at 8 89 nungz⸗ t Wahl sc mach. dtimmen⸗ t Gegner Nieder⸗ ner gerne
gresse
l. Wir ung der Haupt- die Er⸗ e Bünd⸗ Kautz in der
icht durch en demo⸗ b bloßen den Ab⸗ tbeit der ation des oralischen roberung gen und
zesolution in ein ein Noth⸗ 1 sei und in müsse er Num-
kam es Debatte. terftattel tion mi In eint ie Ausict zten ni wenn be⸗ u Gebict ssten in tik 10 he ründe 5 wih nt nur 1 15 eigene me eines 9 uu, sution b
det de die Rah
Nr. 42.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
englische Delegirte im Namen vieler Tausende Arbeiter die räuberische Politik, die England Trans val gegenüber beobachtet, verurtheilten. Die hierzu vorgeschlagene Resolution wird an⸗ genommen. Ebenso gelangen die zu den übrigen Punkten vorgelegten Resolutionen zur Annahme. Auf einzelne derselben kommen wir vielleicht noch zurück, wenn unsere Delegirten Bericht er⸗ statten.— Der nächste Kongreß soll im Jahre 1903 in Amsterdam stattfinden. Antisemitische Agitation.
Unter dem Namen„Wirthschaftlicher Schutzverband“ hat sich in Harburg eine antisemitische Clique gebildet, die eine ganz schamlose Hetze gegen das dortige sozial⸗ demokratische„Volksblatt“ und die Geschäfts⸗ inhaber, welche in unserem Parteiorgan inseriren, betreibt. Ein Harburger Geschäftsmann, der bisher im Volksblatt inseriren ließ, veröffent⸗ licht ein ihm zugegangenes Schreiben folgenden Wortlautes:
Wenn Sie mit dem Inseriren im Volks⸗ blatt fortfahren, werden wir Ihre Firma in unseren Blättern veröffentlichen und gleich⸗ zeitig einen auf Ihre Firma bezüglichen öffentlichen Anschlag im Stadt⸗ und Land⸗ gebiet besorgen.
Ergebenst Wirthschaftlicher Schutzverband.
Der saubere Schutzverband ist aber an den Un rechten gekommen, denn die in einem Inserat unseres Harburger Bruderblattes veröffentlichte Antwort läßt darauf schließen, daß der in Frage kommende Geschäftsmann Schutz bei der Staats- anwaltschaft vor diesem Schutzverein suchen wird.
Bruderkrieg der Antisemiten.
Im Wahlkreise Bomst⸗Meseritz hat eine Reichstagsersatzwahl stattzufinden. Von den Antisemiten der„kleinen aber reinen“ Richtung wurde der Verleger der„Staats⸗ bürgerztg.!“ Bruhn aufgestellt. Jetzt wird von der„Reform“, dem Organ Zörster-Böckel⸗ scher Richtung, auch noch die Kandidatur Hans v. Mosch proklamirt. Das konn einen in⸗ teressanten Wahlkampf absetzen!
Heiteres.
Unsere Leser werden es mit Freuden be⸗ grüßen, wenn wir hier in dem ernsten po⸗ litischen Theile auch zur Abwechslung einmal den Humor zu seinem Rechte kommen lassen. Das kann kaum besser geschehen, als durch Wiedergabe einer Rede des geistigen Führers der Antisemiten, des Dreschgrafen Pückler. In Berlin hielt er am vorigen Freitag folgende
Ansprache an seine Getreuen: a
Unsere innere Politik ist schlapp und ziellos, es ist eine elende Jammerwirthschaft. Judenthum und So zial⸗ demokratie wachsen, und solche Zustände müssen zum Untergang des Staates führen.
Land, Du bist dem Tode nah, Sieh Dich vor, Germania!
Unse re Minister aber stecken die Hände in die Hosentaschen, sagen: Wir können doch nischt machen und lassen die Sache loofen. Die Karre muß aber wieder aus dem Dreck herausgezogen werden; wir müssen hin und wieder mal dazwischen hauen, daß sie alle der Teufel holt. Es wird über⸗ haupt nicht mehr regiert, es feblt die starke Faust des großen Bismarck.(Großer Beifall.)
Gegen die Sozialdemokratie ist in den letzten Jahren überhaupt nichts unternommen worden. Man paktirt mit der Revolution; mit Revolutionären und schlechten Subjekten darf man aber nicht paktiren. Man muß dekretiren: die Sozialdemokratie hat aufzu⸗ hören. Die Führer werden auf den Kopf ge⸗ schlagen oder ausgewiesen, und damit ist die Sache zu Ende. Es werden vielleicht einige Sozia⸗ listenführer auf der Strecke bleiben. Aber was ist denn dabei? Dann liegen sie eben auf der Strecke. Ob der Teufel ein paar Juden mehr holt ist ganz wurscht!(Großer Beifall.) Wir müssen der Nation einmal zur Ader lassen, erst dann kann das deutsche Volk wieder erstarken. Also bereiten Sie sich vor auf einen kräftigen Ader⸗ laß, der kommen muß! Wir müssen ein ganz fideles und vergnügtes Revolntiönchen von oben machen, sonst kommk die Revolution von unten, bei der noch mehr Blut fließen wird. 5
Nach dem sozialdemokratischen Siege beginnt ein Schreckens⸗ Regiment, in den Staub rollen die Häupter der königstreuen Männer. Die Königsburgen werden zerstört, das Blut fließt in Strömen. Wo früher Choräle erschallten, hört man Flüche. Ein Land ohne Sonutagsfrieden, ohne Glockengeläute, ohne Gottes Woct. Es muß entsetzlich
sein! Dann werde sich das Volk gegen die sozialdemo⸗ kratischen Schreckensmänner empören und werde mittels einer neuen blutigen Revolution die alten Zustände wieder herstellen. Um alles das zu verhindern, sei es nun die höchste Zeit, daß sich die königstreuen Männer zusammenscharten, vor allem, um den Judenbann zu lösen; denn:„die soziale Frage ist die Judenfrage!“ Auch Lassalle sei so ein Jude gewesen, der sich habe zum Präsidenten der deutschen Republik machen wollen. Diesem un verschämten Judenkerl hätte man sollen ein paar Backpfeifen stecken. Wenn wir einem solchen niederträchtigen Kerl gehorchen müßten, das wäre doch zu schauderhaft!“ Der Führer eines siegreichen Arbeiteraufstandes werde aber ganz sicher ein Jude sein.
„Wir haben das große Ziel, daß wir die ganze Juden bande heraus hau en werden aus Deutsch⸗ land. Wenn ich diese gräßlichen Judenkerle auf der Straße herumschleichen sehe, dann denke ich immer; was mögen sie wohl wieder Böses im Schilde führen? Sie haben den Heiland ans Kreuz geschlagen, und dafür müssen sie nun schon bald 2000 Jahre büßen. Aber so lange Gott sich ihrer nicht erbarmt, so lange thun wir Unrecht, wenn wir ihnen gleiche Rechte einräumen. Wir müssen den Sturm wagen. Ehristus selber wird vorangehen mit dem siegreichen Banner, Gott wird unsere That segnen.
Und wenn die Welt voll Teufel wär, Es muß uns doch gelingen!
Jetzt wehe Dir, Israel!“
Bei diesem heiligen Kampfe gegen Juden und Sozialdemokraten unterstützte den Ritter von der traurigen Gestalt sein getreuer Sancho Pansa der Bindewald, Abgeordneter für Alsfeld⸗Lauterbach.— Dieser Leistung können wir uns nur freuen. Nun sage man noch, in Preußen existire keine Redefreiheit! Im weitesten Maaße! Sonst wäre die Ver⸗ sammlung sofort ausgelöst und der Redner ge⸗ schlossen abgeführt worden, behufs gerichtlicher Aburtheilung oder Untersuchung seines Geisteszu⸗ standes. Einem Sozialdemokraten wäre dies sicher passirt. Weiter ist erfreulich, daß der Dresch⸗ graf nicht etwa von einer entrüsteten Zuhörerschaft ausgepfiffen, sondern von den begeisterten Ver⸗ sammelten laut applaudirt wurde und den Dank des Vorsitzenden erntete. Gegner, die ihren geistigen Bankerott lauter deklariren, kann man sich nicht gut denken. Freilich, erfreulich ist
das nur vom Standpunkte des Parteimannes
aus. Als Angehörige der deutschen Nation, als Menschen müssen wir trauern, und uns schämen des intellektuellen und mora⸗ lischen Verfalls deutscher Bürger.
Reden Millerand's.
Der französische Handelsminister hat jüngst bei zwei Banketten Ansprachen gehalten, in Arras und in Lens. In letzterem Orte er⸗ klärte er vor den Kommunalbehörden, trotz mancher innerer Wirren und trotz ernster aus⸗ wärtiger Ereignisse halte die Regierung die Ruhe aufrecht und habe der Welt das Schau⸗ spiel einer feenhaften Ausstellung geboten. Der Redner wies dann auf die Gefahren hin, welche aus Ausständen entstehen, trat für obligato⸗ rischen Schiedsspruch ein und wies den Vor⸗ wurf zurück, daß er den sozialen Krieg organi⸗ siren wolle. Nicht Haß und Gewalt, sondern Zeit und Erziehung würden zur Emanzipation des Proletariats führen. Die Regierung lasse für dieses Werk, welches das Frankreichs und der Republik sei, nichts außer Acht.
Der zweite Parteitag der französischen
Sozialdemokratie hat in der Zeit vom 28. Sept. bis 1. Okt. in Paris stattgefunden. Die Verhandlungen sollten in der Hauptsache eine festere Organi⸗ sation der Partei und die Beseitigung der bis⸗ herigen Spaltung herbeiführen. Während der Berathungen kam es zu stürmischen Auftritten. Ließ schon vorher die Einigkeit der französischen Genossen viel zu wünschen übrig, so prallten die Gegensätze in taktischen Fragen infolge des Ein⸗ tritts Millerands in das Ministerium noch heftiger aufeinander. Schon bei der Prüfung der Mandate, die bei der mangelhaften Orga⸗ nisation auch besonders schwierig ist, entstanden Streitigkeiten. Ferner war es das Vorgehen der Regierung bei Unterdrückung der Streik⸗ unruhen in Chalons und auf Martinique, wo Arbeiterblut floß, was zu heftigen Angriffen auf die Regierung und die„Ministeriellen“ Ver⸗ anlassung gab. Schließlich verließen die An⸗ hänger Guesde's und Lafargues, deren
Aus sichten von vornherein ungünstig standen, den Kongreß, um in einem anderen Lokal eine Sondersitzung abzuhalten. Vaillant blieb mit seinen Anhängern im Saale zurück und be⸗ schlossen mit den übrigen Delegirten eine von Jaureès beantragte eine Resolution, welche besagt, daß die vollständige Einigung der Par⸗ tei anzustreben und innerhalb 6 Monaten ein neuer Kongreß einzuberufen sei, der die Orga⸗ nisation der neuen vereinigten Partei zu schaffen habe. Jede Parteigruppe habe bis dahin zu den Organisationsvorschlägen Stellung zu nehmen. Das jetzt bestehende Generalkomitee hat die nöthigen Kongreßarbeiten zu besorgen. Diese Resolution wurde unter stürmischem Jubel mit 1833 gegen 4 Stimmen angenommen. Hoffen wir, daß dieser Beschluß den Bruderzwist be⸗ seitigen und bald volle Einigung unter den französischen Genossen anbahnen möge!
Der Krieg mit China.
Gegenwärtig hat Deutschland die Füh⸗ rung in China übernommen, obgleich man zuge⸗ stehen muß, daß Deutschlands Leitung einer strategischen Rückpärtsbewegung ungemein ähn⸗ lich ist. Denn, so führt die Londoner Pall Mall Gazette nicht mit Unrecht aus, die am 17. September von der deutschen Regierung an die Mächte gerichtete Zirkularnote hätte als Vor⸗ bedingung diplomatischer Verhandlungen mit der chinesischen Regierung die Auslieferung der Anstifter der Verbrecher genannt. Alle Mächte, außer den Vereinigten Staaten schienen die⸗ sen Vorschlag angenommen zu haben. Dann sei das merkwürdige Telegramm, angeblich vom Kaiser von China selbst, gekommen, das eine Lösung durch Trankopfer für die Schatten der Ermordeten vorgeschlagen habe. Die Antwort des deutschen Kaisers sei der Vorschlag gewe⸗ sen, daß der kaiserliche Hof nach Peking zu⸗ rückkehren und dort mit Unterstützung der Mächte die Bestrafung der Schuldigen vorneh⸗ men solle. Die Forderung der Ueberlieferung der Schuldigen sei also aufgegeben worden, und das bedeute entschieden einen Rückzug.
Mit der Einigkeit der Mächte in Bezug auf das weitere Vorgehen in China sieht's noch immer trübe aus. Wurde die letzte Note Deutsch⸗ lands fast von allen Großmächten zustimmend beantwortet, so sind durch die jüngste franzö⸗ sische Note wieder Schwierigkeiten entstanden. So betont ein offiziöses Telegramm, die Ant⸗ worten der Mächte seien nicht so bald zu er⸗ warten, denn so annehmbar die Vorschläge der französischen Regierung erscheinen, sei es doch bedenklich, schon jetzt, wo die Dinge in China in vollem Flusse seien, sich auf alle Einzel⸗ heiten zu verpflichten. Bemerkenswerth sei, daß die französische Kundgebung sich jedweder Ein⸗ mischung in die inneren Verhältnisse Chinas enthalte. Dieser Grundsatz entspreche der An⸗ sicht der Mehrzahl der Mächte, indessen bleibe abzuwarten, ob nicht die Erledigungsfrage wi⸗ der Willen zu einem Eingreifen in die Ver⸗ waltungsorganisation Chinas zwingen werde.
Die Friedens verhandlungen sind durch die Verlegung des chinesischen Hofes nach Singanfu sehr erschwert. Jedenfalls ist die Hoff⸗ nung, des Kaisers selbst habhaft werden zu kön⸗ nen, nunmehr ganz geschwunden. Singanfu ist beinahe tausend Kilometer von Peking entfernt, und ein Marsch dorthin zumal in der her⸗ annahenden Winterszeit für fremde Truppen unausführbar. An eine Rückkehr des Kaisers nach Peking, wie sie Kaiser Wilhelm in sei⸗ nem bekannten Telegramm an Kwangsü u em⸗ pfahl, ist jetzt gar nicht mehr zu denken.
Von einer Niederlage deutscher Trup⸗ pen berichteten englische Blätter. Danach stie⸗ ßen am 5. Okt. deutsche Truppen wenige Meilen südlich von Tientsin mit 8000 als Boxer be⸗ zeichneten Chinesen zusammen und wurden ge⸗ nöthigt, sich nach Tientsin zurückzuziehen. Be⸗ stätigung dieser Nachricht bleibt abzuwarten. Sicher jedoch ist, daß die Boxer noch nicht zer⸗ sprengt sind.
Saga SBS
*
—.——
d 1 3 7 1 1 1
1 1 0 1 1


