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Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 7.
lauter und empfindlich feierlicher Stimme ein
Kapitel aus der Bibel vorlas: so sah sie ihn plötzlich mit einem finsteren Ausdruck an, nahm ihm, als ob ihr daraus nichts vorzulesen wäre, die Bibel aus der Hand, blätterte und blätterte und schien etwas darin zu suchen; und zeigte dem Kohlhaas, der an ihrem Bette saß, mit dem Zeigefinger den Vers:„Vergieb deinen Feinden; thue wohl auch denen, die dich hassen.“— Sie drückte ihm dabei mit einem überaus seelenvollen Blick die Hand und starb.— Kohlhaas dachte: „so möge mir Gott nie vergeben, wie ich dem Junker vergebe!“ küßte sie, indem ihm häufig die Thränen flossen, drückte ihr die Augen zu und verließ das Gemach. Er nahm die hundert Goldgülden, die ihm der Amtmann schon für die Ställe in Dresden zugefertigt hatte, und be⸗ stellte ein Leichenbegängnis, das weniger für sie als für eine Fürstin angeordnet schien: ein eichener Sarg stark mit Metall beschlagen, Kissen von Seide, mit goldenen und silbernen Troddeln, und ein Grab von acht Ellen Tiefe mit Feld— steinen gefüttert und Kalk. Er stand selbst, sein Jüngstes auf dem Arm bei der Gruft und sah der Arbeit zu. Als der Begräbnistag kam, ward die Leiche, weiß wie Schnee, in einem Saal aufgestellt, den er mit schwarzem Tuch hatte beschlagen lassen.
Der Geistliche hatte eben eine rührende Rede an ihrer Bahre vollendet, als ihm die landes— herrliche Resolution auf die Bittschrift zugestellt ward, welche die Abgeschiedene übergeben hatte, des Inhalts: er solle die Pferde von der Tronkenburg abholen, und bei Strafe, in das Gefängnis geworfen zu werden, nicht weiter in dieser Sache einkommen. Kohlhaas steckte den Brief ein und ließ den Sarg auf den Wagen bringen. Sobald der Hügel geworfen, das Kreuz darauf gepflanzt und die Gäste, die die Leiche bestattet hatten, entlassen waren, warf er sich noch einmal vor ihrem nun verödeten Bette nieder und übernahm sodann das Geschäft der Rache. Er setzte sich nieder und verfaßte einen Rechtsschluß, in welchem er den Junker Wenzel von Tronka kraft der ihm angeborenen Macht verdammte, die Rappen, die er ihm abgenommen und auf den Feldern zu Grunde gerichtet, binnen drei Tage nach Sicht, nach Kohlhaasenbrück zu führen und in Person in seinen Ställen dick zu füttern. Diesen Schluß sandte er durch einen reitenden Boten an ihn ab, und instruirte deu⸗ selben, flugs nach Uebergabe des Papiers wieder bei ihm in Kohlhaasenbrück zu sein.
Da die drei Tage ohne Ueberlieferung der Pferde verflossen, so rief er Hersen: eröffnete ihm, was er dem Jungherrn, die Dickfütterung derselben anbetreffend, aufgegeben; fragte ihn zweierlei, ob er mit ihm nach der Tronkenburg reiten und den Jungherrn holen; auch ob er über den Hergeholten, wenn er bei Erfüllung des Rechtsschlusses in den Ställen von Kohl⸗ haasenbrück faul sei, die Peitsche führen wolle? und da Herse, so wie er ihn nur verstanden hatte:„Heute noch!“ aufjauchzte und indem er die Mütze in die Höhe warf versicherte: einen Riemen mit zehn Knoten, um ihn das Striegeln zu lehren, lasse er sich flechten! so verkaufte Kohlhaas das Haus, schickte die Kinder in einem Wagen gepackt uber die Grenze; rief bei Anbruch der Nacht auch die übrigen Knechte zusammen, steben an der Zahl, treu ihm jedweder wie Gold, bewaffnete und beritt sie und brach nach der Tronkenburg auf.
Er fiel auch mit diesem kleinen Haufen schon beim Einbruch der dritten Nacht, den Zollwärter und Thor wächter, die im Gespräche unter der Thür standen, niederreitend in die Burg, und
während unter plötzlicher Aufprasselung aller Baracken im Schloßraum, die sie mit Feuer bewarfen, Herse über die Wendeltreppe in den Thurm der Voigtei eilte, und den Schloßvoigt
und Verwalter, die halb entkleidet beim Spiel
saßen, mit Hieben und Stichen überfiel, stürzte Kohlhaas zum Junker Wenzel in's Schloß. % Der Engel des Gerichts fährt also vom Himmel herab; und der Junker, der eben unter vielem Gelächter dem Troß junger Freunde, der bei ihm war, den Rechtschluß den ihm der Roßkamm übermacht hatte vorlas, hatte nicht sobald dessen
Stimme im Schloßhof vernommen, als er den
Herren schon plötzlich leichenbleich: Brüder, rettet euch! zurief und verschwand. Kohlhaas der beim Eintritt in den Saal einen Junker Hans von Tronka, der ihm entgegen kam, bei der Brust faßte und in den Winkel des Saals schleuderte, daß er sein Hirn an den Steinen verspritzte, fragte, während die Knechte die an⸗ dern Ritter, die zu den Waffen gegriffen hatten, überwältigten und zerstreuten: wo der Junker Wenzel von Tronka sei? Und da er bei der Unwissenheit der betäubten Männer die Thüren zweier Gemächer, die in die Seitenflügel des Schlosses führten, mit einem Fußtritt sprengte und in allen Richtungen, in denen er das weit⸗ läufige Gebäude durchkreutzte, niemand fand, so stieg er fluchend in den Schloßhof hinab, um die Ausgänge besetzen zu lassen. Inzwischen war, vom Feuer der Baracken ergriffen, nun schon das Schloß mit allen Seiten⸗ gebäuden, starken Rauch gen Himmel qualmend, angegangen und während Sternbald mit drei geschäftigen Knechten Alles, was niet- und nagel⸗ fest war, zusammenschleppten und zwischen den Pferden als gute Beute umstürzten, flogen unter dem Jubel Hersens aus den offnen Fenster der Voigtei die Leichen des Schloßvoigts und Ver⸗ walters mit Weib und Kindern herab. Kohl⸗ haas, dem sich, als er die Treppe vom Schloß niederstieg, die alte von der Gicht geplagte Haus⸗ hälterin, die dem Junker die Wirtschaft führte, zu Füßen warf, fragte sie, indem er auf der Stufe stehen blieb: wo der Junker Wenzel von Tronka sei? und da sie ihm mit schwacher zitternder Stimme zur Antwort gab: sie glaube, er habe sich in die Kapelle geflüchtet; so rief er zwei Knechte mit Fackeln, ließ in Ermangelung der Schlüssel den Eingang mit Brechstangen und Beilen eröffnen, kehrte Altäre und Bänke um, und fand gleichwohl zu seinem grimmigen Schmerz den Junker nicht.(Frts. flgt.)
Sozialdemokratie und Kunst.
Im Berner Stadtrat hat ein sozialdemo⸗ kratisches Mitglied folgenden Antrag eingereicht: „Der Gemeinderat ist dringend ersucht, unver— züglich die nötigen Schritte zu thun, um die Erhaltung der alten Wandgemälde im Refek⸗ torium des früheren Predigerklosters zu sichern und damit einen künstlerischen und moralischen Verlust für die Stadt Bern abzuwenden. Wenn nötig, soll der Stadtrat zu einer außerordent⸗ lichen Sitzung einberufen und ihm Bericht und Antrag unterbreitet werden.“ Die Sozial⸗ demokraten sind aber trotzdem in den Augen unwissender und böswilliger Gegner die„Van⸗ dalen“, die am liebsten die gesamten Errungen⸗ schaften der modernen Kultur, mit Ausnahme natürlich der rein materiellen Genüsse, in Grund
und Boden stampfen möchten.— **
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In dem neuesten Hefte der Halbmonats⸗ schrift„Leipziger Kunst“ schreibt ein jetzt in München lebender Herr Kurt Martens in einem Aufsatz über„Literatur und Publikum in München“ u. A. folgendes:
„Unheimlich bleibt die Erscheinung, daß der sozialdemokratisch gebildete Ar⸗ beiter ebenso wie in Berlin, Leipzig, Ham⸗ burg die bürgerlichen Klassen an künst⸗ 128 Verständnis und Urteil über⸗
1
„Unheimlich“ werden das nur Salonhelden finden. Jeder wahre Kunstfreund wird sich des zunehmenden Kunstverständnisses in Arbeiter⸗ kreisen freuen.
Sprüche zur Lebensweisheit.
Lege den Gehalt einer Gesinnung auch in die kleinste That. Sprich nichts, als was Du wirklich gedacht hast; sei wahr in jedem Athem⸗ zuge. 5 Immermann.
„Dem Reiche des alten Erbfeindes der Mensch⸗ heit, dem Bösen, geschieht durch nichts größerer und sicherer Abbruch, als durch die Ausbildung der Wissenschaft im Menschengeschlecht. Die Siege durch diese Waffen erfochten erstrecken sich über alle Zeit, indem sie durch alle Zeit fort⸗ dauern, und in jeder Folgezeit sich durch sich selbst vermehren. Fichte.
Dein und mein.
Der Ostasiatische Lloyd teilt unter andern japanischen Weisheitssätzen auch die nachfolgende Unterscheidung mit:
Ein alter Lehrer hat die Menschen in vier Arten eingeteilt:
Die erste Art sagt:„Was mein ist, ist mein, und was dein ist, ist auch mein.“
Die zweite Art sagt:„Was mein ist, ist mein, und was dein ist, ist dein.
Die dritte Art sagt:„Was mein ist, ist dein, vorausgesetzt, daß, was dein ist, auch mein ist.“
Die vierte Art sagt:„Was mein ist, ist dein.“
Zur ersten Art gehören alle Schurken und Diebe. Zur zweiten alle die, welche am liebsten zuerst für sich selber sorgen, und den Andern nicht zu nahe treten wollen; zur dritten Art die, welche sich auf gegenseitige Freundschaft und Dienstbereitschaft verlassen; und zur vierten die, welche etwas für den Nächsten opfern wollen, ohne dabei an Wiedervergeltung zu denken. Zu welcher Art von Menschen gehörst du?
D
Affgeklärd!
Ob ich dich liewe— Frag' nich dä Schtärne: Die ham ke Ohre nich, Ham kee Gehärne!
Ham keenen Mund nich— Wie soll'n sä red'n?
Das sin nor Faxen
Vun dä Boshd'n!
Frag' nich da Karden— Schdehd ja nich drin; Frach nich da Knäbbe— 's had keenen Sinn.
Frag' nich da Bluhmen— Bliehn ärschd im Mai— Frag' mich doch sälwer:
Ich saach därsch glei!!( st. Bl.) Humoristisches. Der Pantoffel⸗ Schütze.. Geht Ihr
Mann auf die Jagd. Frau Nachbarin?“—„O doch— alle Sonntag'! Nur hat er dieses Jahr keine teuere Jagd gepachtet, sondern er bleibt am Sonntag schön zu Haus und hält dort seine Jagd ab!.. Wissen S', wir haben so ein liebes Haserl aufgezogen; das ist schon ganz zahm, frißt seinen Kohl mit uns am Tisch und hüpft im Zimmer herum— unr am Sonntag, da geht's dem armen Thierl schlecht. Da holt sich mein Mann den Pudel vom Hausmeister, und setzt sich anf ein Hockerl mitten ins Zimmer und paßt auf unser Haserl.— So kost' ihm die Jagd nichts, er kriegt keine nassen Füß', schießt keinen Treiber an und trinkt keinen Schnaps“. —„Aber Frau Nachbarin, wenn er nun amal auf's Haserl schießet'... 21“—„Ja, schießen— schieße n
darf er net!“—
Neu eingelaufene Schriften.
Besprechung wichtigerer Erscheinung behalten wir uns vor.
Der Neue Welt⸗ Kalender. Der in seinem 24. Jahrgang vorliegende Neue Welt⸗Kalender für das Jahr 1900(Hamburg, Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auer und Co.) enthält u. A.: Kalen⸗ darium.— Postwesen.— Statistisches: Die Reichstags⸗ wahlen 1898.— Rückblick.— Messen und Märkte.— Im Kreislauf des Jahres.— Erzählungen, z. B.: Meister Wolfgram und seine Söhne. Von Robert Schweichel(mit Illustrationen).— Aus der Jugendzeit. Von W. Liebknecht. Außerdem allerlei Unterhaltendes und Belehrendes.— Fliegende Blätter.— Für unsere Rätsellöser.— Auflösungen der Rätsel.— Trächtigkeits⸗ und Brütekalender.— Hierzu vier Bilder: Heimkehr vom Felde— Die Schmiede— Kleine Poststation in Thüringen— Fingerhakeln.— Ein Bild auf Kunstdruckpapier:„Gieb Ruh'!“— Ein Wandkalender.— Dieser neueste Neue Welt⸗Kalender über⸗ trifft an Gediegenheit und Reichhaltigkeit womöglich seine Vorgänger noch. Von ganz besonderem Interesse füt unsere Leser find die in köstlichem Plauderton geschriebenen Jugenderinnerungen unseres„Alten“. Wir empfehlen den Kalender auf das Beste.—
Die Macht der Finsternis. Streiflicher aus der christlichen Kirche von Franz Sladek. Verlag v. Joh. Sassenbach, Berlin. Preis 35 Pfg.


