8 31.
— 0 fu 1 De. tadt⸗ drühde die 95 htzver⸗
b für Jahre
lag
sch fi holten N, wiez hwantte hre dem
te.
nz die eutscher er daz Arbeitz⸗ Leipig, rten⸗ hlich— t, Dr. erungz⸗
1 1 1
1 1 N
2
Rechtz⸗
ferenten Bürger⸗
Haft.
nis und die in raß en- n. Eist zu ins eilt.— d wenn jängnis. ausära. e einer mmers) ig von Pastot lig der und it
tadt S. ben zwi 9 0 isch U 5 200 tigt, ft ine Be on lung Kethal
gemeinde n fel
e eee
Nr. 34.
mr
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
der Reichstagswahl zu decken war, sowie daß im Bezirk Vilbel die Landtagswahl stattfand. Die Revisoren be⸗ kunden, daß das Gesamtmaterial in vorzüglicher Ordnung vorgefunden wurde, worauf der Kreisvertrauensmann entlastet wird. Hierauf geben die Genossen Muth und Armbrust den Vorstands⸗ und Kassenbericht des Kreis⸗ wahlvereins. Auch hier ergiebt sich ein ziemlich günstiges Verhältnis. Der Kassenbestand beträgt 283,91 Mk. Die Mitgliederzahl steht jedoch noch in keinem Berhältnis zur abgegebenen Stimmen zahl im Kreise, und bleibt für den neuen Vorstand noch manches Stück Arbeit zu thun übrig. Die Revision ergab, daß alles in bester Ordnung war. Bei einer Filiale ist ein kleiner Fehler vorgekommen, mit dessen Regelung der Vorstand derselben betraut wird. Es folgt nunmehr die Beratung eines Antrages Fried⸗ berg, welcher durch Gen. Busold begründet wird und wie folgt lautet:„Der Kreisvertrauensmann ist gleichzeitig Vorsitzender des Kreiswahlvereins. Alle Gelder fließen in eine gemeinsame Kreiskasse, welche der Kassierer des Kreiswahlvereins verwaltet; derselbe ist gleichzeitig stellvertretender Kreisvertrauensmann. Der Ort, an dem sich diese Posten j weils befinden, wählt einen Schriftführer dazu“ Vilbel stellt einen Zusatz⸗ antrag dahin lautend:„Die übrigen drei größten Filialen wählen je einen Kontrolleur, welche bei wichtigen Fragen mit zu beschließen, sowie halbjährlich die Revision der Verwaltung vorzunehmen haben.“ Nach eingehender Debatte wird dieser Antrag einstimmig angenommen. Die dadurch nötigen Statutenänderungen soll der neue Vorstand ausarbeiten und den Filialen zur Begutachtung übersenden. Die darauf vorgenommenen Wahlen er⸗ gaben: Zum Kreisvertrauensmann Genosse Heinrich Busold, zum Kassierer Gustav Kühn beide in Fried⸗ berg. Gen. Horris⸗Himbach wird seitens der Conferenz als vierter Kontrolleur bestimmt.
Die Landesconfereuz soll von Genossen der Orte Friedberg, Vilbel, Heldenbergen, Rodheim, Steinbach, Höchst a. d. N. und Himbach beschickt werden. Die Kosten trägt die Kreis kasse. Zwei Anträge zur Landeskonferenz sollen von den Genossen unterstützt werden.
Als Delegirte zum Parteitag werden die Gen. Busold· Friedberg und Horris⸗Himbach gewählt. Es wird ge⸗ wünscht, daß möglichst in jedem Orte durch diefe Gen. Bericht vom Parteitag erstattet wird.
Ein Antrag, betreffend Agitation im Kreise, wird dem neuen Vorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Damit war die Tagesordnung erschöpft und es erinnert der Vorsitzende in seinem Schlußwort noch, an das Zu⸗ sammentreffen der Bestattung Liebknechts mit der Tag ⸗ ung der Konferenz. Es solle das ein Mahnzeichen für Alle sein. Nur durch andauernde angestrengte Thätig⸗ keit sei etwas zu erreichen, darin sei uns Liebknecht ein Vorbild gewesen. Mit dem Wunsche, daß die heute be⸗ schlossenen Aenderungen der Organisation der Partei zum weiteren Vorteil sein möchten, schließt der Vor⸗
sitzende mit einem Hoch auf die internationale Sozial⸗
demokratie, die gut besuchte äußerst interessant verlau⸗ laufene Konferenz.
Alle Zuschriften sind zu richten an„Heinrich Busold⸗ Friedberg“ alle Gelder dagegen an„Gustav Kühn⸗ Friedberg.“
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. W. Marburg, 16. August.
Gedächtnisfeier. Am Samstag, den 11. August fand im Lokale des Herrn Müller zum Andenken an unseren verstorbenen Genossen Wilhelm Liebknecht eine Gedächtnisfeier statt, welche so stark besucht war, daß der zur Verfügung stehende Raum die Anwesenden nicht alle zu fassen vermochte. Genosse Ströbel⸗ Berlin hielt die Gedächtnisrede, schilderte das Leben und Wirken Liebknechts während der 53 Jahre, welche er für die Freiheit kämpfte. Zum Schluß ermahnte der Redner die Anwesen⸗ den, das große Erbe, welche uns Liebknecht hinterlassen, in seinem Sinne zu nützen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit, so, wie er es gethan, für die Befreiung der Arbeiterklasse weiter zu kämpfen, dadurch würde das Andenken des„Soldaten der Revolution“, wie er sich selbst nannte, am besten geehrt.— Bei dieser Gelegen⸗ heit sei daran erinnert, daß Liebknecht im Jahre 1898 in unserem Wahlkreise Reichstagskandidat unserer Partei war und 496 Stimmen erhielt, während im Jahre 1893 Genosse John⸗Kassel es nur auf 357 Stimmen brachte.
Zusammenkunft der Genossen am Sonn⸗ tag, 19. August, auf der Dammühle. Treff⸗ punkt nachmittags 4 Uhr am Sellhof.
Der Vertrauensmann.
Kleine Mitteilungen.
* Rabenmutter. In Frankfurt warf die ledige Dienstmagd Marie Reich ihr acht Monate altes Kind von der Wilhelmsbrücke herab in den Main. Die Mörderin wurde alsbald verhastet.
* Pest in Hamburg. An Bord eines Schiffes erkrankte der Steward Rauhut unter pestartigen Erscheinungen. Im Eppen⸗ dorfer Krankenhause interniert, verschlimmerte sich sein Befinden und er starb zwei Tage nach der Einlieferung. Man nimmt an, daß der Fall ver⸗ einzelt bleibt.— Aus Greenwich(London) wird gemeldet, daß an Bord eines aus Indien kom⸗ menden Dampfers 4 Pestfälle konstatiert wurden.
Arbeiterbewegung.
Hirzenhain. Vor einiger Zeit berichteten wir⸗ daß die Arbeiter des hiesigen Eisenwerkes(Buderus) die Arbeit niedeclegten, weil die Direktion in Lollar sich nicht zu einer bescheidenen Aufbesserung der geradezu jämmer⸗ lichen Löhne verstehen wollte. Auf das Versprechen der Direktion, die Sache regeln zu wollen, nahm man nach einigen Tagen die Arbeit wieder auf. Bis jetzt sind hier⸗ zu aber noch keine Schritte gethan. Hoffentlich erinnert sich die Direktion ihres Versprechens!
T Christlicher Terrorismus.„Gott schütze das ehrbare Handwerk“ steht am Kopfe eines Briefes geschrieben, der einem jungen Küfergesellen in Mainz zuging, welcher als Mitglied des kathol. Gesellenvereins seiner Berufsorganisation beigetreten war. Der Inhalt des für die Agitationsweise der Schwarzen be⸗ zeichnenden Schriftstückes ist folgender:
„Erlaube mir im Namen des Präses, einige Zeilen an Sie zu richten. Wie wir von zu⸗ verlässiger Seite gehört haben, sind Sie seit einigen Wochen Mitglied des Zentralvereins deutscher Küfer. Wir fordern Sie deshalb auf, aus dem Verein auszutreten oder wir andernfalls Sie aus unserem ausschließen müssen, da jene Paragraphen den unseren nicht passen. Ich bitte und mahne deshalb auf schriftlichem Wege, andernfalls müßte ich
Sie in öffentlicher Versammlung als Roter
proklamieren, oder auch andernfalls
Ihren Herrn Prinzipal darauf
aufmerksam machen, was ich jedoch
nicht hoffen möchte. Wir fordern Sie des⸗ halb in Ihrem eigenen Interesse auf, sich von
Jenen fernzuhalten und lassen Ihnen 8 Tage
Bedenkzeit. Nach verlaufener Zeit werden wir
Erkundigungen einziehen. Gott segne das
ehrbare Handwerk!
gez.(folgt Name). Mainz, St. Peter, den 1./8. 00. Pfarrer Heyder.“
Der unterzeichnete Pfarrer erklärte zwar in einer Zuschrift an die„Mainzer Volksztg.“ seine Unter⸗ schrift für gefälscht, auch habe er niemand beauftragt, einen derartigen Brief zu schreiben; aber der Brief ist auf einen offiziellen Briefbogen mit Vordruck und Abbildung des Gesellenhauses geschrieben, der Schreiber muß also wohl irgend welches Amt im Gesellenverein bekleiden. Jedenfalls kenn⸗ zeichnet das Schriftstück zur Genüge den Geist klerikaler Unduldsamkeit, der im kath. Gesellenverein herrscht. Die dem Mitglied in Aussicht gestellte Denunziation bei dem Arbeitgeber kann doch keinen anderen Zweck haben, als den Mann außer Arbeit zu bringen. Schöne Brüder in Christo!
„Die ehrlosen, vaterlandslosen Gesellen.“ So lautet die Tagesordnung mit der sich am Dienstag Abend sechs große, überaus stark besuchte Versamm⸗ lungen in Hamburg beschäftigten. Alle Versamm⸗ lungen waren überfüllt, es mögen sich im Ganzen mehr als 10000 Personen beteiligt haben. Tütge's Lokal, wo Reichstagsabgeordneter Dietz referierte, war schon schon um 8 Uhr dicht besetzt, so daß der Referent, als er um 8½ Uhr erschien, über Nebentreppen zum Po⸗ dium geleitet werden mußte, während auf der Straße noch Hunderte Einlaß begehrten.
Nach der Charakterisierung des Scharfmacherthums und nach eingehender Darstellung der von den Scharf⸗ machern beliebten Politik und des skandalösen Verhaltens der Werftbesitzer besprach der Referent, Genosse Dietz, die bekannte Kaiserrede, welche er auf unrichtige, wohl auch von interessiierter Seite ausgehende Berichterstat⸗ tung zurückführte. Unter rauschendem Beifall schloß der Redner mit der Erklärung, daß der gegenwärtige Kampf, möge erenden wie er wolle, jedenfalls dem protzigen Unternehmertum zeigen werde, daß der Arbeiter kein Sklave sei; und in dieser Weise werde trotz der Scharfmacher, trotz der Intervention des Kaisers die Aussperrung auch ihre Früchte tragen. In der sich an⸗ schließenden Diskussion wurde die Geschichte der Aus⸗ sperrung eingehend erörtert und die Erwartung ausge⸗ sprochen, daß der deutsche Kaiser, nachdem die Un⸗ richtigkeit seiner Informationen erwiesen, seine Ausführungen zurücknimmt. Auch die übrigen Versammlungen— in einer derselben sprach Abg.
Frohme— zeigten ebenso starken Besuch. Ueberall nahm man einstimmig folgende Resolution an:
„Die Hamburger Arbeiterschaft weist mit Entschie⸗ denheit die Behauptung zurück, es seien diejenigen Ar- beiter, welche fih weigern, den Terrorismus der Unter⸗ nehmer dadurch zu unterstützen, daß sie Arbeiten ver⸗ richten, welche von Streikenden oder Ausgesperrten liegen gelassen wurden, ehrlose und vaterlandslose Gesellen. Sie erachtet es vielmehr als ein Gebot der Ehre und Pflicht eines jeden Arbeiters, den Arbeitskameraden Soldarität zu zeigen und den brutalen Terrorismus des Unter- nehmertums allzeit mit aller Kraft entgegenzutreten.“ Die Werftbesitzer Blohm und Voß, die Haupthähne der„patriotischen“ Hamburger Uaternehmerklique, be⸗ schlossen, an je zwei Tagen in der Woche ihre Werft zu schließ en. Natürlich sind die dort noch weiter arbeitenden Leute nicht damit einverstanden und werden, wenn diese Maßregel durchgeführt wird, die Arbeit niederlegen. Wahrhaftig, die Unverschämtheit der Kapi⸗ talprotzen kennt keine Grenzen! Hinzufügen wollen wir noch, daß der Verband der Hamburger Eisen⸗Industri⸗ ellen die Vermittelung des Gewerbegerichts⸗ vorsitzenden ablehnte!
Reehtsspreehung.
Lex Heinze. Von der Hamburger Straf⸗ kammer wurde zum ersten Mal eine Bestimmung der Lex Heinze, d. h. von dem, was davon noch übrig blieb, angewandt. Eine Mutter war an⸗ geklagt, den intimen Umgang ihrer Tochter mit ihrem Bräutigam geduldet und sich mithin der schweren Kuppelei schuldig gemacht zu haben, worauf bisher eine Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus stand. Auf grund der Lex Heinze erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von drei Tagen.
Partei-Hachrichten.
Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 18. August:
Gießen. Wahlverein Versammlung abends 9 Uhr bei Orbig: Gedächtnisfeier für Wilh. Lieb⸗ knecht. Die Trauerrede hält Gen. E. Krumm.
Heuchelheim. Arb.⸗Bild.⸗Verein abends 9 Uhr bei Wirt Gerner.
Dienstag, 21. August:
Gießen. Sitzung des Gewerkschaftskartells abends 9 Uhr bei Orbig. Tagesordnung: Abrechnung vom Sommerfest.
Wahlkreis Wetzlar⸗ Altenkirchen. Kreiskonferenz. Sonntag den 19. August ds. Js., nachmittags 4 Uhr im Saale des Genossen Orbig in Gießen, Rittergasse. Tagesordnung:
1. Bericht des Vertrauen s mannes, 2. Parteitag in Mainz, 3. Verschiedenes. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu er— scheinen. Der Kreisvertrauensmaun
Candes⸗ Konferenz der Sozialdemokraten Hessens.
Auf Beschluß des Landes-Komitees findet die diesjährige
Landes⸗ Konferenz
der gozialdemokraten des Großherzog tums Hessen
in Neu⸗Isenburg
Sonntag, 2. September, vormittags 10 Uhr, im Saale„Zum Darmstädter Hof“ statt. Parteigenossen! Sorgt allerorts dafür, daß die Landes⸗Konferenz zahlreich besucht wird. Diskutiert die Tagesordnung und sendet die nötigen Anträge rechtzeitig an den mit⸗ unterzeichneten Genossen Ulrich ein!“ Offenbach, den 11. Juli 1900.
Das Landeskomitee. C. Ulrich, Vorsitzender J. Orb, Kassierer Gr. Marktstr. 25. Geleitsstr. 14.
Briefkasten der Expedition. Quittungen folgen in nächster Nummer. Für unsere sämtlichen Abonnenten
liegt heute der„Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der sozialdemokratischen Reichstags⸗ fraktion“ bei und bitten wir selbigen, falls mit der Zeitung nicht erhalten, von den Spediteuren zu verlangen.


