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burchsiebten Leichnam des Negers hatten stch

unzwischen etwa 1500 Personen angesammelt, darunter viele Frauen, sowie kleine Mäd⸗ hen und Knaben.

Nr. 39.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 7.

Einige Jungens hatten lte Musketen mitgenommen, in der Absicht, luch zu schießen 5 den toten Neger. Endlich purde die Leiche abgeschnitten, und dann suchte eder von der Mordbande ein Andenken zu er⸗ saschen. Der Strick wurde in kleine Teile zer⸗ schnitten, und wer nicht so glücklich war, ein Stückchen davon als wunderwirkendes Amulett seimzutragen, schnitt zur Entschaͤdigung dafür inen Knopf von den Kleidern des Toten.

Es gab aber ein Nachspiel, das an Bestialität das zußerste brachte. Einer der Führer des Haufens stieg jetzt auf einen Holzklotz und ver⸗ fündete, gewisse Neger hätten, als man ihnen ungekündigt hatte, daß ihre Wohnungen nieder⸗ gebrannt werden sollen, erklärt, ste würden ihr Heim und ihr Leben bis auf den letzten Bluts⸗ opfen verteidigen. Ob die Anwesenden einem Reger das Recht zugestehen, sich überhaupt gegen Weiße zu n l 2 fragte der Redner. Nein, ein! heulte der Mob, und sofort machten sich etwa 500 Mann auf den Weg, um gegen die trmlichen Negerhütten vorzurücken. Die ersten zwei oder drei derselben wurden leer gefunden, indessen fand man bald eine Hütte, wortn einige Neger saßen. Nach kurzem Hin⸗ und Herreden gab der Mob Feuer, das von den Negern er⸗ widert wurde. Drei Weiße wurden verwundet, indes nicht gefährlich. Jetzt wurde die Hütte von dem rasend gewordenen Mob erstürmt, wobei wohl nicht weniger als 3000 Schüsse abgegeben wurden. Als nachher die Velchen der Neger in halb verkohltem Zustande aus den Trümmern der niedergebrannten Hütte hervorgezogen wurden, fand man alle von Kugeln durchlöchert. Als auch die übrigen Negerhütten brannten und deren Bewohner durch die Hinterthüren zu entfliehen suchten, gaben die Weißen wohl Acht, und sowie einer gesehen wurde, gleichwohl ob Mann, Frau oder Kind, wurde erbarmungslos Melle

Der Reisende schließt seine Mitteilungen also: Der Mob war halb betrunken, und manche von den Teilnehmern an der Lyncherei erklärten, feder Neger im County müsse fort. Sie hätten kein Recht, neben den Weißen zu leben. Der Mob war gleich einem Rudel hungriger Wölfe, und wenn gerade keine Neger mehr zum Er⸗ schießen da waren, feuerten sie ihre Büchsen in die Luft ab. Manche feuerten auch in die

sie gar nicht mehr sein zu können. Es war eine Blutorgie. Die Bestie im Menschen trat in ihrer ganzen grausenerregenden Gestalt hervor.

Soweit vorliegende Berichte von den letzten zwei Wochen. Solche Vorkommnisse, wie gesagt, gehören zu den beinahe alltäglichen Dingen. Wenn das nicht eine große nationale Schande für die Vereinigten Staaten ist, was denn anderes giebt es, das diese Bezeichnung verdient 21 Und die Verüber dieser monströsen Verbrechen? Nun, sie gehören alle zu dengesetzliebenden Bürgern, zu den Stützen der kapitalistischen Ordnung im Lande. Sie sind Kinder dieser Ordnung oder, richtiger, Anarchie und machen ihrer Mutter alle Ehre.

Ein Lokalbahnstückchen.

Aus Oberfranken wird geschrieben: Eine heitere Szene spielte sich in der Station Himmel kron der 5 bayerischen Lokalbahn Neuen⸗ markt WirsbergBischofsgrün ab. Der Zug sollte zwei Güterwagen, die auf einem Neben⸗ geleise standen, mitnehmen. Der Heizer, der Kondukteur und der Postbote versuchten die Wagen auf das Hauptgeleise zu schieben, allein es gelang ihnen nicht, die leichte Steigung zu überwinden. Die im Zuge befindlichen Passa⸗ giere amüstrten sich ob dieses Schauspiels, aber keiner auch die ihm Zuge befindlichen Bauern schien auch nur einen Finger rühren zu wollen. Der peinlichen Situation machten dann zwei Passagiere ein Ende, indem ste den drei Bediensteten halfen. Der eine Passagier war ein auf Urlaub befindlicher Wechselwärter, der andere, unser Genosse Dr. von Haller, Landtagsabgeordneter von Nürnberg, der den ersteren zur Hilfeleistung aufgefordert hatte. Der Bahnagent von Himmelkron, der liberale Landtagsabgeordnete Ganzleben, wohnte stumm dtesem Schauspiele bei. Schieben thut der Liberalismus ja grundsätzlich nicht. sollt falls sich ihm weiter nichts entgegenstellen ollte!

Gemeinnütziges.

Die Tragknospen au den Obstbäumen bilden sich im August und September für das nächste Jahr aus. Wiederholte Versuche haben ergeben, daß folgende Düngung auf die Aus⸗ bildung derselben sehr vorteilhaft wirkt: In 100 Liter Wasser löse man 1 Kilogramm Super⸗ phosphat und/ Kilogramm schwefelsaures Kali.

Fenster von Läden; ohne zu schießen, schienen

Mit dieser Flüssigkeit dünge man die Obstbäume

vom August bis Ende September dreimal in Zwischenräumen von zwei Wochen. Für größere Bäume genügen 2 bis 4, für kleinere 1 bis 2 Eimer.

Um Mastschweinen die Freßlust dau⸗ ernd zu erhalten, gebe man denselben täglich zwei Hände voll gesalzenen Haber. Tiere, welche regelmäßig jeden Tag 9 fe Gabe er⸗ halten, verlieren nie die Freßlust, sondern ver⸗ tilgen alles Futter.

3

Lesefrüchte. Die das Dunkel nicht fühlen, werden sich

nie nach dem Lichte umsehen. Buckle.

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Wer in jedem Staat die meisten Handlungen begeht, durch die sich die gesellschaftliche Recht⸗ lichkeit im Volk auslöscht, der ist es auch, d er den Samen des Aufruhrs am meisten aussä et, und ich denke, der ihn am meisten aussäet, ist auch am meisten schuld, wenn er aufgeht.

Verdienst.

Wie er zu einem Orden gekommen? Er hat ihn zugleich mit der Frau genommen.

Humoristisches.

Ein guter Mensch. Hausbesitzer(nachdem er eine arme Proletarierfamilie in Schnee und Kälte hat auf die Straße setzen lassen): Frau, gieb den armen Leuten da draußen eine Tasse Kaffee. Die Nachbarn sollen nicht von mir sagen können, ich hätte keine christ⸗ liche Nächstenliebe im Leibe.

Unverhoffte Wirkung. A.:Ist das Haare⸗ färben denn thatsächlich so gefährlich, wie die Aerzte sagen? B.:Na und ob! Mein alter Onkel z. B. färbte sich einst seine Haare, und in Zeit von zw ei Monaten war er an eine Witwe mit vier jungen Töch⸗ tern verheiratet.

r. ̃˙ BA ˙r,: Marktberichte.

Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 26. September: Butter per Pfd. Mk. 1.20 1.30, Hühnereier 1 St. 78 Pfg., Enteneier 1 St. 00 Pfg. Gänseeier per St. 0000 Pfg., Käse 1 St. 58 Pfg., Käsematte 2 St. 58 Pfg., Erbsen per Liter 22 Pfg., Linsen per Liter 34 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 5.00 8,00, Zwiebeln per Ctr. Mk. 7.00 8.00. Milch per Liter 18 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.75 bis 1., Hühner per St. Mk. 1.00 1.50 Hahnen

per Stück Mk. 0.70 1.20, Enten per St. Mk. 2.00 bis 2.20, Gänse per Pfd. Mk. 00.0 0.00.

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