Ausgabe 
18.11.1900
 
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Nr. 47.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

1 ind sämmtlich umgekommen. Wer nicht durch

die Gewalt des Zusammenstoßes den Tod fand, verbrannte jämmerlich. Die Zahl der Opfer ist bis jetzt noch nicht mit Sicherheit festge⸗ stellt, doch sind sicher mehr als zehn Menschen zu grunde gegangen.

Einige Personen versuchten vergeblich, den Flammen durch die Fenster zu entrinnen. Der Brand griff ungeheuer schnell um sich, Hilfe von außen war unmöglich. In Frankfurt traf die Nachricht von dem Unglück erst mit den Ueberresten des D⸗Zuges ein, da die Telegra⸗ phen⸗Leiutngen unterbrochen waren.

Ein weiteres entsetzliches Bahnunglück er⸗ eignete sich auf der Strecke Kaltenkirchen⸗ Brügge(Reg.-Bez. Düsseldorf). Hierbei ver⸗ loren nach den bisherigen Mittheilungen 7 Arbeiter das Leben.

Auch die Offenbacher Stadtvertretung nahm in ihrer letzten Sitzung Stell⸗ ung zur Kohlennoth. Unser Genosse Ulrich beantragte: Um der unbemittelten Be⸗ völkerung Offenbachs während dieses Winters, so lange die unerhört hohen Kohlenpreise an⸗ halten, den Bezug des Heizmaterials zu er⸗ leichtern, wird die Großh. Bürgermeisterei be⸗ auftragt, zwecks der Abgabe an Private in Mengen von 15 Zentner Hausbrandkohlen, sowie Kohlen⸗ und Braunkohlen⸗Briketts auf Kosten der Stadt einzukaufen und zum Selbst⸗ kostenpreis abzugeben. Oberbürgermeister Brink erklärte, er halte den Antrag für sehr zeitge⸗ mäß. Auch er habe etwas Derartiges schon im Auge gehabt und mit dem Gaswerk darüber Rücksprache gehalten. Der Antrag soll auf die nächste Tagesordnung gesetzt werden.

Bei den Stadtverordneteuwahlen in

Frankfurt, die am Donnerstag stattfanden, sind unsere Kan⸗ didaten, wie das ja bei dem dort bestehenden

Wahlsystem natürlich ist, unterlegen. Nur in dem Bezirk Bockenheim kommt unser Kan⸗

didat Quarck mit den Demokraten in Stich⸗

wahl, in der er kaum zum Siege gelangen wird. Der Prozeß Sternberg dauert noch fort. Selten hat ein Prozeß so wie dieser die sittliche Verkommenheit derbesseren Kreise enthüllt. Noch ist der Prozeß nicht abgeschlossen, aber soviel ist doch sicher, daß der vielfache Millionär Stern- berg eine Anzahl kaum der Schule entwachsene Mädchen der Schande überlieferte, sie sittlich und moralisch ruinirte. Nebenbei wirft der

Prozeß ein böses Licht auf die Zustände in der Berliner Kriminalpolizei. Hierauf wird man später noch Firückkommen müssen.

Das Urtheil im Konitzer Meineidsprozesz Am Samstag Nachmittag wurde in dem Ge⸗

richtsdrama zu Konitz das Urtheil gesprochen.

Masloff wurde zu ein Jahr, Frau Roß zu zwei Jahren sechs Monaten Zucht⸗ haus verurtheilt. Letztere auch zu drei Jahren Ehrverlust und zu dauernder Eidesun⸗

fähigkeit. Die Frauen Masloff und Berg wurden

freigesprochen. Die Geschworenen bejahten die erste Schuld⸗

frage in Betreff des Angeklagten Masloff und

beide Schuldfragen in Betreff der Angeklagten Roß. Bezüglich beider wird aber als strafmil⸗ dernd zugegeben, daß, wenn sie die Wahrheit gesagt hätten, sie strafrechtliche Ver⸗ folgung zu befürchten gehabt hätten. Der Staatsanwalt beantragt daraufhin gegen Mas- loff 4, gegen Frau Roß 9 Jahre Zuchthaus und außerdem gegen Masloff 5, gegen Frau Roß 10 Jahre Ehrverlust und ferner, daß gegen Frau Roß außerdem auf dauernde Eidesunfähigkeit erkannt werde. 5

Die vom Staatsanwalt beantragte Höhe des Strafmaßes wird wohl Jeder mit Kopfschütteln vernehmen. Mögen auch niedrige Motive die Angeklagten geleitet haben, so ist eine Strafe, vie sie höchstens auf schweren Todtschlag er⸗ kannt wird, doch in kein Verhältniß zu einer That zu stellen, von der die Geschworenen sich

Zefagt haben, daß sie aus gewiß begreiflichen

weis der Familie Levy am

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ründen mildernde Umstäde zugebilligt verdient. Aus den Pladoyers ist wenig Bemerkens⸗ verthes nachzutragen. Rechtsanwalt Heyer, der Vertheidiger der berg; sprauß 25 l 715 9h die ürdigkeit ab. Der ibe⸗ Y die Glaubwürdig.

lich geführt, aber wenn dieser Alibibeweis auch ausreiche, um von den Genannten den Verdacht der Thäterschaft zu nehmen, so bleibe doch die Möglichkeit bestehen, daß der Levy'sche Keller zur That hergegeben worden sei, und daß die Lewy's alsdann bei der Beiseiteschaffung der Leichentheile mitgewirkt haben. Der Ver⸗ theidiger beantragte die Freisprechung der An⸗ geklagten Berg. Die Vertheidiger der übrigen Angeklagten plaidiren ebenfalls für Nicht- schuldig.

In Konitz soll der Ausgang der 14tägigen Gerichtsverhandlung große Erregung her⸗ vorgerufen haben.

Die Kosten des Prozesses belaufen sich auf rund 30000 Mark. Es sind im Ganzen 169 Zeugen geladen gewesen, von denen 131 vernommen worden sind. An einzelne Zeugen mußten Beträge bis zu 500 Mark für Gebühren bezahlt werden.

Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. St. Marburg, 15. Novbr.

Parteiversammlung. Die am Samstag Abend bei D. Jesberg anberaumte Parteiversammlung war leider schwach besucht. Dieselbe wurde um 9⅛ Uhr durch den Ver⸗ trauensmann eröffnet. Gen. Euler gedachte zunächst des verst. Gen. Martin Roth und forderte die Anwesenden zur Ehrung desselben durch Erheben von den Sitzen auf, was geschah. Der erste Tagesordnungspunkt betraf Abrech⸗ uung der Kolportage⸗Kommission. Die Ein⸗ nahme betrug 507.16 Mk., die Ausgabe 223.93 Mk., sodaz nach Abzug von 16 Mk. Außen⸗ stände ein Baarbestand von 255.23 Mk. ver⸗ bleibt. Der Kommiffion wurde Decharge er⸗ theilt. Die Abrechnung des Vertrauensmannes erstreckte sich auf die Zeit vom 1. Juni bis 6. Nov. d. Is. und betrug die Einnahme 99.16 Mk., die Ausgabe 78.42 Mk., sodaß ein Bestand von 20.74 verblieb. Auch ihm wurde Decharge ertheilt. Als Vertrauensmann wurde Gen. Härtling ainstimmig wiedergewählt. Hierauf erfolgte die Wahl eines Mitgliedes der Preßkommission und wurde Gen. Stumpf wiedergewählt. Bei Punkt 5, Verschiedenes, entspann sich eine Debatte über die kommunalen Angelegenheiten. Schließlich wurde ein Antrag Euler, für die nächste Versammlung einen auswärtigen Referenten zwecks Vortrag über dieses Thema zu bestellen, angenommen. Nach⸗ dem noch die Gen. Vollmar und Weide als Revisoren gewählt waren, erfolgte um 10 Uhr Schluß der Versammlung.

Kreistags⸗Wahlen. Am Dienstag fanden dahier seitens der vereinigten städtischen Körperschaften die Ergänzungswahlen zum Kreis- tag statt. An Stelle der vier ausgeschiedenen Mitglieder Siebert, Westerkamp, Bopp und Berdux wurden folgende fünf Mitglieder wieder resp. neu gewählt: Siebert, Bopp, Berdux, Dörfler und Ränkel. Nach den Anstrengungen der Wahl vereinigte man sich zu einem gemein⸗ samen Mahl im Restaurant Seebode.

Unfall. Am Samstag stürzte ein hiesiger Bürger mit seinem Söhnchen in der Dunkelheit im Walde oberhalb der Schießstände in der Knutzbach in den alten Steinbruch. Beide brachen jeder einen Arm und der Vater erlitt außerdem innere Verletzungen, sodaß er sich in die Klinik begeben mußte. Die Bedauerns werthen mußten in elendem Zustande bis Mitternacht in ihrer Lage verbringen, ehe es ihnen gelang, den richtigen Weg wieder zu finden.

Arbeiter⸗GesangvereinEin⸗ tracht. Unser Gesangverein macht gute Fortschritte, doch wurde von der Veranstaltuug eines öffentlichen Konzertes resp. Winterver⸗ gnügens für dieses Jahr Abstand genommen. Dagegen wurde in letzter Versammlung be⸗

schlossen, eine Weihnachtsfeier bei D. Jesberg

Vereinslokal) abzuhalten. Es soll eine Ge⸗ chenkverlosung, Vokal- und Instrumental⸗Konzert u. s. w. stattfinden. Für die Sänger heißt es daher noch fleißig geübt und werden dieselben

seiner Baarschaft beraubt.

ersucht, die Gesangsproben regelmäßig zu be⸗ suchen.

Arbeiterbewegung.

Der Deutsche Buchdrucker verband zählte am Ende des 2. Quartals 1900 29 595 steuernde Mitglieder. Im genannten Viertel⸗ jahr wurden ausgegeben für Reiseunterstützung 29 690,83 Mark, für Arbeitslosenunterstütz⸗ ung am Ort 46 574 Mk., für Kranke 124 274,24 und für Invalide 26 440 Mark. Im 3. Quar⸗ tal wurden für Unterstützungen ausgegeben 286 548,08 Mark. An Mitglieder- Beiträ⸗ gen gingen ein 416 595,40 Mark. Am 30. September 1900 verfügte der Verband über einen Kassenbestand von 2936 235,78 Mark.

Von den deutschen Bildhauern sind nach neueren Feststellungen beinahe vier Fünftel 78,3 Prozent in der Organisation Deshalb sind auch in diesem Berufe die Ar⸗ beits⸗ und Lohnverhältnisse günstiger als in den meisten übrigen.

Kleine Mittheilungen.

* Lang⸗Göns. Die Wahl des Bürger⸗ meisters A. Rompf, die von der Gegenpartei we⸗ gen Spendirens von Freibier usw. angefochten wurde, erklärte der Kreisausschuß für gültig.

Ueberfafll Auf dem ege von Friedberg nach Ober⸗Roßbach wurde am Sonntag Abend der Dachdecker Klum von Wel⸗ fenhausen von zwei Leuten überfallen und Einer der Räuber wurde am Dienstag in Friedberg verhaftet.

* Religiöser Wahnsinn. In Mainz hat sich am Mittwoch Nachmittag der dort woh⸗ nende 29 Jahre alte Arbeiter Heinr. Trautwein aus Gau⸗Odernheim im Beisein seines Vaters in einem Anfall religiösen Wahnsinns erschossen.

** Hunnisches. Gelegentlich der Kon⸗ trollversammlung in Ellnhausen bei Marburg entstand eine Schlägerei. Dabei wurde der Reservist Weinhold aus Haddamshausen so schwer verletzt, daß er in der darauf folgenden Nacht star b.

Letzte Nachrichten.

Die sozialdemokratische Fraktion des Reichs- tags hat eine Interpellation eingebracht, welche Maßregeln der Reichskanzler gegen die Beamten zu ergreifen gedenke, welche von dem Bunde der Industriellen 12 000 Mark forderten und erhielten. Die Anfrage wird am Montag zur Verhandlung kommen. Am Donnerstag konstituirte sich der Reichstag. Als Präsident wurde Ballestrem wiedergewählt. Erster Vizepräsident wurde der Konservative Frege, zweiter der Nationalliberale Buesing.

Versammlungs⸗Kalender.

Samstag, 17. November. Gießen. Holzarbeiter abends 9 Uhr bei Löb, Wiener Hof. Gießen. Metallarbeiter abe ds 9 Uhr bei Ocbig Montag, 19. No vember.

Giesten. Schneider. Abends 9 Uhr bei Orbig. Quittungen. L. G. 3.50. Schw. Nom. 3. R. Ochlm. 27.. Schb. H. 10.20. Tgd. G..40. R. G. 2.40. Schfr. gdst. 7 20. L. G. 10. Vyr. Dog. 3.60. Wld. Alsf. 24. Kl Rdg. 7 20. Wir. Obch. 7.20. Gge. Hobgn. 7.40. Ggr. Neg. 27 60.

Rg. Stbch. 24.60. Ptr. Grßl. 3.. Mhl. G. 23 60 Hilg. Kl. L. 4.34. Sgfr. Abck. 8 80. Lchr. The. 18. Ba. Vog. 3.60 L. G. 7.. Erb. Ghsn. 4.80. Och.

Alt. 1. Hp. Adhm. 4.8). Mhr. Eckh. 4. Hchstd. Koh. 13.20. Sg. Hst. 2.40. Lst. Weck. 28 60. Krgr. S. 37.80. Pf. Odh. 1 50. Lchr. The. 1.80. B. Rdg.

2.20. Mhr. Eckh. 3.. L. G. 3. Dbgn. 17 20. Kch. Nofl. 10.60. Fth. Wtzlr. 56.60. H. Stog. 17.20 Sch. Stbg. 1.50. Lflr. Föbg. 20.. Dum. E. 480 L. G. 2.25. cht. Gbg. 6.. V. G. 1.. Dih. Lgst. 4.. Mth. Gch. 10.. B. Wbch 2.. Schr. Mur. 12.60.

.. ͤ Genossen! Agitjert allerorts für die Parteipresse!

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