Ausgabe 
16.6.1901
 
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Lauterrespektable Namen!

Nr. 24.

Mitteldeutsche Sonn tags⸗Zeitung.

Seite 5.

Volk noch nicht soweit ist, üben sie noch ihre Herren⸗ rechte. Sie können es, so lange das Volk ihnen in seinem Unverstande nachläuft. Fällt dies Bollwerk erst, hat der Bauer und Arbeiter endlich seine Lage und die Gleichheit seiner Interessen begriffen, dann ist der Zeit⸗ punkt gekommen, an dem das Volk seine Geschicke se lob st leitet. Möge es bald dahin kommen! Jeder Einzelne, den wir gewinnen, hilft unseren Sieg beschleunigen. Auch den Frauen noch ein Wort! Man sieht sie ge⸗ rvöhnlich nur bei Festen, beim Tanze. Das ist ja er⸗ klärlich. Sie dürfen aber nicht blos an's Vergnügen denken, sondern müssen sich auch am Kampfe beteiligen. Jetzt noch bilden sie von dem Unverstand der Masse den größten Teil. Auch unter ihnen muß Licht ver⸗ Preitet werden. Wie bei den alten Deutschen die Frauen die Männer in der Schlacht anfeuerten, so müsseu ste jetzt unseren Kämpfern, ihren Männern Rückhalt bieten. Wenn sie mitarbeiten nach ihren Kräften, wird der Sieg kinser sein!

Mit einem begeistert aufgenommenenHoch auf die internationale Sozialdemokratie schloß Genoffe David seine wirkungsvolle und ausge⸗ zeichnete Rede. Darauf folgten Musikstücke, sowie Gesangsvorträge der Gesangsabteilung des festgebenden Vereins und auch solche des Gießener Arbeiter-Gesang-VereinsEin⸗ tracht. Die Tanzlustigen kamen ebenfalls wollkommen auf ihre Rechnung; zu beiden Seiten des Musikpavillons waren Tanzböden gelegt, die sehr frequentiert wurden. Die Kinder erfreute man durch Verteilung einer Unmasse Bretzeln. So verlief das Fest in sehr schöner Weise, durch keinen Mißton gestört. Es hat den Beweis geliefert, daß die Heuchelheimer Genossen auf dem Platze sind; hoffentlich nicht blos bet Festen, sondern auch wenn es gilt, für unsere Sache bei anderen Gelegenheiten einzutreten. Sie werden die Scharte von der Landtagswahl wieder auswetzen.

Aus Friedberg.

l. Unentgeltlichkeit der Toten⸗ bestattung! Diesen unsern Programmsatz baldigst zu verwirklichen muß Aufgabe unserer Genossen sein. Letzthin wurde hier wieder ein verstorbener Bahnarbeiter in skandalöser Weise zum Friedhof gebracht. In einem Sarge, der allein schon geeignet war, öffentliches Aergerniß zu erregen, wurde der Tote auf einem Handwägelchen zum Friedhof ge⸗ fahren. Manu ist darüber allgemein empört und fragt sich, wie die Leiche in diesem Sarge überhaupt Platz finden ksnnte. Be⸗ wahrheiten sich die Gerüchte, die darüber in Umlauf sind, wundert man sich allerdings nicht. Ist das kein grober Unfug? Zu welchem Zwecke sind denn die 2 Leichenwagen da?

Aus Alsfeld.

P. Durch zahlreiche Diebstähle wurde in der letzten Zeit die hiesige Einwohnerschaft beunruhigt. Neulich hieß es sogar, es wären 4000 Mk. gestohlen worden, die Summe ver⸗ minderte sich später aber auf nur den fünften Feil. Diese Vorkommnisse machen der heiligen bermandad viel Sorge; es gehen Tag und Pacht Patrouillen. Hoffentlich hat sie Glück und erwischt die Gauner.

Wetzlar.

u. Patriotische Steuerzahler. Leute, die bei jeder Gelegenheit von Patriotismus, Laterlandsliebe, Königstreue ꝛc. ꝛc. triefen, enpfinden das Steuerzahlen durchaus nicht immer als angenehme Pflicht. Im Gegenteil. Für viele unserer Musterpatrioten, die ja sonst timer dabei find, andern neue Steuern aufzu⸗ hulsen, hörtvaterländische Gesinnurg und noch manches andere beim Geldbeutel auf. Erst bor nicht langer Zeit wurde eine Liste von enten veröffentlicht, denen wegen Steuerhinter⸗ zehung der Prozeß gemacht worden war. Und die Affaire

Naare⸗VBochum ist noch in Aller Gedächtnis.

Lon so einem kleinen Baare munkelt mau auch

i Wetzlar. Der sehr angesehene Ordnungs⸗ bank, der zahlreiche Arbeiter beschäftigt, soll

e verstanden haben, sich jahrelang von gewissen

Euenern zu drücken. Er zahlte nur einen für exe Berhältaisse lächerlich winzigen Betrag. Wir hören, daß bei den zuständigen Stellen dese Angelegenheit Gegenstand der Untersuchung ii, die wir vor weiteren Nitteilungen abwarten.

th. Vom Dache gestürzt. Am Montag stürzte ein Dachdecker, der in der Güllgasse eine Reparatur vornehmen wollte, herab und verletzte sich so schwer, daß er in die Gießener Klinik verbracht werden mußte. Der Verun⸗ glückte heißt Anschütz und ist in Bissenberg wohnhaft.

Falsches Geld wurde in den letzten Tagen im Umlauf gebracht. Ein Fremder wurde deswegen verhaftet, man fand bet ihm noch verschiedene Falschstücke.

Anz dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. St. Marburg, 12. Juni 1901.

Kommunales. In der am Dienstag nachmittag stattgefundenen Sitzung der Stadt⸗ verordneten wurden nicht weniger als 27 Tagesordnungspunkte erledigt. U. a. wurde auch über die Errichtung einerBis marck⸗ säule beraten. Dieselbe soll 1518 Meter hoch werden und sind die Kosten auf 15 000 Mk. veranschlagt. Der Ausschuß der hiesigen Stu⸗ dentenschaft hat die Vorarbeiten zur Errichtung des Denkmals in die Hand genommen und sich an die Stadt um Bewilligung eines Beitrages und die Ueberlassung eines geeigneten Platzes für dasselbe gewandt. Der Magistrat beschloß, den Studenten⸗Ausschuß durch Bewilligung der Kosten zum Ankauf eines Grundstückes am Kappeler Berg, gegenüber der Stadt, zu unter⸗ stützen. Das betreffende Grundstück würde 400 Mk. kosten. Natürlich genehmigten die Stadtväter als gutePatrioten diese Forde⸗ rung. Sind die städtischen Mittel an anderen Stellen nicht notwendiger? Wir können eine Unterstützung solcher Dinge aus dem Stadt⸗ säckel, zu dem doch auch sehr viele Bürger steuern, die gegenteiliger Meinung find, nicht gutheißen; vielmehr mögen die Bismarck⸗ Enthusiasten, wenn sie absolut ein Denkmal haben wollen, auch die Kosten dafür tragen. Ueber die Erbauung eines Elektrizitäts⸗ werkes, welches zu 800,000 Yk. verauschlagt ist, wurde beschlossen, erst noch weitere Er⸗ hebungen anzustellen und dem Magistratsbeschluß, eine Summe von 3000 Mk. für Vorarbeiten 55 bewilligen, beigetreten. Ein Gesuch des Fuhrwerksunternehmers Deckmann um Unter⸗ stützung des Omnibus perkehrs wurde ab⸗ gelehnt. Der Magistrat hatte eine Berechnung vorgelegt über eine Bahnverbindung zwischen Süd⸗ und Nordviertel der Stadt durch Motor-, elektrischen⸗ oder Pferdebahnbetrieb, bei welch' letzterem ein jährlicher Ueberschuß von 1000 Mk., bei den ersteren beiden aber ein Minus von 17,000 resp. 26,000 Mk. sich ergeben würde. Zur Prüfung des Projektes wurde eine Kom⸗ mission gewählt. Zwecks Erbauung einer neuen Volksschule war ein an der Deutsch⸗ hausstraße gelegener Platz, dem Gutsbesitzer Hoffmann gehörig, in Aussicht genommen, der aber, incl. Spielplatz, etwa 40,000 Mk. kosten würde. Die Versammlung stimmte deshalb einem Vorschlage, den städtischen Platz an der Ecke der Biegen⸗ und Saviguystraße zu wählen, bei. Die übrigen Punkte waren minder wichtig.

Auch eine Ordnungsstütze. Im benachbarten Dorfe Elnhausen wurde kürzlich eine Spritzenprobe in Gegenwart des Kreisbrand⸗ meisters H. von hier abgehalten, bei der sich die Spritzenmannschaft den Anordnungen desselben gegenüber so rabiat zeigte, daß der Gendarm einschreiten mußte. Besonders der Ortsdiener, der wie fast alle Bauern, einen tüchtigen hinter die Binde gegossen hatte, zeigte sich so wider speustig, daß seine Verhaftung erfolgen mußte, wobei er dem Gendarmen thätlichen Widerstand entgegensetzte.()

Tödlicher Sturz. Ein Oberkellner, der schon lange Jahre im Restaurant Lahn⸗ garten beschäftigt ist, stürzte am Sonntag Nacht aus dem Fenster seiner Wohnung in Wehrda und war sofort eine Leiche.

r Kleine Kitteilungen.

Ein Einbrecher wurde am Sonntag Nacht in Lollar verhaftet. Derselbe war in cin Haus eingedrungen, dessen Bewohger mit

Ausnahme einer älteren Frau zum Feuerwehr⸗

fest gegangen waren. Auf den Hülferuf der

Frau, die den Eindringling gehört hatte, eilten

mehrere Leute herbei, mit deren Hülfe die

Festuahme gelang.

*r Ein unsittlicher Angriff wurde in Butzbach auf eine ca. 40 Jahre alte un⸗ verheiratete Person in der Nacht zum Montag unternommen. Als Thäter wurde ein Taglöhner verhaftet, der sich in der Zelle erhängte.

* Abgestürzt. In Ful da sind bei dem Neubau der Artillerie-Kaserne mehrere Maurer vom Dachgerüst abgestürzt. Einer ist getötet, ein anderer ist schwer verletzt worden.

** Die Reichstagswahl im ehemals Stumm schen Wahlkreise am 13. Juni ergab die Wahl des Bergrats Pritze(kons.), der etwa 15000 Stimmen erhielt. Sozialdemokr. Stimmen wurden nur wenige abgegeben.

** Durch Mehlstaubexplosi on wurden in Berlin am Sonntag Nacht in einer Bäckerei in der Stendaler Straße vier Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Bäcker⸗ geselle wurde so schwer verbrannt, daß sein Zustand Besorgnis erregt, die übrigen Gehilfen sind leicht verletzt; auch der Meister hat leichte Wunden erlitten. Das ausgebrochene Feuer konnte schnell gelöscht werden.

k Zu dem Verbrechen in Poitiers (Frankreich), wo eine Frau Wounier im Einver⸗ ständnis mit ihrem Sohne ihre Tochter über 20 Jahre lang eingekerkert hielt, wird noch gemeldet, daß das verbrecherische Weib im Ge⸗ fängnis am Herzschag gestorben ist. Ein Geist⸗ licher, der die Frau zu verteidigen suchte, wurde von der über das Verbrechen furchtbar aufgeregten Bevölkerung thätlich bedroht.

̃ ͤö, Versammlungskalender. Samstag, den 15. Juni.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Vortrag über die Stilarten. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Sonntag, den 16. Juni.

Friedberg. Parteigenossen! Zur Beteiligung an der Fahnenweihe des GesangvereinsBruder⸗ kette in Vilbel versammeln sich die Genossen 12 Uhr in Stadt New-NYork. Von da ½1 Uhr Abmarsch nach der Bahn mit Musik. Wer auf Fahrpreisermäßigung rechnet, muß punkt ½1 Uhr am Bahnhof sein.

Wieseck. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein. Nachmit⸗ tags Gesangsstunde(Uhr nicht angegeben), Montag, den 17. Juni.

Gießen. Schneiderver band. Abends ½9 Uhr

Versammlung bei Orbig.

Dienstag, den 18. Juni.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig.

Freitag, den 21. Juni.

Gießen. Preßkommission(Gießener Mitglieder).

Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig.

dem Gießener Standesamtsregister.

Eheschließungen. 1. Juni: Heinrich Lich, Kut⸗ scher hierselbst mit Pauline Vogel dahier. Wilhelm Thielmann, Anstreicher hierselbst mit Wilhelmine Paulus dahier. Ferdinand Schramme, Glasreiniger hierselbst mit Auguste Wöllerhenn dahier. 6. Karl Storck, Loko⸗ motipheizer hierselbst mit Luise Michel dahier. Karl Stotz, Pfarrer in Rodheim a. Horloff mit Elise Döring dahier. 8. Georg Reitz, Schreiner in Groß⸗Karben mit Sophie Nöding dahier.

Geborene. 1. Juni: Dem Heilanstaltsbesitzer Victor May ein Sohn. Dem Kaufmann Louis Wetter⸗ hahn ein Sohn. Dem Milchhändler Wilhelm Forbach eine Tochter. 2. Dem Zimmermann Christian Staffel ein Sohn. Dem Buchbindermeister Justus Wölke eine Tochter. Dem Bleichereibesitzer Wilhelm Schmall III. ein Sohn. 4. Dem Lokomotivführer Heinrich Kraft ein Sohn. Dem Restaurateur Heinrich Berndt eine Tochter. Dem Schreinermeister Friedrich Benzler ein Sohn. 5. Dem Cigarrenreisenden Heinrich Köth ein Sohn. 7. Dem Oberlehrer Professor Ludwig Hüter eine Tochter. 8. Dem Taglöhner Heinrich Sack II. eine Tochter. 12. Dem Uhrmacher Otto Schmidt eine Tochter.

Gestorbene. 1. Juni: Karl Lenz, 1 Jahr alt. 2. Dr. Hermann Baur, 68 Jahre alt, prakt. Arzt da⸗ hier. Robert Hecker, 11 Jahre alt. 3. Wilhelm Ar⸗ nold, 21 Jahre alt, Schlosser dahier. 5. Friedrich Adami, 60 Jahre alt, Kaufmann dahier. 9. Martin Umstetter, 2 Monate alt. 11. Anna Rieb, 5 Monatel alt

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