Ausgabe 
7.7.1901
 
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Mitteldeuische Sountags⸗Zeitung.

Seite 7.

1 hun heit lieferte. Allmählich sah sich die Dorfschusterei en dhe auf die Bedürfnisse der Landbevölkerung, den re f aareß groben Arbeitsschuh, beschränkt, und hierbei hre Man saperte es stets mit der Baarbezahlung, so F a Autter daß auch der Lederhändler, von dem Bachler 15 5 nac sein Material bezog, nur sehr unregelmäßig den or den befriedigt werden konnte. Die Folge davon N worden par, daß es mit dem Geschäft mehr und mehr wfochen al abwärts ging, Bachler immer tiefer in Schulden sopsernde geriet und der ohnehin kränkliche Mann den 10 de an pachsenden Sorgen erlag, noch ehe der Sohn gan Bläßen us der Fremde zurückgekehrt war.

Rindes her, 0 g ders 5(Fortsetzung folgt.) daß bei den f

191 Sozialismus und Kunst.

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it hatte J. e waß auh Ueber dieses Thema machte vor einiger Zeit aller Rach genoffe Emile Vander velde(Brüssel) in der euesen wal zukunft folgende interessanten Ausführungen: er auf dere. Aus dem Munde der unthätigsten Kapitalisten 9 wohl ode hört man besonders oft den Vorwurf, der ud zu iber Sozialismus schwäche den persönlichen Mut Schmiedsfra ur Initiative; die starrsten Despoten bekämpfen an der Buß ehn mit dem Schlagwort von Freiheit und er der klein zumanität: da ist es denn nicht weiter wunder⸗ anders alz jar, daß gerade die geistig unreifsten Spießbürger Frau konnt, e Verteidigung der Künstler gegen die un⸗ bald Babet pissende Menge,die modernen Barbaren unte, hatt ibernehmen. Doch kann man zum Trost hin⸗ Kot schwent ufütgen, daß sie nicht vereinzelt sind: auch en täglichen geistvolle und gelehrte Philosophen, wie Fouillee, gens in del iußern sich besorgt über das Schicksal, das in Reisig un uner Gesellschaft von Kommunisten und Ma⸗ er die liebst krialisten den Dichtern, Künstlern, Metaphysikern ihrer Natu rohen könnte. Würde man sie nicht, ohne sich wie ein ismen den Lorbeer gereicht zu haben, aus dem in den Wall ande der Freiheit jagen? Und wenn man sie und ihre sbst ruhig leben und schaffen läßt; soll die sie sch Hal bzialistische Zukunftsgesellschaft die philosophische Kränze ing Arbeit organisieren, die bis an die böchsten terguirlande Bipfel und an die fernsten Grenzen des Daseins scchen heftet, teicht, ja, bis ins Jenseits dringt? Läßt sich toßen gur wa die Arbeit des Denkers auf dem Verwal⸗ i Schul ungswege regeln? Kann man ihr den acht⸗ ge schauen, fündigen Maximalarbeitstag diktieren und einem 1 1 pi Uktor Hugo befehlen, seine poetische Erleuchtung e aa zung sunkt sieben Uhr morgens zu haben und sich

9. 0 im neun Uhr auszuruhen? Und wie wird man

diese Arbeit bezahlen? Der Gedanke eines genialen Menschen ist nicht von oben herab auf Mark und Pfennige abzuschätzen. Hätten etwa, als Galilei die Satelliten des Jupiter entdeckte, die Geschäftsführer eines kommunistischen Staates vorher sagen können, daß diese Satelliten einst die Herstellung besserer Karten ermöglichen und diese Karten die Handelsflotte vor drohenden Schiffbrüchen bewahren würden? Muße und Müßiggang haben, so verhaßt sie dem Hand⸗ arbeiter und anderen sind, neben ihren Nach⸗ teilen doch auch Vorzüge; sie bringen nicht selten Nutzen, sind sogar eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Wenn die ganze Welt im Joch stöhnte, hätten wir keine idealen Schwärmer, fehlten uns die scheinbar müßigen Träumer, die man Sokrates, Archimedes, Laplace oder Dante, Shakespeare, Lamartine nennt. Kurz und gut: nach Fouillees Ansicht wird eine sozialistische Gesellschaft zwar Kohl bauen, sich aber wenig um die Rosenzucht kümmern; ihre ganze Kraft würde in der Sorge für das materielle Wohlergehen verzehrt werden. Jeder hätte gewiß, was er unbedingt braucht, aber keiner den holden Ueberfluß. Und gerade vom Ueberfluß der Reichen leben ja die Künstler.

Bevor ich auf diese kritischen Bemerkungen antwortete, muß ich einen grundsätzlichen Irrtum beseitigen.

Alle Sozialisten und Materialisten würden gemeinsam mit Fouillee die bis zur Banalität zweifellose Wahrheit anerkennen, daß eine kollek⸗ tivistische Gesellschaft, die versuchte, die geistige Arbeit ebenso wie die Handarbeit administrativ und bureaukratisch zu regeln, jede Regung des Erfindergeistes, jeden sozialen, aber schließlich auch jeden wirtschaftlichen Fortschritt hemmen würde. Zu unserem Bedauern stimmt aber Fouillee nicht mit uns in der Gewißheit über⸗ ein, daß ein solcher Gedanke niemals im Hirn irgend eines sozialistischen Theoretikers gelebt hat. Er mag sich beruhigen: die Viktor Hugo der Zukunft werden keiner Fabrikarbeiterordnung unterworfen sein und die Shakespeare des zwan⸗ zigsten Jahrhunderts werden wenn sie sich nicht besser ernähren können nicht gehindert werden, auf der Bühne kleiner Matrosentheater ihr Leben zu fristen. Und man darf sogar hoffen, daß die Astronomen, Dichter, Mathe matiker und Philosophen unter soziali stischer

Herrschaft nicht wie Galilei ins Gefängnis gesperrt, wie Dante verbannt, wie Archimedes getötet, wie Sokrates vergiftet werden. Wirk⸗ lich um ernsthaft auf einen ernsthafteren Einwand zu antworten: ein Gelehrter vom Range Fouillees brauchte sich nicht zu bemühen, um zu beweisen, was selbst der beschränkteste Kollektivist nie bestritten hat: daß Philosophie und Kunst vor allem der Freiheit, der unge⸗ hemmten Entwicklung bedürfen. Die Frage ist einfach, ob Dichter, Philosoyphen und andere uneigennützige Geistesarbeiter in einer sozialisti⸗ schen Gesellschaft nicht eben so viel oder sogar mehr wirkliche Freiheit haben würden als jetzt. Es ist doch klar, daß keine Gesellschaftsform der Kunst und Philosophie ungünstiger sein kann als der Klassenstaat der Bourgeoisie, die ganz in Geldinteressen aufgeht. (Fortsetzung folgt.)

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Lesefrüchte.

Des Menschengeschlechts Brandmal alle Jahrhunderte hindurch, der Hölle lautestes, schrecklichstes Hohngelächter ist der Krieg.

Klopstock.

*

Wer an ein Weib legt die Hand,

Schlägt seine eigne Schand.

Weil er nicht baß beweisen kann

Als an einem armen Weib den Mann. Tischert.

* Die Gleichheit in der Verteilung von mühe⸗ voller Arbeit bringt ungemeinen Segen und Erleichterung.

Humoristisches

Pünktlich. Buchhalter(zum Kommis, der die Feder weglegt):Aber, Herr Meier, es ist doch noch nicht ganz zwölf! Kommis:Sie sitzen auch näher an der Thür!

In der Aufregung. Unteroffizier: Fressen wollt Ihr, Löhnung wollt Ihr haben und lernen wollt Ihr nix! Ihr seid Heuochsen, so lang Ihr überhaupt des Königs Rock tragt!(W. Jakob.)

Des Frommen Klage.Wenn a guater katholischer Christ zwanzig Loos nimmt zur Unterstützung von Kirchenbau, nachher brauchen's doch in drei Teufels Namen nöt lauter Niet'n sei!

die er gelese erfand. Da die mit dal und so hall ne Gemeinde Dofugel und hänselte ing, das al i ein Walk

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