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1 Nr. 18.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
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Genosse Südekum war bisher Redakteur an der„Fränkischen Tagespost“ und tritt als solcher am 1. Juli bei der„Sächs. Arbeiterztg.“ ein.— Gen. Frhr. Haller v. Hallerstein ist Gutsbesitzer in St. Alban am Ammersee. Er studierie Medizin und Jurisprudenz; in der Partei bethätigte er sich zuletzt als Sekretär der bayrischen Landtagsfraktion.
Neue Panzerplatten?
Aus Amerika kommt die Nachricht von einer Erfindung, die der Sohn des bekannten Erfinders Edison gemacht haben soll. Er stelle eine Panzer⸗ platte her, welche bedeutend widerstands⸗ dabei aber fast um die Hälfte leichter und von geringerer Dicke sein soll, als die bei Krupp fabrizierten Panzerplatten. Auch die Herstellungskosten sollen bedeutend geringer sein.
Wenn es damit seine Richtigkeit hat, wären die bisher gebauten Kriegsschiffe zum„alten Eisen“ geworden. Cine leichtere, aber ebenso widerstandsfähige Panzerung als die bisherige würde eine ganz andere Bauart der neuen Schiffe bedingen.
Heiteres vom Flottenrummel.
k. Die Handelskammer in Bingen hat eine Stellungnahme zur Flottenvorlage abgelehnt und erklärt, dies dem Reichstage zu überlassen, was man nuc als korrett bezeichnen kann. Dies hot den Zorn eines Herrn Adolf Simon in Bingen erregt, und in einer Erklärung in der„Köln. Ztg.“ giebt der entrüstete A. Simon u. a. fol⸗ gendes zum besten:
Ueberall, wo Deutsche sich zusammenschließen, wo sie in gehobener Stimmung sich der Kraft und Stärke ihres ost fernen Vaterlandes freuen, vielleicht angesichts eines gerade an ihrer welt⸗ entlegenen Küste erschienenen prächtigen deutschen Kriegsschiffes, da wird in erster Linie mit dem edelsten Produkt deutschen Bodens, dem deutschen Weine, des Vaterlandes gedacht.
Ein herzliches Prosit dem trinlfröhlichen Adolf Simon! Jetzt endlich haben wir doch einen vernünftigen Grund für die Flottenvor⸗ lage; damit unsere verehrten Landsleute im Aus⸗ lande den deutschen„Suff“ nicht vergessen, muß eine Schlachtflotte gebaut werden. Bei allem Scherz müssen wir doch anerkennen, daß der Grund für Vermehrung der Flotte, den Herr Simon angiebt, nicht schlechter ist wie die Gründe unserer Offiziösen und sonstigen Wasserfexe.
Ueber des Kaisers Thätigkeit hat die Bresl. Ztg. nach Maßgabe der Veröffent⸗ lichungen im Reichsanz. für die Zeit vom 20. Februar bis 20. April eine sehr interessante Statistik ausgearbeitet.
Der in Betracht kommende Zeitraum umfaßt 60 Tage. Von diesen fand nur an 39 Tagen thatsächlich Vortrag statt, an 21 Tagen hörte der Kaiser keine Vorträge, weil er entweder auf Reisen war, oder Sonn- und Feiertage eine Unterbrechung bedingten. In der ganzen Zeit von zwei Monaten hörte der Kaiser nicht einen einzigen Vortrag seines Reichskanzlers und Ministerpräsidenten, Fürsten von Hohenlohe, der ja freilich selbst viel auf Reisen ist.
Den breitesten Raum nehmen die militärischen Dinge in dem Arbeitsfelde des Kaisers ein. An der Spitze steht hier der Chef des Militär⸗ 3 von Hahnke, der allein 20 mal gehört wurde.
Die Sünden der Vorgänger werden heim⸗ gesucht an den Nachfolgern!
Anfangs dieses Jahres wurde der verant⸗ wortliche Redakteur der„Magdeburger Volks⸗ stimme“, Genosse Haupt, zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Das Bemerkenswerte an diesem Urteil ist, daß das Landgericht die bisherige Unbescholten⸗ heit des Angeklagten nicht als strafmildernd in Betracht zog, sondern ihm die Strafen seiner Vorgänger, der früheren Redakteure der „Volksstimme“, als Grund der Straf⸗ verschärfung anrechnete. Das Urteil führt in seiner Begründung u. a. aus:„Dagegen war auf die Unbescholtenheit des Angeklagten zu der Zeit, als der Artikel erschien, kein sonderliches
Gewicht zu legen; er hatte, indem er den Artikel in einer Zeitung, deren frühere Redak⸗ teure sehr häufig wegen gleicher Delikte verurteilt werden mußten, veröffentlichte, besonderen Anlaß, im Rahmen des Gesetzes zu bleiben. Es konnten deshalb bei einem in Vertretung der letzteren begangenen Vergehen... die zahl⸗ reichen Vorstrafen nicht unberücksich⸗ tigt bleiben, welche die Vorgänger des Angeklagten in der Redaktion in diesen ihren gleichen Eigenschaften in den letzten Jahren erlitten haben....“
Und das Reichsgericht erklärte die eingelegte Revision für unbegründet. Also nicht nur für seine eigenen Handlungen wird der Mensch in unserem Rechtsstaate verantwortlich gemacht, er büßt auch für die Sünden seiner Vorgänger! Bürgert sich diese Praxis mehr ein, so eröffnen sich dem Preßsünder nette Aussichten.
Der„Vorwärts“ knüpft daran solgende heitere Betrachtung:„Hüte dich vor dem Vor⸗ gänger! Seine Verfehlungen gegen das Straf⸗ gesetz werden auf das Konto deiner Straffreiheit gesetzt. Hattest du nur einen sündigen Vor⸗ gänger, so mag es gehen— du darfst dich nur einer Verdoppelung des Strafmaßes erfreuen. Begingst du aber das Verbrechen mehrerer oder gar vieler Vorgänger, so wird die Strafe, die dich trifft, fürchterlich werden, denn jede jener Strafen mußte auf dich ebenso erzieherisch und abschreckend wirken, wie auf ihre wirklichen Em⸗ pfänger.
Aber vielleicht war auch dein Vater ein Bösewicht oder dein Großvater. Du wußtest, er war bestraft worden, und doch sündigtest du. Also ward deine Unbescholtenheit„aufgewogen“ und deine Strafe wird bemessen, als hättest du die Uebelthaten des Vaters und des Großvaters selbst begangen. Die Sünden der Väter sollen gerächt werden bis ins tausendste Geschlecht!
Doch warum soll die Justiz innehalten bei der Aufrechnung der Strafen des Vorgängers und der Vorfahren? Warum soll das Land⸗ gericht dem sozialdemokratischen Preßsündiger nicht auch alle Strafen aller se iner Parteigenossen am Orte der Strafthat sowie alle Strafen aller Blätter seiner Partei ankreiden? Wußte der Verruchte nicht, daß die Redakteure der anderen Zeitungen seiner Partei zahllose Male bestraft worden sind? Mußte ihm das nicht zur War⸗ nung und Lehre gedient haben? Bewies er sich nicht als arg verstockter Sünder, wenn er nicht die Reue ob aller jener Gesetzesverstöße in sich empfand, als hätte er sie selbst begangen?“
Gewiß, unsere heutige Rechtspflege zeitigt ganz merkwürdige Blüten.
Ein Notschrei der Heinzemänner.
In einer in Köln am Sonntag abgehaltenen Zentrumsversammlung sprach der edle Roeren über die Lex Heinze. Er meinte bezüglich des zukünftigen Schicksals dieses Gesetzes, die Obstruktion werde wiederkommen, indessen könne er von den verbündeten Negierung nicht glauben, daß sie vor der Protestbewegung die Segel streichen. Wenn aber die Regierung zu⸗ rückweiche werde der Herrgott auf anderem Wege eingreifen. Die Wahrheit könne weder durch eine wüste Protestbewegung noch durch eine schwächliche Kapitulatian der Regierung beiseite geschoben werden. Der Redner schloß „Wir haben das Vertrauen, daß unser Herrgott auch auf krummen Linien grade schreiben kann“. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, welche die Er⸗ wartung ausspricht, daß die Regierung gegen⸗ über der Protestbewegung nicht nachgeben werde.
Der Herrgott scheint sich in diesem Falle nicht für die Heinzemänner zu interessiren. Er hätte bei seiner Allmächtigkeit ja die Obstruktion von vornherein vereiteln können, wenn er ge⸗ wollt hätte. Außerdem hat der kluge Herrgott die Men schen ja splitternackt erschaffen. Er kann also kein Anhänger der Lex Heinze sein.
Die ländliche Sittenreinheit,
von der die Agrarier so viel Aufhebens machen, erscheint in einem sehr sonderbaren Licht durch
folgenden Artikel des„Boten aus dem Riesen⸗ gebirge“:
„, Wissentlich falsche Anschuldigung wird dem Rittergutsbesitzer Georg P. zur Last gelegt. Noch vor Verlesung des Eröffnnngsbeschlusses wird wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlich⸗ keit auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Oeffent⸗ lichkei, ausgeschlossen. Das Urteil lautet auf Freisprechung. Wie aus der Urteilsbegründung hervorgeht, hat P. gegen eine bei ihm früher bedienstete Wirtschafterin, die ihn der versuchten Notzucht an ihr beschuldigte, Privatklage erhoben. Der Spieß wurde aber umgedreht und P. wegen wissentlich falscher Anschuldigung angeklagt. Der Gerichtshof hat aber weder objektiv in dem Vorfall, der der Wirtschafterin zu der Beleidi⸗ gung den Grund gegeben, die Thatmerkmale der versuchten Notzucht feststellen lönnen, noch aber subjektiv bei dem Angeklagten das Bewußt⸗ sein bei der Anstrengung der Privatktage, daß er sich durch sein Verhalten eines solchen Ver⸗ suchs schuldig gemacht hatte. Dem Angeklagten ist hierbei die auf dem Lande gebräuch⸗ liche„Annahme“, daß Personen in der⸗ gleichen Stellungen, wie die der Zeugin, die sich zu unverheirateten Dienstherren vermieten, auch denselben gegenüber sonstgefälligsind, zugute gerechnet worden. Es ließ deshalb nicht die Feststellung der wissentlich falschen Anschuldigung treffen. Der Staatsanwalt hatte 2 Monate Gefängnis beantragt.“
Genosse Bebel brandmarkte bei Beratung der Lex Heinze— Verteidigung des Arbeitgeberpara⸗ graphen— die Moral der Gutsherren, die für den kargen Lohn neben der Arbeitskraft auch den Körper der weiblichen Angestellten bean⸗ spruchen. Das wurde geleugnet und wüstes Geschimpfe auf Bebel brach in der agrarischen Presse los. Hier wird in einem Gerichtsurteil bestätigt, daß solche Gepflogenheiten bestehen.
Natürlich gehören diese Gutsherren zu den Heinzemännern.
„Warum ich Sozialdemokrat geworden bin.“
Ueber dieses Thema hat am Mittwoch der
frühere Nationalsoziale Paul Göhre in Chemnitz gesprochen. Damit trat der ehe⸗ malige Pastor zum erstenmale als Sozialdemokrat in die Oeffentlichkeit.
Antisemitische„Judenknechte“.
Die„Hess. Landesztg.“ teilt mit, daß der Reichstagsabgeordnete Werner gegen ihren verantwortlichen Redakteur Erdmannsdörffer Privatbeleidigungsklage eingereicht hat. Letzterer erklärt, daß er den Wahrheitsbeweis dafür er⸗ bringen werde, daß Werner einem jüdischen Parlaments⸗Journalisten Nachrichten gegen Ent⸗ gelt geliefert habe, und als er dies ableugnete, bewußt die Unwahrheit gesagt habe. Er wird als Zeugen die Parlaments⸗Journalisten Dr. Hamburger, Woth und Dahsel(„Staatsb.⸗Ztg.“), sowie den Reichstagsabg. Müller-Fulda und wahrscheinlich auch den Abg. Dr. Böckel laden.
Der Krieg in Südafrika.
Größere, entscheidende Kämpfe haben seit voriger Woche nicht stattgefunden. Täglich laufen Meldungen von kleineren Gefechten ein, bei denen, wie es scheint, die Engländer vielfach im Nach⸗ teile sind.
Bei Wepener ist es noch nicht zur Ent⸗ scheidung gekommen. Die britische Streitmacht ist dort noch immer eingeschlossen. Die Buren werfen Befestigungen zur regelrechten Belagerung auf.— General Roberts verhält sich noch immer unthätig in Bloemfontein. Der Mangel an Pferden, sowie heftige Regengüsse sollen ihn an jeder Operation verhindern.—
Die Thätigkeit der Generale Buller, Warren u. s. w. kritisiert Lord Roberts in einer Depesche, die in der amtlichen Zeitung veröffentlicht wird. Darnach sei der Mißerfolg am Spionskop und bei Ladysmith der Unfähigkeit der genannten
Generale zuzuschreiben. Gatacre ist denn auch bereits abberufen worden und nach England zurückgekehrt.
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