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Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Kohlenpreisen den Arbeitern aufzubürden,
die durch ihre„Begehrlichkeit“ die Produktions- unkosten steigern sollen. In Wirklichkeit ist die Steigerung der Löhne sehr gering. Neuerdings eht man übrigens ganz offen mit Lohn- ürzungen vor. So haben eine Anzahl Re— viersteiger der Harpener Bergwerksgesellschaft schon im Juli„mit Rücksicht auf die flauere Zeit“ geringere Löhne angesetzt, im September haben in einigen Revieren der betreffenden Zechen allgemeine Lohnreduktionen stattgefun— den. Das geschah also in derselben Zeit, als die Kohlen die bekannte ungeheuerliche Preis- steigerung erfuhren! Natürlicherweise hat diese gleichzeitige Schröpfung von Produzenten und Konsumenten den Unternehmern ganz unge— heuerliche Gewinne gebracht. So machte die Harpener Gesellschaft im 3. Quartal 1898 einen Ueberschuß von 2127130 Mark, in demselben Quartal des Jahres 1900 betrug der Ueber- schuß 4488 400 Mark, d. h. mehr als das Doppelte!— Also theuere Kohlen, niedrige Löhne und geradezu fabelhafte Gewinne! Wem im Angesichte dieser Thatsachen kein Licht auf— geht über die Gemeingefährlich(keit des Privat—
kapitalismus, dem ist in der That nicht zu
helfen.
Koßen der Ervährung von Arbeiter- familien.
Der Gewerbeinspektor Laurisch in Kottbus hat Untersuchungen darüber angestellt, wie viel von Arbeiterfamilien mit verschieden großer Anzahl von Kindern in der Woche für Essen, Trinken und kleine Haushaltungsbedürfnisse pro Kopf ausgegeben wird. Eine Zusammen⸗ stellung der Ergebnisse findet sich in dem neue— sten Jahresbericht der preußischen Gewerbeauf— sichtsbeamten. Danach beträgt der wöchentliche Verbrauch pro Kopf in einer Familie von zwei Personen 6.60, von drei 4.40, von fünf 2.80, von sechs 2.60, von sieben 2.18, von acht 2.05, von neun 2.— und von elf 1.80 Mark. Wie man sieht, bleibt in einer mit neun Kindern ge⸗ segneten Familie für jede Person noch nicht ein Drittel des Betrages für Ernährung üb⸗ rig, den ein kinderloser Arbeiter für sich im gleichen Zeitraum verwenden kann. Und auch ein solcher kann mit seinem Verdienste kaum menschenwürdig leben!
Gesinnungs schnüffelei in Hessen.
Vor einiger Zeit konnte unser Mainzer Par⸗ teiblatt ein Zirkular der Eisenbahn-Direktion in Mainz veröffentlichen, aus welchem hervor— geht, daß bei den hess. Bürgermeistereien Er⸗ kundigungen über den politischen Umgang, also die politische Gesinnung der bei der Eisen⸗ bahn beschäftigten Arbeiter eingezogen werden. Solches Schnüffeln war bisher doch in Hessen nicht Mode. Es ist noch nicht lange her, Ils der vierte Ausschuß der zweiten Kammer be— züglich des sozialdemokratischen Antrages zur Schaffung von Garantien für die freie Ausübung des politischen und wirth⸗ schaftlichen Koalitionsrechtes der im Staatsbetriebe beschäftigten Arbeiter erklärt: „Die Regierung könne ihren Arbeitern kein bestimmtes politisches Glaubens- bekenntniß abverlangen und wird dies auch nicht thun. In der Praxis scheints an⸗ ders zu sein.— Die Eisenbahnarbeiter sollen dies beherzigen, und sich allesamt organisiren! Wieder eine Zwangs⸗Innung aufgelöst.
Auch die Tapezirermeister in Mainz haben endlich eingesehen, daß es mit der Rettung des Handwerks durch die Innungen nichts ist und lösten ihre Zwangs⸗Innung wieder auf. Selbst die früheren Freunde des Zopf⸗Justituts waren
Auflösung erfolgte e in stim mig. Ein Jahr Gefängniß wegen Majestäts⸗ Beleidigung.
Die Revision des Genossen Lewy in Erfurt gegen das Urtheil des Landgerichts wurde vom Reichsgericht verworfen. Das Reichsge⸗ richt ist also auch der Meinung, daß der Kaiser beleidigt sei, obschon in der betr. Notiz nur einem fingirten Bergwerks- Direktor eine schlechte Handlung nachgesagt worden war.— Lewy muß dafür sein Jahr verbüßen. Der Mo-
b 1 5 Worte„„. 5 jedergegebe anderer Meinung geworden; der Beschluß auf Worte unverfälscht und unverstümmelt wiedergegeben
narchie wird aber durch solche Urtheile kein Dienst erwiesen. d Reichs⸗Schuldenlast.
Aus der dem Reichstage mitgetheilten Denk- schrift über die Anleihegesetze geht hervor, daß die verzinsliche Reichs schuld jetzt 23 78,5 Millionen Mark beträgt. Dazu ö kommt noch der Anleihebedarf aus dem Etats⸗ gesetz von 1900, der für den Kreuzzug und der aus dem Entwurf des Etatsgesetzes für 1901 sich ergebende. Voraussichtlich wird das deutsche Reich am 1. April 1901 nicht weniger als circa 2750 Millionen Mark Schulden haben. Das Volk muß die ungeheuere Zinsenlast auf— bringen. ö
Deutscher Reichstag.
Am Montag haben bei gut besetztem Hause die Verhandlungen des Reichstages wieder be⸗ gonnen. Zur Verhandlung steht zunächst die von unsern Genossen eingebrachte Interpellation betreffend die 12000 Mark⸗Affaire. Reichs lanzler v. Bülow erklärt, diese Anfrage am Donnerstag beantworten zu wouen. Es wird darauf sofort in die Berathung des Gesetz— entwurfes betreffend die Ausgaben fur die Chinaexpedition eingetreten. Hierzu nahm der Reichskanzler zuerst das Wort zur Be— gründung der Vorlage.
In seiner wortreichen Art suchte er zuuächst die Nothwendigkeit des Chinafeldzugs zu beweisen und den Vorwürfen zu begegnen, die sich gegen die geringe Voraus sicht der europälschen, speziell der deutschen Diplomaten in Peking gerichtet habe. Er bestreitet auch, daß die Pachtung von Kiautschou an den chinesischen Wirren schuld sei und wurde förmlich erregt, als man ihm das auf der Linken nicht so ohne weiteres glauben wollte. Zum Schluß streifte er die verfassungs⸗ rechtliche Seite der Frage und enischuldigte so gut oder schlecht es ging, die so lange verzögerte Einberufung des Reichstages. Er ersuchte foͤrm⸗ lich um Indemnität und war so gütig, das Wort selbst in die Gesetzesvorlage aufnehmen zu wollen. Im großen und ganzen waren es aber nur Redensarten, nichts als Redensarten. Der Beifall, der der Rede des Reichskanzlers folgte, war nur auf der Rechten lebhaft, seine Stärke nahm schon Centrum ab und er ver— flüchtigte sich bei den Freisinnigen ganz, bis er bei unseren Genossen einem kräftigen Zischen Platz machen mußte.
Der erste Redner aus dem Hause war der wieder genesene Zentrumsführer Dr. Lieber. Er hat von seiner Eigenart in der Pause, die er in seinem parlamentarischen Auftreten hat eintreten lassen müssen nichts eingebüßt. Er verfteht noch immer vorzüglich den politischen Eiertanz und kritisirte einerseits sehr lebhaft die politische Beiseite schiebung des Reichstags im Sommer dieses Jahres, läßt aber gleichzeitig durchblicken, daß ihn und seine Partei das In⸗ demnitätsnachsuchen des Reichskanzlers sehr be⸗ friedigt habe. Für die Budgetkommission stellte er eingehende Erörterungen über die vielen Fragen staats⸗ und verfassungsrechtlicher Art in Aus⸗ sicht, zu denen er namentlich die verfassungs⸗ widrige Formation der ostasiatischen Kontingente ohne Zustimmung des Reichstags und die Ver— leihung von Fahnen und Standarten an diese Truppentheile rechnet.
Nunmehr ergriff unser Genosse Bebel das Wort. Er sprach über zwei Stunden mit der jugendlichen Frische, die wir von je an ihm gewohnt sind. Seine Rede wurde mit gespannter Aufmerksamkeit angehört. Mit dem Hunnenkurs hielt er gründlich Abrechnung, über die Chinapolitik fällte er ein vernichtendes Urtheil und wir sind überzeugt, die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes schließt sich Bebel an. Wo seine
werden, finden sie sicher Wiederhall und Zustimmung im Volke. Denn in Volkskreisen erfährt der Hunnenzug überall die gleiche Verurtheilung, mit Aus— nahme vielleicht in Flotten- und Kriegervereinen, in Beamtenkreisen und in Zirkeln, die sich keine selbst— ständige Meinung, noch weniger etwa Opposition gegen Regierungsmaßnahmen erlauben dürfen. Be— sonders geißelte Bebel die eigenartige Verbreitung euro— päischer Kultur und des Christenthums, der Reklamezug Waldersees fand die gebührende Beleuchtung. Ferner wies er auf den Widerspruch zwischen den Thaten in China und der sonstigen Stellung der offiziellen Welt
wird Alles bewilligen, welch eine Schmach dem deutschen Reichs⸗
vbesonders des Bischofs Anzer,
zum Christenthum hin, stellte an der Hand der Hunnenbriefe die Verrohung und sittliche Verwilderung der deutschen Soldaten fest. Das feige Verhalten der 1
bürgerlichen Parteien gegenüber dem Verfassungsbruche der Regierung erfuhr herbe Kritik. Als er sagte: „In der That werden nur einige donnernde Reden gehalten werden und schließlich wird Reichstag und Regierung ein Herz und eine Seele sein, der Reichstag ohne zu empfinden,
tag damit seitens der Regierung zugefügt wurde“ traf ihn der Ordnungsruf des Präsidenten.
In seinen weiteren Ausführungen wies Bebel nach,
daß das provokatorische Auftreten der Missionare und sowie auch das Verha ten des Gesandten von Ketteler die Feind⸗ seligkeiten heraufbeschworen habe. Was sich die Europäer in China erlaubten, ließe sich keine Nation von Fremden gefallen. Wir müssen mit aller Ent⸗ schiedenheit dagegen protestiren, erklärt er, daß das Deutsche Reich die Aufgabe habe, das Christen— thum in fremden Ländern durch einen Rache zug zu verbreiten. Wir haben gar keinen Anlaß, so hochmüthig auf die Chinesen herabzublicken. Ru ß⸗ land handelt viel klüger als wir. Nachdem der Kaiser in seiner Bremerhavener Rede ausdrücklich auf die Kriegsführung der Hunnen hingewiesen, wird jetzt in Deutschland allgemein von einem„Hunnenkrieg“ ge⸗ sprochen. Wo bleibt angesichts dieser barbarischen Kriegführung der Protest der Lehrer der christlichen Religion? Dann kommt Redner auf den Tadel des Kaisers gegen die Ham⸗ burger Arbeiter zu sprechen. Der Kaiser kann jene Worte nur gesprochen haben, weil er falsch be⸗ richtet war. Thatsache war, daß die Arbeitgeber selbst die Arbeiter ausgesperrt hatten.(Redner giebt eine Darstellung des betreffenden Hamburger Streiks). Nicht ein einziges Schiff ist in seiner Fahrt nach Ching, durch Hamburger Arbeiter verlangsamt worden. Und wenn es geschehen wäre, so waren nicht die Ar- beiter, sondern die Arbeitgeber die„vater ⸗ landslosen Gesellen im Sinne des Kaisers. — Die Ernennung Waldersee's war eine politische Unklugheit. Die Inszenirung der Sache hat uus dem Gelächter der ganzen Welt preisgegeben! Unter leb— haftem Beifalle unserer Genossen schloß Bebel mit der Erklärung, daß die Sozialdemokratie im Namen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit jeden Pfennig für solche Politik verweigern müsse. Kriegsminister Goßler suchte Bebels Aus⸗ führungen zu widerlegen. Dabei entwickelte er aber äußerst wenig Geschick. Von Verfassungsbruch könne gar keine Rede sein. Die Ermordungen der Missionare hätten den Rachezug nothwendig ge— macht Wenn sich das, was in den Soldaten— briefen berichtet werde, bewahrheitete, so hätten die Verüber solcher Grauelthaten strenge Strafe zu gewärtigen. Ein etwas starkes Stück leistete sich der Kriegsminister mit der Bemerkung: das, was unsere Truppen jetzt in China thun, sei nur die Ver- geltung für das, was die Hunnen bei uns jahrhundertelang gethan haben.
Also Rache für Verbrechen, die vor mehr als 1500 Jahren begangen wurden! Das ist doch wohl eine etwas sehr späte Vergeltung.— Am
Dienstag wurde die Debatte fortgesetzt. Der National- liberale Basser mann erklärte sich mit der Khaki⸗ politik einverstanden und polemisirte gegen Bebel, den er Aeuperungen Bernsteins, die angeblich die Er— oberungspolitik befürworteten, entgegenhielt. Seine Parte, begrüße die Erwerbung von Kolonien, hatte die Pachtung Kiautschous für richtig, billige die Ent— wickelung starken Machtaufgebots, verlange aber die Mitwirkung des Reichstags in diesen Fragen.— Abg. Levetzow(k.) spricht sich ähnlich aus. Dann gelangt der Freisinnige Richter zum Wort, der in einer langen Rede ebenfalls scharfe Kritik an dem Verhalten der Regierung, der Chinapolitik und den Reden des Kaisers übt, von vornherein jedoch die Machtentfaltung Deutschlands billigt, nachdem der Gesandte ermordet war. Die Zukunft Deutsch⸗ lands liege nicht auf dem Wasser— schließt er— im Lande selbst wäre soviel Nothwendiges zu thun, daß die überseeischen Probleme gar nicht in Betracht kommen könnten.— Der Reichskanzler suchte hierauf seine Chinapolitik gegen die von Bebel und Richter erfolgten Angriffe zu vertheidigen. Dann sprechen noch Abg. Kardorff(Reichsp.) und Rükert(Freis. Vg.). Beide Redner fanden an dem. Rachezuge nicht viel auszusetzen.— Die weitere Debatte wird auf Donnerstag vertagt, an welchem Tage auch die 12000 Mark⸗-Affaire verhandelt werden soll.
Der Krieg in Südafrika.
Von den Buren wird der Kleinkrieg noch immer u nablässig und unerbittlich fortgesetzt, wodurch den Engländern theilweise sehr em— pfindliche Verluste beigebracht und das Ende des Krieges noch in weite Ferne gerückt wird. — Im südlichen Theile des Oranjefreistaates ist der Feind in letzter Zeit sehr thätig. Die Eisenbahn und der Telegraph in der Nähe von Edenburg wurden wiederholt zerstört. Aus Natal wird gemeldet, die Buren über— fielen südlich von Utrecht einen Wagen mit 13 Mann Bedeckung aus dem Hinterhalte. Sie nahmen den Wagen mit, ließen die Mannschaft jedoch frei, von der vier Mann verwundet wur— den.— Nach einer Meldung der„Morning
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