Ausgabe 
3.11.1901
 
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Nr. 44.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

sse Rechnungsablegung des Vertrauensmannes und der Kolportagekommission und hiernach die Neuwahl des Vertrauensmannes sowie des Preßkommissionsmitgliedes für Marburg, Möge s jeder Genosse als seine Pflicht erachten, zu scheinen.

Wegen Verbrechens im Amte wurde in der letzten Dienstagssitzung der Strafkammer iesigen Landgerichts der 26 jährige Postassistent Alfred Opificius aus Wiesbaden zu einer Gefängnisstrafe von 7 Monaten verurteilt. Der Angeklagte, welcher zuletzt in Gladenbach stand, par mit einer Dame in Wiesbaden verlobt, welcher er namhafte Geschenke in Schmucksachen gemacht hatte. Bei seinem geringen Einkommen (cg. 3.50 Mk. täglich) war es denn auch kein Wunder, daß er in Schulden geriet. So hatte er u. a. an einen Juwelier in Breslau noch 75 Mk. zu zahlen, den er aber durch allerlei Manöver längere Zeit hinzuhalten wußte, bis derselbe endlich klagte. Die Briefe des Bres⸗ lauer Juweliers an das Amtsgericht in Gladen⸗ bach brachte der Augeklagte beiseite Schließlich wandte sich der Juwelier an die Ober postdirektion und so kam die ganze Geschichte heraus. Der junge Mann stammt aus einer geachteten Familie. Zur Befriedigung der standesgemäßen Ansprüche langte eben das Gehalt nicht.

Die Universität weist in diesem Semester einen ziemlich starken Besuch auf, es sind schon mehr als 1000 Studierende anwesend. Mit deren Ankunft haben auch die nächtlichen Skandale wieder begonnen. So fand in der Nacht zum Montag voriger Woche am Steinweg ein fürchterlicher Spektakel statt. Aber hiermit allein begnügten sich die Herren mit derhöheren Bildung nicht, sie stürzten vielmehr noch ein ganzes Stück des Straßengeländers mitsamt den Steinen und einem Teil der Mauersteine auf die Plantage hinab. Von unseren Nacht- wächtern und der Polizei ließ sich niemand sehen, trotzdem der Tumult wohl eine Stunde andauerte.

Die Stadtverordneten wahl in Offenbach

findet am nächsten Mittwoch, den 6. November statt. Unsere Genossen haben am letzten Sams⸗ tag ihre Kandidatenliste veröffentlicht. Sie stellen nur zehn Kandidaten auf, obwohl 15 Stadtverordnete zu wählen sind. Von Seiten der Gegner wird in Offenbach mit den bekannten Mitteln der Verdächtigung und Verleumdung gtarbeitet, um den Sieg unserer Genossen zu vereiteln. Das wird ihnen hoffentlich nicht gelingen.

Antisemiten⸗ Disputation.

Auf die Angriffe des Antisemiten v. Mosch in der Staatsb.⸗Ztg., die wir in letzter Nummer wiedergaben, antwortet der antisemitische Reichs⸗ tagsabgeordnete Bindewald, daß Herr v. Mosch in der Weise Don Quixotes mit bekannter Tapferkeit zu Felde ziehe. Bindewald be⸗ hauptet, die Gespensterfurcht mache Herrn v. Mosch in Verbindung mit seinen Phantaste⸗ reien nachgerade überall zur komischen Figur. Herr v. Mosch sei gleich bei der Hand, dle Behauptung vor Gericht zu beeiden, daß Binde wald erklärt habe, beantragen zu wollen, daß die deutsch⸗soziale Reformpartei zum Volksbund übertrete. Dies beweisehöchstens einen Leicht⸗ finn in der Auffassung dessen, was ein Eid ist, der geradezu ans erstaunliche grenzt, weiter beweist es aber auch nichts.Daß Herr v. Mosch die Gelegenheit benutzt, mitzuteilen, daß er von mir erfahren habe, in unserer Parteikasse seien bei den letzten Hauptwahlen pro Wahl⸗ kreis ganze 90 Mk. gewesen, so ist diese Mitteilung zwar an sich richtig, aber eine Indiskretion bleibt sie auf alle Fälle. Herr v. Mosch zeigt hier sein wahres Gesicht. Man sieht, wie vorsichtig man Leuten wie Herrn v. Mosch gegenüber sein muß. Was würde dieser Herr dazu sagen, wenn ich private Aeuße⸗ rungen, wie er sie z. B. über Herrn v. Lieber⸗ mann gemacht hat, preisgeben wollte, den er jetzt als Eideshelfer anrufen möchte. Derauf deutscher Hochwacht stehende Herr Hans v. Mosch scheint keine Skrupel dabei zu empfinden, wenn der Zweck die Mittel heiligen soll. Wir wissen

nicht, ob Mosch, der Bindewald Gemeinheit und Verleumdung vorwarf, oder Bindewald, der Mosch des Meineids für jähig hält, Recht hat. Vielleicht alle Beide.

Kleine Mitteilungen.

»* Bei der Wiesecker Bürgermeist er- wahl siegte der bisherige Bürgermeister Sommerlad mit 285 Stimmen. Der Gegner erhielt 105.

* Selbstmord. In Rödgen bei Nau⸗ heim erhängte sich vorigen Samstag der Gemeinderechner K. Hartmann. Zu diesem Schritte sollen den Mann, der als vermögend galt, Zahlungsschwierigkeiten veranlaßt haben.

* Durch Explosion einer Petroleum⸗ lampe gerieten am Montag in Cassel die Kleider einer Frau und deren drei Kinder in Brand. Die Frau ist sehr schwer, die Kinder leicht verletzt.

* Leopold Sonnemann, der Heraus- geber derFrankfurter Zeitung, Stadtver⸗ ordneter in Frankfurt, vollendete am 29. Oktober sein stebzigstes Lebensjahr. Bis 1884 war er auch Reichstagsabgeordneter für Frankfurt; bei der damaligen Wahl eroberte unsere Partei mit ihrem Kandidaten Sabor das Frankfurter Mandat und behauptete es bei allen folgenden Wahlen.

* Durch Großfeuer wurde am Freitag eine Möbelfabrik in Philadelphia zerstört. Die Flammen griffen in dem neunstöckigen Hause so schnell um sich, daß sich viele Personen nicht retten konnten und 24 Menschen verbrannten.

* Gatteumord. Vor einiger Zeit wurde die junge, erst 18 Jahr alte Ehefrau des Försters Lachmut in Merscheid bei Trier ver⸗ haftet, weil sie in dem Verdacht steht, ihren Mann vergiftet zu haben. Nunmehr ist auch der frühere Geliebte der jungen Ehefrau ein junger Beamter aus Gleiwitz in Schlesien, unter dem Verdachte der Mitthäterschaft an dem Gattenmord verhaftet worden.

** Ungetreuer Gewerkschaftskassie- rer. Der Kassterer der Breslauer Filiale des Malerverbandes, Th. Jörgler, wurde flüchtig. Er hat die im letzten Vierteljahr vereinnahmten Beiträge von 1014 Mk. mitge⸗ nommen. Auf seine Kollegen hat der Durch⸗ brenner stets einen soliden Eindruck gemacht; trotzdem ist auffallend, daß er über eine so hohe Summe verfügen konnte, weil überschüssige Gelder doch an die Hauptverwaltung eingesandt werden müssen. Vorkommnisse dieser Art müssen die Arbeitervereinigungen durch sorgfältige Aus⸗ wahl der Personen und strenge Kontrolle un- möglich machen.

* Diebischer Priester. In Compiégne (Frankreich) wurde der kath. Priester Millot wegen Diebstahls verschiedener Kunstgegen⸗ stände, darunter eines Kruzifixes im Werte von 3000 Franks, verhaftet.

Partei-Machrichten.

Bruno Schoeulank gestorben. Am Mittwoch früh erlöste der Tod unsern Genossen, den Reichstagsab⸗ geordneten für Breslau⸗West und Redakteur der Leipziger Volkszeitung Dr. Bruno Schoenlank von dem schweren Leiden, das ihn im Frühjahr befiel. Mit ihm ging ein außerordentlich befähigter Schriftsteller und Jour⸗ nalist dahin; unsere Partei verliert an ihm einen mit reichem Wissen und auf allen Gebieten ausgestatteten Abgeordneten und unermüdlichen Kämpfer. Schoenlank war 1859 als Sohn eines Lehrers in Mühlhausen i. Th. geboren. Er studierte in Berlin, Leipzig, Kiel und Halle Philologie und Nationalökonomie. Seit 1883 gehörte er der Partei an, war Redakteur in München, Nürnberg und sei 1890 amVorwärts. 1894 übernahm er die Redaktion derLeipz. Volksztg., aus der er ein großes und angesehenes Blatt machte. Dem Reichstage ge⸗ hörte er seit 1898 an. Die Partei wird dem gefallenen Streiter ein dauerndes Andenken bewahren.

Ju Sachen der Hamburger Akkord⸗ maurer scheint Aussicht auf eine Verst ändigung vorhanden zu sein. Wenigstens erklärte sich eine Ver⸗ sammlung der Akkordmaurer dafür und wählte 9 Personen, die im Verein mit der von den Hamburger Parteivereinen gewählten Kommisston und 9 Verbandsmaurern eine Einigung anbahnen sollen,

Wahlkreis Friedberg⸗Büdingen.

Diejenigen Vertrauensleute, welche noch im Besitz von Petitionslisten find, wollen solche sofort an mich zurücksendenz oder auch am Sonntag zu der Kon⸗ ferenz in Rodheim mitbringen.

H. Busold. Wahlkreis Alsfeld⸗Lauterbach.

Sonntag, den 10. November, nachmittags 3 Uhr, findet in Alsfeld im LokaleZur Pfeffer⸗ höhe eine Kreiskonferenz statt mit der Tages⸗ ordnung:

1. Bericht des Vorstands vom Kreiswahlverein und Neuwahl desselben; 2, Bericht des Kreisvertrauensmannes und Neuwahl desselben; 3. Die Agitation im Wahlkreis; 4. Verschiedenes.

Die Genossen werden ersucht, fich zahlreich zu be⸗ teiligen und die Wahlen der Delegierten sofort vorzu⸗ nehmen.

Der Kreisvertrauensmann.

Versammlungskalender.

Samstag, den 2. November.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Montag, den 4. November.

Gießen. Schneiderverband. Abends ½9 Uhr

Versammlung bei Orbig.

Dienstag, den 5. November.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. Briefkasten. R.⸗Marburg. Traf zu spät ein; wir wollen

das Kapitel nächstes Mal vornehmen.

F. B Aus dem Gießener Standesamtsregister.

Aufgebote. 22. Adolf Schmall Schlosser⸗ mit Minna Nahrgang, dahiler. 23. Heinrich Unverzagt Unteroffizier dahier mit Anna Platt in Biebrich. 24. Otto Heib, Schlosser mit Christiane Schultheis dahier. 25. Karl Borst, Photograph, mit Marie Christine Schulze, dahler. 28. August Selpp, Wagner dahier mit Elise Jäckel in Leusel. 29. Emil Jüngst, Dr. phil. in Essen a. Rhr., mit Karoline Prinz dahier. 30. Philipp Möbus, Fuhrmann, mit Elisabeth Henkel, dahier. Wilhelm Schmidt, Bahnarbeiter, in Alten⸗ Buseck mit Katharine Hartmetz dahier.

Eheschließ ungen. 25. Johannes Find Schneider, dahier mit Helene Herzinger in Wächtersbach. 26. August Ockel, Magazinverwalter, mit Anna Köhler,

dahier. 31. Ludwig Becker, Sergeant mit Elisabethe Vogel, dahier. Geborene. Dem Zimmermeister August Helfen⸗

bein e. S. Dem Weißbindermeister Karl Nikolaus e. S. Dem Schlosser Heinrich Höbel e. T. 19. Dem Schuh⸗ macher Heinrich Aff e. T. 21. Dem Ingenieur Albert Kosche e. S. Dem Metzger Max Langzettel e. S. Dem Schneider Karl Göbel e. S. Dem Taglöhner Peter Theiß e. S. 27. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Nachtigall e. S. Dem Südfrüchtehändler Johann Baptist Toscani e. T. Dem Auslaufer August Kersten e. T. Dem Kellner Martin Stockert e. T. Dem Dienstmann Wilhelm Gelzenleuchter e. S. 27. Dem Landbriefträger Ludwig Jung e. S. 31. Dem Schlosser Heinrich Storck e. S. Gestorbene. alt, Kaufmann dahier.

Am 24. Wilhelm Textor, 29 Jahre

27. Karl Vetzberger, 61 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. Karl Hägele, 56 Jahre alt, Weißbinder dahier. 29. Johann Lapp, 3 Mte. alt, Sohn von Dachdeckermeister Johann Lapp dahier, 30. Wilhelm Schmidt, 12 Jahre alt, Sohn des Fuhr⸗ manns Karl Schmidt III dahier. Karoline Fischer, geb. Bieber, 75 Jahre alt, Witwe des Güterexpeditions⸗ vorstehers Ludwig Flscher dahier.

2

Gießener Stadttheater.

Sonntag, den 3. November 1901:

Das Milchmädchen von Schöneberg. Posse in 3 Akten von Mannstädt. Dienstag, den 5. November 1901: Volkstümliche Vorstellung: 4

Die Hoffnung. (Op Hope van Zegen).

Seestück von Heyermann jr. Mittwoch, den 6. November 1901:

Das Bild des Signorelli. Schauspiel in 4 Akten von Richard Jaffe. Freitag, den 8. November 1901:

Leontinens Ehemänner. Schwank in 3 Akten von Alfred Capus.