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Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Nr. 8.
war, aber wie es zum Kuß und
Unterhaltungs⸗ Heil
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Was macht den Mann d
Ob wir feine Röcke tragen, Aufgeputzt mit rotem Kragen, Ob ein Grdensstern daran;
Oder ob in groben Leinen Ohne Seichen wir erscheinen; Das macht alles nicht den Mann.
Ob uns lange Titel schmücken, Schmeichler uns die Hände drücken Und uns sehen freundlich an; Oder ob, aus nied'rem Stande, Uns kaum jemand kennt im Lande: Das macht alles nicht den Mann.
Reichtum von den Vätern erben, Statt durch Fleiß ihn zu erwerben, Das macht auch noch nicht den Mann; Aber unablässig schaffen,
Und im Wirken nie erschlaffen: Dieses, dieses macht den Mann.
Wo es gilt, die Wahrheit sagen, Keine Scheu vor Menschen tragen, Scheuen selbst nicht Acht und Bann; Jedem frei ins Auge schauen,
Und der eignen Kraft vertrauen: Dieses, dieses macht den Mann.
Tief sich vor den Höhern bücken, Und den Niedern unterdrücken, Das macht, wahrlich! nicht den Mann. Für die Armen mutig kämpfen Und der Reichen Hochmut dämpfen: Dieses, dieses macht den Mann.
Nun wohlan! wer eine Kehle Nat und eine brave Seele; Schließ sich unserm Kreise an; Bei der Menschenwürd' und Ehre, In der Tief des Rerzens schwöre Jeder:„Ich will sein ein Mann!“
Das Abenteuer der Neufahrsnacht. Novelle von H. Zschokke.
(Fortsetzung.) Röschen erzählte nun alles, was vorgefallen Gegenkuß kam, stockte Sie wieder mit der Sprache. Doch mußte es heraus.
„Es ist nicht wahr!“ rief Philipp.„Ich habe Dir keinen Kuß gegeben, und von Dir keinen empfangen.“
„So hat es Dir doch gegolten“, sagte Röschen leise und schmeichelnd. Philipp rieb sich die blonden Haare auf dem Wirbel herum, damit sie nicht zu Berge steigen sollten.
„Höre, Philipp, bist Du es nicht gewesen“, sagte Röschen ängstlich,„so glaub ich Dir alles Unglaubliche, das Du mir gesagt hast,— so ist es Prinz Julian in Deinen Kleidern ge⸗ wesen!“ N
Das hatte dem Philipp schon lange geahnt, uud er rief:„Der Spitzbube! Er hat mich um Deine Küsse bestohlen. Nun begreif' ich! Nur darum gab er mir seine Maske, und darum wollte er eine halbe Stunde Ich sein!“— Und nun fiel ihm die Maske ein, die ihm von der Obersängerin Rollina, dann von Röschen er⸗ zählt hatte, und erneuerte sein Verhör strenger als vorher: ob und wie sie den Prinzen vor⸗ 85 gesehen? ob ihr nicht ein Mann aufgefallen ei, ein vornehmer Herr, der ihr beim Kirch⸗ gehen nachgeschlichen sei, oder der sich im Milch⸗ gäßchen Geschäfte gemacht habe? oder ob nie ein Herr oder sonst jemand zu ihrer Mutter gekommen sei, um sie mit Geld und Wohl⸗ thaten in ihrer Verlassenheit zu unterstützen?
Röschens Antworten fielen sämtlich so be⸗ ruhigend aus, und trugen so sehr das Gepräge der unbefangensten Unschuld, daß Philipps Herz wieder leicht ward. Er warnte sie vor den Schleichern und vor der Barmherzigkeit der Vornehmen, und Röschen hin wieder warnte vor den Gefahren der Maskenbälle und allen
durch welche mancher junge Mensch schon recht unglücklich geworden sei. Man verga sich alle in der Unwissenheit begangenen Sünden, und Philipp stand im Begriff, den Kuß ein⸗ zufordern, der ihm bestimmt gewesen, und den er nicht empfangen hatte,— als das Pärchen im besten Augenblicke durch eine fremde Er⸗ scheinung unterbrochen wurde.
Es kam im vollen Lauf und Sprung ein Mensch gegen sie gerannt, der atemlos bei Ihnen stehen blieb. An Mantel, Spieß, Hut und Horn erkannte Philipp seinen Mann. Dieser hingegen suchte den Maskenträger. Philipp reichte ihm den Hut und Seidenmantel und sagte:„Gnädigster Herr, hier Ihre Sachen. In dieser Welt tauschen wir die Rollen nicht wieder miteinander; ich käme zu kurz dabei!“
Der Prinz rief:„Nur geschwind, nur ge⸗ schwind!“ warf die nachtwächterliche Amtstracht von sich in den Schnee, band die Larve und den Mantel um, und setzte den Hut auf. Rös⸗ chen sprang erschrocken zurück. Philipp bedeckte sich mit seinem alten Filz und Mantel, und nahm Spieß und Horn.
„Ich habe Dir ein Trinkgeld versprochen, Kamerad“, sagte der Prinz, aber so wahr ich lebe, ich habe mein Geldbeutel nicht bei mir!“
„Den habe ich!“ antwortete Philipp und elt ihm die Börse hin.„Sie gaben ihn meiner Braut da— aber, gnädigster Herr, wir verbitten uns Geschenke der Art!“
„Kamerad, behalte, was Du hast, und mache dich geschwind aus dem Staube; Du bist hier nicht sicher!“ rief der Prinz eilig, und wollte davon. Philipp hielt ihn am Mantel fest. „Gnädiger Herr, wir haben noch eins abzu⸗ machen!“
„Flieh, sag' ich Dir, Nachtwächter! Flieh, man stellt Dir nach!“
„Ich habe keine Ursache, zu fliehen, gnädigster Herr! Aber ich habe Ihnen hier Ihre Börse—“
„Die behalte! Lauf was Du kannst!“
„Und einen Wechsel des Marschalls Blanken⸗ schwerd von fünftausend Gulden zuzustellen.“
„Der Hagel, wie kommst du mit dem Marschall Blankenschwerd zusammen, Nacht⸗ wächter?“
„Er sagte, es sei eine Spielschuld, die er Ihnen zu zahlen habe. Er will diese Nacht noch mit seiner Gemahlin auf seine polnischen Güter.
„Bist Du toll? Woher weißt Du das? Wo gab er Dir die Aufträge an mich?“
„Gnädigster Herr, und der Finanzminister Bodenlos will bei Abraham Levi alle Ihre Schulden zahlen, wenn Sie sich für ihn beim
5 verwenden wollen, daß er Minister leibe!“ „Nachtwächter, Du bist vom hellen Teufel besessen!
„Ich habe Ihn aber in Hochdero Namen abgewiesen!“
„Du den Minister?“
„Ja, gnädigster Herr! Hingegen habe ich die Gräfin VBonau mit dem Kammerherrn Pilzow wieder vollkommen versöhnt.“
„Wer von uns beiden ist ein ä
„Noch eins! Die Sängerin Rollina ist eine Gren Buhlerin, gnädigster Herr! Ich kenne
eren Liebeshändel. Sie sind der Betrogene, Darum hielt ich es für Ihre Königliche Hoheit unwürdig, sich mit ihr einzulassen, und habe für diese Nacht das Abendessen bet ihr abbestellt.“
„Die Rollina? Wie kamst Du zu der?“
„Noch eins! Der Herzog Hermann ist fürchterlich gegen Sie aufgebracht wegen der
Kellergeschichte. Er wolle Sie beim Könige verklagen.“
„Der Herzog? Wer hat Dir denn das alles erzählt?“
„Er selbst. Sie sind noch nicht sicher.
Zum Könige aber geht er jetzt nicht mehr, denn ich drohte ihm mit dem Zettel, den er dem Bäckermädchen gab. Hingegen wollte er sich mit Ihnen auf Tod und Leben schlagen. Nehmen Sie sich in acht vor ihm!“
„Eins sage mir, weißt Du, woher der Herzog
„Er weiß alles von der Marschallin Blanken⸗ schwerd; die hat es ihm augeplaudert, und daß sie als Hexe bei dem Gaukelspiele gesessen.“ Der Prinz nahm den Philipp beim Arm und sagte:„Spaßvogel, Du bist kein Nacht⸗ wächter!“ Er drehte ihm das Gesicht gegen eine aus der Ferne her schimmernde Laterne, und erschrak, als er einen ihm vollkommen fremden Menschen sah. „Bist Du vom Satan besessen, oder Wer bift Du denn?“ fragte Julian, der vor Schrecken ganz nüchtern geworden war. „Ich bin der Gärtner Philipp Stark, Sohn des Nachtwächters Gottlieb Stark!“ antwortete Philipp ruhig.
VIII. „Nun ja, den suchen wir eben! Halt Bursche!“ riefen mehrere Stimmen, und Philipp, Röschen und der Prinz sahen sich plötzlich von sechs handfesten Dienern der Hochlöblichen Polizei umringt. Röschen that einen lauten Schrei. Philipp ergriff des erschrockenen Mädchens Hand und segte:„Habe keine Bange!“
Der Prinz klopfte dem Philipp auf die Schulter und sagte:„Es ist ein dummer Streich! Ich sagte Dir nicht vergebens, Du sollest Dich zur rechten Zeit davon machen. Aber ängstige Dich nicht; es soll Dir nichts widerfahren!“
„Das wird sich nachher ergeben!“ versetzte einer der Handfesten.„Einstweilen wird er mit uns kommen!“
„Wohin?“ fragte Philipp.„Ich bin in meinem Dienst; ich bin der Nachtwächter!“
„Das haben wir schon gehört, und eben deswegen kommt Ihr mit uns!“
„Laßt ihn gehen!“ sagte Julian und suchte in den Taschen nach Geld. Da er nichts fand, flüsterte er Philipp heimlich zu, ihnen aus der Börse zu geben.
Die Handfesten aber rissen die beiden aus⸗ einander und riefen:„Fort! Hier werden keine Abreden mehr genommen. Auch die Maske ist verdächtig und muß mit uns:“
„Die nicht!“ sagte Philipp.„Ihr wollt den Nachtwächter, der bin ich! Könnt Ihr es verantworten, mich aus meinen Berufsgeschästen zu nehmen, so führt mich, wohin es Euch beliebt. Diesen Herrn aber laßt gehen!“
„Das ist nicht Eure Sache, uns zu lehren, wen wir für verdächtig halten sollen!“ versetzte einer der Polizeidiener.„Marsch, alles mit
„Auch das Frauenzimmer 2“ fragte Philipp. „Ich will nicht hoffen.“.
„Nun, das Jüngferchen mag gehen. Für sie haben wir keinen Befehl. Aber Namen und Gesichtchen müssen wir für den Notfall kennen, und den Aufenthalt.“ f
„Es ist die Tochter der Witwe Bittner im Milchtzäßchen!“ sagte Philipp, und ärgerte sich nicht wenig, als die Kerle alle das Gesicht des weinenden Röschens gegen den Schein der fernen Straßenlaterne drehten und begafften.
„Geh nach Hause, Röschen!“ sagte Philipp. „Geh nach Hause; fürchte nichts fuͤr mich, ich habe ein gutes Gewissen.“
Röschen aber schluchzte laut, daß es selbst den Polizeidienern Mitleid einflößte. Der Prinz wollte diesen Umstand benutzen, um durch einen Sprung zu entkommen. Aber von den Hand⸗ festen war stand mit einem Satz vor ihm und sagte: „Holla! der hat ein schlechtes Gewissen; er muß mit uns. Vorwärts, marsch!“
„Wohin?“ fragte der Prinz.
Excellenz dem Herrn Polizeiminister!“
„Hört, Leute“, sagte der Prinz sehr ernst, denn ihm war bei der Geschichte garnicht wohl zu Mut, weil er eben sein Nachtwächterstückchen nicht verraten wissen wollte,„hört Leute, ich bin diesen Augenblick nur sehr zufällig zu diesem Nachtwächter gekommen; Ihr habt mit mir nichts zu schaffen! Ich bin vom Hofe. Unter⸗ steht Ihr Euch, mich zu zwingen, mit Euch zu gehen, so werdet Ihr Euern Irrtum bereuen und morgen bei Wasser und Brot im Turme sitzen!“(Schluß folgt.)
Abenteuern mit Frauenzimmern hohen Standes,
weiß, daß ich—
einer noch ein besserer Springer,
„Direkt und schnurgeraden Weges zu Seiner
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