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Nr. 27.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
Ein eutsetzlicher Unglücksfall
hat sich vorige Woche in der mechanischen Segeltuch⸗Weberei von Fröhlich u. Wolff in Kaffel zugetragen. Um sich die Zuträgerar⸗ beit zu erleichtern, warfen sich die jungen Arbeiter die Jute oder Leinenballen gegen— seitig zu, auf dieselbe Weise, wie man auf Bauplätzen sich die Backsteine zuwirft und wieder auffängt. Bei dieser Prozedur, die bisher immer gut gegangen hatte, flog nun plötzlich ein Ballen fehl und traf einen jungen Menschen, der auf dem Rande eines einge⸗ mauerten Kessels stand, so unglücklich vor die Brust, daß der Mann das Uebergewicht bekam und in den mit einer kochenden Farb— masse gefüllten Kessel stürzte, vor den Augen seiner Kameraden, die ihm nicht rasch genug helfen konnten, gesotten wurde und alsbald unter gräßlichen Qualen starb.
Der Giftmord am Tenfelsee,
der am Freitag und Sonnabend das Pots— damer Schwurgericht beschäftigte, hat das lebhafteste Interesse weiter Kreise erregt, da er in seiner Verquickung mit dem tollsten abergläubischen Hokuspokus das Unglaub⸗ lichste ist, was die Kriminalgeschichte der letzten Jahre gezeitigt hat. Die Verhandlung, die eine Reihe charakteristischer Sittenbilder zu Tage förderte, endete mit der Verur— teilung Jänickes zum Tode. Konitz.
Die wegen Verdachtes des Meineides in Haft genommene Arbeiterfrau Rielinger ist einstweilen wieder auf freien Fuß gesetzt wor⸗ den. Fleischermeister Lewy wurde geladen und hatte ein längeres Verhör zu bestehen. Gerichtsseitig finden gegenwärtig wegen des kürzlichen Aufruhrs gegen zahlreiche Ein⸗ wohner Verhöre wegen Landfriedensbruches und Widerstandes gegen die Militär- und Staatsgewalt statt.
Jetzt muß auch die antisemitische „Tägl. Rundschau“ zugeben, daß bei dem ermordeten Winter nach dem Leichen⸗ befund von einem Schächtschnitt nicht die Rede sein kann. Die tödtliche Wunde befindet sich an der rechten Seite des Halses, etwas über dem Schlüsselbein. Der Stich, der sie verursachte, war absolut tödtlich, denn er durchschnitt die große Halsschlagader, und der Verwundete mußte sich in wenigen Augenblicken verbluten. War zugleich noch die große Halsvene mit zerschnitten, so wurde beim nächsten Herzschlag Luft angesaugt, die sofortigen Stillstand der Blutbewegung her— beiführt. Die Verwundung auf der rechten Halsseite könnte dafür sprechen, daß der An⸗ greifer oon hinten den Stich führte. Jeden⸗ falls hatte die tödtliche Wunde mit einem Schächtschnitt, der unterhalb des Kehlkopfes über den ganzen Hals geführt wird, so daß er die Luftröhre und alle Blut⸗ gefäße bis auf die Halswirbel durchschneidet, nicht die geringste Aehnlichkeit.
Nach den noch immer fehlenden Leichenteilen wird auch ferner eifrig geforscht. Es handelt sich um einen Arm, einen Unterschenkel mit Fuß und die Eingeweide.
Eine schaurige Familientragödie
spielte sich in Berlin vorige Woche ab. Die Ehefrau des in der Wrangelstraße wohnenden Klempners Sogolewski warf nach einem Streite mit ihrem Manne, nachdem sich dieser entfernt hatte, ihre vier Kinder aus dem Fenster des vierten Stockes auf den Hof hinab und stürzte sich darauf selbst hinunter. Aerzte waren bald zur Stelle, konnten aber nicht viel mehr helfen. Der älte Sohn gab noch schwache Lebenszeichen von sich, starb aber bald. Die anderen Kinder waren gleich todt, das jüngste unter der Mutter erdrückt. Diese lebte noch und wurde bewußtlos mit einer Tragbahre nach dem Krankenhause Bethanien gebracht. Ob sie mit dem Leben da⸗ von kommen. wird, ist sehr zweifelhaft. Der ehe⸗ liche Zwist war aus einer ganz geringfügigen Ursache entstanden.
Pfarrer als Vatermörder.
In einem Prozeß wegen Water- und Ver⸗ wandten⸗Mordes zu Granada hat das dortige Schwurgericht das Urteil gefällt. Der Pfarrer Julian Anguita, seine Mutter Marie Garcia und deren Bruder Candido
Garcia wurden zum Tode verurteilt; der.
andere Bruder, Miguel Garcia, wurde freige⸗ sprochen. Der Pfaffe hatte auf äußerst raffinierte Weise seinen Vater um's Leben gebracht, um sich 0 den Besitz des väterlichen Vermögens zu etzen.
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. W. Marburg, 26. Juni.
Partei⸗Versammlung. Am 7. Juli abends 9 Uhr findet im Lokale des Herrn Jes⸗ berg, Wehrdaerweg 2, eine Partei⸗Versammlung stait, in welcher Genosse Beckmann Gießen einen Vortrag halten wird. Gleichzeitig steht auf der Tagesordnung„Unsere Parteiorganisation.“ Pflicht eines jeden Parteigenossen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen, da jedenfalls betreffs der Organisation tiefeinschneidende Beschlüsse ge⸗ faßt werden dürften.
Steuererhebung. Die Steuerzettel für 1900/1901 wurden den Steuerplichtigen zugestellt. Für das erste Quartal sind die fälligen Beträge in den ersten 8 Tagen nach Zustellung der Steuer⸗ zettel an die Stadthauptkasse zu entrichten. Für die folgenden 3 Quartale gelten die auf der Rückseite des Steuerzettels bezeichneten Termine. Die Kirchensteuer und Betriebssteuer sind im vollen Jahresbetrage im ersten Hebetermin, die Hundesteuer in halbjährlichen Raten, bei der ersten und dritten Erhebung zu entrichten. Vor⸗ auszahlungen für das ganze Jahr sind zulässig.
Weiter werden erhoben für Abfuhr des Straßenkehrichts für denzlaufenden Meter Straßenfront bei einer Straßenbreite bis 6 Mtr. 10 Pfg. bei einer solchen über 6 Mtr 30 Pfg. pro Jahr.— Für Abfuhr des Haus mülls werden pr. 100 Mk. Mietwert 80 Pfg. jährlich erhoben. Das Kassenlokal der Stadtkasse ist nur Vormittags von 8—1 Uhr geöffnet. Alle Re⸗ klamationen sind bei den auf der Rückseite des Steuerzettels bezeichneten Stellen und nicht bei der Kasse anzubringen.
Zusammenkunft. Sonntag, 1. Juli, nachmittags, treffen sich die Parteigenossinnen und Genossen in der Marbach, Wirtschaft Mut.
Verhaftung. Ein junges Mädchen, wel⸗ 755 in der hiesigen Klinik niederkam und zwei
inder gebar, reiste am 19. Juni mit den beiden Kindern von hier ab, mit der Angabe, die Kinder bei einer Pflegefrau in Wehrheim im Taunus unterzubringen. Am 21. Juni hier wieder ein⸗ getroffen, machte das Mädchen dem Leichen⸗ beschauer Herrn Quell die Mitteilung, die Kinder seien bei der Pflegefrau gestorben. Herr Quell ging der Sache auf den Grund und das Mäd⸗ chen erklärte, die Kinder seien nicht bei einer Pflegefrau untergebracht. Eine Anfrage der Staatsanwaltschaft in Wiesbaden brachte bald des Rätsels Lösung, und folgte die Verhaftung des Mädchens auf dem Fuße.
Oeffentliche Impfung. Die dies⸗ jährige Impfung der einjährigen Kinder findet am 6. Juli, nachmittags, in der Aula der Bür⸗ gerschule statt. Von der Polizeiverwaltung werden den betreffenden Eltern noch besondere Ein⸗ ladungen zugestellt.
Kleine Mitteilungen.
* Wetzlar. Die Opfer der Arbeit mehren) sich in unserer Gegend in der letzten Zeit gradezu erschreckend. Der in den Graukalk⸗ werken von Kempf und Hilf in Albshausen ar⸗ beitende Italiener Broggi wurde am Montag durch herabstürzendes Gestein verschüttet und sofort getödet. Die Leiche war grauenhaft ver⸗ stümmelt.
* Pfäffischer Wüstling. Aus Re⸗ gensburg wird gemeldet: Der von der Staats⸗ anwaltschaft wegen Sittlichkeitsverbrechens steckbrieflich verfolgte Kooperator Rüth, geboren
in Mitterteich, zuletzt in Kallmynz seelsorgerisch thätig, ist, wie das„Regensb. Tagbl.“ meldet, in der Schweiz verhaftet worden. Die Aus⸗ lieferung ist bereits erfolgt.
* Dieschwarzen Pocken sind laut Mel⸗ dung der Strafanstalt Ziegenhain dort bei einem Gefangenen festgestellt worden. Die er⸗ forderlichen Sperrmaßregeln sind bereits ergriffen. — Bezüglich einer Meldung von Erkrankungen an schwarzen Blattern bei Moosham teilt das k. Bezirksamt Regensburg mit, daß auf dem isolierten Oekonomiegute Aukofen, Gemeinde Moosham, anfangs Juni drei einheimische Ar⸗ beiter an den schwarzen Blattern erkrankt sind. Die Ansteckung sei zweifellos durch einen jungen russisch⸗-polnischen Arbeiter erfolgt, der leicht an Blattern erkrankt war, dies aber verschwiegen hat. Es seien sofort Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, insbe⸗ sondere durch Impfung aller Bewohner von Aukofen. Seit zwölf Tagen seien Neuerkrankungen nicht mehr vorgekommen.
Arbeiterbewegung.
Der Streik der Weißbinder in Gießen dauert noch immer fort. Die Arbeitgeber lehnten ab, vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts mit den Arbeitern wegen Beilegung des Streiks zu verhandeln.
Der Holzarbeiterstreik in Frank⸗ furt wurde auch noch nicht beigelegt. Eine Versammlung der Streikenden beschloß mit großer Mehrheit, an der Forderung der neunstün⸗ digen Arbeitszeit festzuhalten und im Streik zu verharren, trotzdem mehrere Mit⸗ glieder der Streikkomission sich für Beilegung des Streiks aussprachen.
7 Eine Versammlung der Barbiere in Frankfurt erklärte die Zugeständnisse der Prinzipale für nicht genügend und beschloß weiter zu streiken. Von den Streikenden wurden pro⸗ visorische Barbierstuben eröffnet.
1 In Berlin ist ein allgemeiner Streik der Dachdecker und Berufsgenossen in der gestrigen Versammlung der Gehilfen be⸗ schlossen worden. Die Arbeit wird bei allen
Unternehmern eingestellt, welche die von der
Innung zugestandene Lohnerhöhung von 2½¼ Pfennig pro Stunde nicht bewilligen.
Partei- Hachrichten.
Kreis⸗Wahlverein Gießen⸗Grünberg⸗Nidda.
Sonntag, den 15. Juli, nachmittags 1 Uhr, im Lokale des Herrn Größer in Großen⸗Buseck:
Areis⸗ Konferenz. Tagesordnung: 1. Geschäfts⸗ und Kasssenbericht.— Vor⸗ stands wahl. 2. Landeskonferenz und Parteitog. Referent Orbig⸗Gießen.
3. Unsere Presse. Referent Beckmann⸗Gie ßen. Die Parteigenossen allerorts im Wahlkreise werden ersucht, sich an der Konferenz zu beteiligen und die Wahl der Delegierten unverzüglich vorzunehmen. Der Vorstand des Kreiswahlvereins.
Genosse Bueb, der frühere Reichstagsabgeordnete für Mülhausen i. E., hat in einer öffentlichen Versam m⸗ lung dortselbst die Gründe bekannt gegeben, die ihn zur Niederlegung des Reichstagsmandats veranlaßt haben. Zunächst habe ihn Arbeitsüberhäusung dazu bewogen; er ist bekanntlich Mitglied des Reichstags, Bezirkstags und Gemeinderats. Es sei ihm durchaus unmöglich 355 wesen, die drei Mandate gewissenhaft auszuüben. e⸗ sonderes Gewicht lege er auf das Amt eines Gemeinde⸗ ratsmitgliedes, weil er der„einzige Hecht im Karpfenteich“ sei. Als weiteren Punkt bezeichnete er die scharfen per⸗ sönlichen Differenzen zwischen ihm und dem Landespartei⸗ vorstand, die ihm sein längeres Verweilen an führender Stelle unmöglich machte. Er erklärte, nach wie vor für die sozia demokratischen Prinzipien kämpfen zu wollen.
Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 30. Juni:
Wieseck. Tabakarbeiter⸗Versammlung abds. 9 Uhr bei Wacker. Dienstag, 3. Juli: Gießen, Kertelsigung Serbe. Ul bei Sebi. 1 nunserer heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt des Herrn Jürgensen⸗Herisau bei, worauf wir hiermit besonders hinweisen.
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