N W.
i Vrule dlatz bm
us, is uicht a5 im Ueber. er zu 0 ein lachtehen en. Wit
en oer
i reisen
enburg ag, den worenen runken, des Ver⸗ ung auß. N Gram⸗ „Gemein⸗ s in der 300 Ml. standenen
2 8 Straßen.
Aöstandes vor dem geführt. nsbruchz u Arge⸗ ldig be⸗ , einer suchungz⸗ anwalt l lautete 3 Jahte ing mil⸗ sängnis; nemann
Staats⸗
jierhänd⸗ egen die ilderndet 1 Biobr
5 0 n Haft.
mer und
„Horker d.
t borge⸗ 0. Jun, Auohd in nd viele n vel
Ir venige an det
Dämme,
ten sih Woren⸗ auten il See bil unden
uchtbater
Nr. 28.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
Kabine der„Saale“ und die äußersten Theile am„Main“,„Kaiser Wilhelm“,„Thing Valla“ in Brand. Die Bemühungen der Mannschaften, die Schiffe loszumachen, waren bei der herschenden Verwirrung vergeblich. Es gelang nur, den großen Prachtdampfer„Kaiser
Wilhelm“, dessen Takellage und Holzwerk wieder⸗
holt von den Flammen ergriffen wurde, unter äußerster Anstrengunz und Lebensgefahr der Besatzung zu retten.
Der„Main“ war schon fast bis zur Wasserlinie abgebrannt, als es endlich gelang, ihn flott zu machen und auf den Strom hinaus⸗ zuschleppen, dabei sah man deutlich, daß sich noch Menschen auf Deck befanden. Der„Main“ soll allein 73 Todte und sechzig Fehlende zu verzeichnen haben. 17 Personen konnten mit großer Mühe von seinem Deck gerettet werden. Das Schiff lag sieben Stunden wie ein Flammen⸗ meer da. Die Zuschauer konnten beobachten, wie viele der Opfer sich bemühten, durch die kleinen Stückpforten hinauszuklettern, aber nur sehr wenigen gelang es. Die meisten wurden verbrannt. Um 10 Uhr 30 Min glückte es einem Schlepper, ein Tau zu befestigen und der„Main“ wurde nach Weehawken geschleppt und in die dortige Bucht gebracht. Hier wurden die Flam⸗ men schließlich gelöscht. Hinterher sahen die Mannschaften des Schleppers zu ihrem Entsetzen 16 Mann von der Mannschaft der„Main“ aus dem Wrack herauskriechen. Dieselben erklärten, daß sie Zuflucht im tiefsten Grunde des Kohlenbunkers gesucht hätten, wo sie geblieben waren, bis sie eine Bewegung des Schiffes ge— fühlt hätten.
Vvn der Besatzung der„Saale“ kamen etwa 80 Mann meistens Heizer ums Leben, der Kapitän dieses Schiffes verbrannte ebenfalls. Viele wur⸗ den bei der allgemeinen Flucht niedergetreten. Zahllose Menschen, die, um sich zu retten, ins Wasser sprangen, ertranken. Der Gesammtverlust an Menschenleben konnte bisher noch nicht fest⸗ gestellt werden.
Während sich die Mannschaften der Ham⸗ burger und Bremer Linie hervorragend am Rettungswerk betheiligten, benahmen sich die Kapitäne mancher kleinen Fahrzeuge wahrhaft schändlich, indem sie von den in höchster Lebens⸗ gefahr Befindlichen Geld verlangten, ehe sie etwas zu ihrer Rettung thun wollten.
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. W. Marburg, 5. Juli.
Zusammenkunft der Genossinnen und Genossen am Sonntag den 8. Juli nachmittags auf dem Sellhof.
Etwas vom groben Unfug. Ver⸗ gangene Woche zog eine Schar Studenten, einen großartigen Radau vollführend, durch die Barfüßerstraße. Einer dieser Edlen war auch mit einem Gewehr bewaffnet und wurde von einem seiner Kneipgenossen aufgefordert, zu schießen, was es koste, werde er bezahlen. Dieser ließ sich das nicht zweimal sagen, gab den Schuß ab und lief von dannen. Die Polizei erschien nun auf der Bildfläche. Allen wurde es ganz unheimlich zu Mut, aber die Lösung der ganzen Affaire sollte bald ans Tageslicht kommen, da ein Unbeteiligter die ganze Sache mit angesehen und auch bemerkt hatte, wer den Schuß abgegeben. Hoffentlich wird der Schuß recht teuer zu stehen kommen. Hätten Arbeiter einen solchen Bubenstreich verübt, so wären sie sofort hinter Schloß und Riegel gekommen. Aber bei Studenten, bei solchen, die später einmal über das Volk zu Gericht sitzen sollen, ja Bauer das ist etwas anders.
Kleine Mitteilungen.
Lollar. Eine Menge Ausländer nament⸗ lich Galizier sind an dem Bau der Nebenbahn Lollar⸗Londorf beschäftigt. Dies sind, wie im „Wetzl. Anz.“ zu lesen steht,„lauter herkulische Gestalten mit wenig Lebensbedürfnissen.“ Also Arbeiter nach dem Herzen unserer Patent⸗ patrioten. Billige Arbeitskräfte vom Ausland
importiert, dagegen die Grenzen für Lebensmittel abgesperrt, das ist so die richtige agrarisch⸗kapita⸗ listische Politik. Und dann verlangt man vom Arbeiter noch Vaterlandsliebe, Begeisterung für Flotte und so weiter. Der reine Hohn!
** Wetzlar. Der Taglöhner Philipp Müller, der, wie wir s. Zt. berichteten, bei den Sänger⸗ feste in Waldgirmes einen unsittlichen Angriff auf eine Frau ausführte, wurde vonm Schwur⸗ gericht Marburg zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren und dreijährigem Ehrverlust verurteilt.
** Büttelborn bei Großgerau. Die 35jährige Ehefrau der Heizers Balthasar Eichen— hauer tödtete am 29. Inni in einem Anfall von Geistesumnachtung das jüngste ihrer sechs Kinder einen jährigen Knaben, auf einem im Hofe stehenden Hackklotz mit einer Holzaxt.
* Blutiger Streit. Beim Mittagessen geriet in der Cementsabrik in Offenbach der 21 Jahr alte Arbeiter Heinrich Schmidt aus Somborn mit dem im gleichen Alter stehenden Josef Peter in Streit, in dessen Verlauf letzterer seinem Kollegen einen Sich in's Herz beibrachte. Schmidt starb nach wenigen Minuten. Peter wurde verhaftet.
* Unsittliches!] Attentat. Im Frankfurter Stadtwalde wurden in der Nähe von Niederrad wiederum mehrere Personen überfallen und vergewaltigt. Als Thäter ist der mehrfach vorbestrafte Heinrich Wirt aus Niederrad ermittelt und verhaftet worden.
Arbeiterbewegung.
Mainz. Infolge des neuerlichen Aus- standes der Gasarbeiter beschlossen die städtischen Deputationen, eine allgemeine Regu⸗ lierung der Löhne der städtischen Arbeiter bei der Stadtverordnetenversammlung in Vorschlag zu bringen.
Bei dem Arbeitersekretariat in Frankfurt ist an Stelle des ausscheidenden Genossen Kampffmeyer Genosse Müller⸗ Berlin, der schon einen längeren Probedienst hinter sich hat, vom 1. Juli ab als Sekretär angestellt worden. Kampffmeyer wird jedoch dem Arbeitersekretariat nach wie vor als Berater und Mitarbeiter zur Seite stehen.
1 Beigelegt ist der Streik der Barbiere in Frankfurt. Die provisorischen Barbier⸗ stuben sind aufgehoben.
Cassel. Sämtliche Maurer legten wegen Nichtbewilligung der Lohnforderungen die Arbeit nieder. Zu den alten Bedingungen arbeiten nur 17, abgereist sind 187, anderweitig untergebracht 103 Maurer, so daß nur noch wenige am Ort sind.
Streikbrecher-Organisation. Die Meistersöhnchen im Bäckergewerbe sind im Begriff, eine Organisation zur Züchtung von Streikbrechern zu bilden. Unserm Kölner Parteiorgan fiel folgender Aufruf in die Hände:
„Geehrter Herr Kollege! Der Fachverein von Bäckersöhnen zu Köln bittet um Mit⸗ teilung ob Sie geneigt sind, bei einem eventuellen Streikaus bruch in Ham⸗ burg sich den dortigen Bäckermeistern zwecks Aushilfe zur Verfügung zu stellen. Alle Kosten übernimmt die gemischte Kommis⸗ sion der Bäckermeistersöhne zu Hamburg und Altona als Ehrensache. Beiliegende Karte wollen Sie gefl. zur Rückanwort benutzen.
Mit kollegialischen Gruß Der Fachverein von Bäckermeistersöhnen Köln.“
Wenn die Söhnchen einmal selbst„Meister“ werden, fragen sie sicher so wenig wie jetzt ihre Väter nach den„Herren“ Kollegen und beuten sie unter Umständen ebenso aus wie jene ihre Gesellen. Die Sache der Bäckermeister muß sehr schlecht stehen, wenn sie gezwungen sind, die eignen Söhne zu so schäbigen Diensten ins Feld zu schicken.
Der Verband der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands weist in seinem Rechenschaftsbericht für 1899 eine Ein⸗ nahme von 101 217,25 Mk. und an Ausgaben 81 466,73 Mk. nach. Die Kassenbestände in den Verwaltungen und in der Zentrale beliefen
5
sich am 31. Dezember v. J. auf 74 663,25 Mk. (Vermögenszunahme rund 20000 Mk.). Die Unterstützung bei Streiks erforderte 20 522,77 Mark(1898 nur 1256 Mk.), das Fachorgan 16 026,16 Mk., 20 943,04 Mk. verblieben den Filialen als Prozente. Der Mitgliederstand hob sich von 9495(darunter 438 weibliche) auf 13 224(darunter 639 weibliche).
Rechtssprechung.
§ Ablehnung eines ganzen Gerichts⸗ hofes. Wie wir in Nr. 13 mitteilten, ver⸗ handelte vor etwa Vierteljahrsfrist die Gießener Strafkammer gegen den Diener des bekannten Gesellschaftsvereins wegen Unterschlagung. Der Verteidiger lehnte damals die Richter wegen Befangenheit ab, weil sie sämtlich Mitglieder bes geschädigten Vereins wären. Von dem Oberlandesgericht Darmstadt, das sich daraufhin mit der Rechtsfrage zu befassen hatte, wurde entschieden, daß die Mitgliedschaft der Richter zum Gesellschaftsverein sie nicht unfähig mache, in der Sache gegen den Diener das Richteramt auszuüben. Es wurde der Angeklagte von der Strafkammer Gießen zu 2 Jahren 3 Wochen Gefängnis verurteilt. Auf grund des angeblich verletzten§ 22 Absatz 1 der Straf⸗Prozeßordnung verfolgte der Verteidiger die Revision beim Reichs⸗ gericht gegen das verurteilende Erkenntnis. Das Reichsgericht hob das ergangene Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht Darmstadt zu erneuter Verhandlung.
§ Während des Stuttgarter Möbel— arbeiterstreiks sind verschiedene Arbeiter, die von der Streikleitung Unterstützung erhalten haben, vor Beendigung des Streiks zur Arbeit zurückgekehrt. Sie sind darauf vom Kassierer auf Herausgabe der Unterstützung verklagt worden. Das Landgericht Stuttgart hat jedoch erklärt, daßsdiese Forderung auf grund des§ 152 der Gewerbeordnung unstatthaft sei.
Kreis⸗Wahlverein Gießen⸗Grünberg⸗Nidda.
Sonntag, den 15. Juli, nachmittags 1 Uhr, im Lokale des Herrn Größer in Großen⸗Buseck:
ANreis⸗ Konferenz. Tagesordnung: 1. Geschäfts⸗ und Kassenbericht.— Vor⸗ stands wahl. 2. Landeskonferenz und Parteitog. Referent Orbig⸗Gießen.
3. Unsere Presse. Referent Beckmann⸗Gie ßen. Die Parteigenossen allerorts im Wahlkreise werden ersucht, sich an der Konferenz zu beteiligen und die Wahl der Delegierten unverzüglich vorzunehmen. Der Vorstand des Kreiswahlvereins.
Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 7. Juli:
Gießen. Wahlverein abends ¼9 Uhr bei Orbig. Heuchelheim. Arb.⸗Bild.⸗Verein abends 9 Uhr bei B. Keil Versammlung.
Letzte Nachrichten.
Eine Niederlage
brachte unserer Partei die am Donnerstag statt⸗ gefundene Reichstagsersatzwahl iMühlhausen i. Els. An Stelle Buebs, der das Mandat seit 1893 innehatte, kandidirte Genosse Emmel, der kürzlich von Saargemünd nach Mühlhausen übersiedelte. Kandidat des gesamten QOrdnungs⸗ breies war der Mühlhäuser einflußreiche Groß- kapitalist Schlumberger. Wenn anch die Chancen für uns ungünstig waren, so ist unser Stimmenverlust doch ein ganz bedeutender. Nach den bis jetzt vorliegenden Zahlen erhielt: Schlumberger 17670 Emmel 7688
Stimmen. Im Jahre 1898 siegte Bueb mit über 13000 Stimmen im ersten Wahlgange gegen nur reichlich 9000 gegnerische.—
§ Vom Schwurgericht in Brüssel wurde der Attentäter Si pi do, der s. Zt. auf den Prin⸗ zen von Wales einige Schüsse abfeuerte, freigesprochen, ebenso seine drei Mitange⸗ klagten. Sipido wurde nur bis zu seinem 21. Lebensjahre unter Aufsicht gestellt, aber sofort freigelassen. Als das Urtheil bekannt wurde, brach die zahlreich vor dem Gerichtsgebäude ver⸗ sammelte Menschenmenge in Jubelrufe aus.
50 51 a 4 3 1 4 1


