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Nr. 30.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
vertretung eine neue Niederlage erlitten. Unser dortiges Parteiorgan teilt mit, daß das Kreisamt den Beschluß der Stadtverordnetenver—
sammlung vom 22. März d. J., durch welchen
der Gehalt des Beigeordneten Wolff um 500 Mark erhöht wurde, genehmigt hat.— Das Kreis amt hat somit offenbar in den„bekannten Vorgängen“ nichts gefunden, was den Herrn Beigeordneten Wolff„für durchaus ungeeignet“ erscheinen lassen könnte, das Amt ersprießlich verwalten zu können. Das ist bitter für Herrn Brink! Außerdem hat jetzt die Stadt⸗ verordnetenversammlung einen Kontrollausschuß gewählt, der darüber zu wachen hat, daß der Oberbürgermeister die Beschlüsse der Stadtver⸗ ordneten wirklich ausführt.
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. W. Marburg, 19. Juli.
Erklärung. Zu dem„Eingesandt“ in der letzten Nummer der„Mitteld. Sonnt.⸗Ztg.“ erkläre ich, daß ich dem Artikel vollständig fern⸗ stehe und daß, was ich schreibe, ich auch mit meinem Namen voll und ganz vertreten kann, brauche also kein falsches Signum. Eine An⸗ frage des Redakteurs der„M. S.⸗Ztg.“, ob der
Genosse R. zuverlässig sei, da derselbe ein„Ein⸗
gesandt“ zur Aufnahme geschickt habe, ist mit „Ja“ beantwortet worden, aus dem einfachen Grunde, da es jedem Genossen unbenommen sein muß, seine Meinung, auch wenn sie eine andere ist, als die der Mehrheit der Genossen, frei und offen zu vertreten. Auch übernimmt die Redak⸗ tion für„Eingesandt“ nur die preßgesetzliche Verantwortung, ist also dem Publikum gegenüber nicht verantwortlich, was doch eigentlich jeder Genosse wissen sollte. In dem Artikel ist auch nicht die Meinung der Gesamtheit dargelegt, sondern hier haben wir es ledig⸗ lich mit der Meinung, mit der Stimme eines Einzelnen zu thun. Wenn nun
dieses„Eingesandt“ in Genossenkreisen eine ziem⸗
liche Aufregung hervorrief und verursachte, daß verschiedene Genossen die Zeitung abbestellten,
so ist dies bedauerlich und zeigt nebenbei, daß
die Schulung der Genossen noch sehr viel zu wünschen übrig läßt. Da muß unbedingt Wandel geschaffen werden. Jedenfalls wäre es im Inter⸗ esse aller hiesigen Genossen gelegen, wenn die Sache zur beiderseitigen Zufriedenheit geregelt Julius Wolff. (Wir bestätigen das oben Gesagte und schließen uns demselben an Red) Zusammenkunft am Sonntag, 22. Juli, nachmittags von 4 Uhr ab in Bückings Garten. Der Vertrauensmann. Faßpartie. Am Sonnabend, 28. Juli,
abends von 6 Uhr ab, findet auf dem Dammels⸗
berge, auf Veranlassung verschiedener Freunde
und Genossen eine Faßpartie statt, zu welcher
zahlreiche Beteiligung erwünscht ist.
Arbeiterrisiko. Bei dem Obermeister der Schlosserinnung, Herrn Seebinger, in der Haspelstraße, zogen sich in der Werkstelle des⸗ selben zwei Lehrlinge solche Verletzungen zu, daß ihre Ueberführung mittelst Chaise in die Klinik notwendig wurde. Auch pfeifen es die Spatzen von den Dächern, daß der Herr Obermeister zum größten Teil nur mit Lehrlingen arbeitet. Wie steht es überhaupt mit den Unfallverhütungsvorschriften in der Werkstätte? Die zwei am hiesigen Orte erscheinenden Zei⸗ tungen schreiben nur von einem Unfall in einer Schlosserwerkstätte. Warum wird der Name des betreffenden Inhabers nicht genannt? Jedenfalls wurde Rücksicht darauf genommen, weil der gräßliche Unfall sich in der Werkstätte des Herrn Seebinger, dem Herrn Obermeister der Schlosserinnung, zugetragen hatte.
* Unter großem Andrange von Landleuten aus den Kreisen Marburg, Kirchhain, Franken⸗ berg, Gießen, Schotten, Wetzlar, Siegen, Bieden⸗ kopf, Hallenberg ꝛc. findet hier gegenwärtig die zweite Verbandsausstellung der Heerdbuch⸗ gesellschaften für das Vogelsberger Rind statt. Die Viehausstellung ist mit 300 Thieren Vogelsberger Rasse beschickt. Die Ausftellung
landwirtschaftlicher Maschinen weist zahlreiche große Firmen auf.
Kleine Mitteilungen.
* Heuchelheim. Am Montag Mittag wurde der bei Herrn Schlenke in Arbeit stehende Taglöhner Uhl während er mit Heuaufladen auf dem Hardthof bei Gießen beschäftigt war von einem Hitzschlag betroffen. Man ver⸗ brachte ihn nach der Gießener Klinik, er starb jedoch auf dem Transport dahin.
* Lich. Arbeiterunfall. Der Ma⸗ schinenschlosser Irdr. Walz erlitt in der Brauerei Ihring einen schweren Unfall. Im Begriff, mit einem über 50 Pfund schweren Ventil, das er an der Decke anbringen wollte, die Leiter hinaufzusteigen, glitt er aus und die Last fiel ihm so unglücklich auf den Kopf, daß die Hirn⸗ schale beinahe zertrümmert wurde. Nach Anlegen eines Nothverbandes wurde der Schwerverletzte in die Gießener Klinik verbracht. Der junge, solide Arbeiter war die Stütze seiner betagten Eltern.
* Wahlmogelei. In Ettingshausen waren bei der Bürgermeistereiwahl drei Kandi⸗ daten aufgestellt. Gewählt wurde in der nöthig gewordenen Stichwahl der Schwager des Beige⸗ ordneten Keil. Derselbe ist indeß noch nicht bestätigt, da zur Zeit noch Untersuchung wegen mehrfach gegen ihn erhobener Klagen schwebt. Nach Mittheilung dortiger Einwohner wurde den ganzen Winter über auf das Wohl des zu wählenden Bürgermeisters getrunken. Auch hier⸗ über sind Erhebungen im Gange, da man mit Recht annimmt, daß die Kandidaten die Zechen bezahlt haben.
* Zusammenstoß. Vorigen Samstag Nachmittag stieß in Frankfurt ein Automobil⸗ wagen mit einem elektrischen Straßenbahnwagen derart heftig zusammen, daß das Automobil in tausend Trümmer ging und der Lenker desselben, Bäckermeister Schwarte von dort, verletzt wurde. Ein zweiter Insasse des Fuhrwerks kam ohne Verletzungen davon. Herr Schwarte wurde in das Bürgerhospital verbracht; sein Befinden soll sich schon soweit gebessert haben, daß seine Ent⸗ lassung in einigen Tagen erfolgen kann.
* Mainz. Beim Scheibenschießen des 117. Infanterieregiments auf dem Schießplatz im Gonsenheimer Wald wurde der Soldat Heller, der die Scheibe bediente, von einem Serge⸗ anten erschossen. Die Kugel ging dem Soldaten durch die Brust. Heller stammt aus Oggersheim bei Ludwigshafen.
* Blatternerkrankungen. Verschiede⸗ ne Fälle von Pockenerkrankungen sind wiederum in Frankfurt vorgekommen. Zwei Familien, eine in der Schweizerstraße, die andere in der Cranachstraße wohnhaft, wurden in die Isolirstation des städtischen Krankenhauses gebracht. Neuer⸗ dings wurde noch ein dritter Fall gemeldet.
Arbeiterbewegung.
T Bezüglich des Gießener Maurer⸗ streiks ist die Situation noch die gleiche, wie seither. Die Arbeiter sind entschlossen, unter allen Umständen auszuharren. Die Zahl der zu Unterstützenden ist gering.
1 Frankfurt. Von den Holzarbeitern befinden sich nur noch wenige im Ausstande. Die meisten Geschäfte bewilligten die Arbeiter⸗ forderungen.
Der vierte internationale Tex⸗ tilarbeiterkongreß wurde am Sonntag Abend im Gewerkschaftshaus in Berlin durch den Reichstagsabgeordneten Gen. Liebknecht in Anwesenheit von ca. 70 Delegierten eröffnet. Die größte Zahl der Delegierten stellt neben Deutschland, das 32 entsandt hat, England mit 28. Außerdem sind anwesend 3 Franzosen, 3 Oesterreicher, 2 Belgier, sowie auch ein Vertreter Rußlands. Die Hauptpunkte der Tagesordnung des diesmaligen Kongresses werden Beratungen über die Abschaffung der Tageslohn⸗Arbeit, sowie der Ueberzeit⸗ und Nachtarbeit sein. Auch die Regelung der Frauen⸗ und Kinderarbeit wird eine wichtige Rolle spielen. Mit an erster Stelle aber wird wieder die Frage der Arbeiterschutz⸗
Gesetz gebung stehen, die Diskussion der Mittel und Wege, Gesetze für die Arbeiterschaft zu er⸗ reichen, endlich auch die Frage der Vertretung der Arbeiter in öffentlichen Körperschaften. Der letztere Punkt ist namentlich für die Länder von Bedeutung, die nicht, wie Deutschland in der Sozialdemokratie, eine bereits fest organisirte politische Arbeiterpartei haben, die sich vielmehr erst Vertreter der Arbeiterinteressen auswählen müssen. Endlich ist von den holländifchen Tex⸗ tilarbeitern noch die Bekämpfung des Alkohol⸗ genusses auf die provisorische Tagesordnung gestellt worden.
Aechtssprechung.
Ein zweites Löbtau. Gelegentlich des Stettiner Ausstandes der Straßenbahnangestellten kam es auch dort zu lebhaften Demonstrationen. Gegen verschiedene von Streikbrechern geführte Wagen wurden Steine und andere Gegenstände geschleudert. Von einem Stein wurde auch der Schutzmann Wölker am Arme gestreift. Er bemerkte beim Umdrehen den Arbeiter Jarczinki, der nach seiner Meinung geworfen haben sollte. Es wurde gegen diesen Anklage wegen Körper⸗ verletzung und Landfriedensbruch erhoben. Jarc⸗ zinski bestritt zwar entschieden die That, kein ein⸗ ziger Zeuge konnte mit Bestimmtheit behaupten, daß er die That verübt. Trotzdem erkannate in der stattgehabten Verhandlung die Geschworenen auf schuldig, und der Gerichtshof sprach die fürchterliche Strafe von zwei Fahren Zucht⸗ haus und fünf Jahren Ehrverlust aus. Zwei Jahre Zuchthaus für einen leichtsinnigen, in gerechter Erregung über Streikbrecher verübten. nein, vielleicht verübten Streich!
Genossen! Agitiert allerorts für die Parteipresse!
Eingesandt. Gießen, 18. Juli.
Der Streik der hiesigen Weißbinder ist beendet; resultatlos— da sich Arbeitswillige in großer Anzahl fanden. Erfahrene Gewerkschafter sahen diesen Verlauf voraus.
Erst voriges Jahr wurde hier die Filiale der Weiß⸗ binder⸗ und Maler⸗Organisation gegründet; und noch ehe sie festen Fuß gefaßt, trat sie in den Kampf ein. Zu einem solchen bedarf es einer möglichst geschlossenen Mit⸗ gliedschaft und— wie bei jedem Kampfe— Geld, Geld, und nochmals Geld.
Die hiesigen organisierten Arbeiter ließen es zwar an Unterstützung nicht fehlen; die zahlreichen Unorganisierten aber(was kümmert es sie, wenn ein Teil ihrer Arbeits⸗ brüder um Verbessernng ihrer erbärmlichen Lebenslage ringt?) standen teilnahmlos bei Seite. Vegetieren sie selbst ja nur zum größten Teil.
Alle Arbeiter sollten aus diesem verlorenen Streik die Lehre ziehen, daß es nur einer festgefügten Organi⸗ sation möglich ist, für ihre Mitglieder nach und nach ein menschenwürdiges Dasein zu erringen, und daß es erste Pflicht eines jeden Arbeiters ist, dem jeweiligen Gewerkschaftsverbande beizutreten.
Sollten diese Zeilen dazu führen, dann brächte selbst dieser Streik segensreiche Frucht.
Ein alter Gewerkschafter.
Partei-Hachrichten.
Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 21. Juli: Gießen. Wahlverein abends ¼9 Uhr bei Orbig. Sonntag, 22. Juli:
Friedberg. Wahl vereins versammlung vormitt. 10 Uhr bei Jakob Ihl, zur„Stadt Newyork“.
Briefkasten der Expedition.
Quittungen. Zim. Ndh. 7.30. Sch. G. 50.—. Sch. Ggn. 2.80. Sch. Fllgsh. 1. 60. B. Rdgn. 2.—. Kft. Wsmr. 7.20. Hdch Kzbch. 4.20. Lcht Gbg. 6.—. Ggr. Möbg. 31.40. Wtr. Lbch. 7.40. Sg. Hst. 2.—. Obg. G. 6.80. L. Weck. 24. 20. Kch. Kfd. 12.—. Mdlr. Kzbch. 3.25 Fz. Ech. 5.20. Br. Dr. 2.—. Hbr. Dbgn. 8.60. B. Rdgn. 3.—. Mhr. Eckh. 3.—. Gge. Hoͤbgn. 7.60. W. Wwl. Ebd. 2.—. Pf. G. 3.30. Str. G. 3.60. Sgfr. Abck. 8.60. Br. Rdgn. 1.40.
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Unserer heutigen Auflage für
Giessen und Umgegend liegt ein
Prospekt der Buchhandlung Vorwärts
über„In freien Stunden“ bei, worauf wir noch besouders aufmerksam machen.
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