Ausgabe 
20.10.1901
 
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Nr. 42.

Mitteldeulsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 7.

schen Notar Plütz seinen letzten Willen; er ermachte, die eingangs vermerkt, der Partei in ganzes Hab und Gut, abzüglich zweier segate an Dienstmädchen, ein Legat an den Iterschutzberein in Aachen und eine Anzahl tike Gegenstände an das Suermonds⸗Museum Aachen. Engere Verwandte hat der ver⸗ sborbene Parteigenosse nicht hinterlassen, urd se entfernteren Familienangehörigen, die sich

benigstens in den letzten Jahren nie um den ten Mann bekümmert haben, fanden sich bei er Nachricht von dem Ableben des Herrn

Ichmitz schleunigst alstrauernde Hinterbliebene

itt, um ja, um sich zu vergewissern, wie kal och die Hinterlassenschaft sei und ob ein Testa⸗

gent vorhanden. Der eine dieser Verwandten

hrigens ein sehr reicher Mann, wollte sich ber mit dem vermeintlich auf ihn fallenden Frbe nicht begnügen, sondern ließ in aller Eile

uch den vermeintlichen Theil eines anderen von dem er eine ausgeklagte

ericht mit bedinglem Arrest belegen.

Dleser Selbsttäuschung folgte vor einigen dagen bei der Testamentseröffnung eine un⸗ wartete Ernüchterung, um so mehr, als kund purde, wer die wirklichen Erben sind. Es ist 1 erklärlich, als unser Solinger Genosse, der jon dem Erben mit ausreichender Vollmacht kgitimirt, die Erbschaft antrat, alsroter kübschleicher titulirt wurde. Heute ist das bermögen unseres verstorbenen Genossen geborgen, umd es bedarf gewiß keiner weiteren Versicherung, saß es für die Verwirklichung des hohen Ideals Verwendung findet, dem Genosse Schmitz nüt uns und allen Parteigenossen zustrebte: bine Neugestaltung der politischen und sozialen Zustände durch die Sozialdemokratie!

Zwei Tage nach dem erfolgten Tode wurde inser alter Genosse im Krematorium zu Mann⸗ heim, seinem Wunsche gemäß, durch Feuer

bestattet.

Ein Kolossalbild des Reichstages.

Der Münchener Historienmaler G. Walten⸗ lerger, dessenWeltuntergang bei den Kunst⸗ lusstellungen in München 1896 und in Dresden 97 sich goldene Medaillen errang, arbeitet, he dieMünchner Allg. Ztg. erfährt, an nem neuen Kolossalbild. Das bereits weit ber die Skizzierung hinaus gediehene Werk fellt denDeutschen Reichstag mit einer größeren Anzahl feiner Mitglieder in halb lebensgroßen borträts dar, wie eben Reichskanzler Graf v. bülow von seinem Platze aus spricht. Wir hen seitwärts über dem Redner das wohlge⸗ koffene Bild des Reichstagspräsidenten Grafen Ballest rem, in vornehm militärischer 5 aufmerksam dem Redner lauschend. Im Vordergrunde, ganz nahe an den zum ettze des Reichskanzlers führenden Stufen, hen in lebensvoller Gruppierung Dr. v. petzow, Fürst Radziwill, Dr. v. Frege d Graf v. Kanitz. Hart daran lehnt an mer Stiegenbrüstung in spannender Haltung Auer, dessen blonder Kopf an denVollblut⸗ lemanen erinnert. Diesem zur Seite steht singer, mehr im Vordergrunde Bassermann ud dahinter in voller Figur, selbstbewußt und gesgewiß, Bebel. Nun folgen, wirkungsvoll Mitte des Bildes einnehmend, Freiherr v. deyl, Graf v. Hompesch und Dr. Lieber, vor srsen dreien v. Kardorff. Hieran reihen sich er Mann mit der eisernen Stirne, v. Voll⸗ nur, sitzend in stolz zurückgebeugter Haltung, meben Dr. Schädler und Gröber, davor brinz v. Arenberg. Eine weitere interessante Nuppe bilden Träger, Münch⸗Ferber und Dr. eiherr v. Hertling, diesen rückwärts zur Seite dul Wetterle. Alle Köpfe auf dem Bilde sind gemein belebt und sehr ähnlich, da die be⸗ uffenden Reichstagsabgeordneten dem Künstler bederholt in liebenswürdigster Weise Sitzungen Gilligt haben. Leider fehlt noch der Abge⸗ nete Richter. Dieser hat auf die Bitte des emstlers um die Bewilligung einer Sitzung semeinend geantwortet.

Neue Baiefstempel. Kürzlich sind an einigen größeren Postämtern,

so in Hamburg, Leipzig und Berlin, elektrische Stempelmaschinen in Betrieb gestellt worden. Diese Maschinen sind ameri⸗ kanischen Ursprungs und versehen die Briefe mit einem langgestreckten Stempel, der die vom Winde nach rechts bewegte Flagge der deutschen Reichspost darstellt. Die Farben schwarz und rot sind in heraldischer Weise wiedergegeben. In dem runden Felde in der Mitte befindet sich die Kaiserkrone mit dem Posthorn. Links von der langgestreckten Flagge befindet sich der Ortsstempel. Der gesamte Stempel muß eine gewisse Länge und Breite haben, um die Marke zu treffen, auch wenn sie nicht immer az der⸗ selben Stelle steht. Die Briefe werden in eine etwa einen halben Meter lange Rinne gelegt und dort von der durch einen kleinen Motor betriebenen Maschine erfaßt und an dem Stempel vorbeigeführt. Die Maschine vermag 120 Briefe in der Minute zu stempeln.

Ein fürchterliches Eisenbahnunglück.

ereignete sich vor kurzem bei Turnu⸗ Severin in Rumänien, nahe der ungarischen Grenze. Von der Station Palota wurde 5 Minuten nach dem Eilzug ein Petroleumzug mit 16 vollen Waggons abge⸗ lassen. Da die Bremse des letzteren versagte und das Geleise dort starkes Gefälle aufwies, geriet der Zug in rasend schnelles Rollen und fuhr in einem Einschnitt in den Eilzug hinein, welcher in Folge eines falschen Notsignales stehen geblieben war. Beide Züge wurden förmlich zertrümmert. Das Petroleum ergoß sich aus den Reservoirs über den ganzen Ein⸗ schnitt und wurde von der Lokomotive in Brand gesetzt. Sofort bildeten beide Züge ein Flammen⸗ meer. Nur der Bremser des letzten Lastwaggons, Lokomotivführer und Heizer des Eilzuges und der Bukarester Schlafwagen-Inspektor Markovics samt Frau retteten sich. Letzterer Tochter, sowie alle übrigen Passagiere und das ganze Personal verbrannten, ins gesamt 40 Personen; sechs wurden schwer verwundet ins Spital nach Turnu⸗ Severin überführt.

Gemeinnütziges.

Darf man Nübenblätter an Schweine verfüttern? Eingesäuerte Rübenblätter sind kein gutes Futter für Schweine. An Mast⸗ schweine dieselben zu verfüttern, ist überhaupt nicht anzuraten. Ist Futtermangel vorhanden, so können an Zuchtschweine, mit Ausnahme der tragenden Sauen, geringe Quantitäten im rohen Zustande verfüttert werden. Besser über⸗ läßt man dieses Futter dem Rindvieh.

An was erkennt man gute Lege⸗ hennen? Das erste Zeichen liefert der Kamm und Bart. Je dunkelscharlachroter dieselben zur Zeit, wenn die Hühner Eier legen, sind, um so bessere Eierleger sind die Hühner. Mittel mäßige und schlechte Legerinnen haben mehr blaßrot gefärbte Kämme und Bärte, während die Ohren- scheibe schmutzig⸗weiß und gelblich-rosarot ist. Unter das Hühnerfutter eine hinreichende Menge Eierschalen oder Kalk gemengt, bewirkt nicht nur ein begieriges Fressen desselben, sondern die Hühner legen auch mehr Eier als sonst. Eine gut genährte Henne ist im Stande, eine Menge Eier zu legen, jedoch kann sie das nicht, ohne das nötige Material zur Schale zu er⸗ halten, wenn ihr Futter auch sonst nahrhaft ist; sie muß mit dem Legen ganz aufhören, wenn sie uur mit kalkfreiem Futter ernährt wird.

Humoristisches.

Berliner Witz. Schwuppke:Ick habe mir fier heute Abend bei meine Olle Rührei mit'n Kotau bestellt! Strobel:Mit'n Kotau?? Schwuppke:Nu mit drei Bücklinge!

Gerechter Vorwurf. Professor(dessen Frau sich auf einer Gebirgstour aus Versehen auf sein Frühstück gesetzt hat, vorwurfsvoll):Hier sind ja nun ca dreimalhunderttausend Quadratmeter ohne Butter brot, und natürlich Du setzt Dich auf den einen Quad⸗ ratmeter, wo das meine liegt!

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Litterarisches.

Sozialistische Monatshefte. Das Oktober⸗ Heft enthält: Fr. Hertz: Der neue Programmentwurf für die österreichische Sozialdemokratie. Heinrich Kauffmann: Großeinkaufsgesellschaften deutscher Kon⸗ sumvereine. Wolfgang Heine: Die Lehren des Gumbinner Militairstrafprozesses. Eduard Bern⸗ stein: Der Kernpunkt des Streites. Otto Lang: Der Sozialismus in der Schweiz. Gustav Heinke: Die Aufgaben der politischen und gewerkschaftlichen Or⸗ ganisationen in der Frage des Bauarbeiterschuzes. Wally Zepler: Mutterschaft und geistige Arbeit. Net Gorki: Frühlingsmelodieen. Rundschau: Politik: von Richard Calwer. Wirtschaft; von Max Schippel. Sozialistische Bewegung; von Oskar Petersson. Gewerkschaftsbewegung; von Heinrich Bürger. Genossenschaftsbewe gung; von Gertrud David. Soziale Kommunal politik; von C. Hugo. Technik; von Dr. Heinrich Lux. Der Preis des Heftes beträgt 50 Pfg., durch alle Buchhandlungen und Postanstalten zu beziehen, auch durch die Expedition derMitteld. Sonntags⸗Zeitung.

Der Wert der öffentlichen Neinung

kann heutzutage im öffentlichen Leben nicht mehr entbehrt werden. Gegen was sich die öffentliche Meinung richtet, das ist am Fortkommen ge⸗ hindert, wofür sie sich aber erklärt, das blüht und gedeiht. Letzteres ist nun im e Maße der Fall mit einem Hausmittel, das im Kampf gegen Hals⸗ und Brustleiden merkwürdige Heilerfolge gehabt hat. Der von Herrn Er nst Weidemann in Liebenburg a. H. herge⸗ stellte russische Knöterich⸗Brustthee hat sich jetzt in Palast und Hütte eingebürgert; er ist, wie Tausende von Anerkennungsschreiben dokumen⸗ tieren, das wirksamste Mittel bei den Erkrank⸗ N der Respirationsorgane, wie Kehlkopf⸗ und Luftröhrenkatarrhe, Heiserkeit, Husten, Asthma, Lungenkatarrh, Atemnot, Blutspucken, Lungenaffektionen, Brustbeklemmungen ꝛc. und folgerichtig hierdurch der beste Schutz gegen die mörderische Lungenschwindsucht. Man versäume nicht, vöengenannten Herrn um Zusendung einer diesbezüglichen instruktiven Broschüre zu er⸗ suchen, die gratis und kostenlos erfolgt. Die öffentliche Meinung hat sich ganz entschieden, wie wiederholt sei, für den Knöterich⸗Thee aus⸗ gesprochen.

Um den Patienten den Bezug dieser Pflanze in wirklich echter Form zu ermöglichen, versendet Herr Ernst Weidemann den Knöterichthee in Packeten a 1 Mark. Jedes Packet trägt eine Schutzmarke mit den Buchstaben C. W. und sind diese, sowieWeidemanns russischer Knö⸗ terich patentamtlich geschützt worden, so daß sich Jeder vor wertlosen Nachahmungen schützen kann. Man weise daher jedes Packet ohne Schutzmarke und den Namen E. Weidemann zurück. Um im Publikum Vertrauen zu er wecken, haben sich auch Nachahmer gefunden, welche die Weidemann'sche Broschüre teilweise abgedruckt haben() und damit ihren angeblich 0 Knöterich in den Handel bringen wollen.

Aus dem Gießener Standesamts register. Eheschließungen⸗ 12. Friedrich Hofmann, Schutzmann in Bielefeld mit Margarethe Jung dahier. Christian Franz, Schutzmann in Darmstadt mit Elisa⸗ bethe Belloff dahier. Kourad Bellersheim, Kaufmann in Siegen mit Antonie Schad dahier. 15. Wilhelm Georg, Gr. Bezirkskassen-Assistent in Mainz mit Luise Kinzenbach dahier. Geborene.

5. Dem Instrumentenmacher Ludwig Roth II e. T. 7. Dem Mechaniker Hermann Bauer II e. T. 9. Dem berittenen Gendarm Theodor Geißler e. S. Dem Postschaffner Heinrich Rühl e. S. 12. Dem Fabrikant Eduard Silbereisen e. S. Dem Rechtsan⸗ walt August Wagner, Zwillinge(Mädchen). Dem Taglöhner Johann Georg Gebhard e. T. 13. Dem Cigarren macher Heinrich Grebe e. T.

Gestorbene. 1. Anna Flamme, 9 Monate

alt, Tochter des Wirts Ludwig Flamme dahier. 11. August Wagner, 41 Jahre alt, Rechtsanwalt dahier. Elise Merz, geb. Schmidt, 35 Jahre alt,

Ehefrau von Flaschenbierhändler Heinrich Merz dahier. 12. Hermine Bohling, geb. Koruschewitz, 49 Jahre alt, Ehefrau von Tapezier Wilhelm Bohling dahier. Adam Ritzel, 47 Jahre alt, Oberpostassistent dahier. 15. Katharine Größer, geb. Fischer, 60 Jahre alt, Ehefrau von Aufsetzer Johannes Größer dahier. 16. Henriette Friederike Pfannkuchen geb. Flügel, 80 Jahre alt, Witwe von Forstaufseher Johannes fannkuchen, dahier.