Ausgabe 
24.2.1901
 
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Mtleldeutsche Sonutaas⸗Zeftung.

Seite 5.

1 welche unglaubliche Verrohung unter der Ko⸗

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nitzer Bevölkerung wohl infolge der antise⸗ mitischen Hetzereien platzgegriffen hat. Selbst wenn der Angeklagte diese harte Strafe vollauf verdient hätte, gehört doch eine bodenlose Nie⸗ dertracht dazu, den Unglücklichen zu verspotten. Gegen das Urteil sollen, wie berichtet wird, die Anwälte Lewy's Revision beantragt haben. Unseres Erachtens haben sie allen Grund dazu.

Das Reichsgericht verwarf die Revi⸗ sion des weten Meineids in der Konitzer Mord⸗ affaire verurteilten Arbeiters Masloff. Eben⸗ so wurde die Revision des Staatsanwalts in der gleichen Sache verworfen.

Antisemitischer Musterknabe.

Im Prozeß gegen den Schlächter Lewy in Konitz spielte auch der Korrespondent der antisemitischen Staatsbürgerzeitung, ein Herr Zimmer, eine interessante Rolle. Herr Zimmer, der die wüstesten Ritualmordgeschichten aus Konitz schrieb, ist zu gleicher Zeit auch bereit gewesen, seine Dienste der anderen Partei zur Verfügurg zu stellen. Wie er behauptete, stünde er sogar seiner inneren Ueberzeugung nach ganz auf dieser Seite. Da seine Dienste dort aber nicht die richtige Wertschätzung er fuhren, hat er dann tüchtig in Ritualmord für das Pücklerblatt und ähnliche Preßerzeugnisse alles mögliche zusammenfabuliert.

Der Staatsbürgerzeitung ist natürlich die Sache nicht sehr angenehm und sie findet nur die eine Lösung, daß hinter allem die Juden stecken, die sie betrogen haben. Charaktere dieser Art sind aber doch bei den Judenfressern keines wegs so sehr selten.

Zimmer wurde nach Beendigung der Ver handlung gegen Lewy von dem Lehrer Weichel mit einem dicken Stocke über den Kopf ge⸗ schlagen. Weichel wurde durch einen Polizei⸗ beamten abgeführt. Zimmer hatte seine Mei nung dahingehend ausgesprochen, daß Weichel an dem Morde beteiligt sei.

Polizei Kommissar Thiel,

der während des Sternberg⸗Prozesses ver⸗ haftet wurde, ist vorige Woche von der Ber liner Strafkammer wegen Bestechung und Verleitung zum Meineid ohne Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesammtstrafe von drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Der Staatsanwalt halte vier Jahre Zuchthaus beantragt. Die Verhandlung ergab nichts Neues über die etwaigen Beziehungen Thiels

zu den Rechtsanwälten Sello und Wert

hauer wurde im Prozeß kein Wort gesprochen. Dagegen wurde bekannt, daß Sternberg den Angehörigen Thiels auf dessen Bitte 200 M. monatliche Unterstützung gewährt!

Bezüglich der Sache gegen den einen der Verteidiger Steenbergs, Justizrat Sello, hat die Voruntersuchung ergeben, daß die Führung der Vertesdigung durch Justizrat Sello in keiner Weise gegen die Gesetze ve stoßen hat. Die Staatsanwaltschast beantragt daher selbst bei der Beschlußkammer des Landgerichts die Einstellung des Verfahrens.

Zur Ermordung des Ritimeisters.

Als mutmaßliche Mörder des Rittmeister von Krosigk in Gumbinnen, der am 22. v. M. in der Reitbahn des dortigen Dragoner-Regiments von unbekaunter Hand erschossen wurde, sind der Unteroffizier Pahnke und dessen Schwager, ein Sergeant von demselben Regiment, ver⸗ haftet worden. Die That soll aus Rache be angen sein. Ersterer soll Krosigk erschossen fa während letzterer als Beobachtungsposten ungierte.

Aus dem Wahlkreis Marburg⸗ Kirchhain.

St. Marburg, 21. Februar 1901. Metallarbeiter⸗Versammlung.

Am Samstag, den 2. März Abends Uhr

findet im Lokale von D. Jesberg dahier, eine öffentliche Versammlung der Metallarbeiter von Marburg und der Umgegend statt. Als

furt a. M. gewonnen, welcher ja hier schon vorteilhaft bekannt ist. Da sehr wichtige Sachen in dieser Versammlung zur Sprache kommen, so ist es Ehrenpflicht eines jeden Metallarbeiters, ob organistert oder nicht, in derselben zu er⸗ scheinen(s. Inserat).

Bei frommen Unternehmern. Zwei Jahre lang arbeitete der Schriftsetzer H. in dem Verlagshaus der deutschen Baptisten in Cassel. Zwet seiner Kinder erkrankten an Diphtheritis, der Vater wurde angesteckt und kam mit seinen Kindern in's K ankenhaus. Dort starb das achtjährige Mädchen. Nach der Beerdigung desselben wurde ihm folgender Brief seiner bisherigen Arbeitgeber überreicht:

Cassel, den 31. August 1900.

Werter Herr H.! Spreche Ihnen mein herzliches Beileid aus in Ihrem Sie betroffenen Schlage. Gott der rechte Tröster schenke Ihnen und Ihrer lieben Gattin den besten Trost. Er will Ihnen durch dieses traurige Ereignis etwas sagen; halten Ste stille und achten, ja folgen Sie seiner Stimme. Alle Dinge, auch die schwersten, sollen uns zum Besten dienen.

Was nun Ihre Kondition anbelangt, so thut es mir wirklich leid, Ihnen sagen zu müssen, daß die Arbeit thatsächlich alle geworden ist. Ich habe Herrn St. gestern die letzte Broschüre gegeben und es wird auch noch anderen Herren gekündigt werden müssen.

In anbetracht Ihrer traurigen Lage, wollen wir Ihnen den Vorschuß und das Geld für's Ablegen nicht anrechnen.

Ihnen baldigst Arbeit und sonst auch das Beste wünschend, verbleibe Ihr H. Siebert, Zu schenken war ihm nichts; den Vorschuß hatte er abverdient, ebenso brauchte er seinen Satz nicht abzulegen, nachdem er entlassen war. Wir meinen, daß es wohl nicht absolut notwendig war, den so schwer Heimgesuchten so auf die Straße zu setzen. Man konnte ihn gewiß ohne Schädigung des Geschäftes noch so lange bescäftigen, bis er andere Arbeit gefunden hatte. Mit frömmelnden Redensarten helfen sich aber diese Herren leicht über moralische Verpflichtungen hinweg.

Burenuversammlung. Auch Mar⸗ burg wird seine Burenversammlung haben. Wie dieHess. Lan desztg. mitteilt, wird am nächsten Mittwoch Abend, den 27, d. M., der Burenkommaudaut Jooste einen Vortrag hier halten über die Buren und den unglück⸗ seligen südafrikauischen Krieg.

Große Kälte. In den letzten Nächten herrschte hier eine sibirische Kälte. Während das Thermometer in den inneren Stadtteilen 12 R. zeigte, beobachtete man in den freier gelegenen Straßen 18-21 R. unter Null. Da heißt es tüchtig eingeheizt, was aber in den Arbeiterfamilien bei den meist niedrigen Löhnen und den hohen Preisen aller Lebens mittel doppelt schwer zu ermöß lichen ist. Ein günstiger Umstand ist 68, daß durch die Kon kurrenz der hier bestehende Ring der Kohlen händler gezwungen ist, die Preise für Holz und Kohlen ctwas herabzusetzen. Während man früher für den Zentner Steinkohlen 1.40 Mk. bezahlen mußte, kaun man denselben jetzt für 1.25 Mk. erhalten. Das ist immerhin eine kleine Ersparnis und die Händler machen doch noch ihr Geschäft dabei.

Kleine Mitteilungen.

** Neue Quelle. Bei dem Bau der Bahnstrecke Homburg⸗Friedberg stieß man in der Nähe des Bahnhofes Holzhausen auf eine Quelle, die bedeutende Mengen Kohlensäure

führt. Bei Anbohrung der Kiessohle stieg das Wasser mit brausender Gewalt empor. Es

wird noch im Rohr gehalten; das Gebrause hört man in einem Umkreis von 50 Meter.

* Die Bahnstrecke Homburg-Frled⸗ berg, die gegenwärtig im Bau begriffen ist, soll am 1. Jult eröffnet werden. Zunächst werden täglich sechs Zugpaare verkehren, an Sonn- und Feiertagen acht Zugpaare. Außer⸗ dem wird am Montag und Samstag je cin Arbeiterzug laufen.

* Eine Millionen⸗Schenkung. Am Dienstag machte der Frankfurter Ober bürger meister der Stadtverordneten-Versamm lung die Mitteilung, daß ein Vürger, Georg

Speyer, der Stadt zur Förderung wissenschaft⸗ licher Unternehmungen eine Million Mk. über⸗ wiesen habe.

Aufsehen erregte die am Dienstag in Ful da auf Anordnung der Hanauer Staats⸗ anwaltschaft erfolgte Verhaftung des Fa⸗ brikanten A. Hohmann, der eines Verbrechens gegen die Sittlichkeit beschuldigt ist.

* Entdeckter Mörder. Vor wenigen Wochen wurde der Taglöhner Schmitt aus Hornau i. T. auf der Landstraße nach König⸗ stein ermordet und beraubt. Als der That verdächtig wurde in Friedberg der Arbeiter Wetteroth verhaftet, der jetzt das Verbrechen eingestanden haben soll.

Partei Machrichten. Versammlungs⸗Kalender.

Samstag, den 23. Februar.

Gießen. Holzarbeiter und Tapezierer. Abends 9 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof). Vortrag: Der gewerbliche Arbeitsvertrag. n

Gießen. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig.

Sonntag, den 24. Februar.

Steinberg⸗Watzenborn. Arbeiterbildungs⸗ verein. Nachmittags Uhr Mitgliederversamm⸗ lung bei Wwe. Schmandt. Zahlreiches und

pünktliches Erscheinen notwendig. Der Vorcstand.

Briefkasten. Bis 100 Stück der Druckarbeit

F. Wetzlar. kosten 45 Mk.

Nach Friedberg. wir zurückstellen.

A. Roberts Dyeroille. Bitte nach Ankunft des Briefes um sofortige Nachricht. F. EREeeeeeceeeeTeTeTeTDTdTDTDTDTDbeeeeee

Giessener Kadttheater,

Sonntag, den 24. Februar 1901, Der Allerweltsvetter. Lustspiel in 3 Akten von Roderich Benedix. Dienstag, den 26. Februar 1901, Benefiz für Frl. Henny Wohlbrück. Mathias Gollinger. Schauspiel von Kadelburg u. Bernstein.

Die Hunnenbriefe mußten

Krankheiten verhüten ist leichter als heilen.

Dieses Wort stellt der berühmte Leipziger Arzt Professor Dr. Bock an den Anfang seines in vielen Tausenden verbreiteten BuchesVom kranken und gesunden Menschen. Alle Aerzte sind sich darüber im Klaren, daß die Aufgabe, den Körper gegen die Myriaden von Krank⸗ heitserregern, mit denen die Atmosphäre ge⸗ schwängert ist, unempfindlich zu machen, den wesentlichsten Teil der medizinischer Wissen⸗ schaft ausmachen sollte. Dieser Grundsatz hat noch auf dem Tuberkulosen Congreß zu Berlin 1899 Anerkennung gesunden. Das Ergebnis dieses Cong esses laßt sich wohl dahin zu⸗ sammenfassen, daß die Wissenschaft heute noch kein Mittel kennt, um die letzten Stadien, der furchtbaren Krankheit, Lungenschwindsucht ge nannt, zu bekämpfen, daß aber der Tuberkel⸗ Bazillus abgewehrt werden und in nicht zu weit vorgeschrittenen Phasen der Krankheit er⸗ folgreich bekämpft werden kann. Unter den Mitteln, welche diesen Krankheitserreger un schädlich zu mache; geeignet sind, nimmt ein Abguß des russischen Knöterich einen ersten Platz ein und es werden deshalb alle diejenigen, welche in öfterem Räuspern, Atembeschwerden, Stechen in den Seiten ꝛc. auf eine Ansteckung durch den Tuberkel-Bazillus schließen, auf eine Broschüre hingewiesen, die Herr Eenst Weide mann zu Liebenburg a. Harz gratis versendet.

Um den Patienten den Bezug dieser Pflanze in wirklich echter Form zu ermöglichen, ver sendet Herr Erust Weidemann den Knöterich⸗ Thee in Packeten à 1 Mark. Jedes Packet trägt eine Schutzmarke mit dem Bu hstaben E. W., so daß sich jeder vor wertlosen Nach ahmungen schützen kann und wolle mau jedes Packet ohne den Namen E. Weidemann z ück weisen.