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un gig Nr. 28. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 7. f 0 i„die keinen] kümmerlichen Ackerkrume des dürrsten Bodens.] wie Malarme, das Lied von der Dekadence e de Dun ee f Aber 11 dieser unbezwinglichen Lebenskraft] oder flüchten in die Vergangenheit und suchen Alles das behagte der jungen Frau sehr leidet dies ästhetische Schaffen— und man in den großen Jahrhunderten des Christentums te, wenig, die Langeweile kam hierzu; sie trieb sich] kann genau dasselbe vom philosophischen sagen] die Erbauung, die ihnen die moderne Welt 0 viel im Dorf umher und wo es etwas zu sehen[— kläglich unter den ungünstigen Lebensbedin⸗ schuldig bleibt. Und wieder andere, deren Zahl 1 ab, da war sie sicher dabei. gungen, denen es sich heutzutage fügen muß. von Tag zu Tag wächst, suchen eine Stütze in wei g Der Knabe mochte etwa anderthalb Jahre] Für die Mehrheit und selbst für die Flügel- der erwachenden Massenpsyche und verkünden, beilr alt sein, da kam eine Artistengesellschaft in's] männer der bürgerlichen Gedankenwelt ist das] mit Wagner, den nahenden Sieg des Bundes Dorf. Babett fehlte bei keiner Vorstellung. ästhetische Vergnügen nur ein Spiel, eine Zer⸗ der Kunst mit der Revolution. Doch wie schön, War es anfangs die Schaulust, die sie täglich] streuung, ein Luxusgenuß. Nach Spencers wie erhaben ihre Werke auch sein mögen: sie hinzog, so interessirte sie sich bald lebhaft für[Wort ist es dadurch charakterisiert, daß es nicht sind nur Vorläufer, können nichts anderes sein.
0 das bunte Leben des Völkchens. Es müßte mit den Lebensfunktionen verknüpft ist, daß es] Damit eine neue Kunst erblühen kann, eine
rde köstlich sein, dachte sie, so in die weite Welt] keinen in Ziffern umzuwertenden Vorteil bringt; Kunst, groß und machtvoll wie die Menschheit
Träume, hinauszuziehen bald hier bald dort sein Zelt das Vergnügen an Tönen, an Farben und selbst, muß die Menschheit nach dem Kampf
„die ihn aufzuschlagen ohne die Langeweile und Ein⸗ süßen Düften, sagt er, ist nichts als eine lebung, Frieden, nach rastloser Arbeit Muße,
une femigkei des häuslichen Lebens. Das ihrige ein Spiel dieses oder jenes Organs, ein Spiel nach wilden Interessenkämpfen und Zänkereien und sic erschien ihr jetzt unerträglich. Sie machte Be⸗ ohne sichtbaren Nutzen; es ist, mit einem Wort, um die Beute endlich die stille Einheit der
dan de kauntschaft mit den Artisten, unter denen ihr ein Luxusgenuß. Und bei einem sozialen Zu-] Herzen und Seelen kennen, genießen lernen. bal. einer ganz besonders gefiel; es war ein hübscher, stande, der die große Mehrheit der Menschen Zeiten des Ueberganges, der Kritik, der Revo⸗ int. Aug strammer Bursche, ganz anders als Jost, der, zwingt, ihre ganze Kraft im Kampf um das lutionierung, wie unsere es ist, können nur ab, bon Sorgen gedrückt an seinen Schemel fest⸗ tägliche Brot zu verbrauchen, kann dieser Luxus⸗gequälte und unvollkommene Werke zu Tage cn gebannt saß und sich wenig um Babett kümmerte. genuß natürlich nur einer winzigen Minderzahl fördern. Was war, ift tot. Was kommen um dat Von ihrem Manne sich vernachlässigt wähnend, vorbehalten bleiben. Das war zur Zeit Lud⸗ wird, lebt noch nicht. Traum und Wirklichkeit die lieh. von der Schwiegermutter tyrannisirt, von dem wig XIV. hauptsächlich der Hof. Später waren sind nicht zu vereinen. Die den Baugrund zu in schen Kinde ungeliebt, gab sie den Einflüsterungen es die„vornehmen Leute“ der aristokratischen Neuem legen, haben keine Zeit, an anderes zu die zu ihrer Phantaste Gehör. Als die Artistengesellschaft Salons. Heute ist es fast ausschließlich die denken; und die Künstler, die zu einem noch ue Aal Sttersweiler verließ, da war auch Babett Vourgeoisie oder vielmehr jener verschwindende unterjochten Volke reden, warten nur allzu oft
berschwunden. ö Bruchteil der Bourgeoisie, der noch andere In⸗ vergebens auf einen Wiederhall ihrer rufenden
1 Deen Jost, der in seinem schlichten, treuen Sinn teressen hat als das, möglichst hohe Mehrwerte Stimme. Wenn einst aber das heutige Pro⸗
einn feine Ahnung von Babettens Gemütszustand aus der Arbeit der Proletarier herauszupressen. letariat ein wahrhaft menschenwürdiges Leben
den un, gehabt hatte, wollte fast verzweifeln. Aber da Wenn man von den allzu seltenen wirklichen führt, wenn alle Arbeiter geistig und seelisch
0 neuen 1125 das Kind und die alte Mutter, und um geistigen Genüssen absieht, die der Sozialismus so kultiviert sein werden, daß sie künstlerisch mit den dieser Beiden willen raffte er sich auf, um sich heute schon allen bietet und von denen übrigens empfinden können, wenn nach der Arbeit alle
Lebe. mit verdoppeltem Eifer in die Arbeit zu stürzen. leider die meisten dem Handarbeiter nach seinem] die Muße haben, deren soziale Notwendigkeit
u en, Geld mußte um jeden Preis geschafft werden. Bildungsgrade noch unzugänglich sind, so kann anch Fouillee anerkennt, dann— und nur dann—
bet in Er entschloß sich daher, den Kredit zu benutzen, man wohl ruhig sagen, daß nur die Bourgeoisie, wird das ästhetische Vergnügen nicht mehr ein
l weldel. den ihm ein anderer Lederfabrikant durch seinen] die Klasse der Reichen oder mindestens Wohl⸗ Luxusgenuß sein, sondern ein Bedürfnis der
e lege, Reisenden hatte anbieten lassen, um in der stillen] habenden, Zeit und Geld hat, um Bibliotheken] Gesamtheit werden, dann erst— und nur dann—
nd Winterzeit mit Hülfe eines Sehrlings eine kund Theater zu besuchen oder sich gar Bücher, werden große Werke von vollendeter Schönheit
„die ut Partie Schuhwaaren anzufertigen, mit denen Bilder, Statuen oder andere Gegenstände anzu⸗ entstehen, gesunde Kinder des fruchtbaren Seelen⸗
u n er den Frühlingsmarkt in der Stadt beziehen schaffen, in denen sich die Schönheit verkörpert.] bundes eines schöpferischen Individuums, das
wu, vollte. So war er denn heute dorthin auf Und dieses geistige und wirtschaftliche Monopol] der Gedanke, verstanden zu werden, beglückt,
Net l ebrochen Das Geschäft ging gut. Am zweiten giebt ihr— und nur ihr— auch die Macht, und der mitschaffenden Gesamtheit, die stolz
900 90 Tage hatte er fast ausverkauft, so daß er sich unmittelbar oder durch Vermittlung des Staates darauf ist, einen Großen empfunden, verstanden A.ͤbends eine warme Mahlzeit, die erste seit von allen Künstlern, die keine anderen Daseins⸗ zu haben. Was wäre denn, nach dem herr⸗
zahn Hause weg war, im nächsten Wirtshaus glaubte möglichkeiten haben, Gesetze zu diktieren: sie lichen Wort der George Sand, die Kunst„ohne
4 dull estatten zu dürfen Die Wirtin war zufällig] müssen ihr dienen oder Hungers sterben. Das die Herzen und die Geister, in die man sie
5, 55 seinem Dorfe gebürtig und hatte seinen erklärt auch die Mittelmäßigkeit derer, die sich pflanzt? Eine Sonne, die kein Licht spenden, 1 1b Vater noch gut gekannt, weshalb denn die unterwerfen, und die Erbitterung der anderen, kein Leben schaffen konnte“. Wie anders würde
r ll Portion Schweinskußchel mit Sauerkraut be⸗ die sich aufbäumen. Allen Künstlern, die durch] die Welt aussehen, wenn die Massen ihre Augen
b. 1 sonders groß ausfiel persönliche N oder dadurch, daß sie dem Licht öffneten und selbst auf ihre beschei⸗ i N N(Fortsetzung folgt.) sich harte Entbehrungen auferlegen, sich eine densten Arbeiten noch ein Strahl des glänzenden
15 910 gewisse Unabhängigkeit gesichert 10 ist 5 Gestirnes herniederleuchtete!
Ne a 5 tiefwurzelnde Abneigung gegen die bourgeoise 0 Sozialismus und Kunst. e und das bourgeoise Ideal gemeinsam. Humoristisches.
11(Fortsetzung) Eine Gruppe schöpft aus dieser Abneigung 5.
1. W̃ den Ruinen der Vergangenheit, Kraft und zwingt der Empörung große Werke Sie kennen sich. Beamter:„Sie sind wohl bringe. enn auf den a 5 90 144 b. So schrieb Balzac die Comedie Humaine letzten Sonntag wieder in allen Wirtschaften der
g feilen auf dem schwanken Moorgrunde der Gegenwart, 0. 15 1 195 u Nomancytlus), spie Studt herungetugelt?“ Schreiber:„Aus in der
aud dan auf verwitterten Trümmern und auf Gipfeln,(seinen berühm ee 25 5 Jahres Hälfte! die andern zu besuchen verbot mir der
, bon denen schon das Licht der aufsteigenden] Flaubert den lärmenden Junisiegern des Jahre Respekt!“—(Fl. Bl.) gaga Morgenröte die kommende Zukunft ahnen läßt, 48 seine Verachtung ins Antlitz, brandmarkte Zur rechten Zeit.„War nicht auch Dein
5 dug trotz alledem die Kunst weiterblüht, so dankt Viktor Hugo das zweite Kaiserreich, schuf Zola Freund Leopold bei der zu Grunde gegangenen Gesell⸗ in A sie diese Blüte einem Trieb, der ebenso unauf⸗ seinen Roman Germinal. Andere, eine zweite schaft versichert?“„Ja, aber der ist schon sechs Monate Zig 0 haltsam ist wie die Keimklaft der Pflanze in Gruppe, treibt der Ekel aus der Gegenwart vorher gestorben, ehe sie den Bankrott ansagte.“
15 altem Gemäuer, im geborstenen Pflaster, in der in den Elfenbeinturm der Elitedichter; sie singen,„Hat der ab er Glück“ Cust. Bl.)
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