch Eis kühlen, Getränk hinein, son thun(wie beim S
in den f besitzt überhaupt
Kindern fordern di furchtbare Opfer. Für Radfahrer
Wichtigkeit. Leinen oder
oder Hals. Helle, die Sonnenstrahlen in geringerem Gr
also den Körper
Parole für Jedermann, der gesund werden und viene il medico— wohin die und ein altes Sprichwort lautet:„Auf der
dreimal so oft als auf der Sonnenseite.“ Sonnenschein den Stoffwechsel des Organismus,
Bleichsüchtige,
Behastete sich zu Nutze machen. Wer noch von der abergläubischen
schläft, der eutschließe sich i in diesen milden Sommernächten die Fenster lassen: tiefer,
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ein frisches, munteres
einzuschränken und durch Gem Hülsenfrüchte und Obst zu
g und Alt bleibt. „Wie ist es doch gesur da nähren, zu Zeiten fris
Genuß erhitzender alkoholischer Getränke ist zu beschränken; dafür trinke man die erfrischenden den Limonaden, besonders die von Zitronensaft bereiteten.
etwa vorhandene krankheit Verdauungsapparat gelangen. in der heißen Jahreszeit eine größere Reizbarkeit und Disposition zu krankungen(Erbrechen, Vorsicht am Platze ist.
die Kleidung in ges
Die Oberkleider, am Baumwolle, seien luftig und nirgends Gürtel, Brustkorb lichte Gewandung nimmt und die leuchtende Wärme erhitzt viel weniger. Zur Unter-
beengend, namentlich nicht am
ege im Sommer. frische Luft! ist jetzt die
taliener sagt:„Dove non dahin kommt der Arzt;“
aße hält der Leichenwagen Da
d die Gemütsstimmung in eise anregt, sollten diese nbers Kinder und alte Ner vöse, ukheiten
Ansicht ß Nachtluft ungesund sei, bei geschlossenen Fenstern doch endlich einmal,
und mit Hautkra
ruhiger, erquickender Schwitzen, und morgens Erwachen ohne Schlaffheit 1 den Gliedern wird der enuß etwas ehlspeisen, Von letz⸗
jeder Familie stets ein Tische stehen, da es das iste natürliche Gesundungs⸗
ist der Fleischg
und, auf Speisen, die ches Obst erquicklich vor zweieinhalb
ig schon i Auch der
Dichter Logau.
Will man Getränke so darf man es nie in das dern nur um dasselbe herum ekt), damit nicht im Eis erregende Bakterien Dieser
Ert Diarrhöe), so daß jetzt
Namentlich unter den e Verdauungskrankheiten oft Sommerfrischler ist auch
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ade auf als dunkle,
zeit zur Kräftigung des Unbilden der rauhen und kalten Jahreszeit. Jetzt können auch die verweichlichten, schlaffen und widerstandslosen Wasser⸗ und Luftfeinde mit Kräftigungs⸗ und Abhärtungskuren beginnen.
sundheitlicher Beziehung von besten von
nicht zu leiden hat, möge lieber die kühleren 1 5 oder die weitmaschigen Netzjacken ählen.
Der Sommer bildet die hygienische Gnaden⸗
Körpers gegen die
über Berg und
Wem es nicht vergönnt ist, fahren, der stelle
Thal oder in die Gebirge zu sich Morgens, Mittags und Abends an's offene Fenster und athme recht tief ein und aus, zuerst eine Minute lang, später bis eine/ Stunde; das stärkt die Lunge, weitet die Brust, schafft Sauerstoff ins Blut und verleiht mehr Gesundheitskraft als manchen„trägen“ Kur⸗ gästen das Herumlungern in den Sommer⸗
frischen! Dr. Otto Gotthilf.
Gemeinnütziges.
Einfluß der Gemüse auf die Gesund⸗ heit. Das eisenhaltigste Nahrungsmittel ist der Spinat und deshalb ein außerordentlich gesundes Gemüse für die heranwachsende Jugend und besonders für blutarme, bleichsüchtige Per⸗ sonen, er soll auch eine direkte Wirkung auf die Nerven haben; ebenso Löwenzahn, grün genossen. Spargel reinigt das Blut. Sellerie wirkt auf das Nervensystem, heilt Rheumatismus und Neuralgie. Tomaten sind gut für die Leber, sie enthalten viel Schwefel, der zum Aufbau unseres Nervensystems durchaus not⸗ wendig ist. Gelbe und weiße Rüben reizen den Appetit, Salat und Gurken wirken kühlend. Zwiebeln sind vorzüglich zur Auregung eines schwachen Magens. Knoblauch und Oliven besitzen hervorragende u. edizinische Kräfte, sie regen die Blutzirkulation an und vermehren die Absonderung des Speichels und des Magen⸗ saftes. Meerrettich, roh genossen, befördert die Verdauung. Kürbis gilt als Mittel gegen Bandwurm, und die appetitreizende Eigeaschaft des Rettichs ist allgemein bekannt.
Humoristisches.
Der christliche Wühler Brust. Das ist der große Wühler Brust, Der wütend uns belläfft, Zum Teil thut er's aus böser Lust, Zum Teil auch„aus Geschäft“, Und Jeder sagt: Fürwahr, das ist Doch ein ganz sonderbarer Christ! (Wahrer Jakob.) Glücklicher Familienvater. Ein Kuriosum dürfte, so schreibt das„Düsseldorfer Volksblalt“, die Thatsache sein, daß Herr Anstreichermeister Bernhard Hermanns in Düsseldorf, Zitadellenstraße, am Montag von seiner Frau mit dem fünfzehnten Mädchen beschenkt wurde— wohlverstanden fünfzehn Mädchen nacheinander.
Ein moderner Opferstock.„Es ist das beste, was es giebt in dem Artikel, Herr Pfarrer! Knöpfe und dergleichen speit der Teufel unten sofort wieder heraus! Bei echtem Geld aber erklingt ein wunderschöner
Choral!—
Litterarisches.
Gute Romane. Wir machen unsere Leser wiederholt aufmerksam auf die Illustrierte Roma n⸗ bibliothet„In Freien Stunden“ in Wochen⸗ heften zu 10 Pfg. Diese für die Arbeiter ge⸗ schaffene Romanbibliothek können wir unseren Lesern
zur Agitation in die billigen und guten
nur empfehlen und fordern sie für
Bekanntenkreisen Romane auf.
uf f
werbt Abonnenten für die
„Mitteldeutsche Sonntagszeitung“
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