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Ausbeuter zu den ihrigen gemacht.
gebracht,
Nr. 43.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 7.
Gewiß, manche von uns haben die Laster der 2 Aber dürfen wir Proletarier nicht kühn vortreten und sagen: Wir haben Tugenden und Ideale in die Welt wie sie nie zuvor gesehen? Tugen⸗ den und Ideale, die unser eigen sind, die aus unserem Dasein, unserem sozialen Wesen entsprungen sind, wie Blüte und Frucht dem Baume?
Seitdem das Proletariat auf die Bühne der Weltgeschichte getreten ist, ist ein neuer Geist menschlicher Zusammengehörigkeit, ein neues soziales Empfinden erwacht. Die Soli⸗ darität ist aus der engen Werkstatt hinaus⸗ geschritten und wird, allmählich sich verbreitend, das Gesetz des menschlichen Verkehrs. Das Leben des Menschen kommt jetzt erst zur gerechten Schätzung als kostbarstes, unverletzliches Gut. Und aus diesem die Menschheit umfassen⸗ den Gemeinsamkeitsgefühl sprießt als schönste Blüte eine Idee sozialer Hülfe hervor, die der alten Moral der Gnade und Wohlthat unend⸗ lich überlegen ist.
Der Unterschied der beiden Sittlichkeiten wird auch im täglichen Leben offenbar. Man vergleiche nur den bürgerlichen Wohlthäter mit dem Proletarier, der dem notleidenden Klassen⸗ genossen 5 90 Der Wohlthäter giebt sich einen förmlichen Ruck zur guten That, er steigt gleichsam aus seiner Welt in eine andere hin⸗ unter. Wir meinen da den ehrlichen, gutmütigen Wohlthäter, nicht etwa den Heuchler. Folgt zum Beispiel dem„armen Reisenden“, der hungernd durch die Straßen der Stadt irrt. Da und dort bleibt ein eleganter Herr, da eine geputzte Dame stehen, zieht die Börse und sucht, ob gerade kleine Münze vorhanden. Dann spitzt der Herr oder die Dame die Finger und reicht dem Armen vorsichtig das Geldstück hin, am liebsten so, daß die Berührung von Hand zu Hand vermieden wird, wie in der Voraussetzung, daß die Hand des Armen unrein sein müsse. Der Beschenkte selbst aber wird verlegen, wie beschämt ein paar Dankesworte murmelnd.
Und nun seht dafür an, in welcher Art der Arbeiter dem„Reisenden“ seine Gabe reicht. Seine Hülfe ist wie etwas Selbstverständliches, etwas, was garnicht einer besonderen Stimmung bedarf. Die eine Hand sucht die andere; sie finden sich in diesem Augenblick, als ob sie einen natürlichen Bund besiegelten. Der Beschenkte fühlt das sehr wohl. Offen und herzlich ist diesmal sein Dank. Er empfindet es klar und warm. Du und ich, wir gehören zueinander. Du hilfst mir, wie ich dir helfen werde, wenn du morgen Not leidest.
Das Mitleid des Proletariers ist ein Ausfluß seines machtvoll ausgreifenden Selbstbewußtseins, seiner unmittelbaren lebendigen Empfindung der menschlichen Solidarität. Wie niedrig erscheint ihm gegenüber die Lehre eines modischen Philo- sophen, daß die Furcht die eigentliche Quelle des Mitleids sei. Was hat denn der Pro⸗ letarier zu fürchten, daß er darum mitleidig sein sollte? Die Armut, das Elend, das an ihn bittend herantritt, ist ihm keine unbekannte, drohende Macht. Seine Ver⸗ trautheit mit dem Unglück macht ihn mit den Unglücklichen vertraut. Aber seine Kraft und Siegesgewißheit überwindet die Erschütterung, die der Anblick des Jammers in der Seele des Fühlenden erregt.„Siehe, das bist du 4 puüft die weltflüchtige, am Glück des Lebendigen ver⸗ zweifelnde indische Weisheit angesichts des Elends dem Menschen zu. Auch der Sozialist sagt sich, wenn er einen Unglücklichen gewahr wird:„Das bist du selbst, eine Möglichkeit deines eigenen Wesens steht vor dir verwirklicht.“ Aber weil er auf sich und seine Zukunft vertraut, giebt ihm der Anblick neue Stärke.„Du bist ein Leidender wie ich und wirst auch ein Mit⸗ kämpfer sein. Dein Leid ist bitter wie Thränen, und der bitteren Thränen ist ein Meer. Wir aber haben starke Arme und werden unser Schiff hindurchsteuern zur Insel der Glückseligen.“ i
5 wir stolz auf unsere Menschlichkeit, auf die hohe Lehre, die wir der Welt geben! Seien wir ihrer immer eingedenk, im innersten Sinnen und Fühlen, in der Rede, die des Kurzsichtigen Blick hell macht, und in der That
unserer Arme! Mit dieser Lehre ward eine neue Weltansicht, ein neues Ge⸗ nießen des Lebens geboren. In der kleinsten Handlung der gewöhnlichen Tage fasse sie ebenso Raum wie im großen Geschehen, das die Gebilde der Staaten verändert. Wie es das Mitleid des Arbeiters ist, das Hand ansetzt, wenn auf der Straße ein Wagen im Schlamme festgefahren ist, der Kutscher fluchend auf die Pferde einhaut und müßige Gaffer Scheltworte loslassen, so wird es auch in der Entsagung offenbar, die dem streikenden Kameraden zu einem Stück Brot hilft, und in dem heißem Ringen um die öffentliche Macht, die die Gesetze der menschlichen Gemeinschaften, Gesetze des Zwanges oder der Freiheit, der Ausbeutung oder die Gerechtigkeit begründet.
Werden wir unseres Wesens bewußt, wir Besitzlosen, und wir werden die Welt erobern! Mit der Stärke unserer Arme und mit der Stärke unserer Menschlichkeit. Wir werden die Welt besser und schöner machen, als sie war und ist. Ihr Zweifler und Ueberklugen, nennt nur immerzu eitle Einbildung, was stärkstes Gefühl unserer Art und Kraft ist! Die Zukunft wird über der Gegenwart sein. Auch der Baum wurzelt in schwarzer Erde und unreinen Stoffen, und doch treibt seine Kraft Blüte und Frucht.„W. Arb.⸗Ztg.“
Denkmal für Herwegh.
Für Errichtung eines Herwegh⸗ Denkmals in Liestal in der Schweiz erläßt ein aus namhaften Schriftstellern zusammen⸗ gesetzter Ausschuß einen Aufruf. Darin heißt es u. a.:„Wir wenden uns an alle Freunde und Streiter der Menschlichkeit und Freiheit mit der Bitte um Beiträge für ein Herwegh⸗ Denkmal in Liestal im Schweizerland. Als über Europa eine finstere Reaktion brütete, da erhob sich am Fuße des ewigen Schnees die „eiserne Lerche“ und verkündete den Morgen der Freiheit. Wie ein Lenzsturm fuhren Her⸗ weghs„Gedichte eines Lebendigen“ 1841 über die Welt und rissen nicht nur die deutsche Jugend mit sich fort, sondern auch alle Frauen und Männer, die sich aus der dumpfen Kranken⸗ stube des Deutschen Bundes hinaussehnten nach freier Luft, gleichem Licht und liebem Sonnen⸗ schein.... Nun soll ihm in Liestal, dem Hauptorte des Kantons, auf dem schönsten Platze in der Nähe des Bahnhofs und eines Volks⸗ bildungstempels ein einfaches, würdiges Denk⸗ mal errichtet werden. Das hat Georg Herwegh wohl verdient, denn er hat für das Volk und die Freiheit nicht nur gesungen, sondern auch gestritten, und ist ihnen unwandelbar treu ge⸗ blieben bis ans Ende, trotz Haß, Verfolgung und Zurücksetzung. Ehren wir den toten Sänger und seine Liebe und Treue für die höchsten Güter des Volkes und der Menschheit durch ein prunkloses würdiges emal!!!
Wir sind überzeugt, daß dieser Aufruf auch in Gießen und Umgegend nicht ungehört ver⸗
hallen wird. Besonders die Arbeitergesangver⸗ eine, die Herwegh manches prächtige Lied ver⸗
danken, werden es sich nicht nehmen lassen, für diesen Zweck einen kleinen Beitrag zu stiften. — Kalssterer des Komitees ist Levi Isliker, Kaufmann in Basel; dieser ist zur Annahme von Beiträgen bereit.
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Lesefrüchte.
O glücklich, wer noch Vettern hat, Dem glänzet noch ein Morgenrot; Er wird, wenn nicht Geheimerat, Doch etwas noch vor seinem Tod. Wohl thats dem armen Adam weh, Daß Gott ihm nicht sein Eden ließ; Er hatte keine Vettern je, Sonst säß er noch im Paradies! Hoffmann von Fallersleben. **
Ketzerei eines modernen Bureaukraten. Der echte„strebsame“ Beamte gleicht einem Radfahrer, der vor dem Fenster sei nes Lieb- chens vorbeifährt: Der Blick ist nach oben gerichtet, nach unten tritt er.
Bei manchem hohem Staatsbeamten ist ein gewisser unedler Teil derjenige, welcher Ehre und Würde gebracht hat. Erste Voraus⸗ setzung einer guten Karriere ist sohin stets ein guter— Stuhlgang.
*
„Reißt den Menschen aus seinen Verhält⸗ nissen, und was er dann ist, nur das ist er,“ sagt Seume. Um des Himmels willen! Neun⸗ zehntel unserer modernen Bureaukraten wären dann trotz ihres Selbstbewußtseins gar nichts.
(Jugend).
Humoristisches.
Entgegenkommend. Kommerzienrat:„Ich habe gegen Die persönlich gar nichts einzuwenden, nur sind Sie mir noch ein wenig zu jung für meine Tochter; wenn Sie wenigstens etwas älter wären.— Freier: „Wohl, da komme ich morgen wieder.“
Unverbesserlich.
O Männerfreisinn von Berlin,—
Du bist ja doch nicht abzuschrecken! Und freudig wirst Du weiterhin
Den allerhöchsten Speichel lecken
Wirst selig sein, fällt Dir vom Hof⸗
Gedeck mal ab ein schmaler Bissen;
Wirst will'ger als Lakai und Zof'
Den Boden rein vom Staube— küssen! (W. Jakob.)
955 Nr bedarf neben an⸗ Eine glückliche Ehe deren Bedingungen auch eines Hauptfaktors, einer guten Gesund⸗ heit beider Gatten. Wenn der Vater und Er⸗ nährer durch langwierige Krankheit verhindert ist, für seine Familie den nötigen Unterhalt zu erwerben, wenn die hohläugige Sorge ihren Einzug hält, dann ist das vollkommene Glück der Ehe bald dahin. Das Gleiche ist der Fall, wenn die treusorgende Mutter aufs Krankenbett gestreckt, der Pflege ihrer Kinder, der Haushaltungsfürsorge entrissen wird. Aber auch bei den mit Glücksgütern gesegneten Menschen zerstören unheilbare Krankheiten nur zu leicht das eheliche Glück. Gerade Gatten sollten daher für ihr gegenseitiges Wohlbefinden ganz besonders besorgt sein. Wie leicht ent⸗ steht aus einer leichten Erkältung ein ernstes Hals⸗ oder Lungenleiden, weil man unachtsam über die erste Unpäßlichkeit hinwegging. Luft⸗ röhrenkatarrh, Kehlkopfleiden, Lungenspitzen⸗ affektionen, Bluthusten, Asthma, Brustbeklem⸗ mungen, Lurgenkatarrhen, Influenza, selbst Husten und Heiserkeit verlangen immer sofortige Behandlung. Zudem ist es einem ja jetzt so leicht gemacht, sich bequem selbst zu helfen und zwar mit einem Thee, dessen Vortrefflichkeit in allen Bevölkerungsschichten von Tag zu Tag mehr anerkannt wird. Ein Versuch mit dem von Herrn Ernst Weidemann in Liebenburg a. H. eingeführten russischen Knöterich⸗Brustthee, über dessen Anwendung eine gratis und franco zur Versendung ge⸗ langenden Broschüre eingehende Auskunft giebt, wird jedem mit dem genannten Leiden Be⸗ hafteten zum Segen gereichen.
Um den Patienten den Bezug dieser Pflanze in wirklich echter Form zu ermöglichen, versendet Herr Ernst Weidemann den Knöterichthee in Packeten à 1 Mark. Jedes Packet trägt eine Schutzmarke mit den Buchstaben C. W. und sind diese, sowie„Weidemanns russischer Knö⸗ terich“ patentamtlich geschützt worden, so daß sich Jeder vor wertlosen Nachahmungen schützen kann. Man weise daher jedes Packet ohne Schutzmarke und den Namen E. Weidemann zurück. Um im Publikum Vertrauen zu er⸗ wecken, haben sich auch Nachahmer gefunden, welche die Weidemann'sche Broschüre teilweise abgedruckt haben() und damit ihren angeblich wollen Knöterich in den Handel bringen wollen.
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