ach genen on zur 9 ver⸗ ringen, En ttentat! chaftet! zomben⸗ bereittte
wie das s den ian feind“ Sipidos Wale. ungen,
das gur tft
gt übert
entablen
i abu⸗
nigs von Kreisen e Alion vethehlt lägen der in neues „ dem in Sichethel ö. let, ge fanaisch kfmache⸗ hochuok
nus und
frika. menden 1„e
2
fi wie f uche. lia l er f er Pri er zul Mute lich c geuon
tot 0
—
Nr. 32.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Herr v. G. ist dann plötzlich in der Wildnis am„Sor nenstich“ gestorben; das Homburger Blatt deutet an, daß er einem Racheakt erlegen sein dürfte. Herr v. G. hat keinen Pardon ge— geben, die Dualla auch nicht.
Ordenssegen sür„Flottenprofessoreu“.
Auch die Professoren, welche sich während der Flottenagitation für die uns bitter notwendige Flottenverstärkung ins Zeug legten, haben jetzt ihren Lohn in Gestalt von Orden erhalten. Die Berliner Professoren Sering, v. Drygalski, v. Halle, Rathgen-Marbure, Stoerk⸗ Greifswald, Privatdozent v. Wenkstern⸗ Berlin bekamen den Roten Adler⸗Orden vierter Klasse; die Nationalökonomen Wagner und Schmoller erhielten den Kronenorden zweiter Klasse und Prof. Delbrück⸗ Charlottenburg den Kronen⸗ orden dritter Klasse.—
Also ist für die nationalsozialen Flotten⸗ schwärmer wieder nichts abgefallen und Sombart, v. Gerlach, Naumann bleiben noch immer un— dekoriert.
Wirtschaftliche Folgen des Kriegszustandes.
Von allen Seiten kommen Meldungen über Geschäftsstockungen infolge des chinesi⸗ schen und südafrikanischen Krieges. Den von uns in den vorhergegangenen Nummern in dieser Beziehung gebrachten Mittheilungen müssen wir leider noch einige hinzufügen. So wird aus Geldern(Bezirk Düsseldorf) mitgetheilt, daß die Firma Buschmann und Rothe, Seidenwaren— geschäft, ihren sämtlichen Arbeitern gekündigt hat.— Die Achatschleifereien in dem Oberstein⸗Idarer Bezirk stehen vor der Betriebseinstellung, weil durch den südafrika⸗ kanischen Krieg die Preise der Rohdiamanten gewaltig gestiegen sind. Den Fabrikanten ist nicht möglich, Schleisware zu annehmbaren Preisen zu erstehen. Ein Geschäft hat bereits die Arbeiter entlassen, und wenn sich die Dinge nicht ändern, ist die allgemeine Einstellung aller Betriebe zu erwarten. Aehnliches wird aus Hanau, Amsterdam und Antwerpen gemeldet.
Auch in der Strohhutfabrikation werden nach⸗ teilige Einwirkungen der chinesischen Wirren ver⸗ spürt. Aus Lindenberg bei Lindau in Bayern wird berichtet:„Durch die Exeignisse in China wird eine sehr bedeutende Industrie in ihrem Betriebe beihnahe lahm gelegt, und wenn diese Unruhen noch ein paar Monate andauern, so werden Strohhüte, Strohgeflichtskörbe und alle aus Stroh gefertigten Gegenstände mit enormen Preisen bezahlt werden müssen. Auch wenn die chinesischen Wirren in Bälde beseitigt wären, müßte man wohl noch einige Monate zusehen, bis der Markt sich erholt hätte.“
Vom freien Willen der Freiwilligen
geben Soldatenbriefe, die unsere Parteiorgane zu veröffentlichen in der Lage sind, ein zutreffendes Bild. Hier einer davon.
Datiert vom 8. Juli 1900 erhielt der Oeko⸗ nom Viktor Strauß in Erling bei Andechs einen Brief von seinem Sohne, der im ersten Jahre im 13. Infanterie⸗Regiment 2. Kompagnie (Ingolstadt) dient. Der Brief hat solgenden
Wortlaut: Innigstgeliebte Eltern!
Es ist diesmal ein schwerer Augenblick, wo ich zur Feder greife, um Euch eine schmerzliche Rachricht zu schreiben. Wie Ihr wissen werdet, ist in China Krieg und da muß das dritte Armeekorps hinein. Ich weiß nicht, muß ich heute noch oder morgen fort, gestern wuürken wir es erst inne. Wir lommen nur abteilungs⸗ weise hinein wegen des Transportes. Ich bin beim ersten Transport, muß jede Stunde bereit sein, um gleich sortzukommen. Ich wünsche deshalb Euch von ganzem Herzen Gesundheit und Glück, denn es ist mir nicht vergönnt, Euch, lieb ste Eltern, zuvor noch einmal zu schen. Deshalb auf diesem Weße(in herzliches Lebewohl. So Goit es will, werde ich bald wieder gesund und glüclich zu Euch zurücktehren. Meine Sachen werde ich noch schicken, wenn ich noch so viel Zeit habe. Nochmals ein herzliches Lebewohl, auf ein glückliches Wiedersehen!
Es grüßt Euch vielmals Euer Sohn
Andreas Strauß.
Die Eltern des Soldaten waren tief un⸗ glücklich, als sie erfuhren, daß ihr Sohn in den Krieg nach China ziehen müsse. Als sie durch die Zeitung erfuhren, daß die China-Freiwilligen
alle in München wären, fuhren sie am letzten Sonntag nach der Hauptstadt, um sich über die näheren Woerhältnisse zu erkundigen. In der Kaserne trafen sie denn auch ihren Sohn und erfuhren von ihm, daß er eigentlich selbst nicht vecht dei pie er unter das Kanonenfutter kam. Der junge Soldat ist der einzige Sohn seiner Eltern, eine Schwester ist krank und der Vater befindet sich in sehr mißlichen finanziellen Verhältnissen, weil im vorigen Sommer das Anwesen der Leute samt allen Habseligkeiten an Mobiliar und Fahrnissen eingeäschert wurde.
Die Lage der Arbeiter.
Wie in den Berichten der süddeutschen Ge⸗ werbe⸗Inspektoren so wird auch in den soeben erschienenen der sächsischen über hohe Woh⸗ nungs mieten und andauernden Mangel an kleinen und billigen Wohnungen geklagt. Der Wert der Consum-Vereine für die Ar⸗ beiter wird von den Gewerbe-Inspektoren an⸗ erkannt. In Folge des Arbeitermangels sind mehrfach Lohnerhöhungen eingetreten, aber in Uebereinstimmung mit den bayrischen Berichten konstatiren auch die sächsischen durch die Bank, daß durch das Steigen der Preise der Lebens⸗ mittel(Kartoffeln, Fleisch, Kohle, Petroleum) und der Wohnungen die Lohnsteigerungen wieder wett gemacht worden seien, so daß die Lebens⸗ oltung d Leber keine Auf besserung erfahren habe.
Lehrreiche Zahleu.
Für Steuerzahler ist folgende Zusammen⸗ stellung interessant, die die Nationale Korre⸗ spondenz den Angaben des Statistischen Amts des Reichs entnimmt:
Der Netto⸗Ausgabedarf des Reichs beziffert sich in Millionen Mark abgerundet folgender— maßen:
e e Heerwesen 383,9 490,9 639,4 693,8 Marine 49,2 462 97,3 115,1 Auswärtige Vertreter und Kolonien 6,6 12,1 27,2 42,6 Raichsschuld 0,7 48,3 72,3 777 Innere Verwaltung 5,4 16,5 46,6 56,9 Zusammen 445,8 614,0 882,8 987,1
Auf den Kopf der jeweiligen Reichs⸗ bevölkerung berechnen sich diese Ausgaben in der gleichen Reihenfolge der Jahre wie folgt:
Mk.
Heerwesen e ee ee, ee Marine„ i 05 Auswärtige Veatreter
und Kolonien, ee e Reichsschuld„ eee
Innere Verwaltung„ eee ee eee Zusammen Mf. 9, 127 16,7 17,03
Man ersieht hieraus, daß seit 1875 die Ausgaben um mehr als das Doppelte ge⸗ stiegen sind. Und da dieselben in der Hauptsache durch die indirelten Steuern und Zölle auf⸗ gebracht werden, so sind dadurch die arbeitenden Klassen am schwersten belastet. Eine Familie von fünf Köpfen muß gegenwärtig etwa 90 Mark, 26 Mark mehr als im Jahre 1890 an in⸗ direlten Steuern aufbringen! Wohlgemerkt, nur für die Reichsausgaben, die Ausgaben der Einzelstaaten, Gemeinden ꝛc. bleiben hier außer Betracht.
Auch der Kaffee wird teuer.
In den Preiserhöhungen für Nahrungs- mittel und für die zur Befriedigung der allge⸗ meinen Lebensbedürfnisse notwendigen Dinge be⸗ steht gegenwärtig ein wahres Wettlaufen. Brot, Fleisch und Fleischwaren, Butter, Zucker, Kohlen, Holz und zahlreiche andere Produkte sind in letzter Zeit verteuert worden; jetzt kommt die Nachricht, daß nun auch der Kaffee eine Ver⸗ teuerung erfahren wird. Ene Preiserhöhung des Kaffees wird sich namentlich in ärmeren Volkskreisen sehr fühlbar machen, wo bei schmalem Verdienst neben Kartoffeln und Kaffee— dieser allerdings meist reichlich mit Surrogaten ver⸗ mischt— oft Tag für Tag das einzige Ge— nußmittel bilden.
Beispiele des gemeinsten Unternehmerterro⸗ rismus.
Ein Herr C. Menzel, Besitzer einer Glas⸗
fabrik in Lommatzsch in Sachsen hatte seine Ar—
beiter unter der Androhung der Entlassung auf⸗ gefordert, aus dem Glasarbeiter-Verband auszu- treten.— Die Arbeiter fügten sich auch bis auf einen der Anmaßung des Unternehmers. Der eine Standhafte hatte bei der Firma 222.68 Mark Schulden, da ihn der Unternehmer früher um diesen Betrag aus einer anderen Stellung „ausgelöst“ hatte, natürlich nur, weil er den Arbeiter gut gebrauchen konnte. Um so wütender war Herr Menzel deshalb über die„Frechheit“ dieses Arbeiters, den er entlassen mußte, wenn er seine Drohung erfüllen wollte. Der Ent- lassene hatte kaum anderweitig Stellung gefunden, als Herr Menzel ihm folgenden Steckbrief nach⸗ sandte:
„Wir brachten in Erfahrung daß der Glasmacher N. N., den wir wegen sozialistischer Agitation und rüpel⸗ haften Betragens aus seiner Stellung entließen, in Ihrem Werke beschäftigt ist.
Da wir N. aus seiner früheren Stellung mit 300 Mark auslösten, trotzdem er aber bei uns sehr gut ver⸗ diente, blieb er doch immer in einem Vorschuß von 2—300 Mark, und erlauben wir uns die ganz ergebene Anfrage, ob Sie uns zur Erlangung unseres Guthabens an N. welches 222,68 Mark beträgt, behüflich sein würden.
Falls sich N. nicht zur Rückzahlung des Vorschusses verstehen sollte, würden wir uns veranlaßt sehen, unter Verzicht auf unser Guthaben denselben ohne Weiteres über die Grenze bringen zu lassen.
Indem wir hoffen, in dieser Angelegenheit auf Ihre geschätzte Unterstützung rechnen zu dürfen, empfehlen wir uns, zu Gepe diensten stets gern bereit
mit vorzüglicher Hochachtung ergenst (gez.) Karl Menzel u. Söhne E. Menzel.“
Dieser Steckbrief macht dem christlichen Ge⸗ müt des auf den Ruin seines ehemaligen Aus⸗ beutungsobjekts sinnenden Herrn Unternehmers alle Ehre! Interessant ift auch, daß der Herr thut, als ob die Behörde nichts Eiligers zu thun hätte, als seinen Weisungen zu folgen.
Keine nationalsoziale Kandidatur.
Vor einiger Zeit hieß es, daß die National⸗ sozialen bei der bevorstehenden Nachwahl im Kleise Wanzleben mit einem eigenen Kandi⸗ daten auftreten und diese Wahl gewissermaßen zu einer„Krastprobe“ benutzen würden. Jetzt erklärt die„Hilfe“ diese Nachricht, die auch wir in der vorletzten Nummer brachten, für un- richtig. Die Trauben sind den Flottenphan⸗ tasten offenbar zu sauer.
Demission des hessischen Finanzministers.
Wie die„N. hess. Volksbl.“ berichten, hat
sich Finanzminister Küchler wegen eines Hals⸗
leidens einer Operation unterzogen, die gut glückte. Sein Zustand ist befriedigend. Dem genannten Blatte zufolge hat der Finanzminister schon vor der Operation seinen Abschied vom Großherzog erbeten. Vielleicht bestimmten den Minister auch seine Konflikte mit dem Land⸗ tage in Sachen der Nebenbahnvorlage und der Gehaltsfrage der Volksschullehrer zur Einreich⸗ ung des Entlassungsgesuches. Antisemitische Charakterlosigkeit.
Für jüdisches Geld scheinen die Anti⸗ semiten diesseits und jenseits der Vogesen in gleicher Weise empfänglich zu sein. Soviel die französischen Judenfresser in Betracht kommen, lieferte den Beweis dafür der Prozeß, der in voriger Woche vor dem Schwurgericht von Draguignan in Algier gegen den Antisemiten⸗ führer Max Régis und zehn seiner Genossen verhandelt wurde. Dieselben waren beschuldigt, im September 1899 sich in der Villa Antijuive in Algier eingeschlossen und von dort auf die Polizeibeamten geschossen zu haben. Im Laufe der Verhandlung erklärte nämlich der als Zeuge vernommene Polizeikommissar Delatte, zwei der mitangeklagten a“gerischen Antisemiten, Conein und Bailloc, hätten an den Präfekten Lutand ein Schreiben gerichtet, in dem sie ihn um Ver— zeihung für all das Böse baten, das sie gegen Algerien sich zu schulden halten kommen lassen, und in dem sie offen heraussagten, sie bedauerten, Vertrauen zu Max Régis gehabt zu haben, für den sie jetzt nur noch Verachtung empfänden. Trotz der heftigen Proteste der beiden auf diese Weise kompromittierten Antisemiten fuhr Herr Delatte ruhig fort:„Sie empfanden nichts als Verachtung ihm gegenüber. Was hätten Sie erst gesagt, wenn Sie gewußt hätten, daß
1
2


