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Nr. 8.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
worden. Bei dem Festmahl im Schlosse brachte der Kaiser auf Prinz Heinrich einen Trinkspruch aus, in dem es heißt:
Das deutsche Volk ist mit seinen Fürsten und seinem Kaiser darüber willens⸗ einig, daß es in seiner Entwickelung einen neuen Markstein setzen will in der Schaffung der großen, den Verhältuissen entsprechenden Flotte.
Anscheinend ist über diese Frage der Kaiser nicht vollkommen richtig von seinen Ministern beschieden worden. Die große Mehrheit des Volkes will nämlich von der neuen großen Flotte absolut nichts wissen.
Aus der Milliarden ⸗ Flotten ⸗Aera.
Aus Sieversdorf im Kreise Lebus berichtet unser Brandenburger Parteiblatt:„Nachdem hier ein neues Schulhaus erbaut und jetzt bezogen worden ist, hat man das alte Sczul⸗ haus meistbietend zum Abbruch verkauft. Dabei wurde der kolossale Preis von fünf Reichs⸗ mark erreicht. Und in diesem Hause hat bis vor kurzem ein Lehrer mit seiner Familie ge⸗ wohnt!“ N
Sur Flotten vorlage.
* Wir haben schon in unseren Einleitungs⸗ worten zu der Rede Bebels, die wir an leitender Stelle in heutiger Nummer abdrucken, die Ver⸗ mutung ausgesprochen, daß die Flottenvorlage vor Ostern nicht wieder aus der Kommission her⸗ auskommt. Diese Ansicht wird von zahlreichen Blättern geteilt. Wir zweifeln nicht daran, daß die Regierung und die ultramontane Kuh⸗ handels partei sich verständigen werden, die Vor⸗ lage alss in ein wenig beschnittener Weise Gesetz wüd. Immerhin muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß die Regierung sich bock⸗ beinig zeigt, nicht in die Beschneidung der Vor⸗ lage willigt und den Reichstag auflößst. Für wahrscheinlich halten wir das nicht, aber was wäre unter dem Zickzackkurs unmöglich? Die Genossen mögen sich darauf einrichten, daß unter Umständen im Sommer Neuwahlen zum Reichstag stattfinden.
*
Die 19 Volksversammlungen, in denen das arbeitende Volk der Millionenstadt Berlin Protest eingelegt hat gegen die aben⸗ teuerliche Flottenvorlage, liegen den steifleinenen Nationalsozialen schwer im Magen. Ste bleiben in ihren Berichten nicht einmal bei der Wahrheit, machen vielmehr den kindlichen Versuch, die Thatsache auf den Kopf zu stellen, daß in allen Versammlungen die Gegner ruhig angehört wurden. Angeblich sollen hier und da die Flottenprofessoren niedergeschrieen sein. Das ist unwahr. Ausgelacht sind verschie⸗ dene, aber alle haben ausreden können. Nicht die Arbeiter haben Spektakel gemacht, sondern die flottenbegeisterten„natio- nalen“ Studenten, die sich bei derartigen Gelegenheiten gern amüsteren.
*
In den meisten großen Städten sind nun⸗ mehr Protestversammlungen von den Arbeitern gegen die Flottenvorlage ab⸗ gehalten worden.
Die erste jener„Flottenvorstellungen“, die ein Theaterdirektor angeregt hat und deren Ertrag für die Erbauung eines dem Kaiser zu schenkenden Kriegsschiffes dienen soll, hat
dieser Tage im Stadttheater zu Solingen
staitgefunden. Der erhoffte Ueberschuß ist jedoch ausgeblieben. Etwa 300 Personen mochten anwesend sein, sodaß ungefähr die Unkosten gedeckt sein können.— Wie der Patriotismus, so hört auch die Flottenbegeisterung am Geld⸗ beutel auf.
Uns fällt da die Geschichte von einem nationalsozialen Flottenapostel ein, der einen Freund zur Teilnahme an einem Festessen zu Kaisers Geburtstag aufforderte, und auf den Bescheid, daß jenem dazu das Geld fehle, ant⸗ wortete:„Ja, ich lasse mir natürlich meine Auslagen aus der Kriegskasse bezahlen; ich schreibe sie zu den Geschäftsunkosten“.
So wie dieser Patriot und Flottenmann am 27. Januar 1899 seinen Korpus atzte auf — Regimentsunkosten, so treten jetzt die wassersuͤchtigen Flottengigerl für Vermehrung der Kriegsschiffe ein auf— Volksunkosten. Wenn es auf eigene Kosten ginge, würde jener das Kaiserfestessen nicht mitgemacht haben und diese würden nicht für die Wasserpolitik eintreten.
Der Krieg in Südafrika.
Zum dritten Male hat General Buller über den Tugela zurückgehen müssen. Jedes Projekt zum Entsatze von Ladysmith ist wohl
endgiltig aufgegeben worden. Die Oranjeburen
schieben fortwährend ihre Vorposten weiter nach Süden vor. Ein Zusammenstoß mit den Streitkräften Lord Roberts wird als unmittel⸗ bar bevorstehend bezeichnet. Ein Telegramm der„Daily Mail“ aus Rensburg meldet, der englische Rückzug sei auf einen schwereren Kampf zurückzuführen als bisher geglaubt wurde. Die Verluste auf beiden Seiten seien groß. Es sei zweifelhaft, ob die Engländer Rensburg halten können. In Ladysmith haben die Engländer zu Beginn des Kriegs für mehr als 20 Millionen Munition aufgestapelt.
In Bezug auf die Kosten des Krieges wird aus London gemeldet: Die von der Regierung geforderten 23 Millionen Pfund (rund 100 Millionen Mark) zur Deckung der Kriegskosten sind, wie amtlich verlautet, bereits verausgabt und genügen nicht mehr, um die jetzigen Unkosten zu decken.
Aus dem Reichstag.
* Nach der dreitägigen Debatte über die Flotten⸗ vorlage, an der sich außer Bebel noch in hervorragender Weise unser Genosse Froh me beteiligt hatte, war der Reichstag am Montag schlecht besucht. Auf der Tages⸗ ordnung stand u. a. eine Interpellation polnischer Ab⸗ geordneter wetzen der Auslegung des Gerichtsver⸗ fassungsgesetzes.
Im heiligen deutschen Reich werden nämlich die Muß ⸗Angehörigen polnischer Nattonalität chikaniert, in⸗ dem man sie zwingt, sich vor Gericht der deutschen Sprache zu bedienen, die sie nicht verstehen. Der Be⸗ schwerde der Polen trat Genosse Stadthagen bei, weil es sich hier um eine eklatante Vergewaltigung handelt, die vor allem die polnischen Arbeiter trifft, da ja die herrschende Klasse durchweg der deutschen Sprache mächtig ist. Stadthagen machte darauf aufmerksam, daß oft deutsche Richter ein„Deutsch“ schrieben, von dem andere Deutsche mit gutem Gewissen sagen könnten: das Deutsch verstehen wir nicht.—
Am Dienstag wurde über Kolonialangelegenheiten
verhandelt. Genosse Bebel brachte u. a. die Mord⸗ affäre des Prinzen Arenberg zur Sprache: Es geht ein Mann nach der Kolonie, ein Mann aus einem sehr frommen katholischen Adels hause, und begeht dort eine Handlung, die man nicht anders als qualifizierten Mord bezeichnen kann. Der Mann, der dem Prinzen nicht genug Frauen verschaffen konnte, kommt mit dem Prinzen in Streit; der Soldat, den dieser herbeiruft, schießt den Mann ins Bein, dann kommt der Prinz selbst und schießt ihn nieder. Das ist einer der traurigsten von allen den traurigen Fällen aus unserer Kolonialherrlichkeit. Es sind in den Kolo⸗ nien zahlreiche Strafen verhängt worden, auch Todes⸗ strafen. In diesem Falle untersteht dee Prinz der Militärgerichtsbarkeit. Der Prinz soll mit der ganz ungemein kleinen Strafe von 2½ Jahren Festung oder Gefängnis davon gekommen sein. Das Aergste aber ist, daß der Prinz Prosper von Arenberg nach Deutschland reiste, daß ihm diese Reise in denkbar an⸗ genehmster Weise ermöglicht wurde. Jeden Anderen hätte man in Ketten gelegt im untersten Schiffsraum. Der Prinz bekommt Dienerschaft, erste Kajüte und reist wie ein Grandseigneur. Er kommt in Ham⸗ burg ans, Land; nicht als Verbrecher, sondern als freier Mann wohnt er im Hamburger Hof, empfängt Preß⸗ leute und erklärt diesen, er habe in der ganzen Sache als Ehrenmann und Offizier gehandelt; er sei gerecht und es sei alles in der Ordnung. Etwas schlimmeres von Korrumpierung der Begriffe von Ehre und Würde kann man sich doch kaum vorstellen. Auch hier sieht man wieder, wie bei uns in gewissen Schichten alle Begriffe von Moral und Ehre auf den Kopf gestellt werden je nach der Klasse, der man angehört. Nun ist der Mann ja hier in Gewahrsam genommen worden;
das Erkenntnis soll nicht bestätigt, es soll ein neues
Verfahren eingeleitet werden, heißt es; aber viel härter wird die neue Strafe kaum ausfallen. Seit den Mit⸗ teilungen über jene Vorgänge hören wir auch, daß bereits vor zwei Jahren ein Sergeant Hühner einen Mord begangen hat, der großes Aufsehen erregte. Ist das wahr, so beweist das, daß wir vieles von den Vorgängen dort überhaupt nicht erfahren. Hören wir von Aufständen, so sind in den meisten Fällen dieselben provoziert durch das rücksichtslose Ver⸗ halten der deutschen Beamten. Ich frage den Direktor des Kolonialamtes, was ihm von den Fällen bekannt geworden ist.
Kolonialdtrektor v. Buchka: Ich bin einverstanden mit dem Vorredner darin, daß, wenn der Prinz diese That begangen hat, wie sie in den Zeitungen ziemlich übereinstimmend geschildert wird, dies eine That sein würde, gegen welche sich jedes menschliche Gefühl empören muß. Zu meinem Bedauern kann ich Näheres über den Fall zur Zeit nicht mitteilen; ein Erkenntnis, das der allerhöchsten Bestätigung unterläge, ist nicht vorhanden.
Nach längerer Debatte, an der sich die verschiedensten Redner beteiligen, wird der Etat bewilligt.
Am Mittwoch wurde die Beratung des Kolonial- etats fortgesetzt. Genosse Bebel wandte sich energisch gegen die Bewilligung von Geldern für Eisenbahn⸗ bauten in Afrika. Er stellte bei dieser Gelegenheit fest, daß die Usambara-Bahn regelmäßig nur einmal in der Woche fährt, nämlich dann, wenn die Herren Beamten auf die Löwenjagd fahren. Die betreffende Forderung wurde an die Budgetkommission zurück⸗ verwiesen.
Pon Nah und Lern.
Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind jederzeit willkommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissen⸗
haftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten alle zun Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben.
Im Kampfe gegen die Schwindsucht.
* Der bekannte Kreisrat Haas in Offenbach erläßt folgende Bekanntmachung, die wir mit dem Wunsche zum Abdruck bringen, daß die gemachten Vorschläge überall befolgt werden möchten:
Maßregeln gegen Verbreitung der Schwindsucht.
Lungen- und Kehlkopf⸗Schwindsucht(Tuber⸗ kulose) wird durch die im Hustenauswurf der Kranken enthaltenen Tuberkelbazillen auf Gesunde übertragen, wenn der Auswurf ein⸗ trocknet, verstäubt und so eingeamet wird. Auch Durchfälle solcher Kranken können in gleicher Weise schädlich wirken.
Unschädlichmachung jener Auswurf⸗ stoffe verhindert die Ausbreitung der Schwindsucht, schützt die Gesunden gegen die Kranken.
Um das Eintrocknen und Verstäuben zu verhüten, soll der Schwindsüchtige, ja jeder Huster(Hustenkranke wissen oft nicht, daß sie bereits Tuberkelbazillen aushusten), seinen Aus⸗ wurf in mit wenig Wasser gefüllte Ge⸗ fäße(Speinäpfe, Speigläser) entleeren; kein Huster darf auf den Fußboden oder in das Taschentuch speien. Zur Aufnahme des Aus⸗ wurfs sind in den Wohnungen Hustenkranker, übrigens in allen Häusern, auf den Treppen⸗ absätzen, besonders aber in solchen Gebäuden und Räumen, welche dem öffentlichen Verkehr dienen(Gast⸗ und Speisehäuser, Vergnügungs⸗ lokale, Versammlungsräume aller Art, Schul⸗ anstalten u. s. w.), 20 bis 25 Centimeter weite, 5 Centimeter hohe Spucknäpfe mit glattem, wenig umgebogenem Rande, aus starkem, glattem Glase, Porzellan, Steingut, emailliertem Eisen, ein bis zwei Centimeter hoch mit Wasser gefüllt, für öffentliche Verkehrsstätten mit der deutlich lesbaren Unterschrift an der Wand:
„Hier Spucknapf für Huster“ in reichlicher Anzahl aufzustellen. Verdunstetes Wasser ist zu ersetzen; die Speinäpfe werden in den Abort entleert und täglich mit siedendem Wasser gereinigt.
Reinlichkeit aller Orte ist die erste Bedingung für eine erfolgreiche öffentliche Gesundheitspflege; Schwindsüchtige haben sich der Reinlichkeit besonders zu befleißigen.
Wohn- und Schlafräume Schwindsüchtiger sollen nur mit waschbaren Vorhängen, Tisch⸗ decken und dergl. ausgestattet, ohne Teppiche


