Ausgabe 
18.11.1900
 
Einzelbild herunterladen

dome 9 ede e eiterg cht über g otsdan. l worden, gewestn un eing die Jer, lnorgag. 0 nach geschiede

mit Eueret

ihr deen

die ug a

wollen und den opfert. her tin · geht herau n gewall⸗ sozialdeno⸗

Euren 3 bauende die Burger ud mehr nen Ban Euetet 9 so wel nen witb faden und und von t Atdeitz⸗ gegenüber lange die werden be⸗

n, wie ez b Pückla nomischen ud seibe unstreilg e Sozill u Die tRede es Säuge⸗

ist den hen, wenn zuhalln t betiff, nen Bal

wit kun

agen, daß

rat d

t in di de seh

mi!

ledig. hit de

r 8 8 e ä

Nr. 47.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 3.

deutsche Krieger mit ihren Leibern die deutsche Ehre. Ja, das ist das Herzerhebende die⸗ ser Tage, daß es sich wieder mit Blut und Eisen bewahrheitet:Ich halte das Wort des Königs und den Eid meines Gottes. Als der Kaiser rief:Freiwillige vor! wer will des Reiches Hüter sein? Tausende sind gekom men, haben Vaterhaus und Vaterland verlas sen und ihr Leben in die Schanze geschlagen für Kaiser und Reich. Als es galt, die Takuforts zu nehmen, da haben deutsche Mannschaften im Feuer gestanden wie die Eichen, gekämpft wie die Löwen, haben es den sprühenden Gra⸗ naten zugerufen: Reißt mir mein Herz in Stücke, es hängt an jedem Fetzen doch ein preußischer Adler!

Wohlan, Ihr märkischen Regimenter, gebt Eurem Kaiser das Recht, daß er sich auf Euch verlassen kann, daß, wenn bedeutungssoolle Stunden kommen sollten, Feinde von außen oder von innen, er getrost spre⸗ chen kann:Ich gebe kein Stück verloren, so lange ich meine märkischen Regimenter habe.

Diese Blut- und Eisenstimmung des Herrn Hofpredigers wird nach den bekannten Leist⸗ ungen protestantischer Pastoren wohl Niemand sonderlich überraschen. Es geht wirklich nichts über die christlich⸗preußische Kultur!

Bischöfe und christliche Gewerkschaften.

Im Lager der christlichen Gewerkschaften hat fich gegen denHirtenbrief der preuß schen Bischöse und die Aus lesung, die ihm der Frei- burger Bischof in seinem Begleitungsschreiben gab, lebhafter Widerspruch erhoben. Deshalb hat sich der Ausschuß der christlichen Gewerk schaften genöthigt gesehen, in einer in Köln ab gehaltenen Sitzung sich mit der Sache zu be schäftigen. Vertreter der Presse hat man nicht zugelassen. Es mag dort manches barte Wort gefallen sein; schließlich hat man sich geeinigt, folgende Erklärung abzugeben:

Die jüngste Kundgebung des preußischen Episkopats durch sein gemeinsames Hirten schreiben und besonders der in Interpretation

des selben von Herrn Erzbischof von Freiburg;

gegebene Erlaß an die Geistlichkeit seiner Diözese sind geeignet, über Charakter und Tendenz der christlichen Gewerkschasten Mißverständ⸗ nisse zu erwecken. Dieserhalb sehen wir uns genöthigt, folgendes zu erklären:

I. Die Mitglieder der chriftlichen Gewerkschaften, die mit großer Mühe und unter großen Opfern jene ins Leben gerufen haben, mussen sich gegen den Anedruck im Erlaß des Herrn Erg bischofs von Frei⸗ burg: daßihnen das Wort christlich nur leerer Schall und ein Aushängesched sei und daßsie nur für die Sozialdemokratie jeune Kreise or⸗ ganisirten, die einstweilen noch auf dem Boden der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung bleiben wollten, auf das entschiedenste verwahren.

Diese Annahme, wie sie in dem fraglichen Er⸗ lasse und auch einem kleinen, allerdings nicht maß- gebenden Theile der katholischen Presse zum Ausdruck gekommen, ist durch keinertei Thatsachen begründet und eine unverdiente Kränkung der bisher in der christlichen Geroerkschaftsbewegung thätigen Mit⸗ glieder und Freunde des Arbeiterstandes.

II. Wir erklären es als selbstverständlich und mit Nachdruck, daß wir nach wie vor in Durchführung der gewerkschaftlichen Ziele die christlichen Grundsätze as Richtschnur anerkennen. Eine Ver⸗ einigung aller Arbeiter der verschiedenen Berufe in einheitlichen Orga nisatio nen ist allerdings das zu etstrebende Ziel, doch muß ver⸗ langt werden, datz olche Verbände in ihrer Wirksam⸗ keit den christlichen Grundsägen nicht widersprechen. Da unter den obwaltenden Verhältnissen in absehbarer Zeit salche Gewerkschaften ausgeschlossen er scheinen, halten wir an dem vom ersten Kongreß der christlichen Gewerkschaften zu Mainz aufgestellten Programm fest, nach welchem unsere christlichen Gewerkschaften inte rkonfessionell und politisch un parteiisch auf christlicher Grundlage bestehen sollen.

Dann wird die Erwartung aus gesprochen, daß nunmehr den christlichen Gewertschaften keine Schwierigkeiten mehr in den Weg gelegt werden, und folgen die Unterschriften des Aus⸗ scusss. e

Von Seiten der Geistlichkeit wird den Wünschen und Erwartungen des Ausschusses

den Zweck ihrer Organisation anzusehen. Die Bischöfe vertreten die Interessen der Klassen, aus welchen sie hervorgegangen sind und wozu sie ihrer ganzen gesellschaftlichen Stellung nach gehören. Sie verlangen von den christlichen Ge⸗ werkschaften die Bekämpfung der prole⸗ tarischen Klassenbewegung. Die christlichen Arbeiter empfinden aber, daß sie selbst Proletarier sind. Sie haben bis- her geglaubt, das Christenthum sei die Religion der Armen. Dieser Glaube wird ihnen von den Bischöfen ausgetriebeu. Die Gewerkschafts⸗ mitglieder werden vor die Wahl gestellt, ent⸗ weder die Vertretung ihrer Klasseninteressen auf zugeben, oder sich der Gefahr neuer Bannflüche auszusetzen. Jedes künstliche Verkleistern dieses Risses wird vergeblich sein. Die Arbeiter werden durch die Verhältnisse zum Klassenkampf gedrängt und die hohe Geistlichteit kann aus den Reihen der herrschenden Klassen nicht hera is. Schließlich werden die Arbeiter zu der Erkenntniß kommen, daß ihnen der sozial⸗ demokratische Arbeiter näher steht, als der frömmste Ausbeuter.

Stärke der Reichstagsfraktionen.

Die Parteien sind am 14. November in folgender Stärke in den Reichstag eingezogen: 50 Nationalliberale, 49 Konservative. 21

[Reichs partei, 107 Centrum, 13 Freisinnige Vereinigung, 27 Deutsch⸗Freisinnige Volks⸗ partei, 7 Deutsche Volkspartei, 57 Sozial

demokraten, 14 Polen; die deutsch-Soziale Re⸗ formpartei ist zerfallen und den Fraktionslosen zuzuzählen, zu diesen gehört noch der Rest der Mitglieder.

In Württemberg ist der bisherige Ministe präsident v. Mittnacht aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten. Vorläufig führt der Kriegsminister den Vorsitz im Staatsministerium. Zu den bevorst hen den Landtagswahlen hat v. Mittnacht trotz der ange griffenen Gesundheit seine Kandidatur aufgestellt.

Bei den letzten Wahlen in England

hat die Sozialdemokratie besser abgeschnitten, als es vorher den Anschein hatte. Obgleich nur ein einziger rein sozialdemokratischer Kandidat gewählt wurde, hat sich die für die Sozial- demokratie abgegebene Stimmenzahl be deutend vergrößert. Während bei der letzten Wahl im Jahre 1895 im ganzen Lande ca 40 000 Stimmen abgegeben wurden, die sich auf 26 Kandidaten vertheilten, entfielen jetzt 50 624 Stemmen auf nur 14 Kandidaten. Es waren in nur 14 Wahlkreisen sozialistische Kandidaten aufgestellt, und in diesen hat sich die Stimmenzahl verdoppelt.

Der Krieg mit China.

Die Gesandten in Peking haben be⸗ schlossen, in einer gemeinschaftlichen Note an die chinesische Regierung folgende Forderungen, zu überreichen, welche vorbehaltlich der Zu stimmung der Regierung als Basis des Prä- liminarvertrages durchzusetzen sind: China soll ein Denkmal für Ketteler auf der Mordstätte errichten und einen kaiserlichen Prinzen nach Deutschland schicken, um Entschuldigungen zu überbringen. China soll die Todesstrafe an den elf schuldigen Beamten und Prin- zen vollziehen. Wo Ausschreitungen stattge funden haben, sollen die Provinzialexamina auf fünf Jahre aufgehoben werden. Künftig sollen Beamte, die sich nicht angemessen bemüht haben, Ausschreitungen gegen Ausländer, so weit ihre Machtbefugnisse reichen, zu verhin dern, sofort ihres Amtes entsetzt und bestraft werden. An Staaten, Korporationen und In dividuen soll eine Indemnität gezahlt werden, das Tsungli Yamen in seiner jetzigen Ver fassung soll abgeschafft und seine Befugnisse einem Minister des Aeußeren übertragen wer-

nur dann eutsprochen werden, wenn die Mit⸗ glieder der christl. Gewerkschaft aufhören, die Besserung der Lebenslage der Arbeiter als

den. Ein vernünftiger(?) Verkehr mit dem

Ländern. Die Takuforts und die Forts an der Küste sollen geschleift werden.

Nach Meldungen aus Newyork widersetzte sich die amerikanise Regierung gewissen von den Mächten beschlossenen Maßregeln gegen⸗ über China. Der amerikanische Gesandte Con⸗ ger theilte mit, daß die Hinrichtung von chi⸗ nesischen Prinzen nicht verlangt werden könne.

Kämpfe. Zwei Kompagnien Japaner und ein kleines britisches Detachement begleiten das am 12. Nov. nordwärts abgegangene deutsche Expeditionskorps. Das Wetter ist kalt, der Pei⸗ ho⸗Fluß ist mit einer halbzölligen Eisschicht bedeckt. Die internationale Untersuchungs⸗ mission ist noch in Paotingfu thätig. Waldersee-Hauptbureau wird geglaubt, daß noch weitere Hinrichtungen folgen werden. a

Der russische Generalstab berichtet: Im Ein⸗ vernehmen mit dem Grafen Waldersee sandte General Lenewitsch drei Kolonnen gegen die nordwestlich von Tientsin aufgetauchten Boxer⸗ haufen. Die ersten beiden Kolonnen kehrten zurück, nachdem sie die Boxer, die in den Dör⸗ fern Dangantun und Datantschwang verschanzt waren, vertrieben und die Dörfer zerstört hatte, wobei ein Kosak verwundet wurde. Die dritte. Kolonne, bestehend aus einer halben Kompag⸗ nie Schützen und 15 Kosaken wurde von den Chinesen umzingelt, hielt sich aber, bis sie von General Zerpickska mit zwei Kompagnien be⸗ freit wurde. Zwei Schützen fielen, vier Offi⸗ ziere und 56 Schützen wurden verwundet.

Aus Peking wird berichtet: daß zwischen den Militärs und den Diplomaten Un⸗ einigkeit herrscht. Auch die Diplomaten un⸗ tereinander sind nicht einig. Am 31. Okt. ist es in Wangtsun(30 Kilometer nordwestlich von Tientsin gelegen) zwischen den französischen, deutschen und russischen Truppen auf der einen und den amerikanischen Truppen auf der an⸗ deren Seite beinahe zu einem Kampfe ge⸗ kommen. Die Amerikaner hatten mit Ge⸗ walt von einem Eisenbahnzuge Besitz ergrif⸗ fen und sie schlugen dabei französische Offiziere sowie den russischen Lokomotivführer nieder. Die Russen und Franzosen drohten Feuer zu geben, falls der Zug sich in Bewegung setzte, allein sie waren an Zahl schwächer als die Amerikaner und konnten daher diese nicht zwin⸗ gen, den Zug wieder zu verlassen.

Der Krieg in Südafrika.

In London eingetroffene Privatmeldungen deuten an, daß während der letzten Tage ein heftiges Gefecht südlich von Kimberley bei Honeynestklof stattfand, worin die Englän⸗ der unter Oberst Settle geschlagen wurden.

General Rundle hatte mehrere Ge fechte in den letzten Tagen und zwar in den Distrikten Harrismith, Brede und Reitz, Gene- ral Douglas besetzte Vendersdorp, wo die Buren ihre Operationsbasis und ihr Vorraths lager hatten. 21 Buren wurden gefangen, auch eine Anzahl Rinder und Schafe erbeutet. In der Nähe von Petrusberg wurde eine Polizei- patrouille nach hartnäckigem Kampfe von den Buren gefangen genommen. Nachdem den Leu- ten ihre Gewehre und sonstigen werthvollen Gegenstände abgenommen worden waren, wur⸗ den sie von den Buren freigelassen.

3 F Je

1 3 un Ern Von Nah und Fern. Gießener Angelegenheiten. Universitäts bibliothek, un Stelle des früher geplanten Umbaues der Uni⸗ versitätsbibliothek ist für diese ein Neubau in Aussicht genommen worden. Da dessen Fertig⸗ stellung jedenfalls längere Zeit in Anspruch nimmt, ist inzwischen eine Erweiterung

It des bisher äußerst beschränkten Geschäftsräume ins Werk gesetzt worden. Der nunmehr neu eingerichtete, in den Abendstunden mit Gas glühlicht beleuchtete Lesesaal nebst dem an- stoßenden zweiten Lesezimmer bietet für 18

1 Kaiser soll erlaubt werden wie in zivilisirten! Leser bequeme Arbeitsplätze. Auch die jedem

Im

/ e