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Nr. 23. Gießen, Sonntag, den 9. Juni 1901. 8. Jahrg. Redaktion: Nedaktionsschluß: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Donnerstag Nachmittag 4 Uhr
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Vom Böbrsenspiel.
Manchmal kann sich der arme Teufel seiner Besitzlosigkeit freuen. So können sich jetzt nichtsbesitzende Arbeiter glücklich schätzen, daß sie nicht ein„Kapitälchen“ erspart und es in Aktien und Pfandbriefen der Pommerschen Hypothekenbank angelegt haben. Die„Hof⸗ bank Ihrer Majestät der Kaiserin“, wie diese Unternehmung sich großspurig bezeichnet, brach bekanntlich kurz vor Pfingsten zusammen, zwei ihrer Direktoren wurden verhaftet. Dieses Ereignis war geeignet, den glücklichen Besttzern der Schuldverschreibungen jener Bank, deren es auch in hiesiger Gegend giebt, die Pfingst⸗ feiertage gründlich zu verderben.
Das ist in kurzer Zeit der zweite aufsehen⸗ erregende Zusammenbruch eines großen Berliner Geldinstituts. Nicht lange vorher erfolgte der— jenige der sogenannten Spielhagenbanken, der„Preußischen Hypothekenaktienbank“ und ihres Töchterinstituts, der„Deutschen Grund— schuldbank.“ Auch diesmal sind, schreibt unser Stuttgarter Parteiorgan, unter den Geschädigten nicht wenig kleine Leute, die ihre sauren Er⸗ spacuisse in Papieren dieser Bank, die als ab⸗ solut sichere Anlage empfohlen wurden, angelegt haben. Auch diesmal ist der Krach nicht eine Folge unberechenbarer Witterungsumschläge des Wirtschaftslebens, wie solche im Klassenstaat unvermeidlich, nicht Schicksal, sondern Schuld der Leitung, unsaubere Machenschaften, Schwindeleien, Lumpereien,„Schiebungen“, wie sie in der Jobbersprache heißen, auf die wir nicht näher eingehen wollen. Und auch diesmal machten die Betreffenden gern in Frömmig⸗ keit und Kirchlichkeit, wie dort der fromme Potsdamer Kommerzienrat Sanden, was dem Institut vermutlich die Gunst der Kaiserin zu⸗ gewendet hat. Wenn es nach dem Sprichwort ein Trost ist, Genossen im Unglück zu haben, so mögen Diejenigen, die an der Pommerschen ihr Geld verlieren, hinüber nach Amerika blicken, wo zahlreiche große und kleine Leute noch viel bittere Früchte vom Giftbaum der Börse hinunterwürgen mußten. Eine rapide Hausse(sprich Hoß, d. h. die Tendenz der Wert⸗ hapiere, im Kurs zu steigen), erzeugte ein Spekulationsfieber, das in allen Schichten grassierte. Wer ein
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haar e Dollars besaß, drängte sich
zum unerschöpflich scheinenden Glückszaubertopf, um sie im Handumdrehen fabelhaft zu ver⸗ mehren. Millionäre wurden in wenigen Stunden zu Milliardären und der junge Kaufmanns⸗ Gehllfe, der gestern noch sein bescheidenes Mit⸗ sagsmahl verzehrte, fuhr einige Tage darauf im eigenen Automobil. Der Umschlag konnte nicht ausbleiben. Jäh und jach stellte er sich ein. Auf die wahnfinnnige Hausse folgte prompt vie entsprechende Baisse(sprich Bäß, Sinken der Kurse). Große und kleine Vermögen gingen zum Teufel. Man sah Leute gottserbärmlich geulen, melden die Berichte, deren eiserne Nerven sonst den schwersten Schlägen Stand hielten.
Die Börse ist sozusagen die„Trans⸗ siguration“ des Kapitalismus, seine„Rein⸗ kultur“. Ju ihr kommt sein eigentliches Wesen Invermischt und ungeschminkt zum Vorschein: Aneignung von Werten, welche die
Arbeit erzeugt, ohne jedwede eigene produktive Thätigkeit.
Auch das Industrie⸗ und Handels⸗ kapital bereichert sich auf diese Weise. Aber scheinbar, zum Teil auch thatsächlich, leistet der industrielle und kommerzielle Kapitalift doch einige produktive Thätigkeit. Das ist bei der Börsenspekulation vollständig ausge⸗ schlossen. Es ist ein reines— moralisch gesprochen: unreines— Glücksspiel, eine Rou⸗ lette, und der Börsensaal eine Spielhölle wie die in Monte Carlo. Was Lassalle vom Kapitalis⸗ mus überhaupt schreibt:„Der Rücken der Ar beiter ist der grüne Tisch, auf welchem die Unternehmer und Spekulanten das Glücksspiel spielen, zu welchem die heutige Probuktion geworden ist, der grüne Tisch, auf dem sie die Goldhaufen ein⸗ kassteren, die ihnen der günstige Koup der Roulette zuwirft“— das zeigt sich auch den blödesten Augen in der Börsenspekulation.
Und dennoch kann die Sozialdemokratie nicht in das Verdammungsgeschrei der Re⸗ aktionäre wider die Börse überhaupt ein⸗ stimmen. Dummheit und Perfidie haben sie deswegen angegriffen und sie eines geheimen Techtelmechtels mit dem„Börsenjudentum“ bezichtigt. Nichts kann lächerlicher und ver— leumderischer sein. So lange der Kapitalis⸗ mus besteht, ist die Börse unentbehr⸗ lich, und sie übt sogar innerhalb desselben, bei allen ihren himmelschreienden Auswüchsen und Ausschreitungen, auch allerlei wichtige wirtschaftliche Funktionen. Ohne die Börse wäre es z. B. nicht möglich gewesen, die großen Kapitalassoziationen zu Stande zu bringen, die erforderlich waren zum Bau der Eisenbahn⸗ linien, zum Betrieb der großen Bergwerks⸗ unternehmungen usw. Den Staaten wäre es nicht möglich, Anleihen zu machen, wenn nicht ein Markt, wie ihn die Börse darstellt, existieren würde, auf welchem die Anleihetitel zu jeder Zeit gekauft und verkauft werden können.
Die Auswüchse der Börse sind die Auswüchse des Kapitalismus über⸗ haupt, in dem sie mit allen ihren Fasern wurzelt und man kann jene nicht beseitigen, ohne diesem selbst an den Kragen zu gehen und ihn zu überwinden. Das will die Sozialdemokratie. Das aber wollen die reaktionären Schreier, die antisemitischen Konfuftonsräte nicht. Nur dasjenige an der Börse, wie am Kapitalismus überhaupt, möchten sie eindämmen, was ihnen, den Agrariern und Zünftlern, wider den Strich geht, was ihre Interessen kreuzt. Daher treffen ihre Angriffe auf Börse und Kapitalismus just die besseren Seiten derselben, diefenigen, welche einen wirtschaftlichen Fortschritt bedeuten und den Ansatz zur Umwandlung der kapitalistischen in die sozialistische Produktionsweise darstellen.
Der Giftbaum der Börse ist ein Sproß der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, feines Nährbodens. Erst mit ihr wird er verdorren.
Aus dem Berichte der hessischen Gewerbeinspektion.
Der vor einigen Wochen erschienene Jahres— bericht der hessischen Gewerbeinspektion für 1900
ist in Bezug auf Umfang bedeutend magerer geworden als der früherer Jahre. Während im vorigen Jahre der Bericht der vier hessischen Inspektionen Darmstadt, Offenbach, Mainz und Gießen 384 Seiten umfaßte, hat es der vor⸗ liegende einschließlich der 50 Seiten Tabellen nur auf reichlich 100 gebracht, stellt also nur etwa den vierten Teil des Berichtes vom Jahre 1899 dar. Eine so bedeutende Ver⸗ minderung des Umfanges konnte zum weitaus größten Teil nur auf Kosten der Ausführlichkeit der Inspektions- Wahrnehmungen ermöglicht werden. Aber gerade diese Ausführlichkeit ist sehr wünschenswert und notwendig. Die Ge— werbeinspektoren trifft kein Vorwurf. Sie haben sicher wie sonst die in ihrer Amtsthätigkeit er⸗ haltenen Eindrücke geschildert. Ihre Arbeit war aber vergeblich; sie flog einfach in den Papierkorb des Redakteurs im Ministerium des Innern. Darüber werden die Beamten selbst sehr wenig erbaut sein, denn dem Rotstift des Ministeriums fielen sicher auch Einzeldarstellungen der Inspektoren zum Opfer, die für die Oeffent⸗ keit interessant und wertvoll gewesen wären. — Besser ist also der Jahresbericht durch die Zusammenfassung nicht geworden und die im Anfang des Jahres abgegebene erfreuliche Re⸗ gierungs⸗ Erklärung, welche die Versicherung enthielt, daß die hessischen Berichte in ihrer Originalität nicht beeinträchtigt werden würden, hat sich nicht erfüllt.
Bei dem uns zur Verfügung stehenden Raume können wir aus den Berichten nur das Hauptsächlichste er⸗ wähnen.
Unter„Allgemeines“ wird mitgeteilt, daß in der Organ isation eine Veränderung im Berichts⸗ jahre nicht eingetreten sei. Weiter heißt es, daß die Stellung zu den Arbeitgebern die gleich gute wie früher geblieben set. Das beweist, daß man sich in Arbeitgeberkreisen immer mehr an die staatliche Aufsicht gewöhnt und deren Organen gegenüber nicht mehr wie früher das überhebende Bewußtsein des„Herru im Hause“ zur Schau trägt. Daß es aber immer noch Unternehmer giebt, welche erst zur Erfüllung gesetzlicher Vorschriften durch Androhung von Strafen und Zwangs- maßregeln veranlaßt werden müssen, zeigen mehrere Eigentümer von Steinbrüchen im Oden wald, welche es nicht begreifen konnten, daß in ihren entlegenen Brüchen heizbare Unterkunftsräume für ihre zahlreichen Arbeiter während der Winterszeit errichtet werden müßten. Die zuständigen Verwaltungsbehörden wußten sie zur Erfüllung ihrer Pflicht zu bewegen.
Diese Art Unternehmer giebt es mehr, als die In⸗ spektoren wahrnehmen können. Möglich, daß der größte Teil den Aufsichtsbeamten Entgegenkommen und Bereit⸗ willigkeit zeigt; sicher giebt es auch Arbeitgeber, die ihr Möglichstes zum Schutze ihrer Arbeiter und zur Besse⸗ rung der Arbeitsverhältnisse thun, die in dem Arbeiter den gleichberechtigten Menschen anerkennen,— im Großen und Ganzen aber wünscht die Mehrheit des Unterneh⸗ mertums die Gewerbeaufsicht zu allen Teufeln. Sie betrachten diese noch immer als einen Eingriff in ihre Herrenrechte. Ansichten dieser Art treten oft und deut⸗ lich genug in den Organen verschiedener Unternehmer— organisationen, sowie in den Generalversammlungen derselben hervor, werden auch im Reichstage durch den Unternehmertum nahestehende Abgeordnete zum Ausdruck gebracht. Auch sonst in der Praxis kann man auf Schritt und Tritt die Abneigung eines Teils der Ar— beitgeber— besonders der Bäckermelster!— gegen die Gewerbeinspektion wahrnehmen.
Ueber den Verkehr mit den Arbeitern sagt der Mainzer Beamte, Herr Baentsch, daß das Aufsuchen der Beamten durch Arbeiter stelig zuge— nommen hat, und nicht nur die Vertrauensleute auf


