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Nr. 30.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
„Segen“ der Zwangsinnungen.
Mit der Mittelstands rettung durch die Organi⸗ sa tion des Handwerks und der Zwangsinnung geht es ähnlich, wie mit der Besteuerung der Warenhäuser. Die Kreise, denen man damit Hilfe bringen wollte, haben nicht den geringsten Nutzen davon, sind vielmehr über die ihnen durch das Innungsgesetz auferlegte Schererei und Plackerei eher noch unzufriedener geworden. Wo die Zwangszünstelei noch in Blüte steht, ist ihr Träger allein die rückständige mittelalterliche Anschauung der beteiligten Handwerksmeister. In vielen Orten ist diese aber doch nicht so, daß nicht die Erkenntnis von der Nutzlosigkeit des Zwangsinnungsrummels zum Durchbruch käme. Zahlreiche Zwangsinnungen lösen sich wieder auf. So sah man auch in der Schreiner- Zwangsinnung in Nürnberg ein, daß sich der„goldene Boden“ des Handwerks auch zwangsweise nicht mehr herbeischoffen läßt, und es macht sich daher eine starke Bewegung geltend, die die Auflösung der Innung bezweckt. Dafür erklärten sich 300 Mitglieder durch Unterschrist. Aehnliche Erscheinungen zeigen sich an vielen anderen Orten; Leute, die noch vor kurzem eifrige Innungs schwärmer gewesen sind, sind jetzt überzeugt, daß derartige, aus der Zopfzeit hervor⸗ geholte Einrichtungen dem Handwerk keinen Nutzen bringen können und daß die Beiträge zum Fenster hinaus geworfen sind. Ueber kurz oder lang wird die mit so großem Tamtam ins Werk gesetzte Handwerksretterei zum alten Eisen gelegt sein.
Wo fängt der„Huugerlohn“ an?
Während der Prozeßverhandlungen, die gegen die Direktoren und Aufsichtsräte der Stettiner Hypotheken⸗Gesellschaft dieser Tage stattfanden, fiel von Seiten eines Verteidigers eine Aeußerung, die wir unseren Lesern und namentlich den un⸗ zufriedenen Arbeitern nicht vorenthalten möchten, um ihnen zu zeigen, wie unberechtigt ihr Streben nach höheren Löhnen und besserer Lebens— haltung ist.
Der Rechtsanwalt Dr. Delbrück⸗Stettin, der den Angeklagten Uhsadel zu verteidigen hatte, machte im Hinblick auf seinen Klienten, der nur 10-11 000 Mark jährliches Gehalt bezog, sol⸗ gende klassische Feststellung:„Allein soviel steht doch fest, wenn ein alter Hypothekenbank-Direktor ein jährliches Gehalt und eine Tant eme von 10. bis 11000 Mark bezieht, dann kann das nur als Hungerlohn bezeichnet werden.“
Millionen Arbeiter werden staunend auf⸗ blicken, wenn sie hören, daß sür einen Menschen, dessen Arbeitsleistung vielleicht hinter der manches Arbeiters zurücksteht, ein zehnfach höheres Einkommen als ihr Jahresverdienst als Hunger⸗ lohn gilt! Wenn aber die Arbeiter selbst be⸗ scheidene Lohnforderungen stellen, wenn sie dafür in den Streik treten, so werden sie in der Presse der Kapitalisten und des Unternehmertums ob ihrer Unersättlichkeit, ihrer Ungenügsamkeit und wie die Schlagworte sonst alle lauten, eifrig ge⸗ schmäht. Und dabei handelt es sich fast aus⸗ nahmslos um ganz geringe Zuschläge zu Löhnen, die weit unter 1000 Mark im Jahre betragen!
Unternehmer⸗Terrorismus.
Zu einer Kraftprobe haben wiederum die Hamburger Eisen industriellen aus⸗ geholt. Sie haben ihre Drohung, wenn die streikenden Schiffsnieter nicht wieder die Arbeit aufnehmen, ein Sechstel ihrer Arbeiter zu entlassen, ausgeführt und von den verschiedenen Arbeiterkategorien den sechsten Theil auf das Straßenpflaster geworfen. So sind bei Blohm u. Voß 800, auf der Reiherstieg⸗Werft 150 bis 200, auf Brandenburgs Werft 100, bei Janssen u. Gchmilinsky 60, bei Wenck 40 Mann, zu⸗
sammen 1200 Arbeiter zur Entlassung
gekommen.— Am Petersenkai haben 690 Schlosser und Schmiede heute Abend frei⸗ willig die Arbeit niedergelegt. Arbeitsleistung und Lebenshaltung. Daß durch Verbesserung der Lage der Arbeiter, wozu natürlich auch die Verkürzung der Arbeits⸗ zeit gehört, dieselben zu höherer Arbeitsleistung befähigt und angespornt werden, vermögen oft
genug die Unternehmer nicht einzusehen. Jetzt wird diese Thatsache wieder durch den Bericht der Handelskammer für Oberfranken anerkannt. Derselbe lobt die aufwärtssteigende Tendenz der Korbwaarenindustrie, mit der dadurch selbstverständlich verkundenen Verbesserung der Arbeiterlage und meint:
„Die Arbeiter fangen nun auch an, mehr Neuheiten zu ersinnen und sind auch in der Mehrzahl nicht mehr so darauf besessen, nach den alten Mustern weiter zu arbeiten.“
Damit ist doch zugestanden, daß die Verbesse⸗ rung der Lebenslage auf die Arbeiter erzicherisch einwirkt. Wie würde sich erst der Erfindungs— geist regen, wenn in einem Gemeindewesen dem fad. die Nahrungssorgen vollständig genommen ind.
Die Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Einbeck-Northeim endete, wie vorauszusehen war, mit der Wahl des nationalliberalen Fabrikanten Jorns, der 8612 Stimmen erhielt. Für unseren Genossen Fischer wurden 4355 Stimmen abgegeben.
Die Nationalsozialen
wollen, wie die Blätter melden, zu der bevor⸗ stehenden Nachwahl zum Reichstage im Kreise Wanzleben einen eigenen Kandidaten auf⸗ stellen. Man will den Wählern aber keinen der nationalsozialen Führer präsentieren, sondern der Kandidatat soll aus dem Wahlkreise selbst ent⸗ nommen werden und ist auch bereits bestimmt. Wie die Magdeburger„Volksstimme“ von ver⸗ trauenswürdiger Seite erfährt, ist Herr Rechts— anwalt Hencke in Wanzleben der hohen Ehre gewürdigt worden, unter dem nationalsozialen Banner den Kampf gegen die Reaktion von rechts und die Reoolution von links zu führen und der Bevölkerung des Wahlkreises Wanzleben an der Geschichte des Burenkrieges und der chinesischen Wirren die Realisierbarkeit der Nau⸗ mannschen Weltmachtsphantasien zu demonstrieren. Man glaubt, daß Herr Hencke sich dieser schwie⸗ rigen Aufgabe ganz besonders gewachsen zeigen dürste, da er als tüchtiger Jurist und gewandter Redner schon über das Weichbild seines Wohn— ortes hinaus bekannt geworden ist und sich großer Beliebthet erfreut. Zu seiner Unter⸗ stützung wird der nationalsoziale Generalstab in den Wahlkampf eingreifen, der hierdurch recht interessant gestaltet werden dürfte.
Ausschluß aus der Partei.
Wie unser Straßburger Parteiorgan mit⸗ theilt, beschloß die am vergangenen Sonntag in Mühlhausen im Elsaß stattgefundene Versamm⸗ lung des dortigen sozialdemokratischen Wahlver⸗ eins einstimmig, die früheren Reichstagsabge⸗ ordneten von Mülhausen Hickel und Bu eb aus der sozialdemokratischen Partei aus zu⸗ schließen. Der Ausschluß erfolgte auf Grund der 88 1 und 3 des Organisationsstatuts, die demjenigen die Zugehörigkeit zur Partei ab⸗ sprechen, der diese nicht„nach Kräften unterstützt“ oder sich„ehrloser Handlungen“ schuldig macht. Bueb hatte durch sein Verhalten vor uud während der Wahl, namentlich dadurch, daß er direkt gegen die Parteikandidatur Emmel agitierte, gegen die erstere Bestimmung verstoßen, weshalb sein Ausschluß gerechtfertigt war. Ebenso ver⸗ hält es sich mit Hickel. In der Versammlung erklärte der Vertreter des Landeskomitees, Partei⸗ und Landesvorstand seien einig darin, daß man die deutsche Sozialdemokratie zur Beseitigung Bueb's nur beglückwünschen könne. Das Vor⸗ gehen gegen die Beiden hat also seinen guten Grund und es handelt sich durchaus nicht darum, „Sündenböcke“ für unsere Mühlhauser Nieder⸗ lage zu finden, wie die„Hess. Landesztg.“ meint. So etwas mag bei anderen Parteien üblich sein, wir haben Sündenböcke nicht nöthig.
Ausländisches. Das französische Nationalfest, das alljährlich am 14. Juli(zum Andenken an den Bastille⸗Sturm 1789) stattfindet und durch Paraden, öffentliche Lustbarkeiten usw. begangen wird, ist ohne jeden erheblichen Zwischenfall ver⸗ laufen. Die Kundgebungen, welche seitens der
Chauvinisten vor der Statue Straßburg statt⸗ fanden, fowie die Auffahrt zum Paradefeld in Longchamps verliefen unerwartet ruhig dank der umfassenden Polizeimaßregeln und besonders dank der Ueberlegenheit der sozialistischen und republikanischen Teilnehmer, welche auf wenigstens 120000 Mann ge⸗ schätzt wurden. Sämtliche Sozialisten und Repu⸗ blikaner trugen eine wilde Rose im Knopfloch und übertönten durch die Ruse:„Es lebe die Republik!“ und„Es leben die Soldaten!“ die Rufe der Nationalisten:„Es lebe Jamont, es lebe die Republik!“ Die Auffahrt erfolgte pro⸗ grammmäßig wie alljährlich. In dem Wagen des Präsidenten saß neben ihm der Kriegsminister General André. In einem zweiten Wagen folgte der Ministerpräsident Waldeck-Rousseau. Ein Individuum, das„Tod Loubet!“ schrie, wurde sofort verhaftet.
Der Krieg in Südafrika.
Lord Roberts erlitt eine bedeutende Nieder- lage. Er meldete darüber am 12. Juli: Die Buren machten gestern einen entschlossenen Angriff auf unsere rechte Flanke, und ich be⸗ dauere, melden zu müssen, daß es ihnen gelang, sich Nitralsneks zu bemächtigen, das von einer Schwadron Grauer Schotten, zwei Geschützen und fünf Kompagnien des Lincoln⸗ Regiments besetzt war. Die Buren griffen bei Tagesanbruch mit überlegenen Streit⸗ kräften an, nahmen die Hügel, die den Paß beherrschen, und eröffneten ein mörderisches Ge⸗ wehrfeuer auf die kleine Besatzung. Nitralsnek liegt etwa 18 Meilen von Pretoria auf der Verbindungslinie von Rustenburg. Der Kampf dauerte den ganzen Tag. Ich sandte Ver⸗ stärkungen, bevor aber diese eintrafen, war die Besatzung geschlagen. Die beiden Geschütze und ein großer Teil der schottischen Schwadron fielen in die Hände des Feindes, weil die Pferde erschöpft waren; außerdem machten die Buren 90 Gefangene vom Lincoln⸗Regiment. Die Verlustliste liegt noch nicht vor, doch be⸗ fürchte ich, daß sie bedeutend ist.—
Zu derselben Zeit wurden die Engländer bei Derdport angegriffen und erlitten schwere Ver⸗ luste.— Dagegen hätten die Generale Buller und Smith⸗Dorrien die Buren bei Krügersdorp und Paardekraal zurückgeschlagen.— Der volks⸗ tümlichste Mann von England scheint ganz fürchterliche Schläge bekommen zu haben.
Die holländischen Blätter berichten, daß der Burengeneral Botha dem Marschall Roberts eine Protestnote zusandte über die unmenschliche Behandlung der Buren seitens der englischen Truppen. Da die Mitglieder des holländischen Roten Kreuzes sich als Zeugen dieser Vorgänge erboten hatten, wurden sie als Kriegsgefangene nach Kapstadt geschickt.—
Es ist festgestellt worden, daß die Buren ihre Stellungen nördlich von Pre- toria verstärken.
Vom opferwilligen Unternehmertum und den begehrlichen Arbeitern.
Im„Wetzlarer Anzeiger“ schrieb vor einiger Zeit irgend einer über die hohe Entwickelung, welche die deutsche Industrie auf der Pariser Weltausstellung zeige. Diese großartigen Fort⸗ schritte wären in erster Linie der„hervorragenden Thatkraft und Intelligenz“ der deutschen In⸗ dustriellen, dann auch der Bismarck'schen Politik des„Schutzes der nationalen Arbeit“ zu danken. Patriotismus und Opferwilligkeit des Unter⸗ nehmertums lobt der Schreiber dann über den Schellenkönig, während er die Arbeiterklasse und ihre politische Vertretung in verlogener und ge⸗ hässiger Weise beschimpft. Er bringt es fertig, folgenden Schutt in den Spalten des„W. Anz.“ abzuladen:
„Der Patriotismus der deutschen Industrie hat sich das schönste Denkmal gesetzt in der Opfer willigkeit ihrer Angehörigen, die ohne zu murren, die überaus schweren peku— niären Lasten auf sich nahmen, welche ihnen aus der Durchführung des sozialen
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