Ausgabe 
8.12.1901
 
Einzelbild herunterladen

2 2 5 S.

S

2 v(O

1 bent, g Alalt

Summ 00⁰0 1

uns.

der Duel gemini der Dull 0 sel. bezeicun saßgebeuh, Venn nah the- u ihlt. ld erurteiltgh omm!

1

ersonen, 5

7 Zunahm chon te, in kön, en Klasen und reh semokkatl, den Ufa

Atlas,

daß dull ider Mi. en abq Witten! Ladesit chthauh, ande elch dau a Jahkei gesloc ein Augt

fünga

u sich k dig d daß er, Teilt heut urban Volle ih mel Thal cen Uh lllen.

U e, d lige,

r Gch 1 6 100% q 0 Faith 1

0

ele, 10 5 10

D

175 1 1

f

10 1 11 N

g schel⸗

90 10 1 ö

0 10 1

1 00%

l, 110

1

Nr. 49.

116

70 6 900

N durch einen nattonalsozlalen Kalser verhindere.

Nn 8

Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 8.

davon später... es heißt ja bloß von manchem

Herrn: wir Reservisten und Landwehrleute

wären brotloses Gesindel, wir wären

zum Räubern und Plündern herüber⸗

gekommen.

Unsere Genossen im Reichstage werden sich voraussichtlich über die Sachlage bei dem Herrn Kriegsminister eingehend erkundigen.

Recht erfreulichen Stimmenzuwachs

hat unsere Partei bei der am vorigen Samstag stattgefundenen Reichstagsersatzwahl in Wies baden zu verzeichnen. Bei der Hauptwahl 1898 hatten wir in diesem stark ländlichen Kreise 8050 Stimmen, die gesamten Gegner 16439. Diesmal erhielt nach dem amtlichen Wahlresultat unser Genosse Dr. Quarck 9500 Stimmen. Von den gegnerischen Kandidaten erhielten Crüger(freis.) 6400; Fuchs(Zentrum) 5896; Bartling(natl.) 5452 und Hatzmann(Bund der Landwirte) 944 Stimmen. Es ist also Stichwahl zwi schen Quarck und Crüger erforderlich, die auf den 10. Dezember festgesetzt ist. Wie die Stichwahl nun immerhin ausgehen mag, die auptsache ist, daß wir eine ganz erhebliche timmenzunahme um 1450 oder 18 Proz. zu verzeichnen haben.

Gemeindewahlen.

In Wilmersdorf bei Berlin ergab die Wahl, daß drei unserer Genossen in durchweg aussichtsvolle Stichwahlen gelangen. Bei den am Donnerstag stattgefundenen Stadtver ordneten-Stichwahlen in Charlottenburg siegten infolge Kompromisses die Gegner. Unsere Kandidaten erzielten starke Minoritäten, in einem Bezirk unterlag z. B. Genosse Vogel mit 590 gegen 591 Stimmen, die der Gegner erhielt. Einen weiteren glänzenden Sieg erfochten unsere Genossen in Wismar(Mecklenburg) am Samstag. Die Genossen Reinke, Kober, Oldach und Freier wurden in den Bürger ausschuß gewählt.

Ferner wurden in Lausanne(Schweiz) bei den Wahlen zum großen Stadtrate 15 Sozialdemokraten gewählt.

Bedeutung der Dozialdemokratie.

Wenn zwekl sich streiten, erfährt der dritte in der Regel die Wahrheit. So lautet ein deutsches Sprüchwort, das oft auch in einer andern Form zitiert wird, nämlich:Wenn zwei Spitzbuben sich zanken, kommt der ehrliche Mann zu seinem Rechte. Daran erinnert eine jüngst stattgefundene Debatte in der bayrischen Abgeordnetenkammer. Dort rechnete unser Ge nosse Ehrhardt(Ludwigshafen) nicht nur mit bayerischen Ministerexzellenzen ab, sondern be leuchtete auch in gründlicher Weise den Cäsa ris mus, der von Norden her immer offener zu Tage tritt. Am vergnüglichsten für uns ist aber die Thatsache, daß nun endlich einmal im bayerischen Landtag von den Reduern der beiden großen Partelen auerkannt wurde, welche Bedeutung die Sozialdemokratie hat. Der Redner des Zentrums, Herr Dr. v. Daller, legte Wert darauf, vor versammeltem Kriegs volke zu erklären:Drei Soztlaldemokra ten sind mir lieber wie fünf Liberale. Aber damtt hatte er nur denliberalen Führer Casselmann herausgelockt, der Herrn v. Daller nun übertrumpfte, indem er mit dem hurrah patriotischen Brustton liberaler Ueberzeugung konstatierte:Mir ist ein Soztaldemokrat lieber als das ganze Zentrum. In diesem Falle war also die Sozialdemokratie der

lachende Dritte.

Die Partei der ganz Schlauen.

Die braven Nationalsozialen, schreibt unser Hamburger Parteiorgan, müssen wiederum der Welt Kunde geben, daß sie eigentlich doch

den Stein der sozlalen Weisheit endeckt hätten

und daß nur verstockte Bosheit Andersgesinnter im Verein mit zufälligen, aber unabwendbaren Ereignissen immer wieder die auf dem Papler hübsch bastehende Seligmachung Deutschlands

Pastor Naumann jammert in seinem Wochen blatt: Der einzige Mann, der auf der Liste der möglichen Staatsmaͤnner gestanden und der mit dem Kaiser wirtschaftspolitisch einig war, sei Herr v. Siemens gewesen. Nunmehr sei dieser gestorben.Was kann in dieser Lage der isolirte antiagrarische Kaiser thun? So groß seine Macht sonst ist, so hat sie doch Grenzen in der Art des Menschen materials, mit dem er arbeiten muß. Die Parteien der Linken hätten in der Flotten frage ihre Verbindung mit der Krone herstellen müssen. Nun kommen die Folgen des unbe schreiblich großen Fehlers, den Eugen Richter und Auer zu verantworten haben.

Richtig! Der Auer trägt die Schuld an der Wucherzollvorlage. Warum hat er nicht dem antiagrarischen Kalser dieKähne demuts voll zu Füßen gelegt und sich gleichzeitig für einen Ministerposten zur Verfügung gestellt! Es ist nur zu verwundern, daß nicht wenigstens einige Nattonalsoziale, unter denen sich doch hochintelligente Leute befinden, das Wider spruchsvolle der nationalsozialen Politik einsehen.

Der freche Bebel.

In einem der jüngst veröffentlichten Briefe Wilhelms J. an Bismarck heißt es:Was soll aus der Besserung der Zustände auf die Dauer werden, wenn, wie Madai) mir heute meldete, der ausgewiesene Stadt-Verordnete aus Berlin N. N. sich so zu sagen an den Thoren Berlins als Cigarren-Händler etabliert, wenn Bebel aus Wien ausgewiesen wird und er bei uns in dem Reichstag sitzt und seine frechen Reden halten darf? Das zeigt meiner Ansicht nach, daß das Auswelsungs-Gesetz nicht wirken kann, wenn solche Exempel vorkommen und ob darin etwas geschehen, das notwendig? Genosse Bebel wird sich über diese Eiuschätzung seiner Thätigkeit königlich amüsieren. Möge er noch recht lange und recht vielfreche Reden halten.

) Der damalige Berliner Pollzelpräsident.

Hunnenprozesse.

Am Montag kamen in Berlin vor der Strafkammer des Landgerichts 1 gleich drei Hunnenprozesse gegen die Redakteure desNor wärts Rob. Schmidt, Wilh. Schröder und Paul John zur Verhandlung, die mit schwerer, geradezu unverständlicher Verurteilung der Angeklagten endeten. Schmidt wurde zu sechs, John zu sieben Monaten Gefäng nis wegen Beleidigung des Generals v. Ket teler verurtellt. Der Staatsanwalt hatte nur drei bezw. vier Monate beantragt. In der von Robert Schmidt gezeichneten Nummer war ein Artikel enthalten, in dem über viehische Bestlalttäten berichtet wurde. Da in dem Ar tikel u. A. auch über verschledene Todesurtelle berichtet war, die Generalmajor v. Ketteler gefällt haben sollte, stellt dieser Klage. In weiteren dreil Nummern, für die die anderen beiden genannten Genossen verantwortlich zeich neten, waren Hunnenbriefe zum Abdruck gelaugt.

Der Fall Bredenbeck

beschäftigte kürzlich die Dortmunder Stadt verordnetenversammlung. Herr Leusing, der Redakteur des Dortmunder Zentrumsblattes und Stadtverordneter interpellterte den Ober bürgermeister wegen der Behandlung des sozial demokratischen Redakteurs Bredenbeck, der be kanntlich von der Dortmunder Polizei wie ein gemeiner Verbrecher behandelt und gefesselht uber die Straße geführt wurde. Das Stadt oberhaupt Dortmunds hatte die Kühnheit, diese unerhörte Behandlung eines auständigen Meu schen zu rechtfertigen. Der Verein Berliner Presse und der Schriftsteller-Verein haben gegen die in diesem Falle zu Tage getretene Pollizet willkür öffentlich protestiert.

Einer der grösitenalldeutschen Schreier

im österreichischen Reichsrate muß wegen einer ziemlich unsauberen Affatre vom politischen Kampfplatze abtreten und hat sein Mandat niedergelegt. Er war ein Phrasenheld und

politischer Abenteurer schlimmster Sorte. Für

diedeutschnationale Partei in Oesterreich ist aber sein Abgang immerhin ein harter Schlag.

Soziales.

Endgiltiges Ergebnis der Volks- zählung. Vorige Woche veröffentlichte der Reichs anzeiger die amtlichen Ergebnisse der Volkszählung vom vorigen Jahre. Danach zählte am 1. Dez. die ortsanwesende Bevölke rung im Deutschen Reiche 56367178 Personen und zwar 27737247 männliche und 28629931 weibliche. Die Gesamtzunahme der Bevölkerung seit 1895 beträgt 4087277 oder 7,82 Prozent. Eine Abnahme der Bevölkerung weist allein die Provinz Ostpreußen auf und zwar um 10063 Personen oder ½ Prozent. Von den größeren Staaten haben Einwohner: Preußen 34472509; Bayern 6176057; Sachsen 4202216; Württemberg 2169480; Baden 1867944; Elsaß⸗ Lothringen 1719470; Hessen 1119893.

Achtstundentag in den franz. Berg⸗ werken. Die Kommisston für Arbetltergesetz gebung hat nunmehr den Achtstundentag im Prinzip mit 12 gegen 6 Stimmen angenommen. Der Artikel 1 des Gesetzes ist augenommen und bestimmt:

Vom 1. Juli an, welcher der Veröffent lichung dieses Gesetzes folgt, beträgt die Arbelts- zeit der unterirdisch heschäftigten Arbeiter in den Bergwerken 9 Stunden, von der Ankunft der letzten Arbeiter auf dem Grunde au gerechnet bis zur Auffahrt der ersten. Nach Ablauf von zwei Jahren wird die Arbeitszeit auf 8% und nach Ablauf einer neuen Periode von 2 Jahren auf 8 Stunden festgesetzt. Die übrigen Artikel werden in der nächsten Sitzung der Kommtssion zur Beschlußfassung kommen. Nach Artikel 2 sollen auch diejenigen Pausen, welche nicht über 30 Minuten betragen, in die vorer wähnten Arbeitszeiten eingerechnet werden; soweit sie mehr betragen, müssen dieselben durch eine gleichgroße Verlängerung der Arbeitszeit wieder eingeholt werden. Die Beschlußfassung über die weiteren Artikel wurde vertagt.

Krieg in Südafrika.

Ueber dieLage der Engländer in der Kapkolonte hielt der Premierminister Sprigg in Kapstadt eine Rede, worin er ziemlich Schönfärberei trieb. Er meinte, die Fel d armee, des Kaplandes zähle 18,000 Maun, von deuen drei Viertel beritten seien. Die Regierung und die Milttärleitung gingen völlig Hand in Hand. Die Lage des Landes bessere sich täglich. Der Feind und die Aufständischen würden allmählich niedergeworfen. Die außer ordentlichen Ausgaben für die Aufrechterhaltung einer so gro en Streitmacht im Felde sei eine große Last, allein die Aussichten seien nicht ent⸗ mutigend, obwohl eine sehr erhebliche Auleihe habe aufgenommen werden müssen.

Waffenstillstand? Gerüchtweise ver lautet aus London, daß zwischen Kitchener und Louis Botha Wasfsenstillstandsverhandlungen, die als Vorläufer des Frtedeus gelten, gepflogen werden. Die Königin Wilhelmige, unterstlltzt von Frankreich und Rußland, sei bereit, ihre Vermittlung anzubleten, falls Aussicht auf Annahme der Vermittlung seitens der en lischen Regierung vorhanden wäre. Dagegen stellte der Trausvaal-Gesandte Leyds, der wieder nach Brüssel zurückgekehrt ist, alle Friedens gerüchte in Abrede.

Hessischer Landtag. Zwelte Kammer.

Glsenbahnfragen verhandelte die Kammer am 27, November, wobel von mehreren Selten den Elsen⸗ bahnschmerzen Ausdruck gegeben wurde, welche durch die Betriebsgemelnschaft mit Preußen hervorgerufen worden sind. Bei Erörterung elner Anfrage wegen Erbauung einer normalspurigen Bahn von Alsfeld nach Hersfeld erklärte Finanzmintster Gnauth, daß nach der Melnung der preußischen Elsenbahn verwaltung dlese Bahn kelne Bedeutung für den Durchgangs- verkehr habe. Preußen werde sich ulcht betelllgen, Die Reglexung sel daher außer Stande, dem Er