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Nr. 4.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Dessau führten den konservativen Bramarbas derart ab,
daß er es vorzog, im Laufe der Sitzung nicht wieder
den Mund zu öffnen. Auch dem Dr. Oertel sagte Genosse Zubeil mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit seine Meinung; er sprach namentlich die Hoffnung aus, daß den Dienstboten die schäbigen Witze des feisten Herrn zu Ohren kommen und zu ihrer Aufklärung beitragen möchten. Die Anträge wurden an eine Kommission verwiesen, der Hitze'sche Antrag, welcher den Aue bau der Gewerbe⸗ gerichte und ihre Ausgestaltung zu Einigungsämtern verlangt, mit überwiegender Mehrheit angenommen.
Am Donnerstag wurde die Berathung des Etats des Reichs amts des Innern fortgesetzt. Dabei platzten besonders die Gegensätze auf sozialpolitischem Gebiete aufeinander. Der Junker Kardorff bläst zum schleunigen Rückzuge; ihm geht es mit der Sozial⸗ reform viel zu schnell. Seine Ansichten sind so rück⸗ ständig, daß sogar Herr Rösicke⸗Dessau, ebenfalls ein Unternehmer, ein sehr gemäßigter Mann, neulich erklärte, sie erschienen wie versteinerte Ueberbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit.— Interessanter noch als Kar⸗ dorff's mittelalterliche Anschauungen war das Eingeständ⸗ niß des Centrumsjuristen Rintelen, daß er das Ver⸗ bot des Streikpostenstehens für berechtigt erachte. Daraus kann man ersehen, wie das Centrmu sich immer mehr nach reaktionärer Seite hin„entwickelt“. Hitze erklärte zwar später, Rintelen habe nur für seine Per⸗ son gesprochen; man kann sich aber dem Eindruck nicht entziehen, daß Rintelen nur offen ausgesprochen, was die meisten Centrumsleute im Innern denken.
Sehr energisch wandte sich Genosse Richard Fischer gegen einige Anrempelungen des Junkers Kar⸗ dorff. Derselbe brachte nämlich die für unsere Partei gewiß höchst bedauerliche Streitigkeit in Leipzig zur Sprache und glaubte an diesem Falle beweisen zu können, wie wenig unsere Partei in der Praxis ihre Grundsätze hoch halte. Weiter bezeichnete er die Ohxrfeigengeschichte Katzenstein⸗Schönlank als„Idyll vom Zukunftsstaat“. Schließlich erklärte er die sozialdemokratische Agitation als„tief unmoralisch“! Fischer bezeichnet es zunächst als Pflicht des Reichstags, die 12000 Mark.-Affaire weiter zu verfolgen, nachdem eine ganze Reihe neuer Gesichtspunkte aufgestellt wurden. Dann fuhr er fort:
Herr v. Kardorff ist wieder auf den Leipziger Fall zurückgekommen und hat gemeint, der Vorfall sei von der Parteileitung nicht scharf genug gerügt worden. Die Parteileitung hat aber ganz scharf in ihrer Erklärung gesagt:„Die Fraktion kann es nicht billigen, daß die Nichtzugehörigteit der Buchdrucker zur sozialdemokratischen Organisation bei ihrer Kündigung oder Entlassung ent⸗ scheidend sei. Die Fraktion spricht deshalb die Hoffnung aus, daß Alles aufgeboten werde, um die Differenz zu beseitigen.“— Mehr konnte die Fraktion nicht thun. — Herr v. Kardorff sprach von einer Ohrfeigenaffaire zwischen zwei sozialdemokratischen Redakteuren. Die Herren, die selbst auf den Duellstandpunkt stehen, haben am wenigsten Ursache, sich über ein derartiges Verfahren, das ich übrigens durchaus nicht billige, aufzuhalten. Und die Herren vom Centrum, die vorher so herzlich lachten, mögen an die Ohrfeigen denken, die Herr Roeren in aller Achtung und Freundschaft Herrn Dasbach an⸗ bot. Herr v. Kardorff sprach weiter von der Unmoral der sozialdemokratifchen Agitarion. Die Differenz zwischen der Moral der Sozialdemokratie und der Moral der Laurahütkte ist so groß, daß eine Debatte völlig nutz⸗ los ist. Herr v. Kardorff hat eingestandenermaßen Subsidiengelder von der Diskontogesellschaft empfangen; ich thue ihm also wohl kein Unrecht mit der Annahme, daß er die Gelder empfangen hat, um sein parlamentarisches Amt im Interesse der ge⸗ nannten Gesellschaft auszuüben.— Was den Vorwurf unserer Feindschaft gegen den Grafen Posa⸗ dowsky anbetrifft, so will ich bemerken, daß wir keine solche Uebung wie die Konservariven im Ministerstürzen besizen und daß das Wort„Kein Kanitz, keine Kähne“ nicht von uns herrührt.— Daß die Zuchthausvor⸗ lage gegen die Arbeiter gerichtet war, darüber ist kein Wort zu verlieren. Dem Centrum bleibt es überlassen, Stellung zu nehmen, zu dem Standpunkt, den Herr Rintelen gegenüber dem Streikposteustehen einge⸗ nommen hat, das er als Ausfluß des Streikterroismus bezeichnet hat. Er scheint diese Erklärung nicht nur für seine Person, sondern für seine Fraktion abgegeben zu haben.(Abg. Hitze: Nein!) Der bekannte bischöf⸗ liche Erlaß, durch den den Arbeitern im Namen der Religion sich zu koaliren verboten wird, geht von der⸗ selben Auffassung aus.(Widerspruch im Centrum.) Warum verbieten die Bischöfe den Unternehmern nicht, sich zu koaliren?
Selbst wenn richtig wäre, was Graf Posadowsky so oft hervorgehoben hat, und was ja auch formell, aber eben nur formell zutreffen mag, daß sich die Zuchthausvorlage gegen Arbeiter und Unternehmer richtete, wäre sie deshalb gegen beide gleichmäßig an⸗ gewendet worden? Ist nicht hier vom Regierungs⸗ Usche aus das Wort gefallen: Wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht dasselbe? Wie oft haben Bebel und an⸗
dere meiner Parteigenossen hier an dieser Stelle nach⸗
gewiesen, in wie total verschiedener Weise der§ 153 auf Arbeiter und Unternehmer angewandt wird? Hat doch selbst der Reichsgerichtsrath Mittelstädt die Wahr⸗ heit dieser unserer Ausführungen anerkennen müssen.— Fischer kritisirte dann noch weiter das intime Ver⸗ hältniß des Verbandes der Industriellen zu dem Reichs- amt des Innern.— Alle Anerkennung verdiente die Art und Weise, in der der freisinnige Schulmann Zwick das Elend der Kinderarbeit schilderte.
Knuten⸗Oertel suchte dann den Junker Kardorff noch in Scszialistenvernichtung zu übertreffen. Graf Posadowsky suchte sich gegen die Angriffe zu ver⸗ theidigen und sprach schließlich die Hoffnung aus, die „leider“ zur Zeit noch republikanische Sozialdemokratie werde sich im Laufe der Zeit in militärfromme Mo⸗ narchisten verwandeln. Gene sse Rosenow hielt dann noch eine sehr wirkungsvolle Anklagerede gegen die im deutschen Reiche beliebte Art der Sozialpolitik und geißelte scharf das Vorgehen des Eisenbahnministers Thielen gegen die Straßenbahnangestellten.
Bei sehr schwach besetztem Hause wird die Berathung am Montag weitergeführt. Herr Posadowsky saß allein am Bundesrathstisch. Der durch den neuesten Bueckbrief bloßgestellte Handelsminister Brefeld ließ sich nur auf einige Minuten sehen.— Die Debatte wurde von dem liberalen Prinzen Schön aich-Caro⸗ lath, den ängstliche Leute den„rothen Prinzen“ uennen, eröffnet. Er sprach über das Frauenstudium und be⸗ fürwortete in warmer Weise die Gleichstellung der Frauen mit den Männern in Bezug auf das Univer⸗ sitätsstudium. Recht jesuitisch sprach sich Herr Kaplan Hitze über katholische, christliche und sozialdemokratische Gewerkschaften aus. Die Blößen der Hirtenbriefe ver⸗ schiedener Erzbischöfe suchte er durch plumpe Angriffe auf die Sozialdemokratie zu verdecken. Ein ähnliches Thema behandelte der nationalliberale Renommirarbeiter (er ist inzwischen zum Fabrikanten avancirt) Franken, der im übrigen mit geradezu herzerquickender Offenheit der Rechten ein Schachergeschäft antrug: Stimmt ihr für den Kanal, dann stimme ich für Getreidezölle. Der Abg. Dr. Pichler vom Centrum äußerte sich über die schon mehrfach in diesen Sitzungen angeschnittene Frage der Zündholzfabrikation. Seine Angriffe auf die sächsisch⸗meiningische Regierung vermochte der Bundes⸗ bevollmächtigte dieses Klein⸗Staates keineswegs zu wider⸗ legen. Genosse Peus geißelte mit verdienter Schärfe die intimen Beziehungen zwischen Centralverband und Regierung, die durch den im Vorwärts veröffentlich ten Bueck⸗Brief noch in grellere Beleuchtung gerückt worden sind. Ferner verbreitete er sich über die traurige Lage der Ziegeleiarbeiter und die empörende Rücksichtslosigkeit, mit der die zumeist sehr frommen und königstreuen
Ziegeleibesitzer den gesetzlichen Vorschriften ins Gesicht Natürlich versäumte Peus auch nicht, den Sozialpolitikern nach Art der Hitze und Franken einige
schlagen.
derbe Wahrheiten zu sagen. Dann wies Genosse Sach se die Angriffe auf die sächsischen Konsumvereine zurück und erging sich in längerer Ausführung über das bekanntlich unerschöpfliche Thema der mangelhaften sächsischen Berg⸗ inspektin. Zum Schluß empfahl er die Annahme der von unserer Partei vorgeschlagenen Resolution betr. die Beziehungen zwischen Reichsamt des Innern und Central⸗ Verband. Am Ende der Sitzung gab der nationall. Abg. Bassermann eine kurze aber inhaltreiche Er⸗ klärung ab. Aus ihr geht hervor, daß die national⸗ liberale Partei sich mit Haut und Haaren den Agrariern verschrieben hat und beim Brotwucher tüchtig mitmachen wird.
— Bei der Weiterberathung am Dienstag kam es wieder zu einer sozialpolitischen Debatte. Genosse Horn gab in einer Polemik gegen die neulichen Aus⸗ führungen des Grafen Posadoweky eine werthvolle Er⸗ gänzung dessen, was er an den voraufgegangenen Sitz⸗ ungstagen über die zahllosen Mißstände in der Glas⸗ industrie vorgebracht hatte. Der konservativ⸗autisemitisch schillernde Abgeordnete von Potsdam, Herr Pauli, ein Tischlermeister seines Zeichens, bewies, daß die kleinen Krauter das Scharfmachen ebenso verstehen, wie die großen Protzen von der Großindustrie; mit brutalster Offenheit verlangte er den Aus schluß sozialdemo⸗ kratischer Arbeiter aus den Staatsbetrieben und trieb nebenbei ein bißchen Judenhetze, indem er mit der köstlichen Entdeckung aufwartete, daß die unge⸗ zählten vorher von Genossen Peus gerügten Miß⸗ stände in den Ziegeleien von den f Hebräern herrühren. Genosse Albrecht fertigte den kleinen Scharf⸗ macher Pauli gründlich ab; den Abg. Dr. Oertel, den Spezialisten für angebliche Mißstände in„sozialde⸗ mokratischen“ Konsum⸗Vereinen, forderte er auf, sich lieber um die Besserung der mehr als miserablen Löhne zu bemühen, die in agrarischen Konsum⸗Vereinen ge⸗ zahlt werden, z. B. in einem, in dessen Aufsichtsrat der bekannte agrarische Heißsporn v. Mendel⸗Steinfels sitzt. Die Debatte erreichte ihren Höhepunkt in Vollmars groß angelegter Rede über die Sozialpolitik des Centrum s. Mit dem prächtigen, echt bayerischen Humor, der ihm eigen, hielt Vollmar der schwarzen Garde der römischen Kirche ihr reichhaltiges Sünden⸗
register vor: wie die Herren die Hauptschuld an dem Stocken der Sozialpolitik tragen, wie sie die etwaigen kleinen dem Arbeiter zugewandten Vortheile durch die gerade vom Centrum kräftig geförderte Brotwucherpolitik mehr als illusorisch machen, wie so gar erbärmlich sich die heutige katholische Sozialpolitik gegenüber derjenigen ausnimmt, die vor mehr als einem Menschenalter der Bischof Ketteler befürwortete, wie der arbeiterfeindliche Charakter der neuesten Bischofserlasse aller Auslegungs⸗ künste spottet: alles das wurde an der Hand unwider⸗ leglicher Zeugnisse den recht zahlreich erschienenen Cent⸗ rumsabgeordneten zu Gemüthe geführt. Besonders hart für die schwarzen Herren war es, daß Genosse v. Voll⸗ mar das vernichtende Urtheil verlas, das jüngst der bayerische Centrumsmann und Landtagsabgeordnete Schirm mit urbajuvarischer Derbheit über die Sozial⸗ politik seiner eigenen Partei gefällt hat. Am Schluß seiner Rede rechnete Vollmar dann noch einmal mit dem Staatssekretär Posadowsky ab.— Eine recht schwache Erwiderung auf Vollmars Rede versuchte Kaplan Hitze.
Krieg in Südafrika.
Nach einer Meldung aus Kapstadt vom 19. Jan. griffen die Engländer einen Burenvor⸗ posten in der Nähe von Johannesburg an und nahmen ihn gefangen. Dem steht jedoch ein Erfolg der Buren gegenüber, die bei Bal⸗ moral einen mit Material beladenen Eisenbahn⸗ zug erbeuteten.— Einer andern Nachricht aus Kapstadt zufolge rückten 200 Buren in Panurhunsdorp(im Westen der Kapkolonie am Oliphants⸗Flusse und kaum 40 Kilomtr. von der Küste des Atlantischen Ozeaus entfernt) ein. Ein große Truppe Buren soll noch außerhalb der Stadt sein. Es heißt, die Buren bedrohen Oudtshoorn, wo am Sams⸗ tag Abend die Stadtwache aufgeboten wurde. Die in die mittleren Distrikte der Kapkolonie eingefallenen Buren griffen am Samstag Willowmore an, wurden aber zurückge⸗ schlagen. Nachdem das Kommando durch Willowmore durchmarschirt war, zog es süd⸗ wärts nach Uniondale, welcher Ort nur dreißig englische Meilen vom Ind ischen Ozean entfernt ist. Man glaubt, die Buren wollen ihr Vor⸗ haben, die Küste zu erreichen, verwirk⸗ lichen und darum ziehen sie auf Knysna. General Freuchs ehemaliger Stabschef verfolgt dieses Kommando mit einer starken Abtheilung. Man glaubt, daß die Lokalbeamten von Knysna aushalten werden, bis die von Kapstadt ausge⸗ sandten Verstärkungen kommen. 8
Die englischen Kriegskosten für den südafrikanischen Krieg belaufen sich in absoluten Ziffern schon auf 2 Milliarden 320 Milli⸗ onen Mark; die relativen Kosten aber sind bedeutend höher, von den ideellen Kosten gar nicht zu reden! 5.
Vom General Buller, der schon vor län— gerer Zeit nach England zurückgekehrt ist, wird erzählt, daß er in die Gefangenschaft der Buren gerathen war, als er in einem Flusse badete. Nachdem er auf Ehrenwort erklärt hälte, nicht mehr gegen die Buren zu kämpfen, wäre er wieder freigelassen worden.— Nach einer an⸗ deren Lesart sollen die Buren dem General sogar ein— Brandmal aufgedrückt haben, ehe sie ihn wieder freiließen. An welchem Kör⸗ pertheil der Kriegshumor der Buren dieses Brandmal dem braven Buller aufgedrückt haben mag, kann man sich denken. Mit diesem Zeichen für die Trefflichkeit euglischer Kriegführung muß der lorbeerbedeckte General unn sein Lebtag herumlaufen!— Aus einem Briefe, den ein Ingenieur in Hannover von seinem, bei den Buren mitkämpfenden Bruder erhielt, geht her⸗ vor, daß den Generalen Hunter und Ehlen dasselbe passirte. N a
Eine sehr bedenkliche Nachricht bringt das Brüsseler Blatt„Petit bleu“. Cs versichert auf Grund eines Briefes, daß die Pest augen⸗ blicklich in der englischen Armee in Suüd⸗ afrika ausgebrochen ist. Der Ausbruch der Epidemie erkläre auch die zahlreichen Todes⸗ fälle, die seit einiger Zeit zu verzeichnen sind.
Krieg mit China.
Rückzug der Amerikaner. Aus New ⸗Nork wird berichtet: Die Note, welche die amerikanische Regierung an die


