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Nr. 1.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
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und Portugtesen bieten ihre Kolonien feil, weil sie keine Lust haben, immer mehr Geld hinein⸗ zustecken, und Deutschland, das mit aller Ge⸗ walt Ueberseepolitik treiben will, kauft, wie ein Althändler alte Stiefeln, getragene Kleider ꝛc., sich neue schwarze und gelbe Landsleute und die entsprechenden„schönen Gegenden“ dazu. Die arbeitende Bevölkerung zahlt die Kosten, Krupp und einige andere Groß⸗ kapitalisten machen gute Geschäfte und Uebermenschen à la Leist, Peters und v. Arenberg haben Gelegenheit, den Afrikanern Kultur beizubringen mit— Galgen, Revolvern und Nilpferdpeitschen.
Flottenagit ation mit Musik.
In die“ neuen Flottenpläne soll Musik kommen! Die„Freie Vereinigung für Flotten⸗ vorträge“ hat die Firma Breitkopf und Härtel in der Seestadt Leipzig veranlaßt, ein Preis⸗ ausschreiben für ein deutsches Flottenlied zu erlassen. Der Dichter und der Komponist sollen insgesaut 1000 Mark erhalten. Die Dichter haben mit der Einsendung nur bis zum 18. Januar 1900 Zeit.
Man wird diese nützliche Verwendung der zusammengeschnorrten spärlichen Gelder des Flottenvereins gewiß allgemein mit Freuden begrüßen. Wenn der Flottenverein nun noch zwei Prämien für die porträtähnlichste Büste Aegirs und eine Allegorie der Pachtung Kiau⸗ tschaus aussetzt, wird er seine Moneten los und um das erhebende Bewußtsein bereichert sein, die deutsche Poesie, Musik, Plastik und Malerei nach Maßgabe seiner Kräfte gefördert zu haben.
Vom vaterlandslosen Kapital.
Ueber die Nachricht, daß Krupp jetzt, trotz der in Deutschland allgemeinen Sympathien für die Boeren, Granaten für die Eng⸗ länder anfertigen soll, entrüsten sich einige Zeitungen. Lächerlich. Was will denn das besagen? England ist doch nicht„Erbfeind“, wie weiland Frankreich. Und Herr Krupp
der ältere hat bekanntlich, wie aus den 1870
nach Napoleons Sturz veröffentlichten„Briefen deutscher Bettelpatrioten“ erhellt, mit Napo⸗ leon vor dessen Sturz in Korrespondenz gestanden und Geschäfte zu machen versucht, wohl auch wirklich gemacht. Mit wem macht Krupp überhaupt nicht Geschäfte? Und wenn Deutschland durch seine Diplomatie einmal wieder in einen Krieg derwickelt werden sollte, so können wir tausend gegen eins wetten, daß Kruppsche Kanonen und Geschosse unsere deutschen Soldaten verwendet würden.
Sie haben ihm.
Nämlich die Berliner ibren Ober bürger⸗ meister. Am Samstag vor Weihnachten, an⸗ läßlich der Enthüllung einer neuen Denkmals⸗ gruppe in der Siegesallee, hat der Kaiser dem Bürgermeister Kirschner mitgeteilt, daß er jetzt als Oberbürgermeister bestätigt sei. Herr Kirschner hat auf die Bestätigung anderthalb Jahre warten müssen. Er hat sich dadurch so an das Warten gewöhnt, daß er es auch noch länger ausgehalten hätte. Und die Stadt Berlin auch, denn es hatte sich herausgestellt, daß es „auch so ging“. Berlin mußte aber so lange bürgermeisterlos bleiben, weil der Magistrat in den Verdacht gebracht worden war, durch wür⸗ dige Einfriedigung des Friedhofs der März⸗ gefallenen und Errichtung eines Portals mit Inschrift eine Verherrlichung der Toten des großen Jahres 1848 zu gestatten und zu billigen. So unberechtigt dieser Verdacht wider die loyalitätsdurchtränkten Gemüter des Berliner Magistratsfreisinns war, so hart mußte er ge⸗ büßt werden. Erst jetzt, nachdem der Spruch des Oberverwaltungsgerichts den Bau des„revolutionären Portals“ endgittig ver⸗ hindert hat, erfolgte die Bestätigung.
Jahrhundertwende am Hofe.
„Zur Jahrhundertwende,“ so melden die Hofblätter,„ist diesmal die Gratulations⸗ kour beim Kaiserpaar in der Syl⸗- vester nacht, und zwar so, daß das Defi⸗ lieren(Vorbeimarschieren) der Herrschaften vor dem Kaiserpaar mit dem ersten Glocken- schlage des neuen Jahrhunderts beginnt.“
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Welch ein weihevoller Augenblick von„säku⸗ larer“ Bedeutung, wenn der Zug der Höflinge defiliert!
Für Ordnung, Ditte und Religion
zu kämpfen, geben bekanntlich unsere Scharf⸗ macher vor, wenn sie die Sozialdemokratie erbittert anfeinden. Sie soll die Feindin jener heiligen Dreieinigkeit sein. Daß die Herren sich aber an eine ganz falsche Adresse wenden, ergiebt sich aus einem Bericht, den der Super⸗ intendent Scholz über die Sittenzu⸗ stände in der Diözese Salzwedel veröffent- licht. Es heißt darin:
„Von 761 getauften Kindern waren 111 unehelich, also über 14 pCt., das bedeutet wieder eine Steigerung. Was von dem Verkehr der Knechte und Mägde auf dem Lande erzählt wird, erinnert an Sodom. Die Leutenot der Landwirtschaft bringt aus dem Osten Gesinde, welches in sittlicher Be⸗ ziehung auf ziemlich tiefer Stufe steht und, losgelöst vom Elternhause, seinen fleischlichen Gelüsten nachgeht. Die Leutenot macht auch leider Herrschaften, die auf Zucht und Ord⸗ nung halten möchten, wehrlos. Die gewerbs⸗ mäßige Uẽsittlichkeit in Salzwedel hat einen Umfang angenommen, der nun auch Anderen lästig wird. Der Kreistag und die Stadtverrordneten haben sich mit dem Not⸗ stande beschäftigt, das erstere, weil das Kreiskrankenhaus, das letztere, weil das Siechenhaus in Mitleidenschaft ge⸗ zogen würde. Wenn man sich nicht auf⸗ schwingen kann, aus sittlich⸗religiösen Gründen dem Unwesen zu steuern, so sollte man es aus wirtschaftlichen Gründen thun. Solch ein Satanshaus verschlingt tausende von Mark. Die Vergnügungssucht wendet einen neuen Kniff an, um neben den öffent⸗ lichen Tanzlustbarkeiten sich amüsieren zu können. Es wird nach der Harmonika ge⸗ tanzt, es ist auch das eine Verpflanzung slawischer Sitte in unsere deutschen Gebiete.“
Die„Vergnügungssucht“ muß natürlich immer herhalten, wenn von den herrschenden unbequemen Dingen die Rede ist. Daß die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, unter denen die ländlichen Arbeiter zu leben gezwungen werden, die Schuld an den gekenn⸗ zeichneten Uebeln tragen und daß die Guts⸗ besitzer dafür die Verantwortung trifft, das will man natürlich nicht zugeben. Uebrigens ist der Reichstagswahlkreis Salzwedel⸗Garde⸗ legen noch ganz im Banne von„Religion, Ordnung und Sitte“. Umsturz wird nicht ge⸗ trieben. Bei der letzten Reichstagswahl siegte der Konservative mit der überwältigenden Majorität von 10317 Stimmen, während der Kandidat der Freisinnigen Vereinigung nur 1984, der Sozialdemokrat gar nur 1459 Stim⸗ men erhielt. Und der Gewählte ist kein Anderer als Herr von Kröcher, der so sehnsüchtig nach dem„starken Mann“ ausschaut, welcher die Sozialdemokratie an der Gurgel packen soll. Der Herr hätte alle Ursache, sich zunächst um die Dinge in seiner Heimat zu kümmern. Oder sind die heimatlichen Zustände sein Ideal? Sozialdemokraten giebts ja dort nur erst wenig. Aber wir meinen, das deutsche Volk wird sich lieber mit den Sozialdemokratie als mit solchen Zuständen befreunden.
Das Wahlrecht ein Unglück.
„Das allgemeine, gleiche und direkte Wahl⸗ recht halte ich auch als alter deutsch⸗sozialer Reformer für ein Unglück“ so schreibt im Sprechsal der„Deutsch⸗Sozialen Blätter“ des Antisemitenführers Liebermann v. Sonnenberg vom 21. Dezember ein sich„Nibelung“ nennen⸗ der Antisemit aus Karlsruhe.— Wer die rück⸗ ständige Antisemitische Gesellschaft nicht erst seit gestern oder vorgestern kennt, wird sich über diese Aeußerung nicht wundern.
Abgethaner Revolverjournaltist.
Nach mehrtägiger Verhandlung ist in Berlin der Prozeß gegen den Revolverjournalisten Gehlsen zu Ende gegangen. Gehlsen wurde wegen Erpressung zu 1½ Jahren Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte mit Rück⸗
sicht auf das gemeingefährliche Treiben Gehlsens gegen denselben fünf Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust beantragt. In seinem Plaidoyer führte er aus: Der Angeklagte Gehlsen habe 20 Jahre hindurch seine unheim⸗ liche Thätigkeit betrieben, jetzt werde er hoffentlich aufgehört haben, in der Oeffentlich⸗ keit eine Rolle zu spielen, er werde moralisch tot sein. Es sei verständlich, daß durch seine Preßtreibereien große Unruhe hervorgerufen wurde. Der eine Teil wurde durch die Artikel mit banger Sorge erfüllt, man fragte sich, „Wer kommt nun wohl daran?“ Der andere Teil hatte dagegen das Gefühl der Scheden⸗ freude. Es sei anzuerkennen, daß Gehlsen in einzelnen Fällen begründete Mißstände zur Sprache gebracht babe. Aber in diesen Fällen sei er nur die treibende Kraft gewesen, die das Böse wollte und doch das Gute schaffte. Auch auf politischem Gebiete habe der Angeklagte seine Chamäleons natur be⸗ wiesen. Während er Vertrauensmann der Antisemiten in Charlottenburg war, hielt er es mit seiner Ehre vereinbar, für den nationalliberalen Kandidaten gegen Entgelt zu wirken, alles dies beweise die Charakterlosigkeit Gehlsens auf politischem Gebiete. Sein son⸗ stiger Begriff von der Ehre werde durch eine ganze Reihe von Thatsachen gekennzeichnet.
Ostelbischer Menschen markt.
Das Organ der sich„Bund der Landwirte“ nennenden Junker⸗ und Manschettenbauern⸗ organisation bringt folgende Anzeige:
20 000 Galizier! Männer, Mädchen Burschen, für Feld-Ziegelei, Fabrik, auf Stunden⸗, Tage⸗ oder Monatslohn, auch Akkord, kann unter sehr günstigen Bedingungen stellen. Eventuell übernehme auch die Ga rantie für's Nichtfortlaufen der Leut e bis Schluß der Arbeit, wenn Aufseher durch mich gestellt werden kann. Auf Wunch sende sofort Vertragsformulare zur gefl. Durchsicht. Beste Zeugnisse zur Seite. Lands⸗ berg, Oberschlesien. Adolf Lück, Größtes reelles Arbeiter⸗Ver mittelungs⸗Bureau.
Ein lehrreicher Beitrag zur Geschichte der „Leutenot“ in Ostelbien. Und ferner ein Zeichen, mit welcher Mißachtung die ländlichen Arbeiter behandect werden, die man thatsächlich als weiße Sklaven betrachtet, für deren Nicht⸗ fortlaufen ein dazu gestellter Sklavenaufseher sorgen muß.
Der Krieg in Südafrika.
Die Postverbindung mit Tranusvaal ist jetzt besser geworden, denn es sind der„Frkf. Ztg.“ via Delagoa⸗Bay Nachrichten aus Johan nes⸗ burg zugegangen, die bis zum 25. November reichen. Die„Standard and Diggers“ News“ veröffentlichen von ihrem Korrespondenten im Burenlager bei Ladysmith einen Brief vom 16. November, in dem unter Anderem mitge⸗ teilt wird, daß nach Aussagen eines aus der belagerten Stadt geflüchteten Schwarzen der Kapkolonie Typhusfieber in Ladysmith wüthete; die Leichen krepierter Ochsen und Pferde lägen Tage lang in den Straßen, weil sie wegen des Feuers der Buren nur schwer fortgeschafft werden könnten. Vier aus Ladysmith desertierte Unteroffiziere hätten eidlich ausgesagt, daß der größere Teil der englischen Truppen zu kapitulieren wünsche, und selbst viele Offiziere seien dafür, aber General White, Dr. Jameson, Oberst Rodes und Sir John Willoughby seien durchaus dagegen. Die Ge⸗ sundheit der Belagerer(also der Buren) sei gut, doch fehle es ihnen an Kleidern und Schuhwerk, da die Intendantur in einigen Lagern viel zu wünschen übrig lasse. Das sei zwar leicht zu erklären, da die Buren zum ersten Mal in Massen kämpfen.
Einer amtlichen Meldung zufolge berichtet der englische General Methuen nach London, daß die Stärke der Buren wächst und ihre Verschanzungen fich weit ausdehnen. Methuen ermittelte die Stellung der Buren mit Hilfe berittener Infanterie zwei englische Meilen weit. Aus vier Kanonen und zwet Schnellfeuergeschützen wurde dabei auf ihn ge— schossen. Vier Pferde wurden getroffen.


