Ausgabe 
28.4.1901
 
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N. 17. Gießen, Sonntag, den 28. April 1901. 8. Jahrg.

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Sum J. Mai!

ie Bäume sprießen, und Vogelsang 3 Gleich Frühlingsweh'n und gleich Frühlingskraft Ertönt durch die Wälder und Auen, Erfaßt es die Völker auf Erden,

Die Menschheit durchzittert ein heiliger Drang, Kein Lavastrom ist es der Leidenschaft,

Das Werk der Erlösung zu schauen. Es ist ein gewaltiges Werden,

Sie hat gehofft und geduldet, geharrt, Ein Wachsen hinein in eine Welt,

Sie wurde vertröstet, man hat sie genarrt, Die nicht mehr die Habsucht zusammenhält, Doch nunmehr stürmt sie erkenntnisklar Wo Bruderliebe das höchste Gebot

Dem Lichte entgegen als kühne Schaar. Und Sünde geboren wird nicht durch Not.

Es hat sich entwunden Mutter Natur Du herrliche Feier, o erster Mai, Den eisigen Fesseln des Frostes. Geburtstag der Völkerversöhnung, Die ehernen Seiger der Weltenuhr Du erster gewaltiger Jubelschrei, Serfrißt nicht der Zahn des Rostes, Nach endloser Knechtschaftsgewöhnung; Auch hält sie ein Sterblicher niemals auf, O Cag der Erkenntnis, daß unentwegt Sie rücken stets fort im gemess'nem Lauf Der Heiland Geist unser Banner trägt Und zeigen beharrlich dem Menschengeschlecht Im Rampfe gegen die Lohnsklaverei, In göttlicher Hoheit den Weg zum Recht. Gepriesen seist du, o Festtag im Mai!

Joseph Hannich.

Arbeiter aller Länder vereinigt Euch! 69. Die Maifeier

fußt auf folgenden Beschlüssen der drei ersten Internationalen Arbeiter⸗Rongvesse:

Paris 1889.Es ist für einen bestimmten Seitpunkt eine große internationale Manifestation zu organisieren, und zwar dergestalt, daß gleichzeitig in allen Ländern und in allen Städten an einem bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen uud die übrigen Beschlüsse des internationalen Kongresses von Paris zur Ausführung zu bringen.

Brüssel 1891.Der J. Mai ist ein gemeinsamer Feiertag der Arbeiter aller Länder, an dem die Arbeiter die Gemeinsamkeit ihrer Forderungen und ihre Solidarität bekunden sollen.

Dieser Festtag soll ein Ruhetag sein, soweit dies durch die Zustände in den einzelnen Cändern nicht unmöglich gemacht wird.

Zürich 1893.Der Kongreß beschließt ferner: Die Kundgebung des J. Mai für den Achtstundentag soll zugleich eine Kundgebung des festen Willens der Arbeiterklasse sein, durch die soziale Umgestaltung die Klassenunterschiede zu beseitigen, und so den einzigen Weg zu betreten, der zum Frieden innerhalb jedes Volkes wie zum internationalen Frieden führt.

Wir wollen Friede, Freiheit, Recht, Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben, Es giebt hienieden Brot genug, Daß Keiner sei des Andern Anecht, Das ist der Weisheit letzter Schluß: Für alle Menschenkinder, Daß Arbeit aller Menschen Pflicht, Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust, Daß Keinem es an Brot gebricht! Der täglich sie erobern muß.(Goethe.) Und Suckererbsen nicht minder!(rte