Ausgabe 
24.11.1901
 
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Nr. 47.

Milteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 7.

bischen war ihm mit einem hellen Juchzer an den Hals geflogen.

Na ja, was bleibt Einem denn da noch übrig? Soll man sich etwa von diesen hämischen Pfahlbürgern, die so wie so auf den hohen Adel licht gut zu sprechen sind, beklatschen lassen? Wenn Dein Fritz dieser verwünschten Sammt⸗ cke die Bilder abjagt gut. Soll's drum ein! Nur kein Skandal!

O, das ist eine Kleinigkeit für Fritz! lachte bischen.So gute Freunde, wie die sind...

Ottomar Botho Freiherr von Freilichhausen ihne Haus sah sein Töchterchen an, als ginge ihm plötzlich ein Licht auf. Jetzt endlich fing Han zu begreifen.So, so, knurrte er, darum also war das Mädel damals so gefügig und gehorsam? Eine abgekartete Sache also? Das war mir doch gleich nicht richtig vorge sommen. Na... Mutter will's ja auch. meinetwegen! Aber ein Syrupverkäufer! Wie unn man nur so aus der Art schlagen!

Wie die belgischen Genossenschaften für die Kinder sorgen.

Vooruit(Vorwärts), die große Ge⸗ gossenschaft der Genter Sozialisten verfügt auch iber eine Organisation von Schulkindern. Die Genossenschaft hat sich das Ziel gesetzt, die inder ihrer Mitglieder zur wahren Menschlich⸗ leit und Brüderlichkeit, unter Beiseitelassung illen Dogmenkrams zu erziehen. Die Kinder ommen wöchentlich dreimal zusammen, um unter Aufsicht und Anleitung von Lehrern lebungen vorzunehmen im Singen, Rezitation, Gymnastik usw.; ferner werden Spiele und juch kleine Theaterstücke aufgeführt. Die Direk⸗ bren haben den Auftrag, Alles, was an Militarismus, Krieg und rohe Gewalt erinnert, fernzuhalten. Die kleinen Theaterstücke haben mmer eine die Arbeit ehrende Tendenz und hredigen die Verachtung des Müßigganges, kurz se gehen in der Richtung sozialistischer Denk⸗ beise. Der Sonntag ist Ausflügen vorbehalten. die Kinder ziehen in ihrer einfachen aber koketten

fleidung durch Wald und Feld; ihre Nahrungs⸗

nittel führen sie bei sich, und verzehren sie in her freien Natur. In den Dörfern verteilen se Flugblätter und Broschüren, und diese werden Nicht selten ist es vor⸗

gent die den Sozialisten feindlichen Dörfer lurch ihre Spiele und Aufführangen diesen reundlicher gestimmt haben, so daß, wo früher echwierigkeiten bezüglich der Abhaltung von bersammlungen gemacht wurden, diese dann mterblieben. Die Kinder machen auch größere lleisen; häufig sind sie schon bis zu vierzehn Lagen unterwegs gewesen. Sogar außer Landes varen sie schon mit ihren Lehrern, so z. B. u Lille und vor Kurzem auch in Paris; die lachste Reise soll nach Deutschland gehen. Diese feisen werden teils zu Fuß, teils per Eisen⸗ hahn gemacht; sie werden benützt, um große dustrielle Betriebe, Bergwerke usw. in Augen⸗ ein zu nehmen. Die Kosten werden durch leine Beiträge von 5 oder 10 Centimes pro Woche aufgebracht; die Kosten der Reise sind lber sehr geringe, weil die Sozialisten anderer Städte sich darum reißen, die Genter Genossen⸗ gaftskinder, die sich durch ein sehr passendes benehmen und durch brüderliche Manieren aus⸗ seichnen, zu bewirten.

Pfarrer und Störche.

Manche Nachfolger dessen, der nicht wußte, vohin er sein Haupt legen sollte, der dem tichen Jüngling befahl, seine Habe den Armen i geben, der da sagte, eher werde ein Kameel hrrch ein Nadelöhr gehen als ein Reicher in n Himmel kommen, die priesterlichen Nach⸗ ger des Nazareners haben inzwischen gelernt, de Dinge dieser Welt sehr wohl nach ihrem Verte einzuschätzen. Es giebt kaum eine Lek⸗ lire, die so amüͤsant ist, als die der Eingaben ud Petitionen um Gehaltserhöhungen, mit bien die geschorenen wie die gescheitelten Pfaffen hanchmal den Volksvertretungen in den Ohren ligen. Aber den Vogel schießt doch wohl der

Artikel eines Interessenten ab, der imFränk. Kur. die geplante Gehaltsaufbesserung der bayerischen protestantischen Geistlichkeit behan⸗ delte. Die Regierung will den Gottesstreitern eine Alterszulage von 180 Mark geben; und was sagt darauf der geistliche Artikelschreiber? Fünfzig Pfennig pro Tag mehr!... Nein, wir können uns nicht mehr still verhalten. Es muß einmal gesagt werden:Wir sind keine Hausknechte!Was fangen, so fragt er weiter,Staat und Gemeinwesen mit einer Geistlichkeit an, die zum Teil verbittert, zum Teil derartig mit Sorgen gequält wird, daß von einer fruchtbaren Wirksamkeit gar keine Rede sein kann? Das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl und soll bedeuten, daß der Artikel⸗ schreiber fürchtet, der Eifer seiner Amtsbrüder in der Verteidigung und Anpreisung dergött⸗ lichen Weltordnung könne bei nur 50 Pfennig Aufbesserung pro Tag leiden; ein Staat, der sich soschundig benimmt, rechtfertigt aller⸗ dings die Zweifel an seiner Existenzberechtigung.

Indessen, damit sind die Gründe des beredten Fürspruchs höherer Löhne für das Pfarrgewerbe noch lange nicht erschöpft. Notwendig sei die Lohnsteigerung besonders auch wegen derfort⸗ schreitenden Armut des Volks! Die absolute Verelendungstheorie! Der Gedanke kommt aller⸗ dings ihrem Neuschöpfer nicht, daß bei fort⸗ schreitender Verarmung des Volkes das Pfarr⸗ gewerbe doch um so weniger Ursache habe, für sich selbst eine höhere Entlohnung zu fordern. Die Priester sollen doch Muster der Enthaltsamkeit und Bescheidenheit sein, sollen am allerwenigsten ihr Herz an irdische Dinge hängen! i

Das Beste zuletzt. Durchschlagend ist das letzte Argument des streitbaren Pfarrherrn. Er sagt und bekennt:Nirgends pflegen sich die Störche so häufig niederzu⸗ lassen als auf den Pfarrhäusern! Erschüttert von dieser Klage werden Regierung und Volksvertretung von Bayern gewiß den Notleidenden in den bei den Störchen so beliebten Pfarrhäusern eine höhere Zulage als die ominösen, hausknechtsmäßigen 50 Pf. pro Tag geben. Dann wird gewiß auch der Mut wieder seine Spannkraft in dem Busen der teueren Gottesstreiter üben, und mit neuem Eifer werden sie zum Schutze dergottgewollten Weltordnung donnernde Predigten halten können gegen die Kinder dieser Welt, gegen das unbußfertige Geschlecht der bösen Sozial⸗ demokraten und gegen die Begehrlichkeit der Arbeiter!

Eine Höflingskritik.

Der Günstling Friedrich Wilhelm I. von Preußen, General Grumbkow, war ein Fein⸗ schmecker und lebte auf großem Fuße, nament⸗ lich konnte er viel Wein vertragen. Während der König und der ganze übrige Hof die größte Sparsamkeit befolgten, unterhielt Grumbkow allein und mit Bewilligung des Königs einen glänzenden Hausstand. Der König speiste selbst oft und gern bei ihm und pflegte ausdrücklich zu sagen:Wer besser essen will, als bei mir, der muß zu Grumbkow gehen. Ohne kleine Exzesse gingen diese Tafelfreuden nicht ab; unterm 4. November 1732 schrieb der splendide Wirt einmal im Vertrauen an seinen ganz guten Freund, den österreichischen Gesandten Graf Seckendorf:Seine Majestät fraß gestern Mittag bei mir wie ein Wolf, ebenso Abends besoff sich dann und ging endlich um Mitternacht heim.

Gemeinnütziges.

Die Winterfütterung der Ziegen. Das zuträgliche Winterfutter für Ziegen ist gesundes, gut trockenes Heu, welches lang und auch kurz geschnitten gegeben werden kann. Das lange Futter muß in Raufen, unter denen Krippen angebracht sind, gegeben werden, damit die Tiere nicht zu viel verderben. Der Ver⸗ brauch an Heu wird am sparsamsten, wenn man es schneidet und mit Rüben, Kartoffeln und Spreu mischt. Das kurzgeschnittene Futter

wird besser verdaut, auch wird nicht so viel in den Mist getreten als bei Rauhfütterung.

Den Tauben muß viel Gelegenheit zum Baden durch Aufstellen flacher Gefäße mit Wasser auf dem Hofe gegeben werden, wenn nicht flaches, fließendes Wasser in der Nähe ist. Während der Winterszeit müssen sie auch im Schlage täglich frisches Wasser zum Trinken erhalten.

Zur Vernichtung der Mäuse werden die Oleanderblätter empfohlen. Die getrockneten Oleanderblätter werden gestoßen und mit Sand vermischt in die Schlupflöcher der Mäuse gebracht. Die Mäuse können den Geruch nicht vertragen und verlassen ihre Schlupfwinkel.

Frische Obstflecken lassen sich, wie der Prakt. Wegweiser, Würzburg, anrät, aus Weißzeug durch gründliches Waschen mit Wasser oder Milch und nachheriges Bleichen entfernen. Aeltere Flecken weichen bei Anwen⸗ dung von Zitronensäure. Dieselbe ist aber bei farbigen Waschstoffen zu vermeiden und an Stelle dieser die süße oder saure Milch zu ge⸗ brauchen. Auch das Schwefeln der befleckten Stellen, indem man den befeuchteten Stoff über Schwefeldampf hält, beseitigt die Obstflecken.

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Humoristisches.

Die guten Chinesen. Groß industrieller: Was soll das einfältige Schimpfen über die Chinesen? Die sind viel anständiger wie unsere Leute; der Chinesearbeitet für 20 Pfennig den Tag.

(Simpl.) Boshaft. Wucherer:Ich besaß in meinem ganzen Leben noch nie einen Pelz.

Arbeiter: Sonderbar, wo Sie doch schon so vielen das Fell über die Ohren gezogen haben? (Megg. hum. Bl.) Schulhumor. Gymnasialprofessor: Schreiben Sie doch nicht Alles mit, was ich sage, es hat ja doch keinen Sinn.

Aitterarisches.

Das Sozialdemokratische Reichstags⸗ Handbuch von Max Schippel, das die Buchhand⸗ lung Vorwärts in Berlin in Wochenheften zu 20 Pfg. herausgiebt, liegt jetzt bereits in 6 Heften vor und ge⸗ stattet ein Urteil darüber, ob das, was das Prospekt verhieß: ein Nachschlagebuch für alle Zeit- und Streitfragen der Reichs politik, sich auch er⸗ füllen werde. Und wir glauben sagen zu dürfen, daß das Buch thatsächlich ein unentbehrliches Lehrbuch für die politische und gewerkschaftliche Agitation und Auf⸗ klärung werden wird. Das Buch behandelt die Materie in alphabetischer Reihenfolge: Beginnend mit der Frage der Abgeordneten⸗Immunität, erörtert es in den vor⸗ liegenden Heften die Agrarbewegung, Amerika's handelspolitische Beziehungen zu Deutschland, Apotheken⸗ frage die Schädlichkeit des Apothekenmonopols, dann das weite Gebiet der Arbeiterschutz- und Arbeiter⸗ trutz⸗Gesetzgebung, Auswanderungswesen, Bäckereiver⸗ ordnung, Bau- und Bergarbeiterschutz, Begna⸗ digungswesen, Berufsvereine usw. Wir empfehlen unsern Lesern dringend dieses Lehrbuch der politischen und gewerkschaftlichen Kämpfe der deutschen Arbeiterklasse.

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Marktberichte.

Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 19. November: Butter per Pfd. Mk. 1,10 1,20, Hühnereier 1 St. 78 Pfg., Enteneier 1 St. 00 Pfg., Gänseeier per St. 00 00 Pfg., Käse 1 St. 58 Pfg., Käsematte 2 St. 00 Pfg., Erbsen per Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 3,003,50 Mk., Zwiebeln per Ztr. Mk. 4,00 5,00, Milch per Liter 18 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0,70 bis 1,20, Hühner per St. Mk. 1,00 1,20, Hahnen per St. Mk. 0,70 1,20, Enten per St. Mk. 1,20 bis 2,50, Gänse per Pfd. 54 64 Pfg.

Fleischpreise. Ochsenfleisch per Pfd. 66 76 Pfg. Kuh⸗ und Rindfleisch 6064 Pfg., Schweinefleisch 64 bis 80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, 84 Pfg., Kalb⸗ fleisch 6066 Pfg., Hammelfleisch 5070 Pfg.

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