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Nr. 3.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Einwohner der ärztelosen Gemeinde zu den gleichen Gebühren behandeln, wie an ihrem Wohnstitz. 5
In der Begründung des Antrags heißt es u. d.:„Der ärztliche Dienst auf dem platten Lande an Orten, die nicht Wohnsitz eines Arztes sind, läßt viel zu wünschen übrig. Die Kosten für einen ärztlichen Besuch stellen sich hier leicht auf das Fünf⸗ und Sechsfache dessen, was dafür am Sitze des Arztes zu bezahlen ist. Die Scheu vor diesen Kosten veranlaßt einer⸗ seits die Bewohner solcher Orte, die Herbei⸗ holung eines Arztes möglichst lange zu ver⸗ schieben, wodurch der Erfolg des ärztlichen Eingreifens nicht selten gefährdet wird. Auf der anderen Seite aber geraten bei längeren Krankheiten, die einen häufigeren ärztlichen Besuch unvermeidlich machen, durch die dadurch verursachten Kosten die betreffenden Familien oft in so erhebliche Schulden, daß sie damit Jahre lang zu kämpfen haben, während im Interesse der völligen Wiederherstellung des erkrankt gewesenen Familiengliedes gerade dann eine gewisse Schonung und eine bessere Ver⸗ pflegung geboten wäre.“
Der Antrag hat Aussicht, angenommen zu werden. Wenigstens ist er ein teilweises Zugeständnis der Berechtigung unserer sozialistischen Programmforderung auf Verstaatlichung des gesamten Aerztewesens.
Im hessischen Landtag haben dte Sozial⸗ demokraten bekanntlich den Antrag gestellt, das Apothekenwesen zu verstaatlichen, damit die Medikamente weit billiger— oft zum zehnten Teil des jetzigen Preises— abgegeben werden können. Außerdem ist der Antrag ge⸗ stellt, vom Staat zu besoldende Bezirksärzte anzustellen, die die Behandlung Kranker gänz⸗ lich kostenfrei zu besorgen hätten.
Ausländisches.
Dänemark. Bei den jetzt in Dänemark stattfindenden Stadtratswahlen ist ein großer Fortschritt für die gesammte Opposttionspartet zu verzeichnen, aber besonders ist es die Sozial⸗ demokratie, die Riesenfortschritte in der Stimmen⸗ zahl und in der Erringung von Mandaten aufweist.„Frederiksborg Amtstidende“, ein konservatives Blatt, schreibt:„Den Sieg trägt die Sozialdemokratie davon. Es bläst zur Zeit ein sozialdemokratischer Sturm durch das Land hin, und es zeigt sich nun aus dem Steigen der Stimmen der Sozialdemokratie, daß die „Rechte“, was sie auch unternommen hätte, dagegen nicht aufkommen konnte.“
In der That ist der Stimmenzuwachs ein außerordentlicher. In 25 Städten, die bis jetzt gewählt haben, betrug die Stimmenzahl 1894: 54544820, 1900: 15 417-13 829, d. h. also fast eine Verdreifachung der Stimmenzahl!
Das ist die Folge der brutalen Aussperrung der dänischen Arbeiter im vorigen Jahre. Da⸗ durch haben die Kapitalisten auch diejenigen zur Einsicht gebracht, die vor der Aussperrung noch geschlafen haben.
Der Krieg in Südafrika.
„Die Lage der Engländer hat sich um nichts gebessert. Infolge der fortgesetzten Nieder⸗ lagen ist das Vertrauen der englischen Soldaten zu ihren Führern arg erschüttert. Das ver— bessert ihre Aussichten keineswegs. Die schlimme Lage, in der sich England infolge des afrikanischen Krieges befindet, suchen die Russen in Asien auszunützen. Dieselben haben dort Truppenverlegungen vorgenommen, die darauf hindeuten, daß Rußland nicht gewillt ist, die„schöne Gelegenheit“ ungenützt vorüber gehen zu lassen. Wiener Zeitungen besprechen die Auslassungen der russischen Blätter und bezeichnen sie als eine Botschaft dafür, daß Rußland entschlossen sei, England in Indien den Todesstoß zu versetzen.
Die Londoner Blätter verlangen wegen des Vorrückens der russischen Truppen in Afgha⸗ nistan die Mobilisierung der Flotte. Die Engländer hätten vor dem Beginne ihres mißglückten Raubzugs nach Südafrika an das Sprichwort denken sollen: Spiele nicht mit dem
Feuer! Dasselbe Wort sollten übrigens auch die deutschen Flottenapostel etwas mehr beachten.
Kriegs⸗Kontrebande.
Wir machten in voriger Nummer auf das Geschrei aufmerksam, das deutsche Wasserpoli⸗ tiker wegen der Beschlagnahme des deutschen Dampfers„Bundesrat“ durch ein englisches Kriegsschiff erhoben und sprachen unsere Ansicht dahin aus, daß, wenn es wahr set, was die Engländer in Bezug auf die an Bord des „Bundesrat“ befindliche Kriegskontrebande be— haupten, wahrscheinlich jede andere Kriegsmacht genau so gehandelt hätte, wie die englische. Nach und nach kommen auch verschiedene „große“ bürgerliche Blätter zu dieser Ansicht. Recht interessant ist eine Episode aus dem deutsch⸗französischen Kriege, die in der„Frankf. Ztg.“ in Erinnerung gebracht wird. Das ge⸗ nannte Blatt schreibt:
„Angesichts der hochgradigen Aufregung über die Beschlagnahme des Dampfers„Bundesrat“ dürfte der Hinweis auf einen anderen deutsch⸗englischen völkerrechtlichen Streitfall von Interesse und geeignet sein, einer nüchternen Auffassung die Wege zu bahnen. Ich meine einen Fall aus dem deutsch⸗fran⸗ zösischen Kriege. Damals mußte das flottengewal⸗ tige England es sich gefallen lassen, daß man deutscherseits sechs englische Handelsschiffe nicht nur beschlagnahmte, sondern sogar zerstörte, obwohl die Berechtigung zu diesem Akte juristisch sehr zweifelhaft war und eine neutralitäts widrige Handlung seitens der betreffenden Schiffseigentümer bezw. Kapitäne gar nicht in Frage kam. Ende Dezember 1870 hatte nämlich die deutsche Kriegsleitung diese sechs mit Kohlen beladenen Schiffe bei Duclair fortgenommen und in die Seine versenkt, um die Passage eines französischen Kanonenbootes, welches unseren Truppen viel geschadet hatte, zu verhindern. Der englische Bot⸗ schafter in Berlin bezeichnete in einer Note vom 30. Dezember dieses Verfahren als durchaus unverantwortlich. Fürst Bismarck dagegen berief sich zur Rechtfertigung desselben auf das sogen. ius angariae, welches den Kriegführenden neutralen Schiffen gegenüber zustände: Ein Kriegführender habe das volle Recht, neutrale Schiffe in den inländischen Gewässern des Feindes mit Beschlag zu nehmen, wenn dies die Selbstverteidigung fordere; die Entschädigungspflicht falle nicht ihm, sondern dem Aufenthaltsstaate zu. Nur aus freundschaftlichen Ge⸗ fühlen für England wolle man in diesem Falle von seinem Rechte abgehen und eine Entschädigung bewilligen.
Der Konflikt endete damit, daß die deutsche Regie⸗ rung nach einer Schätzung der englischen den geschädigten Interessenten 7073 Pfund Sterling(etwa 145 000 Mk.) zahlte(vergl. Staatsarchiv 21 Nr. 4498 fg.).“
Wenn damals die englische Regierung so verrückt gewesen wäre, der sechs von deutscher Seite aus in den Grund gebohrten Schiffe wegen uns mit Krieg zu überziehen, daun hätte sie ungefähr so gehandelt, wie jetzt schwach⸗ köpfige Wasserpolitiker deutscherseits gehandelt sehen möchten— England gegenüber.
Freigabe gekaperter Schiffe.
Die Verhandlungen, die zur Zeit zwischen der deutschen und der englischen Regierung wegen der Beschlagnahme deutscher Dampfer gepflogen werden, nehmen nur einen langsamen Fortgang. Daß sie bis jetzt nicht ohne Erfolg geblieben sind, beweist die Freigabe der Dampfer„General“ und„Herzog“, indeß muß Wunder nehmen, daß die Freigabe des „Bundesrath“ sich unendlich verzögert. Selbst⸗ berständlich wird die englische Regierung für den durch die Störung des deutschen Dampfer⸗ verkehr verursachten Schaden Ersatz leisten. Deutscherseits wird aber wohl auch Wert darauf gelegt werden, von der englischen Re⸗ gierung Sicherheit gegen eine Wiederholung von Mißgriffen zu erhalten, deren sich die englischen Marinebehörden in letzter Zeit schuldig gemacht haben.
Aus dem Reichstag.
Am Dienstag hat das Reichsparlament seine Arbeiten wieder aufgenommen. Zu einer längeren De⸗ batte kam es nur wegen der im Leitartikel unserer vorigen Nummer ausführlich behandelten Petitionen um Erhöhung des Heringszolles. Uusererseits sprach Genosse Wurm gegen die Verteuerung des Herings, dieser Proletariernahrung.— Das Haus ging gemäß dem Antrag Pachnicke über die Petition zur Tagesord⸗
nung über. Dagegen stimmten nur die Anti⸗ semiten und etwa drei Konservative.
Am Mittwoch wurde beraten der Titel Reichs⸗ amt des Innern. Gen. Fischer-Berlin beschwerte sich über die tendenziöse Art der Berichterstattung seitens mancher Gewerbeinspektoren. Die geringsten Verstöße der Arbeiter, manchmal auch nur deren Erstreben besserer Arbeitsbedingungen, würden aufgebauscht und entstellt, die Arbeitgeber aber würden entschuldigt. Wertvoll sei das amtliche Zugeständnis in den Berichten, daß in Ostpreußen Löhne von 11 bis 15 Pfennigen pro Stunde bezahlt werden. Fischer verlangt die Ausdehnung der Gewerbeinspektion auf die Hausindustrie.
Graf Posadowsky sucht die Art der Bericht⸗ erstattung zu entschuldigen. Dem Konservativen Oertel, der die Bäckereiverordnung wieder angriff, antwortete Graf Posadowsky, daß Verhandlungen schwebten, die darauf hinausliefen, die Verordnung zu modifizieren.
Gen. Wurm verlangt die Vermehrung der Gewerbe⸗ inspektoren, deren Zahl viel zu gering sei. Bedauerlich sei, daß die Gerichte die Fabrikanten, die sich um die Arbeiterschutzbestimmungen nicht kümmerten, mit geradezu lächerlich geringen Strafen belegten.
Demgegenüber erklärte Graf Posadowsky, daß die Staatsanwälte angewiesen worden sind, gegen zu geringe Strafen Berufung einzulegen.
Pon Nah und Fern.
Mitteilungen aus unserem Leserkreise find jederzeit willkommen, Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich streugfte Gewißsen⸗ haftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten alle zum Druck bestimmten Einsenvungen nur auf einer Seite zu beschreiben..
In freien Stunden.
* In wie vielen Arbeiterwohnungen trifft man leider noch die schauderhaftesten Hinter⸗ treppenromane an! Hier liegen die Hefte eines Dreyfus⸗Schwindelromans, dort die Hefte einer blutrünstigen Geschichte, die von„Kathinka, der kühnen Räuberbraut“, oder von ähnlichen schönen Dingen erzählen. Auf jeder Seite eines jeden Heftes wird natürlich irgend jemand abgemurkst, ertränkt, erdolcht, erschossen, totgeschlagen oder
vergiftet. Schlimmerweise werden aber die Leser dieser Schundromane mit vergiftet.
Jedes erzieherischen Wertes bar vergiften diese Räubergeschichten Herz und Gemüt. Anstatt zu bilden, tragen sie zur Verdummung der Leser bei. Statt den Geschmack zu läutern, zu verfeinern, wird derselbe direkt verdorben. Wie vielen bedauernswerten Menschen haben diese Hintertreppenromane schon die Köpfe verdreht, wieviel Unheil ist schon daraus erwachsen!
Jeder aufgeklärte Arbeiter sollte solche Schundlitteratur von seinem Hause fernhalten. Das Bedürfnis nach Unterhaltungslitteratur kann auf billige Weise befriedigt werden, seit⸗ dem die Buchhandlung„Vorwärts“ in Berlin ihre illustrierten Unterhaltungsromane„In freien Stunden“ herausgiebt. Jede Woche erscheint ein illustriertes Heft mit 26 Seiten Text zum Preise von 10 Pfg. Je 26 Hefte bilden einen Halbjahrsband, zu dem für wenig Geld eine gute, künstlerisch ausgestattete Ein⸗ banddecke bezogen werden kann. Wir empfehlen den Bezug der Hefte aufs beste. In dem neuen Jahrgang beginnt der Abdruck eines der besten Romane des berühmten ungarischen Romau⸗ schriftstellers Maurus Jokai: Der Erbe des Nabob mit Illustrationen des Pariser Malers Leop. Braun. Der Roman schildert in prächtiger Form die Verlotterung und Blasiertheit des faullenzenden ungarischen Mag⸗ natentums, er kündigt aber auch das Erwachen des nationalen Bewußtseins und nationaler Pflichterfüllung an— der notwendigen Voraus⸗ setzung für das soziale Erwachen jedes Volkes. Und über dem ganzen Roman liegt der Sonnen⸗ schein prächtigen Humors und heiterer Satire ausgegossen.— Außerdem enthält jedes Heft kleine Skizzen, Humoresken u. s. w. Das Abonnement auf„In freien Stunden“ kann jederzeit von Heft 1 ab begonnen werden. Wer sich in seinen freien Stunden an guter Unter⸗ haltungslektüre erbauen will, der versuche es unter allen Umständen mit einem Probe⸗ abonnement.
Großes Hundesterben.
* Die Wirkung der erhöhten Hunde⸗ steuer wird für diejenigen, die sie im hessischen Landtag beschlossen haben, nicht die erwartete sein. Kenner der Verhältnisse behaupten, daß


